CommodoreMan
Hallo Zusammen!
Ich habe vor noch nicht allzu langer Zeit mit dem Dunkelkammern angefangen. Zu meiner Grundausstattung gehört auch ein Kaiser Multigrade Vergrößerer System V, Modell VPM 6002. Für eine Erstausstattung ja echt mehr als Anständig. Bin richtig begeistert von dem Gerät.
Der Vorbesitzer hatte damit nur Kleinbildfilme vergrößert. Dementsprechend ist auch ein 50mm Objektiv verbaut.
Nun habe ich eben versucht, ein kürzlich entwickeltes Mittelformat Negativ (6x6) einzulegen. An sich ist der Vergrößerer ja für Mittelformat geeignet. Der Kondensor macht weit genug auf und auch die Buchbildbühne ist groß genug.
Aber ich habe eine Runde Randabschattung im Bild.
Gehe ich richtig in der Annahme, dass dies an der falschen Brennweite des Objektives liegt? Im Handbuch wird ja geschrieben, dass für 6x6 mindestens die entsprechende Normalbrennweite, also 80mm benötigt wird.
Sollte dem so sein, muss ich mir wohl ein anderes Objektiv besorgen.
Und hier nun die Hauptfrage: Was muss ich beim Objektivkauf beachten? Gibt es bei Vergrößern eine derartige Vielfalt an Bajonetten / Gewinden, wie man das von Kameras gewöhnt ist oder haben sich da die Hersteller auf einen Nenner geeinigt?
Was muss das Objektiv haben / "können", damit ich es an dem Kaiser Vergrößerer nutzen kann?
Und zu guter Letzt: Wenn ich jetzt mit dem 80mm Objektiv einen KB Film vergrößern wollen würde, habe ich dann außer dem Fakt, dass meine maximale Bildgröße natürlich kleiner ausfällt noch andere Nachteile und sollte dementsprechend auch bei kleinen Abzügen dann immer die Optik wechseln?
Gruß Christian
TR
Hallo, ja es scheint wohl am Objektiv zu liegen. Prinzipiell hat die Brennweite weniger mit der Größe des Negativs darüber etwas zu tun. Aber da der "Ausleuchtwinkel" begrenzt ist, muss das Objektiv weiter vom (größeren) Negativen weg: Die Brennweite muss größer sein. Du benötigst mind. ein 80mm-Objektiv.
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Ich glaube, der Standard ist hier 39mm Schraube. Deine "Platine" sollte dieses Gewinde haben.
Wenn du wenig Geld hast, kaufe dir ein "Vierlinser" (z. B. "Anaret"). Heutzutage kann man sich aber auch Sechslinser gebraucht kaufen ("Rodagon", "Componon" ...). Einen Qualitätsunterschied zum Vierlinser wirst du wohl nicht sehen können.
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80mm Objektiv für Kleinbild: Hier ist lediglich der Abbildungsmaßstab kleiner. D. h. du musst einfach mit dem Vergrößerungskopf höher fahren. Ich arbeite grundsätzlich mit einem 80er bei Kleinbild, da ich so eine bessere "Ausleuchtung" der Negativ-Fläche habe. Nachteil: Die Belichtungszeiten erhöhen sich, was bei kleineren Papier-Formaten jedoch wiederum ein Vorteil ist. Ich komme so bei einem 24x30 cm Papier auf ca. 25 Sekunden bei Blende 11. Ideal.
CommodoreMan
Danke für die schnelle und kompetente Antwort!
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Dann mache ich mich mal auf die Suche nach einem Objektiv.
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Geringere Helligkeit bei KB ist bei mir nicht das Problem. Idr habe ich zusätzlich zum Abblenden noch den ND Filter im Vergrößerer drin, da ich bei dem aktuell von mir verwendeten Foma Papier sonst auf Belichtungszeiten komme, bei denen mit Wedeln usw keine Freude bereitet. So 20 Sekunden sollten meiner Meinung nach schon sein. Gerne etwas mehr.
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Gruß C-Man
Urnes
Objektive bis MF haben i.d.R. ein M39 Gewinde und dein Kaiser hat eine entsprechende Aufnahme. Den Unterschied zwischen einem 4-Linser und einem 6-Linser siehst du, auch wenn du nur Objektive aus deutscher Produktion vergleichen würdest. Klar wirst du bei einem einzelnen Abzug nicht sagen 4- oder 6-Linser, aber wenn du zwei gleiche Abzüge nebeneinander legst wirst du es sehen, dass die 6-Linser schärfer sind. Apo brauchst du aber nicht unbedingt, vor allem bei s/w. Dann solltest du dir überlegen wie groß du maximal abziehen willst. Beide Rodagon als auch Componon gibt es als WA Objektive, also als Weitwinkelversionen. Das führt dazu, dass du bei der Projektion einen geringeren Abstand zum Grundbrett hast, was im Umkehrschluss bedeutet, dass du größere Abzüge auf dem Grundbrett machen kannst. Für 6x6 würdest du dann ein 60er WA benötigen statt eines 80er.
