Gast
Habe etliche SW-Negative, die entweder durch Unterbelichtung oder Unterentwicklung ziemlich schwach sind.
In einem alten Ratgeber ("Dunkelkammerpraxis" von Heinrich Freytag) hab ich eine Beschreibung gefunden, wie man flaue Negative verstärken kann. Die entspr. Seite hab ich hochgeladen.
Dabei wird bei "Verstärken" der Ansatz einiger Chemikalien beschrieben, sowie der Hinweis, dass es dafür auch Tabletten zum Auflösen gibt.
Dazu folgende Fragen:
Wie heißt dieses "Aufpeppen" von SW-Negativen im Fachausdruck? (Will nach weiteren Infos googeln)
Wo gibt's die angesprochenen Chemikalien? Da ich nicht viel herumprantschen will, bevorzuge ich fertige Lösungen oder eben die angesprochenen "Tabletten"
Wo finde ich weitere Infos zum Laborprozess?
Vielen Dank,
Wolfgang[ATTACHMENT NOT FOUND]
Gast
Weiße da wirklich niemand Bescheid...?
Wolfgang
Habe etliche SW-Negative, die entweder durch Unterbelichtung oder Unterentwicklung ziemlich schwach sind.
In einem alten Ratgeber ("Dunkelkammerpraxis" von Heinrich Freytag) hab ich eine Beschreibung gefunden, wie man flaue Negative verstärken kann. Die entspr. Seite hab ich hochgeladen.
Dabei wird bei "Verstärken" der Ansatz einiger Chemikalien beschrieben, sowie der Hinweis, dass es dafür auch Tabletten zum Auflösen gibt.
Dazu folgende Fragen:
Wie heißt dieses "Aufpeppen" von SW-Negativen im Fachausdruck? (Will nach weiteren Infos googeln)
Wo gibt's die angesprochenen Chemikalien? Da ich nicht viel herumprantschen will, bevorzuge ich fertige Lösungen oder eben die angesprochenen "Tabletten"
Wo finde ich weitere Infos zum Laborprozess?
Vielen Dank,
Wolfgang[ATTACHMENT NOT FOUND]
ChristianKolinski
Weiße da wirklich niemand Bescheid...?
Quecksilberverstärker wirst du heute nicht mehr finden.
Die Abgabe von Quecksilberchlorid an Privatpersonen ist iirc heute nicht mehr erlaubt - und das ist wohl auch besser so.
WolfgangMoersch
Kupferverstärker wäre eine Möglichkeit. Doch wo nix ist, nützt das auch nicht viel. Käse auf einen Versuch an, schlechter wird es sicher nicht.
Gast
Kupferverstärker wie eine Möglichkeit. Doch wo nix ist, nützt das auch nicht viel. Käse auf einen Versuch an, schlechter wird es sicher nicht.
Wo gibt's sowas als fertige Suppe....?
Wolfgang
WolfgangMoersch
Bei mir, oder bei Impex - kann dann aber einige Tage dauern.
Grüßwm
rmrts
Hallo,
ich hatte früher (vor vielen Jahren) einmal sehr dünne Negative. Man sah nur etwas, falls das Licht aus einer bestimmten Richtung einfiel.
Diese Negative habe ich dann mit Dunkelfeldbeleuchtung abfotografiert.
Das hat ganz brauchbare Ergebnisse gebracht, wenn ich mich recht erinnere.
Der Aufwand lohnt aber nur, falls die Negative wichtig sind.
Viele Grüße
Reinhold
Gast
Hallo,
ich hatte früher (vor vielen Jahren) einmal sehr dünne Negative. Man sah nur etwas falls das Licht aus einer bestimmten Richtung einfiel.
Diese Negative habe ich dann mit Dunkelfeldbeleuchtung abfotografiert.
Das hat ganz brauchbare Ergebnisse gebracht, wenn ich mich recht erinnere.
Der Aufwand lohnt aber nur, falls die Negative wichtig sind.
Viele Grüße
Reinhold
Nunja, hatte mir schon eine chemische Lösung vorgestellt....
