MirkoBoeddecker

Es hat den Anschein, dass von einer bestimmten Seite durch diverse Veröffentlichungen in den letzten Tagen gezielt versucht wird den Eindruck zu erwecken der alte Agfa MCC Träger wäre besser gewesen als unser neuer, reinweißer MCC Träger.
Es ist richtig, dass der alte Träger nicht mehr so ohne weiteres zu bekommen ist (siehe meine Aussagen dazu von vor einem Jahr) aber das ist nur ein Teil der Geschichte.
Wir haben uns beim MCC "new" bewusst entschieden den reinweißen Träger zu verwenden, da wir der Meinung sind, dass das Papier dadurch gewinnt. Diese Annahme deckt sich mit rund 3/4 der Aussagen welche wir in verschiedenen Kundenbefragungen herausgefunden haben. Auch die Rückläufe aus der Testaktion lassen klar diesen Trend erkennen.
Das Papier hat jetzt deutlich hellere Bildweisen und weist einen vergleichbaren Ton zu der PE Variante auf, was ein Arbeiten auf Baryt und PE zugleich ermöglicht.
Die Gesamtbrillianz des MCC wurde spürbar gesteigert. Das neue Papier sticht neben dem Original hervor.
Die derzeit vorhandenen Restbestände Agfa Träger, welche bei Foma begossen werden, hat Foma seinerzeit aus wirtschaftlichen Gründen erworben und nicht wegen der "weltweit einzigartigen märchenhaften Qualität" (es war Konkursware).
Dadurch kann das Foma Papier auch im Moment so preiswert angeboten werden was unter anderem zu dem großen Erfolg des wirklich sehr guten Fomabrom Variant beigetragen hat.
Ein guter Zug von Foma. Hätte ich auch so gemacht wenn es damals schon ein MCC Projekt gegeben hätte.
Da nun aber rund 1/4 unserer MCC Interessenten geäußert haben den cremeweißen Träger zu bevorzugen planen wir für diese Kunden
eine zweite MCC Variante herzustellen welche in den Lichtern eine
identische Färbung aufweisen wird wie das Agfa Original. Es ist dazu nicht mehr notwendig eine spezielle Unterlage von Schüler zu beziehen. Wir haben in den letzten Wochen ein Verfahren entwickelt diese Einfärbung selber vorzunehmen. Die Technik dazu war bekannt wurde aber aus wirtschaftlichen Gründen bei der Agfa nicht angewendet.
Das ist zwar etwas teurer in der Herstellung, erspart uns aber im Gegenzug die Kapitalbindungskosten für eine sehr große Mindestbestellmenge bei Schüler.
Im Übrigen möchte ich anmerken, dass wir nicht planen das MCC in der Tschechischen Republik oder in Kroatien beschichten zu lassen.
Grüße,
Mirko
PhilippeGrunchec
Heute mit Philippe Salan getestet: er fand den neuen Träger zu weiss, ich nicht!... aber ein wärmerer Bildton würde mir besser gefallen (ich bin ein "alter" PW14-15-17 Benutzer).
macolline
Mirko, ich denke, dass man mit unterschiedlichen Entwicklern ebenfalls noch etwas steuern kann. Die Anzahl Versuchspapiere die mir zur Verfügung standen, waren für ausgiebige Tests zu wenig. Ich werde das aber mit Sicherheit nachholen, wenn denn ADOX MCC in der 'reinweissen' Version verfügbar ist. Du kannst mir ohne nachzufragen 100 Blatt 24/30 zustellen, wenn's geht mit mit Rechnung, sonst wie üblich.
Freundliche Grüße aus der Schweiz
Hanspeter
Rotti
Prima, dass es eine zweite Baryt-Variante des MCC geben soll.
Wobei mir die LITHFÄHIGKEIT deutlich wichtiger wäre als die Farbe des Trägers.
Gruß
Markus
MirkoBoeddecker
Hallo Markus,
Wenn wir an der Lithfähigkeit des Papiers etwas ändern würden, dann ginge das leider nicht ohne auch die ganze Charakteristik des Papiers zu verändern.
Es gibt derzeit sehr viele sehr gute Lithpapiere auf dem Markt. Dazu zählen z.B. ADOX Nuance, unsere Polywarmton Restbestände, Fomatone, Ilford Warmton, Kentmere Warmton etc. Leider sind die Umsätze mit allen diesen Materialien ausgesprochen zaghaft um es mal vorsichtig zu formulieren.