Gruss Sven.
Bonderer
Für Mittelformat wird auch eine andere Objektivplatine benötigt - das war bei Dunco-Durst und Kienzle so und wird bei Kaiser auch so sein. Ohne die richtige Platine wird es nichts.
Gibt's für Kaiser auch noch neu, dürfte neu auch nicht so teuer sein.
CommodoreMan
Hm.
Also im Handbuch steht nur etwas von verschiedenen Objekttiven. Von einem Wechsel der Platine steht da nichts. Es wird lediglich erwähnt, dass diese wohl drehbar sei für unterschiedliche Objektivtypen. Was das genau bedeutet entzieht sich meiner Kenntnis.
Ich glaube über die Abbildungsleistung des Objektives im Bezug der Linsenanzahl muss ich mir keine Sorgen machen. Mittelformat ist bei mir nicht in der Klasse von Hasselblad oder Rolleiflex, sondern ich habe eine einfache Yashica TLR.
Grüße Christian
Bonderer
Bei Kaiser hats für ältere Geräte noch die Anleitung, dieser hat eine Objektivplatine für 50 und wenn die gedreht wird für 80mm Brennweite. Ist da auch als Abbildung.
Urnes
Die Platine wird gedreht, damit das 50er näher an der Filmebene sitzt und du den entsprechenden Vergrößerungsmaßstab bekommst.
Warum so kurz vor dem Ziel aufhören zu laufen? Wenn du die Yashica etwas abblendest, wirst du die Bilder nicht von der Robla unterscheiden können. Du hast also einen vernünftigen Vergrößerer, eine vernünftige Kamera, warum solltest du jetzt unter deinen Möglichkeiten arbeiten? Wenn du günstig einen 6-Linser bekommst, solltest du ihn nehmen.
Gruss Sven.
CommodoreMan
Habe jetzt mal explizit gesucht.
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Mit einem Rodenstock Rodagon 80 4,0 sollte ich ja ganz gut dabei sein. Sind in der Bucht ja schon für 100€ im Sofortkauf zu haben, vom Gebrauchthändler.
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Bzgl der Kamera: Die Yashica und ich kennen uns noch nicht sehr lange. Bis jetzt war ich alleine im Kleinbild unterwegs, mit einer Minolta 9000. Aber ich glaube, dass ich die Yashica auch lieben lernen werde. Alleine der Lichtschacht ist haptisch ja schon ein Traum. Ich kann sie eben nur noch nicht so wirklich einschätzen und im Netz liest man häufiger, dass sie nicht direkt schlecht ist, aber eben auch nicht wirklich gut.
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Gruß Christian
TR
Wenn du mit deiner Yashica 6x6 TLR reichlich "auf die Schatten" belichtest, ein Stativ verwendest, auf f/11 abblendest und einen Drahtauslöser verwendest, dann wirst du eine Bildqualität erhalten genau so wie bei einer Hasselblad, die du auf einem Stativ verwendest, einen Drahtauslöser benutzt, auf f/11 abblendest und mit der du auf die Schatten belichtest. Ggf. solltest du vielleicht das Objektiv noch gegen "Seitenlicht" abschatten aber ansonsten wirst du keine Unterschiede feststellen.
Morte
Ein Rodagon ist gut, aber 100 € sind zu teuer. Mit ein wenig Geduld bekommst du eines für 50 €, evtl. sogar günstiger. Die Sofortkaufen-Angebote der Händler liegen immer ein gutes Stück zu hoch. Nach dem Motto "irgendwann wird ein Ahnungsloser zuschlagen". Die haben Geduld ... Wenn Du es also nicht sofort brauchst, würde ich weiter beobachten. Bei Ebay-Kleinanzeigen kann man übrigens dann und wann auch Schnäppchen machen, weil da weniger Leute suchen.
highscore
Tipp.
Ich habe bei zu hohen Angeboten, die ich schon länger in Ebay beobachtet habe. Schon mehrfach einfach den Verkäufer angeschrieben und ihm ein für mich acceptables Angebot gemacht.
Natürlich mit einer Begründung warum ich zu meinem Preis gefunden habe.
Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass dann einige doch mit sich handeln lassen.
