Wolfgg
Auch wenn es nicht ganz zu einem Laborforum passt, es ist einfach zu sehenswert. Bereits 1909 hat ein Russe sein Land in Farbe verewigt, indem er, wie damals nicht anders möglich, RGB auf 3 SW-Platten aufnahm. Tolle Bilder:
http://www.damninteresting.com/?p=245
http://www.loc.gov/exhibits/empire/
Wolfgang
dr_megavolt
Danke für den Link, wirklich hochinteressant; Wahnsinn, was sich aus den 100 Jahre alten Platten herausholen lässt…
Paß übrigens sehr gut, finde ich - wenn's mal keine Diarollfilme mehr gibt, werde ich mir so behelfen... ;)
Roland
Gast
Vor allem interessant, da in unserer Vorstellung um die Zeit rum alles grau oder schlammfarben war. So kann man sich täuschen.
SamuliSchielke
Was lernen wir davon? Die Gegenwart sollte man zwecks Verfremdung schwarzweiß fotografieren, aber die Vergangenheit sollte in Farbe dokumentiert sein, um gegenwärtig zu wirken?
Stagirit
Bei Dia hab ich nicht die Gestaltungsmöglichkeit im Labor wie bei Schwarz/Weiß.
Ansonsten würde ich gerne mehr in Farbe arbeiten, aber da muss man erhebliche Abstriche in Kauf nehmen und rangiert schon fast unter Knipsen.
Das beste Farbmaterial Cibachrome (jetzt Ilfochrome), wird ja nicht mehr verarbeitet. Und als Film gibt es das schon seit Jahrzehnten nicht mehr.
Gast
Das beste Farbmaterial Cibachrome (jetzt Ilfochrome), wird ja nicht mehr verarbeitet.
Komisch, PPS in Hamburg hat letzten Herbst noch ne Maschine laufen gehabt. Allerdings nur mit Rollenware ausm Lamda.
Und die Konkurenz in Hatten ist angeblich lieferfähig, ich weiß 5 liter Suppentüten sind für den Hausgebrauch etwas unhandlich.
Grüße
Martin
Gast
BtW,
die Bilder sehen irgendwie von den Farben her verdächtig gut aus.
Wie gut die Primärfarben damals zur Projektion erzeugt werden konnten, bleibt wohl in der Geschichte verborgen...
Grüße
Martin
Stagirit
Re Cibachrome: Das war auch der Grund, dass ich die Colenda weggeworfen habe.
Da die Projektion von den SW-Dias additiv mischt, sollte es eigentlich recht gut funktionieren, da die einzelnen Lichtquellen dann nicht so hell sein müssen.
Vielleicht hat er dazu Karbidlampen verwendet, die sind verdammt hell.
Gast
Das genialste an dem Verfahren ist m.E. da quasi die Farbinformation in den 3 SW-Bildern kodiert ist, man hat also die Archivfestigkeit eines SW-Films und trotzdem die Farbinformation, die man sowohl durch Projektion, optisches Vergrößern oder Scannen und digitale Nachbearbeitung wieder herauskitzeln kann. Was die Haltbarkeit angeht, dürfte das auch den heutigen Farbfilmen weit voraus sein.
dr_megavolt
nicht eingeloggt... da es hier 2 Rolands gibt... oben war ich... ;)
uworischki
" Farbaufnahme:
.....ist jede fotografische Aufnahme, die den Zweck einer farbigen (meist originalgetreuen) Wiedergabe verfolgt. Hierzu dienen die heutigen Mehrschichten-Negativ- oder Umkehrfarbfilme, die frühen Linsenraster-, Linienraster- oder Kornrasterfilme bzw. -platten als auch normale, panchromatische Materialien hinter Farbauszugfiltern, z.B. in Strahlenteilungskameras und Lippmannverfahren. ..."
Quelle: FOTO-KINO-Lexikon, Fotokinoverlag, 1.Auflage 1960, Seite 113
Die Sache ist also nicht DER große Hit. denn:
Wilhelm Bermpohl stellte seit 1899 die Bermpohl 3-Farben-Kamera her. Die Kamera arbeitete mit halbdurchlässigen Spiegeln und vorgeschalteten Farbauszugsfiltern....
wenn es jemand interessiert - ich kann eine Skizze des Funktionsprinzips und ein Foto von der Kamera scannen und zuschicken.
uwe.
