Gast
Hallo,
ich habe eine dumme Frage, kennt sich jemand von Euch mit den frühen Elektronenblitzen (so bis in die Mitte/Ende 50er Jahre) aus, ich hätte nämlich gerne so ein "Spielzeug".
Ich weiß allerdings nicht so recht wonach ich suchen soll, weil ich mich mit den Modellnamen/Herstellern nicht so auskenne.
Ich wäre Euch für Links/Infos dankbar, anhand derer ich danach suchen kann.
Mein Vater hat leider - ohne mich zu informieren - seins um 1980 entsorgt, wenn ich mich Recht erinnere von der Firma Braun, aber das ist dann auch alles was ich weiß?
Erwin
cfb_de
Hallo Erwin,
auskennen tue ich mich damit wenig. Aber: Die Suche nach "Multiblitz" in Verbindung mit "Mannesmann" oder die nach "Metz" in Verbindung mit "Mecablitz" könnte förderlich sein.
Solch alte Krücken gehen meist bei eBay unter Antiquitäten oder Photographica weg. Oder auf dem nächstbesten Flohmarkt.
Aber Achtung: Erstens dürften die Kondensatoren hinüber sein (und ein Betrieb deshalb nicht ohne Gefahr!), zweitens sind die Netzteile auf 220V ausgelegt. Die haben wir aber nicht mehr, wir haben jetzt 235V. Und da besteht die zweite Gefahr für Dich. Weil: Elektrisch gesichert sind die für 220V und nicht für zehn-fünfzehn Prozent mehr. Ersatzteile gibt es auch nicht mehr und ein funktionierendes Exemplar... *Ich* probiere nicht aus, ob der Flohmarktkauf noch tut, wenn ich darum weiß, dass er mir um die Ohren fliegen kann.
Und so ein blödes Kondensatorchen hat einiges an Gewalt drauf, wenn die Alu-Hülle platzt. Nicht nur an elektrischer Ladung, auch an mechanischer Gewalt.
Zum in die Vitrine stellen okay, für den Betrieb wäre selbst ich zu feige.
Beste Grüße,
Franz
Gast
Erwin,
ich hab eines, aber ich geb es nicht her, vielleicht hilft der Name!
Hapotron (Photo Porst) von 1954, mit Akku- und Netzbetrieb (110 125 220 und 240 Volt) Ledertasche und überdimensioniertem Blitzlichtreflektor.
Den Akku habe ich irgendwann mal ersetzen lassen und lade ihn seitdem nach, musst Du unbedingt machen, sonst ist er bald hinüber.
Franz,
das macht mir Unbehagen, was Du sagst, wenn ich daran denke, dass ich damit ab und zu fotografiere.
Gruß
Otto
Gast
Stagirit
Da muss ich doch wieder an die alten Generatoren von Bron denken.
War glaub ich der 405 oder so, jedenfalls ein scheucher grüner Blechkasten auf Rollen, bei dem gerne mal ein Kondensator explodiert ist. Manchmal auch gleich eine ganze Kaskade von Kondensatoren, da hat man schüteste Fotografen gebraucht.
Bis vor kurzem hatte ich noch einen alten Braunblitz, hab ihn aber entsorgt, da die Ladestation hinüber war und ich keinen Ersatz für die Blitzlampe mehr bekommen habe. Mit den heutigen TTL-Blitzen kann man das nicht vergleichen, der war noch für Filme mit 25 ASA und einem 1:5,6 Objektiv ausgelegt.
Wolf_XL
...wenn es dir lediglich um alte Technik geht, schau dir mal die Elgawa-Produkte aus der DDR an... Die Dinger sind recht witzig. Zum Laden musste man das Gerät in die Steckdose stecken - danach hatte man einen einzigen Blitz zur Verfügung. Für den "Outdoor"-Betrieb gab es dazu einen batteriebetriebenen Zerhacker, der dann dort die 220 V zum Laden lieferte... Für einen metzverwöhnten Fotografen ist das alles recht "strange"... ;-)))
Gast
Moin Franz,
das hat sich ja mittlerweile rumgesprochen, dass du Chemiker bist, aber so schlecht in Prozentrechnung???
gruß
Axel
Stagirit
Stimmt, so schnell jagt man keinen Kondensator in die Luft.