Wie hast du das mit der Dunkelfeldbeleuchtung gemacht?
Wolfgang
rmrts
Hallo,
Wie hast du das mit der Dunkelfeldbeleuchtung gemacht?
Wolfgang
- Auschnitt in Negativgröße in einen schwarzen Karton geschnitten
- Negativ dahinter montiert
- mit 2 Leuchten rechts und links so beleuchtet, dass das Licht streifend auf das Negativ auftrifft.
- Als Hintergrund ein schwarzer Karton oder besser Stoff (ganz matt schwarz!)
- das Negativ abfotografiert.
Das war schon.
Ach ja, Schichtseite des Negativs zur Kamera, wenn ich mich richtig erinnere.
Das sichtbare Bild erscheint als positiv und entsteht durch das Streulicht.
Fällt Licht von hinten als Durchlicht drauf, verschwindet der Effekt ganz oder teilweise.
Du kannst ja das Negativ mal gegen einen schwarzen Hintergrund halten und kippen, dann sieht man den Effekt.
Als chemisches Verfahren kenne ich nur das mit dem Quecksilbersublimat. Das habe ich mich damals aber nicht getraut.
Ist ja doch ziemlich giftig.
Viele Grüße
Reinhold
Wolfgg
Hallo Wolfgang!
Wenn die Negative wichtig sind: erst mal sicherheitshalber durch einen Scanner schicken, damit die "Vergrößerungen" notfalls noch über Tintendrucker hergestellt werden können, falls was schiefgeht. Da könntest am Bildschirm auch gleich sehen, was maximal noch herauszuholen wäre und ob der Aufwand sich lohnt. Und: alle Verstärkungsmaßnahmen liefern kein Negativ, das einem korrekt belichteten/entwickelten gleichkommt, sondern lindern nur die Schmerzen des Fotografen etwas. Verstärken ist nichts anderes als der letzte Strohhalm, wenn man auch mit dem härtesten Papier kein brauchbares Bild zustande bringt.
Generell sollten die von unseren Vorfahren benutzten und heute nur noch über Rohchemie zugänglichen Verfahren ausschließlich von in der Chemie sattelfesten Personen angewandt werden. Da kommen nämlich heftige Ingredienzien vor wie Dichromate, Brenzcatechin, Salzsäure, Ätznatron usw., da hast dann Substanzen im Haus, die Unkundige (Kinder) niemals in die Hand bekommen dürfen. Für den, der "eben mal schnell und hoffentlich nie wieder" damit zu tun hat kein gangbarer Weg. Also bleiben nur das von wm erwähnte Produkt und das Dunkelfeldverfahren. Wer Diafilme selbst entwickelt könnte noch über stark verlängerte Erstentwicklung ein steileres Duplikatnegativ herstellen. Vom zweifachen Umkopieren auf steiles Negativ-Filmmaterial muss ich abraten, kostet viel Zeit und Nerven (Staubproblem) und die Schärfe leidet zu sehr.
Gruß Wolfgang
Gast
Danke für die Beiträge bis jetzt.
So langsam beginne ich mich von der Chemielösung zu verabschieden, obwohl mir das am besten gefallen hätte.
Ich brauche nicht soviel von der Suppe und man ist gleich mit 20-30 Euro dabei mit so einem Gebinde... Und bei Unterbelichtung hilft's ja eh nix...
Es handelt sich um 6X9 Negative (und nur um ein paar 24x36), die mir aber schon wichtig sind und die tw. auch einen starken Drall haben.
Ferner hab ich nur einen Kleinbild-Diascanner, der für Negative nicht besonders geeignet ist, hab schon herumprobiert. Hab auch keinen Durchlicht-Scanner, der für 6x9 notwendig wäre. Aber ich hab einen 6x9 Vergrößerer (Teufel) mit Repro-Bühne, vielleicht kann ich mit dem etwas anfangen...
Das mit der Dunkelfeldbeleuchtung tät ich schon mal probieren wollen...
