Gast
Bisher habe ich nur mit KB Kameras fotografiert, diverse Marken (Praktika, Zenit und Canon) und dSLR (Canon, Nikon, Fuji). Da es mir die analoge sw Fotografie jedoch angetan hat und ich diese zeitlose Art der Fotografie sehr liebe, würde ich gern ins Mittelformat einsteigen.
Dabei habe ich Yashica Mat-124 G (6x6) ins Auge gefasst. Was haltet Ihr von dem Gerät? Was sind bekannte Probleme, auf was sollte ich beim Kauf achten oder gibt es in dem Preissegment bessere Kameras die Ihr empfehlen könnt?
AntiLynd
wenn du über ein wenig Geduld und Beharrlichkeit verfügst, sollte es auch möglich sein, eine Rolleicord zu kriegen, und zwar zum fast selben Preis, den manch anderer für eine Yashicamat hinlegt. Klassische Macken fallen mir keine ein, außer vielleicht dem Belichtungsmesser. Da gibt es wohl erhebliche Schwankungen von Kamera zu Kamera, denn so manch einer schimpft darüber, während andere damit erfolgreich sogar Dias belichten. Zu letzteren gehöre ich. Auch sonst hatte ich noch nie was zu klagen, bis auf die Tatsache, dass mein Objektiv eine ziemlich Tonnenverzeichnung aufweist. Eigentlich kerzengerade Linien werden (zum Rand hin zunehmend) verbogen: aus | | wird ( ) — wenn du die Gelegenheit hast, mach auf jeden Fall 'nen Testfilm. Ansonsten die üblichen Verdächtigen: Wie sind die Verschlusszeiten? Ist das Objektiv vielleicht dejustiert? Andruckplatte verfummelt? Aber das gilt ja eh für jede Kamera...
soweit von mir...
schönen Gruß
Nils.
Gast
Der Belichtungsmesser der 124G will meines Wissens nach mit Quecksilberbatterien betrieben werden. Werden stattdessen Alkali- oder Silberoxidbatterien eingesetzt, so muss aufgrund deren höheren Spannung der Belichtungsmesser daran angepasst werden.
Hat man einen Handbelichtungsmesser (meiner Ansicht nach eh' die bessere Wahl), dann kann einem das reichlich schnuppe sein.
Besorge Dir eine Gegenlichtblende, die Objektive der meisten zweigängigen werden Dir danken.
Zwar gibt es Weitwinkel- und auch Televorsätze, die aber sind qualitativ nicht das gelbe vom Ei, so dass du mit der 124G auf die 80mm "Normalbrennweite" festgelegt bist.
Davon abgesehen: Schöne Kamera, ziemlich leicht, leise und macht anständige Aufnahmen. Eine Tonnenverzeichnung habe ich bei meiner nicht feststellen können; vielleicht hat am Objektiv von AntiLynd ein Vorbesitzer herumgeschraubt?
Achte darauf, die Andruckplatte richtigherum einzustellen - also auf 120, denn den dünneren 220er-Film wirst Du vermutlich eh' nirgendwo mehr bekommen können.
Du wirst Dich an die andere Sichtweise des quadratischen Bildformates gewöhnen müssen - das bringt aber auch den Vorteil, dass Du Dich nie zwischen Hoch- und Querformat entscheiden musst ...
Wolf_XL
...falls Du an einer einwandfreien Mat 124G interessiert bist - ich will meine verkaufen, da ich mittlerweile zwei "Originale" (Rolleiflexen) besitze. Qualitätsmäßig ist da kein Unterschied - die Originale fühlen sich halt besser an... :)
azurlord
Ersteinmal vielen Dank für Eure Mühe, das weiß ich sehr zu schätzen (ich hab mich mal angemeldet, bin immer noch der der den Post eröffnet hat).
@Wolf_XL
Für einen vernünftigen Preis bin ich sofort dabei, denn im Gegensatz zu Ebay habe ich da einfach mal mehr Vertrauen. Ist das Gerät ok und was stellst Du dir preislich vor?
Wolf_XL
Hallo azurlord,
ich habe dir eine PM geschickt - schau mal in dein Postfach.
komet
Ich habe eine Yashica-Mat 124 (nicht -G) und bin sehr zufrieden damit. Ist meine Lieblingskamera für unterwegs. Lass dir von niemandem erzählen, sie sei einer Rolleiflex unterlegen; ich finde sie aus diversen Gründen sogar besser als eine Rolleiflex.
gruss anthony
cfb_de
(nicht -G) und bin sehr zufrieden damit.
Hallo Anthony,
ich bin mit meiner "D" auch ziemlich zufrieden, mal ab von der Streulichtanfälligkeit des Yashinons. Im Vergleich zu meinen tlw. wesentlich günstigeren (!) Rollei-Produkten habe ich mich aber mit der 124-G nie anfreunden können.
Die hat im Vergleich zur Flex Charme, Haptik und Geräusch einer scheppernden Teebüchse.
Deshalb halte ich die 124-G im Vergleich zu einer 3.5er-Flex für deutlich überbewertet. Eine gute und taugliche Kamera ist sie aber trotzdem. Und so wie ich Wolf einschätze, wird er einen vernünftigen Preis aufrufen. Außerdem gibt's hier -im Unterschied zu eBay- eine größere Vertrauensbasis.
Und wo der OP sich schon auf die Teedose festgelegt hat, dann soll er sie bei Wolf kaufen und nicht irgendwo. Geli dazukaufen, ist Pflicht! Das Yashinon nimmt sich ab von der Streulichtempfindlichkeit m.E. nichts mit einem Tessar oder Xenar.