Und das mit den 230V ist so eine Sache für sich, an der Steckdose gemessen kann die Spannung je nach Region zwischen 210 und 230V schwanken. Was bei Wechselstrom aber nicht viel ausmacht.
Gast
Hallo,
vielen Dank, jetzt hab ich ja schon ein paar Anhaltspunkte zum Suchen, so ein Gerät (oder ein ähnliches) wie auf dem Link will ich haben, allerdings glaub ich nicht dass ich das gezeigte wieder zum Leben erwecken könnte, da fehlen scheinbar Teile.
Ja ich weiß dass es eine Spinnerei von mir ist, aber wenn andere Ihre Glasplatten selber beschichten, dann brauch ich den passenden Blitz zu meiner Ikoflex.
Otto,
wie kommst Du mit dem Laden klar, mein Vater hatte ein Gerät mit Batterien, ich habe mir bis jetzt keine großen Gedanken darüber gemacht.
Erwin
Gast
Ach ja vielleicht noch das - ist es wirklich lebensgefährlich die Geräte zu benutzen wie Franz schreibt, oder hab ich das falsch verstanden?
Gast
Wenn Sie noch in Ordnung sind sollte die Schutisolierung ausreichen, ob ein Gerät das Opa 20 Jahr vor seinem Ableben das letzte Mal in der Hand hielt überhaupt funktioniert ist eine andere Frage. Die heutige höhere Spannung wirkt sich natürlich belastend auf die Lebenserwartung elektrischer Geräte aus. Die Generatoren der Blitzgeräte sind oft extra Bauteile und versorgen den Blitz über ein Kabel mit Energie.
Thyristorsteuerung gab es noch nicht es wurde immer mit voller Leistung gefeuert. Interessant in der Anwendung können die sehr kurzen Leuchtzeiten dieser Geräte sein.
Ps : Die Generatoren haben einen auf Relais aufgebauten Gleich/Wechselrichter, dieser wird für ein wahres Feuerwerk an Störsignalen sorgen.
cfb_de
Hallo Axel,
Prozentrechnung ist was fürs Grundpraktikum. Ne, im Ernst: Du hast recht und ich habe mich verhauen. Kann ja mal passieren nach 14h Arbeit.
Beste Grüße,
Franz
huehnerhose
Morgen!
Die ganzen Sachen die ich da schreibe gehen von der Annahme aus, dass die Dinger in irgendeiner Weise mit Gleichstrom arbeiten!
Leider habe ich keine wirkliche Ahnung wie diese alten Dinger funktionieren, aber die Dinger müssten doch Gleichrichter drin haben um ihre Kondensatoren zu laden und so die kurze Stromentladung zur Verfügung zu stellen. Wenn meine Physikkenntnisse nicht gänzlich an der Realität scheitern kann ich mir nicht vorstellen, wie die in irgendeiner Form mit Wechselstrom arbeiten sollten - sofern die Lichtentladung mit einer gespeicherten Stromentladung gekoppelt ist.
Möglichkeit 1:
Nach der Gleichrichtung sollte sich ein Glühkondensator befinden und - wenn durch erhöhte Netzspannung eine höhere Gleichgerichtete Spannung rauskommt, da diese nicht reguliert wird - sollte dann eigentlich dieser die Probleme machen. Ich persönlich kann mir nicht recht vorstellen, dass die Spannung nicht nach oben reguliert wird. (Nun kann ich nicht sagen wann Z-Dioden "eingeführt" wurden, denke aber es sollten 40er gewesen sein, daher sollte eine einfache Kappung der Spannung eigentlich drin gewesen sein. Ansonsten gäbe es da ja auch andere Möglichkeiten)
Also: Ich denke wenn überhaupt Probleme denkbar sind, dann weil das Netzteil überlastet wird. Dabei kann man einfach die Glühkondensatoren austauschen und/oder eine Spannungsregulierung einbauen um evtl. alles wieder ins Lot zu rücken.