Da es sich aber wie gesagt hauptsächlich um 6x9 Negative handelt, schätze ich, dass das mit der Dunkelfeldbeleuchtung nur klappt, wenn die Negative absolut plan liegen. Dazu müsste ich das Negativ zwischen zwei Glasplatten einzwicken.... ob das mit der seitlichen Beleuchtung dann noch funktioniert?
Vielleicht muss ich da wirklich mal ein bisschen herumspielen...
Vielleicht hat jemand dazu noch Erfahrung u. entspr. Tipps....
Wolfgang
Wolfgg
Hallo Wolfgang!
Für 6x9 Filme brauchst keinen reinen (und teuren) Filmscanner, da reicht auch ein bedeutend billigerer Flachbettscanner mit Durchlichteinheit wie z.B. Epson 4870, 4990, V700 usw., vielleicht kannst im Bekanntenkreis einen ausleihen.
Grüße Wolfgang
Gast
Hallo Wolfgang!
Für 6x9 Filme brauchst keinen reinen (und teuren) Filmscanner, da reicht auch ein bedeutend billigerer Flachbettscanner mit Durchlichteinheit wie z.B. Epson 4870, 4990, V700 usw., vielleicht kannst im Bekanntenkreis einen ausleihen.
Grüße Wolfgang
Klar. Ich meinte auch soeinen Durchlichtscanner. Mein Scanner hat keine Durchlichteinheit und ohne diese geht es nicht, das hab ich schon alles probiert..
Aber ich wollte mir nur deswegen keinen neuen Scanner zulegen.... Im Bekanntenkreis hat leider niemand sowas.
Wolfgang
Gast
Habe mir trotzdem mal verschiedene Durchlichtscanner im Internet angesehen.... die kosten auch schon ca. 100
Beef
Hallo Wolfgang,
ich hab dir hier mal eine Seite aus meinem Chefbuch für Vergrößerungen rausgescannt :lol:
Hier ist ausführlich beschrieben, wie das mit der Dunkelfeldbeleuchtung funktioniert.
Ein Bild ist sogar auch dabei. Der Aufbau ist wirklich einfach.
Bei meinem Vergrößerer kann man den Schlitten, in dem die Negative eingespannt werden, herausnehmen.
Vielleicht kannst du das bei deinem auch und kannst ihn dann dafür nutzen. Ansonsten musst du dir was einfallen lassen...vielleicht mit ner frischen CD-Hülle :rolleyes:
Den Abstand zum Boden kannst ja zB bekommen, wenn du das ganze auf zwei hohe Bücher stellst oder so...musst einfach improvisieren.
Die Kamera darüber kannst du ja einfach mit einem normalen Kamerastativ halten.
So hier die Anleitung:
[ATTACHMENT NOT FOUND]
Gruß
Andi
Gast
Das schaut gut aus. In der Tat hat mein Vergrößerer (Teufel VG 6x9) eine herausnehmbare 6x9 Filmfläche, wo auch 2 Glasplatten drinnen sind, zwischen die der Film eingeklemmt wird.
Muss mal herumexperimentieren, wie ich das am besten beleuchten kann....
Vielen Dank für die umfassende Info
Grüße
Wolfgang :rolleyes:
Beef
Hi Mausebä,
ich weiß nicht, ob du dein Problem schon gelöst hast, aber ich stand vor Kurzem vor dem gleichen Problem.
Ich war auf einer Party, und hab dort viel fotografiert. Leider hab ich den Film absolut unterentwickelt, weil mein Thermometer kaputt war. Hab anstatt 20°C mit ca 16°C entwickelt (das macht einen gravierenden Zeitunterschied beim Entwickeln).
Nichteinmal auf höchstem Papier mit Gradation 5 hab ich die Bilder noch retten können. Dann ist mir der Tetenal Dokumol eingefallen, der ja angeblich bis zu einer Gradation mehr herausholt. Diesen hatte ich zufällig daheim, weil ich ihn aus Testzwecken mal mitbestellt hab, und hab dann gleich ein Bad angeworfen.
