hallertauBW
Guten Abend zusammen!
Ich habe mir kürzlich eine gebrauchte Mittelformatkamera 6x7 mit einer 120er Kassette zugelegt und bin gerade auf Fehlersuche.
Von 10 gemachten Aufnahmen sind nur 7 auf dem Negativ (gleiche Motiv gleiche Belichtung). Der Rollfilm hat eine Länge von 81cm.
Ist das richtige Länge für 120er Rollfilme? von der Länge her könnte das hingehen.
Grüße
Guido
Xenar
Hallo Guido,
ohne jetzt zum Nachmessen ins Fotolabor zu stürzen: 81cm kommt sicher hin für die normale Länge eines 120er-Films.
Du schreibst, von 10 erwarteten Bildern hast Du nur 7 auf dem Film. Haben diese 7 Bilder einen sehr großen Abstand (1)? Wenn nicht, muss am Filmanfang (oder Ende?) ein langes, unbelichtetes Stück zu finden sein (2).
Ich kenne Deinen Kameratyp leider nicht, gehe aber davon aus, dass der Transport von einem Bild zum nächsten irgendwie mechanisch gesteuert ist (Tastwerk o.ä.). Wenn (1), dann liegt's daran.
Wenn (2), dann hast Du beim Einlegen des Filmes in die Kamera wahrscheinlich einen Fehler gemacht.
Beschreibe mal mehr Details, dann kann Dir sicher weitergeholfen werden.
Grüße
Volker
hallertauBW
Guten Morgen Volker,
danke für deine Antwort. Die Kamera ist eine Mamiya RB67 Pro-S. Fall 2) trifft zu. Am Anfang ist ein großes Stück unbelichtet und am Ende sind noch 7cm frei (siehe Foto vom Negativ). Weil mir das zum zweiten Mal bewusst auffällt (vorher habe ich andere Fehler gemacht) habe ich darauf geachtet so wenig wie möglich einzurollen beim Einlegen des Films. Nach dem Verschließen der Kassette musste ich den Vorspurhebel mehrmals ziehen bis ich die erste Aufnahme machen konnte. Dann habe ich nach dem selben Schema 10 Aufnahmen gemacht, bis sich der Film sich nicht mehr spannen ließ und die ersten drei Bilder sind nicht auf dem Negativ (die Posen und Vorgehensweise der Aufnahme habe ich aufgeschrieben). Zur Zeit fallen mir folgende Fehlerquelle ein:
2a) Die ersten drei Bilder werden vom Papier überdeckt. (Zur Kontrolle müsste eine Film opfern und bei Tageslicht aufspulen)
2b) Bei den ersten drei Bildern war die Blende offen und hat die Bilder sekundenlang belichtet. - Aber warum passierte es nicht bei den anderen?
2c) ...?
Hast du noch einen Tipp für mich?
Gruß
Guido
Xenar
Hallo Guido,
die ersten 20 cm des Films sind schwarz, also belichtet, d.h. sie haben volle Kanne Licht abbekommen.
Du scheinst beim Einlegen des Films was grundsätzlich falsch zu machen. Da ich die Mamiya leider überhaupt nicht kenne, muss Dir jemand anderes weiterhelfen. Hast Du keine Bedienungsanleitung?
Ratlose Grüße
Volker
hallertauBW
Guten Abend Volker,
doch ich habe eine Bedienungsanleitung. Der Abschnitt Film einlegen ist recht kurz gehalten. Ich starte noch ein Versuch, mal schauen.
Grüße
Guido
Urnes
Guten Abend Volker,
doch ich habe eine Bedienungsanleitung. Der Abschnitt Film einlegen ist recht kurz gehalten. Ich starte noch ein Versuch, mal schauen.
Gruße
Guido
Du legst den Film in den Halter ein. Irgendwo in der Andruckplatte ist ein Loch. Du spulst jetzt den Film so lange ein bis du in dem Loch einen schwarzen Pfeil siehst. Nicht weiter!. Dann den Halter in Rückteil rein und mit dem Hebel bis Bild 1 spulen. Dann sollte es passen.
Gruss Sven.
hallertauBW
Hallo alle zusammen,
vorab ich bin jetzt völlig verwirrt. Sven, was du geschrieben hast habe ich auch im Handbuch wiedergefunden (es ist ein weißer Pfeil anstatt des Loches) und vorher habe ich darauf nicht geachtet. Bei der neuen Aufnahme Serie erscheint jetzt das erste Bild (erkenne ich auch an der Pose). Bei dem Bild habe ich jetzt beide Negative nebeneinander gehängt. Das linke ist der neue "korrekt" eingespulte Film. Beim rechten ist erkennbar das die ersten drei Bilder fehlen. Aber jetzt habe ich auf dem neuen Film wieder nur 7 1/2 Bilder von 10. Was mich auch verwundert ist das in Mitte vom Film ein Sprung in der Belichtung zu sein scheint. Allerdings habe ich die Aufnahmen unter gleichbleibende Blende/Zeit und Beleuchtung (Lampe) aufgenommen. Habt ihr eine Idee was ich noch falsch mache?
