Tammo
Ich habe ein kleines Problem mit der Entwicklungszeit des ADOX 400 Pro (soll HP5 sein). Wenn ich den Film auf 320 ASA belichte und diesen dann 11, bzw. 12 Minuten in D-76 entwickle, dann kommen sehr weiche Negative raus. Belichtungsfehler schließe ich aus, da ich mit anderen Filmen gute Ergebnisse erziele. Hat jemand vielleicht Erfahrungen mit diesem Film und D-76?
Gast
Tammo,
es ist HP 5, ansonsten würde da etwas von echt klassisch Original Adox Reportagefilm wie in den 60iger Jahren mit tollen Tonwerten stehen.
Was waren die anderen Filme, mit denen Du keine Probleme hattest, war da ein HP5 drunter?
Der HP 5 ist als hochempfindlicher Film naturgemäß etwas weicher.
Hast Du ID-11 Zeiten genommen, dann musst Du für D76 eine kleine Zugabe machen.
Roland
Tammo
Mein Standardfilm ist sonst der TriX in D-76 entwickelt. Also Zeiten habe ich die genommen, die Ilford in dem Datenblatt hat (11 min.). Nachdem die Negative mit der Zeit zu weich waren, habe ich 12 min. versucht und sie sind immer noch zu weich. Daher wäre ich an Zeiten als Anhaltspunkt interessiert.
cfb_de
Hallo Tammo,
die Königsfrage zuerst. Hast Du schon vergrößert? Mit welchem Ergebnis? Negative unterentwickelt oder zu weich, oder sogar unterbelichtet?
Dann kennst du ja die Antwort auf Deine Frage bereits. 320ASA halte ich beim HP5+ für schon leicht unterbelichtet. Bei mir bringt der so zwischen 200 und 250ASA (HRX-II, ID-11), in Rodinal mit leichtem Push 400, drüber raus wird's heftiger. Hängt aber auch von der Belichtungsmessung ab: Neumodischer Kram, farbfilmoptimiert mit >1 Meßpunkten macht manchmal Sachen, die will man gar nicht bei einem SW-Film.
Aber vieles, was am Negativ nicht "schön" aussieht, läßt sich optimal vergrößern. Zu "weich" aussehende Negative meist sogar direkt auf Grad. 2 samt Tonwerten und einer Schattenzeichnung... Da träumen manche von.
Beste Grüße,
Franz
Tammo
Bis jetzt habe ich nur Abzüge von dem HP5 gemacht, der 11 Minuten entwickelt wurde. Das Resultat war, dass ich bei Gr. 4 immer noch zu weiche Abzüge bekam. Neigt der HP5 zu eher weich aussehenden Negativen? Beim TriX sind diese nämlich immer schön kontrastreich. Wie sieht es denn mit Push-Zeiten aus, ich hatte nämlich doch schon vor so ungefähr 400 ASA zu bekommen.
cfb_de
Hallo Tammo,
Das Resultat war, dass ich bei Gr. 4 immer noch zu weiche Abzüge bekam.
dann ist der Film entweder unterbelichtet oder unterentwickelt. Wie sieht die Randeinbelichtung aus? Schön schwarz? Dann wäre unterbelichtet.
Wie kippst Du? Ilford geht von folgendem aus: Viermal in den ersten zehn Sekunden, danach die ersten zehn Sekunden jeder Minute.
Neigt der HP5 zu eher weich aussehenden Negativen?
Eher nicht.
Wie sieht es denn mit Push-Zeiten aus,
Da kann ich Dir nur mit Zeiten für Rodinal 1+50 (Agfa-Kipp: erste Minute dauernd, dann alle 30sec einmal) aushelfen: 400ASA bei um die 12-13min, 800ASA bei 17-18min. Den "Reportagelook mit knackigem Korn gibt es bei Rodinal 1+25, Ilford-Kipp, 800ASA und 8min. Ich kippe ziemlich kräftig.
Beste Grüße,
Franz
Tammo
Wie sieht die Randeinbelichtung aus? Schön schwarz?
bei meinem TriX kommt es besser.
Wie kippst Du?
In der ersten Minute durchgehend, dann alle 30 Sekunden für drei Sekunden.
Also das ein oder andere Negativ kann leicht (1/2 Blende) unterbelichtet sein, aber es ist unwahrscheinlich, dass der ganze Film falsch belichtet wurde. Wie schon gesagt, mit anderen Filmen (APX100, TriX, FP4, T-Max100 + 400) hab ich noch keine Probleme gehabt.