Der Entwickler ist der WAHNSINN!!! Ich konnte damit wunderbare Prints mit tiefstem Schwarz, hellstem Weiß und prima Grauabstufungen machen (kombiniert mit Papier 5ter Gradation). Die Bilder schauen aus, als wären sie von nem perfekt entwickelten Film abgezogen :)
Mir kommts fast so vor, als macht der 2 Gradationen mehr :lol:
Die Mischung war glaub ich 1+6. Normalerweise braucht mein Papier ca 1,5min in jedem Wald und Wiesen Entwickler (zB Tetenal Eukobrom)...hier jedoch ca 3min...also nicht wundern, wenns länger dauert. Das hat der Entwickler wahrscheinlich so an sich.
Auch wenn du nen Film hast, der prima entwickelt, jedoch unterbelichtet ist, kannst du damit wieder ausgleichen (in einem gewissen Rahmen)...in diesem Fall bekommst du jedoch höheren Kontrast mit weniger Grauabstufungen.
Wollte ich dir nur mal mitteilen...
Grüße
Andi
Gast
Hi Andi,
Nein, ich hab das Problem noch nicht gelöst und auch mal liegengelassen, weil ich anderes zu tun hatte.
Tatsache ist aber, dass die Negative tw. so schwach sind, dass man nur im Dunkelfeld (siehe auch weiter oben) etwas Vernünftiges erkennen kann....
Daher bezweifle ich, dass deine Methode hier greifen würde, jedoch würde ich mir doch mal etwas von der Dokumol-Suppe besorgen, um es zu probieren. Welches Paper mit welcher Gradation hast du dabei verwendet?
Gruß
Wolfgang
Beef
Hi Wolfgang,
also meine Negative sind schon extrem dünn. Aber wenn ich sie normal vor ne Lampe halte sehe ich schon leicht die schwärzesten Stellen.
Ich hab dazu Fomaspeed V. 311 (Multigradepapier) benutzt...mit Kontrastfilter auf Gradation 5 gestellt. Du kannst natürlich aber auch Festgradationspapier mit G5 verwenden.
In der FotoImpex-Beschreibung hier vom Dokumol steht "...erwarten sie aber keine wunder." Ich kann behaupten:"Der Entwickler vollbringt Wunder" :)
Jetzt werden sich hier wieder ein paar Leute aufregen, aber: Wenn alles nichts hilft, kannst du mal probieren kürzer zu belichten und länger als gewohnt zu entwickeln...auch wenns mehrere minuten, oder sogar ne viertel/halbe Stunde dauert :lol: So hab ich auch schon einiges mehr oder weniger gerettet.
Und noch ein Tip: Wenn du es irgendwie schaffst einen leichten Schleier vom Negativ auf das Papier zu bekommen, kannst du den Abzug einscannen und am PC eine Tonwert-/kontrastkorrektur (bzw. am Kontrast/Helligkeit spielen) durchführen. Das hat bei mir auch schon geklappt. Dein digitalisiertes Bild ist dann umso besser, umso differenziertere Grauabstufungen du auf dem Papier hast und mit umso mehr dpi du einscannst. Achte dabei darauf, dass du automatische Schärfe- und Tonwertkorrekturen seitens der Scanner-Software deaktivierst...diese Funktionen verschlimmern die Scans meistens :(
Das flaue Negativ mit einem Negativ-Scanner einzuscannen und zu korrigieren, klappt nicht wirklich...der Scanner kann hier die Tonwerte nicht richtig differenzieren...da musst du den Kontrast vorher analog/optisch mit deinem G5-Papier und dem Dokumol ein wenig aufpeppeln.
Gruße
Andi
Gast
Hallo Andi,
Ja ich t? das gern mal probieren.
Jedoch wird Dokumol nur in 1 l -Gebinden angeboten für ca. 5 m^2... Aber ich hab nur ein paar Bildchen mit denen ich das machen will.
Da hab ich irgendwo was von 100 ml Fläschchen gelesen, aber das wird nirgends angeboten. Wer kann mir eine Quelle (wenn möglich in München) nennen, wo ich sowas auch in Kleinmengen kriege?
Vielen Dank,
Grüße
Wolfgang