Beste Grüße,
Franz
spotmatic
wenn es eine 2-äugige sein soll, nimm lieber das Original. Eine Rolleicord ist kaum teurer, hat aber das bessere Objektiv. In dieser Preisklasse gibts allerdings nicht so viel Alternativen.
der silberochse
cfb_de
Hallo Silberochse,
für so schlecht halte ich das Yashinon nicht. Es ist halt streulichtempfindlich wie die Sau. Aber hinsichtlich Kontrast, Schärfe und allem anderen ist es durchaus gleich auf mit dem Xenar meiner Cord oder dem Tessar meiner Flex.
Was nichts daran ändert, dass in der Bucht die olle 124G mittlerweile teurer gehandelt wird als eine mechanisch weit überlegene Flex. Eine anständige Automat gibt's da immer wieder für unter 100,- und eine anständige rasselnde Teedose 124G nur seltenst...
Beste Grüße,
Franz
Gast
Dabei habe ich Yashica Mat-124 G (6x6) ins Auge gefasst. Was haltet Ihr von dem Gerät? Was sind bekannte Probleme, auf was sollte ich beim Kauf achten oder gibt es in dem Preissegment bessere Kameras die Ihr empfehlen könnt?
[/quote]
Schau genau, dass auch der Filmtransport richtig und genau funktioniert. Meine Yashica ist nämlich diesbezüglich nicht mehr zu retten. Jetzt kommt mir nur noch ne Cord oder Flex ins Haus :-)
Gruss Martin
spotmatic
Hallo Franz,
ja, natürlich ist die Yashica NICHT schlecht, wenn man aber mit einer gewissen Technik-Sentimentalität, Retrofeeling -oder wie auch immer- fotografieren möchte, würde ich das Original bevorzugen. Oder eine Mamiya C330, da kann man wenigstens die Objektive wechseln...
Ebay ist mittlerweile nur noch bedingt zu empfehlen, es gibt zu viele, die sich dumm stellen ("Habe keine Ahnung von Technik, Speicherfund etc.") um ihren Schrott zu entsorgen.
Grüße
der silberochse
cfb_de
Hallo silberochse,
Retro-Feeling oder Technik-Sentimentalität möchte ich es nicht nennen. Die Rolleis sind einfach von ihrer Mechanik zwei Klassen besser konstruiert und verarbeitet. Immerhin waren sie früher einmal die Krone der TLR und die Yashi irgendwo das Teil für den Möchtegern (heute nennt man den wohl "Prosumer").
Heutzutage kosten beide dank der hoffnungslosen Überbewertung der 124G in etwa gleich viel. Und genau heute empfehle ich deshalb die Rollei.
Allerdings: Bei Rollei empfehle ich nicht die -ebenfalls überbewerteten- "T", "3.5F" oder 2.8er, sondern eben genau die Modelle, um die kein großer Hype gemacht wird. Gehen so für einen guten Hunderter. Taugen tun sie alle, eine klapprige Teebüchsenmechanik ala 124G haben sie alle nicht und gewartet werden sie von einer Vielzahl an Kameramonteuren. Im Unterschied zur Yashi ist nichtmal die Ersatzteilversorgung ein großes Problem.
Wenn schon eine Yashica, dann eine aus der Zeit, *bevor* Kostenrechnung und Gewinnmaximierung in Japan eingeführt wurden. Also keine 124 oder 124G.
Und frag' mich mal, woher ich das mit den Ersatzteilen weiß… Bei meiner Yashica-D (sehr schönes Teil übrigens!) war die Andruck-/Zählwalze an der Aufnahmespule platt. Originalteil? Fehlanzeige. Bei Rollei konnte man mir sagen, dass das Teil der IIer-Cord passen könnte (die ist ca. 25 Jahre älter) und hat mir eins zugeschickt. Passt exakt, weil die Knips ein ziemlich guter Cord-Nachbau ist.
Meine Vorkriegs-Flex ist im Moment im Service und wird dort wieder mit Originalteilen auf Vordermann gebracht. Nach fast 70 Jahren hat sich die Knips das ja nun auch verdient und den Hunderter schiebe ich ihr gern unter die Belederung :-)
Dass man bei eBay mittlerweile häufig beschissen wird, ist leider wahr. Ebenso häufig wird man aber von Kamerad Bäucher bei den guten Angeboten überboten :-)
Ich allerdings habe bei eBay bisher keine gravierend schlechten Erfahrungen gemacht. Vielleicht auch deshalb, weil ich im Traum nicht auf die Idee käme, mehr als 150,- dort zu bieten. Mist. Stimmt nicht. Mehr als 162,50 ist richtig, das habe ich nämlich für mein 90er Elmarit hingelegt.
Und im allerschlimmsten Fall soll es ja sogar in ausgewählten größeren Provinznestern (Stuttgart z.B. oder auch Berlin - in Mitte habe ich letzte Woche eine T begrabbelt, wo der Händler 110,- ausgerufen hatte) noch den Fachhandel mit Gebrauchtabteilung und Gewährleistung geben. Hier in S gehen 2.8er-Flexen für zwischen 160,- und 200,- im Fachhandel. Üblicherweise benutzt, technisch 1a, mit Gewährleistung. Da denke ich nicht mehr über eine Hundertfünfzig-Euro-Yashi plus Porto und Stress aus der Bucht nach.
Beste Grüße,
Franz