Gast
Tammo,
zeig doch mal ein Bild, dann können wir vielleicht mehr erkennen.
Was der eine weich findet, findet ein anderer in Ordnung und so weiter.
Du hast ja gesagt, Du hattest noch keine Probleme mit anderen Filmen, dann wundert mich dein HP 5 Resultat.
Entwickle einfach mal 30% länger (es reicht ein Stück, es muss ja nicht gleich ein ganzer Film sein) als für ID 11 richtig, wenn Du D76 benutzt, D76 ist weniger ergiebig.
Flaue Negative können auch durch Überbelichtung entstehen (ich sage das nur weil die vorherrschende Meinung ist, das gehe nur mit Unterbelichtung und Unterentwicklung), weil die Kurve nach Dmax hin verflacht.
Ich finde den HP 5 tendentiell eher weich, Franz nicht, das liegt auch ein bisschen am Entwickler (ich kenne keinen Film der in Rodinal 1+25 nicht kontrastreich entwickelt werden kann).
Roland
Gast
Nachtrag: 30% verlängern und auf 27 DIN belichten
Tammo
Bilder kann ich keine zeigen, da ich alle gleich entsorgt habe. Ich werde es mal mit einer 30 prozentigen Verlängerung versuchen. Hat denn keiner Erfahrung mit der Kombination, ist doch eigentlich nichts Exotisches :unsure:
heinrich
Hallo,
wieviel Entwickler pro Film hast Du eingesetzt. Bei D76 benötigt man ~250ml Stammlösung pro KB-Film, d.h. bei einer 1+1 Verdünnung insgesamt 500ml. ID11 kommt hingegen mit 100ml Stammlösung aus. Ich habe am Anfang genau diesen Fehler gemacht und bin mit 100ml D76/KB-Film ins Rennen gegangen. Das Ergebnis waren sehr weiche Negative, printbar erst auf Gradation 4 bzw. 5. Der damals benutzte Film war ein HP5.
Grüße
Heinrich
Tammo
Das hab ich ja noch nie gehört. Ich benutze immer 150 mL Stammlösung. Wie soll man denn dann zwei Filme gleichzeitig entwickeln? :unsure:
cfb_de
Wie soll man denn dann zwei Filme gleichzeitig entwickeln?
In einer ausreichend großen Entwicklungsdose.
huehnerhose
Hallo,
ich hab genau das gleiche Problem :unsure: Bei D76 und ILford Listenzeit sehr sehr weiche Negative, das aber auch bei Neopan 400 und 1600, die ich alle in D76 entwickelt habe - was hat das mit dieser Mindestmenge an Entwickler auf sich? Könnt ihr mir irgendwie ne Erklärung geben oder einen Link/Suchbegriff für eine Erklärung?
Gruße
Sebastian
Edit: Unterbelichtung möchte ich fast ausschließen, bei meinen Negativen, da ich alle geblitzt habe und der Blitz eher zu Überbelichtung neigt.
cfb_de
Hallo Sebastian,
so mal stark vereinfacht: während der Entwicklung wird das Bildsilber reduziert (genau genommen katalytisch begünstigt da, wo schon vorher physikalisch reduziert wurde: Latentbild) und der Entwickler oxidiert. Danach isser weg und steht nicht mehr zur Verfügung.
Deshalb sollte ausreichend Entwicklersubstanz in der Dose sein, damit bis zum Ende der Entwicklung genug davon zur Verfügung steht. Sonst entwickelt sich irgendwann nix mehr in der Dose.
Eben daraus bestimmt sich die Mindestmenge, die von den Herstellern mehr oder weniger tolerant aufgerundet wird (bei Rodinal werden afaik 10ml empfohlen, fünf reichen aber manchem Laboranten auch).
Beste Grüße,
Franz
huehnerhose
Hallo Franz,
danke für die Erklärung. Effektiv heißt das jetzt, dass ich, falls ich D76 benutzen will, gleich "stock" benutzen kann, weil für 300ml Entwickler 1+1 ich 500ml ansetzen müsste... so ein Scheiß
Geben die Hersteller die Mengen wenigstens an? (Agfa scheints ja zu tun/getan zu haben)
Gruß
Sebastian
heinrich
Hallo,
bei ID11 steht die Kapazitätsangabe auf der Packung (10 Filme/1Liter Stammlösung = 100ml/Film) bei Kodak muss man das jeweilige "Technical Data sheet" downloaden und lesen.
D76 ist zu finden unter www.kodak.com/global/en/professional/support/techPubs/j78/j78.pdf
Grüße
Heinrich