Ich denke das MCC lassen wir von der Emulsionsseite jetzt so wie es ist, nämlich exact so wie das Agfa MCC war plus der neuen Verbesserungen die wir vorgenommen haben (in Bezug auf die Haltbarkeit).
Falls sich auf der Nachfrageseite ein spürbarer Trend hin zu lithfähigen Papieren entwickeln sollte, wäre es kein Problem ein richtiges Lithpapier als zweites Produkt zu machen. Aus Kapazitätsgründen könnte das allerdings wahrscheinlich nicht vor 2009 in Angriff genommen werden.
In diesem Zusammenhang wäre es interessant möglichst genau zu erfahren was Ihr wollt und nicht mit einem der oben genannten Papiere erreichen könnt.
Am besten mit Bild-Beispielen.
Grüße,
Mirko
zensusa
Hallo Mirko,
wie ja bereits mit meinem Bericht mit den eingereichten mccproject Bildern und in unserem email - Austausch angesprochen, finde ich es natürlich schön, wenn das MCC, wie du hier verkündest, jetzt auch in einer *Agfa-Papierton-Variaton* (Zweitversion) erscheinen soll. Andererseits frage ich mich, warum du dann, - die technische Machbarkeit vorausgesetzt, die ich im Moment nicht beurteilen kann -, nicht auch den zweiten angesprochenen Schritt machst und die Oberfläche dieser zweiten Version in *samtiger, semi-matt* Version produzierst? Natürlich nur, wenn die Agfa MCC Emulsion auch vom Charakter bleiben würde wie sie ist!
Hier, wie ich meine, einige vernünftige Argumente für meinen Vorschlag.
1. Alle Bildermacher, die die gesteigerte Brillianz des *weißen*, neuen Adox MCC bevorzugen, werden sicherlich auch einen kühleren Ton bevorzugen, denn das Adox MCC ist/wirkt, wie selbst getestet und in meinen eingeschickten Bildpaaren vergleichbar, kühler. Also ist das neue Adox MCC für Bildmacher, die das Agfa MCC mochten, aber lieber einen kühleren, weißeren Papierton gehabt hätten, jetzt ideal. Anscheinend sind dies 75 Prozent aller Tester. Eine weitere Steigerung in Richtung kühl löst sich mit einem entsprechenden Entwickler erreichen, denn die Agfa MCC Emulsion ist von warmschwarz bis kühlschwarz sehr einfach mit entsprechenden Entwicklern zu beeinflussen.
2. Alle Bildermacher, die das Original Agfa MCC mochten, - also mit gebrochenem Weiß -, bevorzugen vermutlich eine nicht so *knallende*, kühle Brillianz und haben ihr Agfa wohl eher in Richtung warmschwarz entwickelt und hätten sich sicherlich auch gerne bereits zu Agfa -Zeiten eine semi-matte, *samtigen Oberfläche* beim Original gewünscht. Viele dieser Bildermacher haben daher sicherlich, wie ich auch, auch Forte/Adox Polywarmton in chamois-matt oder Orientals VC -Warmton mit einer *semi-matten* Oberfläche, die wunderschön samtig wirkt, benutzt.
Ganz gleich, wie man nun die Oberfläche bezeichnet, wer diese beiden Papiere kennt, weiß was ich meine.
3. Wenn du also zwei Versionen mit identischer (Agfa MCC) Emulsion herausbringen wirst, jedoch bei der zweiten *nur* der Agfa Papierton eingefärbt wird, was ja schon aufwendig und kostenträchtig ist, warum dann nicht auch eine entsprechende Oberfläche (falls technisch, kostenmäßig vertretbar)? Denn dann könnten alle Vertreter, von kühl, brillant, glanzend bis warm, samtig matt mit der gleichen Emulsion arbeiten. Und wie du schon gesagt hast, das neue, weiße Adox MCC würde besser zum PE passen, also könnte die Zweitversion ruhig mehr vom PE abweichen. Sicherlich gibt es noch andere Argumente, aber ich glaube die wichtigsten Punkte habe ich hier genannt.
Übrigens, damit mich niemand falsch versteht, es geht nicht um die Schaffung einer neuen Emulsion, sondern um eine Papierton- und Oberflächeneigenschaft, die auf der *Agfa Emulsion* beruhen! Alles andere wäre eine völlig andere Geschichte.
Viele Grüße
Lothar
Rotti
Hallo Mirko,
Danke für die Antwort.
