Oleksander
Hallo Liebe Mitforenten,
mir ist gerade etwas sehr dummes passiert, ich habe Swema 64 in Rodinal entwickelt.
Leider habe ich anstatt 1:50 nur 1:25 verdünnt und mit 12 Minuten entwickelt (richtig wären so 6 Minuten mit 1:25).
Jetzt ist der Film nicht vergrößerbar, ganz dicht und viel zu steil und die Bilder sind wichtig, ich weiß, ich bin ein Trottel, hilft aber nichts.
Welches Abschwächer passt denn bei dem Problem, ich glaube Farmer Abschwächer macht noch steiler, nicht wahr, hat schon jemand von Euch das mal gemacht, so einen Film zu retten?
Oleksander
Stagirit
Ich hab es bei dem gleichen Problem mit Abschwächer aus Kaliumpermanganat und Schwefelsäure probiert.
Wirkt sehr brutal, obwohl ich etwa 20ml auf 1l Wasser hatte, also lieber noch stärker verdünnen. Er frisst das Silber gleichmäßiger an als der farmersche, die Lichter kann man dann vielleicht retten, aber die Schatten muss man abschreiben.
Ich hatte damals außerdem Flecken vom Braunstein in der Lösung, also entweder Filtern oder vielleicht in warmen Wasser ansetzen.
Ansonsten war das Ergebnis OK.
Gast
Hallo,
mal wieder was aus dem Kisselbach.
Methode I) Ammoniumpersulfat Abschwächer, greift die schwärzesten Stellen am stärksten an, damit werden die Negative weicher.
Wasser 100ccm
Ammoniumpersulfat 2g
dazu 1-2 ccm einer 1% Kochsalzlösung
Methode II) Umentwickeln
Bleichen, dann neu entwickeln
Bleichbär (beeinflussen die Gradation)
alle:
600 ccm Wasser
12g Kaliumferricyanid
zusätzlich
Bad 1 weich arbeitend
12 g Bromkali
Bad 2 normal arbeitend
12g Natriumchlorid
Bad 3 hart arbeitend
6 g Bromkali
5g Natriumchlorid
1g Jodkalium
Mindestens 3 Minuten in beliebigem Entwickler entwickeln, bis das Bild zusagt, notfalls wiederholen.
Grüße
Roland
PS: Ich denke wenn Du mit den deutschen Chemikaliennamen nicht klar kommst, ist Franz behilflich, die in die Fachsprache zu bringen, ich habe seit der Oberprima mit Chemie nichts mehr am Hut.
cfb_de
Gerne.
"Bromkali": Kaliumbromid. (Nicht ohne weiteres zu bekommen, weil man damit per i.v. Oma in die Kiste helfen kann.)
"Iodkalium": Kaliumiodid.
"Kaliumferricyanid": [diese dauerhafte Krankheit der Behelfsnomenklatur wird wohl ewig leben...] "rotes Blutlaugensalz" (für Anhänger tradierter Trivialnamen), Kaliumhexacyanoferrat(III), Trikaliumhexacyanoferrat, Laborantenjargon: "K3". (Auch nicht unproblematisch beim Erwerb, weil die Lösung -speziell, wenn angesäuert- ständig HCN ("Blausäure") abgibt. Wenig zwar, aber für das gesunde Volkswohl hat der Gesetzgeber da nicht ganz grundlos eine Sicherheit eingebaut und beim Einkauf des Reinstoffs gibt es bekanntermaßen keine Sicherheitsdatenblätter für Fertigprodukte dazu.)
Beste Grüße,
Franz
Gast
Hallo Stagirit, Roland, Franz,
vielen herzlichen Dank für gute Tips ich hoffe ich kann die Negative retten, sonst bekomme ich Schläge :unsure: (offizielle Betriebsfeier).
Ich vermute die Methode II ist sicherer, oder?
Ich hoffe bei uns in der Ukraine bekomme ich die Chemikalien einfacher als in Deutschland.
Oleksander
Gast
Roland,
wie lange soll ich eigentlich bleichen, da steht nichts, kannst Du vielleicht noch einmal nachsehen?