Gruß
Guido
Wolf_XL
...also irgendwie sieht das eher nach einem Fehler bei der Entwicklung aus... Um ganz sicher zu sein, dass es tatsächlich an der Kamera liegt, würde ich entweder einen neuen Film opfern oder einen der Fehlversuche nehmen und wieder mit dem Deckpapier an der richtigen Stelle aufspulen, vorschriftsmäßig in die Kamera einlegen, Objektiv abnehmen, Verschluss auf "B", auslösen und Auslöser gedrückt halten und mit 'nem wasserfesten Filzstift durch die Kamera das Bild markieren. Die restlichen Aufnahmen markierst Du genau so - danach wirst Du etwas schlauer sein... ;-)
Wolfgg
Hallo Guido,
da würde ich mal ganz pragmatisch vorgehen:
1) Schutzpapier eines Films nehmen und auf der Rückseite die genaue Lage des Films anzeichnen
2) Papier auf Spule und in Kassette einlegen
3) Kassette so präparieren, dass sie auch bei geöffneter Klappe so arbeitet, als ob diese geschlossen wäre, dazu muss man meist irgendwo einen Stift niedergedrückt halten z.B. mit Zahnstocher (hab keine RB)
4) Jetzt ganz normal verfahren, also vorspulen und dann mit längerer Verschlusszeit (z.B 1sec) den ganzen "Film" belichten und bei jeder Aufnahme schauen, ob das Licht aus dem Objektiv auf Film fallen würde, so muss sich der Fehler doch eingrenzen lassen.
Gruß Wolfgang
hallertauBW
Guten Abend zusammen,
Danke erstmals für eurer Anregungen. Ja so in der Art habe ich das gerade gemacht. Negativrolle (entwickelter Film) wieder mit dem Schutzpapier eingerollt und in die Kassette gelegt.
Zuerst habe ich zweimal überprüft ob der Vorschub funktioniert. Objektiv entfernt und dann meine 10 Fotos gemacht. Immer der Negativbereich der belichtet worden wäre, habe ich mit einem Folienstift markiert (rechter und linker Rand).
Ergebnis: 10 getrennte Bilder auf dem Negativ.
Danach Verdacht auf Lichteinfall seitlich am Spiegel oder Blende des Objektives "undicht". Also Kassette entfernt, durch die Filmebene hindurch in die Kamera geschaut und dieselbe auf eine Leuchte gerichtet. Einen ungewollten Lichteinfall konnte ich nicht beobachten. Ich habe verschiedene Blenden und Zeiten ausprobiert sowie versucht das herunterklappen des Spiegels unvollständig durchzuführen (wäre ein Bedienungsfehler gewesen).
Ergebnis: Alles funktioniert einwandfrei und es war faszinierend zu sehen wie alles funktioniert.
Bei dem Entwicklungsfehler fällt mir nur ein, das eventuell der Film zusammen liegt und kein Entwickler daran kommt, aber dann wäre der Negativbereich durchsichtig, oder?
Gruß Guido
Wolfgg
Wenn kein Entwickler, aber Fixierer rankommt, wird der Film durchsichtig, wenn beides nicht rankommt, bleibt er wie neu, also grau und undurchsichtig.
Grüße, Wolfgang
hallertauBW
Guten Abend alle zusammen,
ich habe meinen Fehler gefunden. Beim Schreiben der letzten Antwort kam mir ein böser Verdacht, der sich bestätigt hat. Extra für die Rollfilme hatte ich mir eine Paterson Entwicklungsdose gekauft für zwei 135 Filme oder einen 120er Film. Die zwei Filmspiralen (135er) werden zusammengehalten durch ein schwarzes Röhrchen. Natürlich habe ich dieses Röhrchen weggelassen bei der 120er Spirale. Und gerade dadurch fiel Licht (von außen), durch wenige Rillen in der Innenbohrung der Spirale. Das erklärt auch, warum die Negativstreifen in zwei Stufen (drei Bilder schwarz, dreieinhalb Bilder dunkler) eine extra Belichtung abbekommen haben. Grrrrrrrrr
Danke für eure Hilfe, dadurch habe ich die Situation neu durchdacht.
Viele Grüße
Guido
Xenar
Hallo Guido,
Glückwunsch zum Auffinden des Fehlers. Auf Dein zweites Beispielfoto habe ich, weil ratlos, nicht mehr geantwortet. Nur eines schien mir klar: es muss sich um einen Fehler bei einer Handhabung handeln, wobei ich nur an das Film-Einlegen dachte, die Entwicklung kam mir nicht in den Sinn.
Gruß
Volker