Möglichkeit 2:
Ungeglättete Gleichrichtung. Dann würden die Kondensatoren zur Energiespeicherung ungeglättet angesprochen/geladen. Damit müsste man nur den Ladestrom auf das Maximum der Kondensatoren begrenzen oder die Kondensatoren tauschen.
Also sofern wirklich Angst besteht das Ding einfach mal auszuprobieren und zu gucken was passiert: Einfach vorher Kondensatoren austauschen. Ansonsten einfach ein wenig Abstand einnehmen und mal gucken :)
Gruß
Sebastian
Wolfram
Hallo,
ich benutze seit Jahren, wo es sein muss, meinen METZ CT45 Stabblitz.
Der wird, glaube ich, seit der Steinzeit jährlich fast unverändert gebaut.
Er passt optisch gut zu relativ alten Kameras, und ist ein effektiver, starker und zuverlässiger Begleiter.
Die neuen harmonieren dank SCA-Adapter auch mit neuen Hi-Tec-Digitalkameras.
Also: einer für alles.
Ich freue mich immer wieder, wenn ich ihn in alten Filmen sehe.
Genau so wie bei heutigen Presseveranstaltungen.
Leitzahl 45 ist mehr als man meist braucht.
Der Blitz kann, dank Leistungsteiler, runter geregelt werden und hat recht zuverlässige Automatikblenden.
Und er sieht auch neben einer MF-Kamera nicht so deplatziert aus wie ein kleiner Aufsteckblitz.
Ich betreibe meinen mittlerweile mit Billig-Batterien.
Die original-Akkus sind recht pflegeintensiv, teuer und nicht sehr langlebig.
Den empfindlichen Batteriekorb mit Akkus füllen, was ich jahrelang gemacht habe, gibt sehr lange Ladezeiten und, speziell bei Veranstaltungen, wenige Blitze.
Zumal, wir erinnern uns, die Akkus ja nur 1,2V im Gegensatz zu den 1,5V aus den Batterien haben.
Man könnte da noch in den original Akkukorb AA-Akkus mit Fähnchen einlegen.... . (Im Batteriekorb sind 5 Batterien, im Akkukorb 6 Akkus.)
Aus einem Batteriesatz habe ich schon über 250! Auslösungen rausgeholt. Allerdings mit Automatik.
Die verschiedenen Versionen gibt es gebraucht, je nach Version und Ausstattung, schon ab 10.-€. Ihr wisst schon wo.
Das Zubehör, soweit man es braucht, ist aber relativ teuer.
Bei Problemen: die Firma METZ existiert noch.
Ich bin mit meinem sehr zufrieden.
Ist ein schönes Werkzeug.
Gruß
Wolfram
StefanCaspari
Hallo, beiernander!
Ich hab mir meinen ersten E-Blitz 1973 gekauft, das war ein Philips (weiss nicht mehr die Typbezeichnung) - der war bereits tyristorgesteuert, hat aber bei jedem Abblitzen dennoch die gesamte Kondensatorladung verballert, war ein zieliches Gelumpe.
Dann hatte ich einige Braun's, u.a. den F900. Der war eine gewaltige Lichtkanone, hatte Flüssigakku, externen Sensor und auch sonst so einigen Schnickschnack.
Jetzt (seit ca. 30 Jahren) mach ich's mit Metz, mit dem CT45 und dem 32CT3.
Das sind wirklich zuverlässige Teile!
Zum Thema 'explodierende Kondensatoren' kann ich beifügen, dass mir das tatsächlich einge Male passiert ist: Einmal bei einem alten Braun (kann's sein, dass der 2000 hiess?)
zweimal mit einer Broncolor im Studio.
Das waren wirklich ganze Kaskaden von 'Explosionen', die eine ganze Weile angehalten haben, während ich fluchtartig das Studio verliess.
Die wirklich massiven Blechgehäuse waren danach sauber verbeult...