Danke
Oleksander
piu58
Lieber Oleksander,
Überentwickeln erzeugt hohe Kontraste (wo nix ist, wird nichts entwickelt). Abschwächen erhöht die Kontraste (die Schatten sind zuerst 'alle'). Meine Empfehlung deshalb: Alles so lassen, und eher Dunkelkammertricks. Zum Beispiel diffuses Vorbelichten, oder das Fotopapier mit Entwickler getränkt auf eine Glasscheibe pressen.
Stagirit
Mal eine vielleicht doofe Idee am Rande, kann man den Film vielleicht auch umkopieren?
Also SW-Dia vom überentwickelten Negativ machen, aber eine flache Gradation fürs Dia ansetzen.
z.B. auf T-Max 100 der FP4.
P.S.: Wann gibt es eigentlich endlich den Multikontrastfilm?
cfb_de
Hallo Stagirit,
Wann gibt es eigentlich endlich den Multikontrastfilm?
vermutlich kurz nach Erfindung der Fernbedienung für die Sonne. Irgendwie muss man ja die Farbmischung grün/blau einstellen.
;-)
Franz
Gast
Ich würde mal unter
Moersch
nachschauen. Da hat Wolfgang Moersch bleichen und rückentwickeln ausführlich beschrieben.
Vorteil a:
Wenig neue Chemie nötig, nur Bleicher, Entwickler hast Du ja,
Vorteil b:
Rückentwicklung nach Sicht.
Alles weitere eben bei Moersch.
Grüße
Martin
Gast
jaja, die Links, Du musst nach der Startseite weiter zu Anleitungen/Know How
Gast
Direktlink zu Herrn Moerschs passenden Seiten:
Verfahren zur Verbesserung zu dichter und zu dünner Negative
Grüße
Ronald
Gast
Hallo Oleksander,
nochmal zum Bleichprozess?
Wie lange Du bleichen musst, steht leider nicht da, ich nehme an, bis alles unsichtbar ist.
Dann (habe ich vergessen) 10 Minuten wässern, wieder entwickeln und fixieren, ich war da gestern wohl ein wenig hektisch.
Roland
Gast
Aber Herr Moersch hat ja alles bestens beschrieben, wie ich sehe
RomanJRohleder
"Stagirit",
P.S.: Wann gibt es eigentlich endlich den Multikontrastfilm?
Den gab es vor 10 Jahren, das Thema hatten wir die Tage "drüben in Hatten".
Ein Repro-/Display-Material von Agfa-Gevaert, mit zwei verschieden sensibilisierten Schichten verschiedener Härte für Anwendungen als Displaymaterial mit Kunstlichtdurchleuchtung oder Tageslicht.
Roman
Gast
Hallo,
ich moechte mich nochmals fuer all Eure Tips bedanken, sie haben mir sehr geholfen.
Ich denke, dass ich den Film bleichen werde und zurueckentwickeln, anscheined kann man ja ohne grosses Risiko machen.
Gruss
Oleksander
Gast
Hallo!
Da ist mir auch schon mal so was Tolles passiert, ich habe errechnet, dass 1:25 ungefähr 23 ml Entwickler benötigt und auch versehentlich die Zeit von 1:50 genommen, aber die Ergebnisse waren fast normal.
Des Rätsels Lösung war, dass an dem Tag wohl alles schief ging und ich anstatt 23 nur 13 ml in die Mensure gegossen hatte und somit meinen Fehler kompensiert hatte.
Was schließen wir daraus?
Einen Schluck Entwickler aus der Pulle nehmen, weder Zeit, Temperatur, oder Mischungsverhältnis beachten und alles wird gut.
mit besten Grüßen
Werner
Stagirit
Den gab es vor 10 Jahren, das Thema hatten wir die Tage "drüben in Hatten".
Ein Repro-/Display-Material von Agfa-Gevaert, mit zwei verschieden sensibilisierten Schichten verschiedener Härte für Anwendungen als Displaymaterial mit Kunstlichtdurchleuchtung oder Tageslicht.
Roman
Verdammt, jetzt bin ich neugierig geworden. Muss das doch mal mit einem Multigradepapier ausprobieren.