Ich habe zum Lithen einige der von Dir genannten Papiere und bin an sich auch zufrieden damit (wobei der Verlust des Polywarmtones am meisten schmerzt :-(
Das Kentona lithet ebenfalls gut; das Ilford MGW aber nicht.
Der Vorteil mit einem lithfähigen MCC wäre, dass man mit einem Papier (fast) alles abdecken könnte. Sehr gut tonbar ist es ja auch.
Seltsamerweise war das alte MCC, was ich hatte (kurz vor Ende der Agfa-Pleite) durchaus lithfähig. Muss wohl mit am Träger liegen, wenn die Emulsion identisch ist.
Gruß
Markus
MirkoBoeddecker
Vielen Dank für Eure engagierten und fundierten Beiträge.
Natürlich wäre es das beste, das Papier so zu produzieren, dass es alle Wünsche erfüllt. Damit ließe sich die höchste Marktabdeckung erzielen und somit sicherlich auch der maximale Umsatz und Gewinn erwirtschaften.
Leider schließen sich aber einige Eigenschaften gegenseitig aus.
Oberfläche und Färbung:
Die Oberflächengestaltung ist sicher technisch gesehen kein Thema und ist auf jeden Fall auch in Planung. Ob es genau das alte Agfa matt werden wird, müssen wir sehen.
Bei allen diesen Fragen wären wir immer sorgsam zwischen Nutzen und Aufwand ab. Deswegen war auch klar, dass die ersten qm Papier auf reinweißem Schüler Karton kommen würden. Das hat ja jetzt bis zum zweiten Versuchsstadium gut geklappt und jetzt warten wir die erste Produktion ab.
Nach dem ersten erfolgreichen MCC Guss, reinweiß, glossy und der Auswertung der sich anschließenden Verkaufserfolge kommt wahrscheinlich als nächstes reinweiß, matt und dann "Agfa creme" glanzend und matt.
Das scheint laut derzeitigem Erkenntnisstand technisch machbar und finanziell vertretbar zu sein.
Lithfähigkeit:
Was die unterschiedlichen Lithfähigkeiten der letzten Agfa Produktionskampagnen angeht, tippe ich leider auf sich gegenseitig ausschließende Eigenschaften. Ohne es jetzt in Versuchsreihen en detail getestet zu haben, vermute ich einen Zusammenhang zwischen den Stabilisatoren und der Lithfähigkeit.
Die Haltbarkeitsprobleme früherer MCC Varianten sind bekannt, diese zu vermeiden hatte top Priorität und deswegen waren das auch die maßgeblichen Änderungen der letzten Chargen bis hin zu unserer neuesten Charge. In unserer neuesten Charge wurden neueste Erkenntnisse aus der Farbfilmtechnologie auf das MCC übertragen. Das ist leicht möglich, da es sich überwiegend um eine Silberchlorid Emulsion handelt (wie auch die Farbfilmemulsionen).
Das Papier ist jetzt das stabilste jemals vergossene MCC. Das ist ein großer Erfolg. Ich fürchte, um es lithfähig zu machen, müsste man das wieder zurücknehmen.
Wenn überhaupt, könnte ich mir das nur als Sonderguss "Lithemulsion" vorstellen.
Eine Trennung der Emulsionen wäre technisch machbar, da die Stabilisatoren erst später im Produktionsablauf zugegeben werden.
Grüße,
Mirko
EugenMezei
Im Übrigen möchte ich anmerken, dass wir nicht planen das MCC in der Tschechischen Republik oder in Kroatien beschichten zu lassen.
Sondern in Rumänien?
Eugen
MirkoBoeddecker
Die ehemalige Konika Fabrik in Tirgu Mures (Azomures) stellt meines Wissens nach nur noch landwirtschaftliche Chemikalien her.
Fohar in Bulgarien wurde auch abgewickelt und Slavich schafft keine 4 Schichten.
Für das MCC werden die Emulsionen in Leverkusen gefertigt und der Beguss findet im alten Europa statt.
Das nur für die, denen diese Trennung wichtig erscheint.
Grüße,
Mirko
EugenMezei
Mirko,
meine Antwort mit Rumänien war eher nur so hingeworfen, sollte vielleicht witzig sein, aber ehrlich gesagt habe ich mir nicht viel dabei gedacht, ist mir nur so in den Sinn gekommen. Siehe aber weiter unten:
Die ehemalige Konika Fabrik in Tirgu Mures (Azomures) stellt meines Wissens nach nur noch landwirtschaftliche Chemikalien her.