In jedem Fall würde ich davor warnen, alte Blitze mit eingetrockneten Kondensatoren 'zum Leben erwecken' zu wollen!
Herzliche Grüße: Stefan
mattes
In den 50iger wurde wenn mit Blitzbirnen(chen) gearbeitet. Mit den Dingern konnte man interessante Sachen machen. Da die Birnen verhältnismäßig lange abbrannten konnte man bei den Kameras die Synchronisation verändern. Das war die Stellung M, der Verschluss öffnete sich dabei erst kurz nach dem Zünden des Blitzes, dadurch waren schnellere Zeiten möglich. Die Leistung(Leitzahl) war auch von der Verschlussgeschwindigkeit abhängig. Vergleichweise sind die Dinger sehr leistungsstark, max. Lz 45-90 bei 21DIN.
Elektronenblitzgeräte waren bis Mitte der 1960iger eine Domäne der Berufsfotografen. In Deutschland gab es meines Wissens zu dieser Zeit im Prinzip nur Braun, Metz und Mannesmann. Wobei aus Mannesmann später Multiblitz wurde. Die Geräte waren anfangs schwer, zum Teil sogar mit Säurebatterien und nicht besonders leistungsstark. Um die für den Betrieb der elektronischen Blitzröhren notwendige Hochspannung zu erzeugen hatten die ersten Geräte einen elektromechanischen Wechselrichter um den Gleichstrom der Batterie in Wechselspannung zu verwandeln. Wechselstrom lässt sich mit einem Transformator in der Spannungshöhe verändern aus der Batteriespannung wird Hochspannung. Leider kann man mit der Wechselspannung nicht den für den Betrieb der Blitzröhren nötigen Kondensator laden. Die Hochspannung wird nun wieder in Gleichspannung verwandelt. In den Geräten der ersten Generation wurde dies mit Relaisschaltungen verwirklicht. Mitte-Ende der 1960er Jahre wurden zunehmend leistungsfähige elektronische Schaltungen möglich da die Entwicklung elektronischer Bauteile große Fortschritte machte. In den 70iger kamen zunehmend thyristorgesteuerte Blitzgeräte auf den Markt, erstmals war es möglich die Leistung der Geräte zu steuern. Man konnte die Blitzleistung an die eingestellte Blende anpassen. Mit dem CT40 setzte sich Metz bei den Pressefotografen an die Spitze um wenig später mit dem CT45 einen echten Klassiker auf den Markt zu bringen.
Bei allen "alten" Blitzgeräten musst du mit modernen Kameras aufpassen oft ist die Zündspannung der Blitzgeräte zu hoch für die Kamera. Auf der Webseite von Metz gibt es eine Seite die die Geräte auflistet. Ansonsten einfach den Hersteller des Blitzgerätes nach der Eignung fragen.
Mattes
Andreas_23
Hallo Erwin,
der Metz CT 45 ist ein echter Klassiker. Sehr schöne Geräte sind auch die Stabblitze von Braun aus der 2. Hälfte der 70er Jahre. Aber achte auf die Typenbezeichnung BVC. Die verlangen nämlich normale Mignon (AA) Batterien bzw. Akkus. Ich habe selber einen 370 BVC (Leitzahl 37). Es gab auch einen 420 BVC (Leitzahl 42). Da kann es auch keine Probleme mit der veränderten Netzspannung geben, weil die nicht ans Netz angeschlossen werden. Die Typen mit der Bezeichnung VC (steht für Vario-Computer) haben eingebaute Spezialakkus, die mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr funktionieren. Ein Austausch ist nicht ganz einfach und lohnt sich nicht, es sei denn man ist Liebhaber. Ich kenne da die Modelle 500 VC und 410 VC. Es handelt sich bei allen Typen um "Computerblitze", bei denen Du an der Kamera eine bestimmte Blende vorwählst, diese am Blitz einstellst und der "Computer" regelt dann die (hoffentlich) korrekte Belichtung durch eine unterschiedlich lange Leuchtdauer des Blitzes.
Viele Grüße,
Andreas