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Gruss
highscore
jonny
Vom Händler kaufen und etwas mehr bezahlen ist schon okay, wenn man so Ärger aus dem Weg gehen will. Für 100 Euro sollte es dann aber schon ein blitzsauberes, auch äußerlich makelloses Rodagon-S jüngeren Datums. (d.h. mehrfachvergütet und mit Leuchtblende) inkl. Deckel und Plastikbox zum Aufbewahren sein. Ansonsten wäre ein Preis um die 75 Euro vom Händler aus meiner Sicht realistischer. Bei einer Auktion von privat zahlt man für einen Sechslinser wohl so irgendwas zwischen 40 und 60 Euro, hat aber das Risiko, dass man ein Objektiv mit Pilz, Nebel oder sonstigen Problemen angedreht bekommt und dann ggf. Scherereien mit einer Rückgabe hat. Es liegt leider in der Natur der Sache, dass gerade Vergrößerungsobjektive oft über längere Zeiträume unsachgemäß gelagert wurden und werden (d.h. in feuchter Umgebung, in der Dunkelkammer). Mit einem Vierlinser würde ich angesichts der Preissituation keine Zeit verschwenden, zumal Vierlinser in der Brennweite 75/80mm (also für 6x6) nach meinem Eindruck gar nicht so verbreitet sind (in 50mm findet man sie häufiger).
CommodoreMan
Das, was ich da gesehen hatte war laut Händler neuwertig. Auch auf den Bildern. Dazu die Plastikbox.
Ne andere Frage: ich habe oft des Öfteren schon was von Vorwahlblende gelesen. Was genau verspricht mir dieses Feature?
Darf man hier eig. Links zu eBay Artikeln posten?
Grüße C-Man
Urnes
Damit kannst du mit einem Hebel die Blende zum Einstellen ganz öffnen, um dann mit einem Hebelschlag wieder auf deine Arbeitsblende abblenden. Blende 8 oder 11 kann bei 75 Watt Leuchtmittel schon recht dunkel sein.
Gruss Sven
Gast
Hallo Zusammen!
Ich habe vor noch nicht allzu langer Zeit mit dem Dunkelkammern angefangen. Zu meiner Grundausstattung gehört auch ein Kaiser Multigrade Vergrößerer System V, Modell VPM 6002. Für eine Erstausstattung ja echt mehr als Anständig. Bin richtig begeistert von dem Gerät.
Der Vorbesitzer hatte damit nur Kleinbildfilme vergrößert. Dementsprechend ist auch ein 50mm Objektiv verbaut.
Nun habe ich eben versucht, ein kürzlich entwickeltes Mittelformat Negativ (6x6) einzulegen. An sich ist der Vergrößerer ja für Mittelformat geeignet. Der Kondensor macht weit genug auf und auch die Buchbildbühne ist groß genug.
Aber ich habe eine Runde Randabschattung im Bild.
Hi,
bist du sicher das der richtige Kondensor drin ist? Eine Randabschattung bei den Kaiser Vergrößern gibt es bei zu kleinem Kondensor, ich hatte das Problem als ich einen VPM6005 für 6x7 verwenden wollte, da musste ich damals einen anderen Kondensor kaufen.
Schau mal hier
http://www.kaiser-fototechnik.de/de/produkte/2_1_produktanzeige.asp?nr=4443
Jetzt habe ich einen Kondensor für 6x6 übrig- irgendwo! Bei Bedarf könnte ich den suchen.
Übrigens bin ich von den Kaiser VPM begeistert, habe zwei Stück nebeneinander stehen, da kann ich an zwei Negativen arbeiten, also wenn ein Probestreifen in der Chemie liegt kann ich beim anderen weiterarbeiten, macht mir großen Spaß.
Grüße Klaus
Grüße Klaus
CommodoreMan
Kleines Update:
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Ich habe mittlerweile ein 80mm Objektiv, aber zum richtig Testen bin ich noch nicht gekommen.
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Der Kondensor scheint der richtige zu sein. Bei 80mm ist die Fläche etwas größer als 6x6 (aber noch nicht 6x7) sauber und homogen ausgeleuchtet mit dem anderen Objektiv.
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Ich muss sagen, dass mir der Vergrößerer auch sehr gut gefällt von der Haptik usw. Hat auch eine ordentliche Lichtstärke (bis jetzt hatte ich immer etwas ND eingedreht) und die Multigrade Fähigkeit des Kopfes ist ja auch eine sehr bequeme Sache.
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Für zwei Vergrößerer wäre hier nie der Platz. Da ist der Kaiser von der Größe schon stark an der Grenze. Ist eben im Moment noch keine echte Dunkelkammer, sondern das alte Badezimmer, welches neben meinem Elektrobastelzimmer liegt und nur noch von mir als Toilette benutzt wird. Aber man hat Wasser und kann den Raum gut abdunkeln. Das ist ja schonmal die Hauptsache. Und nachdem das WC eh nur von mir alleine benutzt wird, kann währenddessen auch keines der anderen Familienmitglieder die Tür aufreißen, wenn man gerade die Großpackung Fotopapier offen hat, um die benötigte Menge der Sitzung in einen anderen Beutel umzufüllen ;).
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Vielen Dank für eure Hilfe!
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Gruß C-Man