Fohar in Bulgarien wurde auch abgewickelt und Slavich schafft keine 4 Schichten.
Azomures hat vor ein paar Jahren die Produktion fotografischer Materialien tatsächlich eingestellt, zumindest offiziell. Interessant ist aber, dass es z.Z. genau in derselben Stadt Fomamures gibt. Ein Schelm wer nicht gleich dran denkt, dass Foma die alten Produktionsstraßen reaktiviert hat. Wenn ich mich recht erinnere steht auch auf der Homepage von denen, dass da eine Verbindung besteht.
In Neumarkt wird also wieder das komplette Sortiment (Papiere, Filme, Röntgenmaterial) produziert.
Nebenbei, war da früher Konica involviert? Meines Wissens wurde die Lizenz für Farbfilme (evtl. auch SW) von einem nie spezifizierten japanischen Hersteller eingekauft und dann selber produziert.
Eugen
MirkoBoeddecker
Eugen,
ich kann mir nicht vorstellen, dass Foma in Rumänien etwas begießt.
Die haben, was den Beguss angeht, ausreichend Kapazität in Hradec.
Ganz eventuell lassen die da irgendetwas (Röntgenfilme) konfektionieren. Das könnte sich lohnen, wegen des Lohngefälles.
Azo hatte eine komplette Konica Filmfabrik gekauft plus Lizenznahme der Technologie.
Leider waren sie aber auch abhängig von der Rohstoffprüfung in Japan. Mitte der 80iger, als sie noch original Rohstoffe aus der ersten Lieferung hatten, sind so einige Chargen mit wirklich "sagenumwobener" Qualität auf die hiesigen Märkte gelangt.
Leider hat sich das recht schnell relativiert als sie angefangen haben eigene Rohstoffe einzusetzen und ohne starke Hand lief es sich nach der Wende auf eigenen Füßen dann doch recht wackelig.
Die Konika Konfektionierungsmaschinen sind bereits 2001 auf den Markt gekommen.
Zu den Käfern gehörte damals auch Foma.
Mehr weiß ich nicht zu berichten und die Informationen sind auch aus 2ter Hand.
Grüße,
Mirko
WolfgangMoersch
Hallo Markus,
Wenn wir an der Lithfähigkeit des Papiers etwas ändern würden, dann ginge das leider nicht ohne auch die ganze Charakteristik des Papiers zu verändern.
Falls sich auf der Nachfrageseite ein spürbarer Trend hin zu lithfähigen Papieren entwickeln sollte, wäre es kein Problem ein richtiges Lithpapier als zweites Produkt zu machen.
Mirko
Die Charakteristik des Papiers zu verändern, wäre bei der jetzt erreichten Qualität schon grober Unfug.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend vermiesen - oder was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Wenn die Chemie stimmt, lässt sich die aktuelle Charge zum Lith erweichen. Der Entwickler muss nur ein wenig anders abgestimmt werden, mit einigen Tropfen "E" klappt das dann doch. Sobald das Papier verfügbar ist, wird der SE5 das Additiv E standardmäßig enthalten.
Gruß
wm[ATTACHMENT NOT FOUND]
Gast
Als Kodak Polymax Verwender freue ich mich auf das neue mcc.
Wenn ich mir was wünschen könnte, hätte ich gerne sowas wie Ilford MG Cooltone als Baryt.
Aber ich wäre schon zufrieden, wenn ich in 10 Jahren überhaupt noch Barytpapier bekomme!
Grüße
Wolfgang
skahde
Die Analog-Welt nach der Apokalypse. Durch eine nicht näher bezeichnete Katastrope sind die Barytpapierreserven der Welt knapp geworden. Überall herrschen Chaos und Gesetzlosigkeit, Agfa-MCC ist wertvoller als Gold. Digitalisierte Banden beherrschen die Straßen. Morde und Überfälle auf offener Straße sind an der Tagesordnung in den verwüsteten Städten. Die aufrechten Verfechter der Analogfotografie, nicht minder brutal, führen einen beinahe aussichtslosen Krieg gegen Marodeure und Rockerbanden. (Frei nach Mad Max).
Wann kommt denn endlich der Erlöser? Meine Vorräte Agfa-MCC sind schon verdammt schmal, Forte ist komplett alle. Den Zwischenschritt über Fomabrom, Varycon oder was auch immer wollte ich mir eigentlich ersparen...
Viele Grüße
Stefan :D