Stagirit
Jaja, und die Farbphotographie gibt es eigentlich schon seit etwa 1870, auf Chromsalzen, nur konnte man die nicht fixieren.
Wie auch immer, ich finde die Arbeiten von Produkin auch so beeindruckend, es hat sich fast niemand die Mühe mit Farbaufnahmen gemacht und er hat auch noch einen ordentlichen Bildaufbau gepflegt.
War also nicht ganz dumm.
Und die Aufnahme im Turbinenraum eines Kraftwerkes, soll mir mal jemand mit einem Diafilm nachmachen.
dr_megavolt
Uwe, genau den Lexikonauszug hab ich gesucht ;-). Aber könntest Du die Skizze hochladen? Wäre sicher interessant...
War das nicht sogar schon Goethe mit der Farbtheorie? Soll ja auch ein großer Hobbyphotograph gewesen sein ("Mehr Licht!").
Der Turbinenraum hat mich auch beeindruckt, diese Spiegelung im Kachelboden und die Erstrahlung der Fenster, das Bild hat Atmosphäre...
Klasse auch die Holzkapelle in der Tundra vor fast weißem Himmel, hat soetwas Becher-schulenartiges...
Verschwende Bandbreite mit meiner Schwärmerei, höre schon auf ;-)
Roland
PhilippReichmuth
Und die Buchara-Bilder sind so mit das einzige, was wir in Farbe aus Mittelasien haben (mal abgesehen von Vereshchagin-Gemälden und nachkolorierten Postkarten).
Philipp
mephisto
Da sag mir einer noch, dass die Russen uns hinterher sind! Die Bilder sind Freude pur für das Auge. Danke Wolfgang für diesen Link. Habe Ihn aber erst heute gefunden, so ist er für mich ein verspätetes Ostergeschenk! :ph34r:
Wolfgg
In einer Hinsicht hat sich interessanterweise bis heute nichts geändert: will man Farbfotos der Nachwelt hinterlassen, die Jahrhunderte (vielleicht sogar 1000 Jahre) überdauern, bleibt nur genau dieses Prinzip, also 3 Farbauszüge auf S/W-Material. Die maximale Haltbarkeit erreicht man vermutlich, wenn man aus den 3 Farbauszügen dann jeweils einen Platindruck herstellt.
Gruß Wolfgang
cfb_de
Hallo Wolfgang,
anständig Schwefeltonen langt da auch. Das Ergebnis ist elektrochemisch (also hinsichtlich Umwelteinflüssen) eher besser als ein Platindruck und mit den Farbauszügen funktioniert das System auch. Man muss halt den Schwefeltoner in die Wiedergabe einbeziehen.
Ich mache nichts dergleichen, mir langt SW völlig zu.
Beste Grüße,
Franz
Wolfgg
Hallo Franz,
ist nicht die Gelatine auch einer der "Haltbarkeitsbegrenzer" (in Jahrhunderten gedacht)? Oder existiert ein Verfahren mit Silbersulfid ohne Gelatine? Die Edeldruckverfahren bestehen meines Wissens nur noch aus einem Träger (z.B. Baumwollpapier) und darauf haftendem Bild aus Edelmetall wie Platin. Habe damit aber auch noch nie etwas gemacht.
Grüße, Wolfgang
cfb_de
Hallo Wolfgang,
ist nicht die Gelatine auch einer der "Haltbarkeitsbegrenzer" (in Jahrhunderten gedacht)?
ja. Anfällig gegen Bakterienfrauen und Schimmel und afaik nicht ersetzbar beim Silberverfahren (obwohl: Nasskollodiumpapier? Sollte doch eigentlich gehen).
Mir ging es aber um etwas anderes: Beim Schwefeltonen entsteht Silbersulfid. Da ist das Silber oxidiert und so allen weiteren Einflüssen entzogen. Was man vom Platinprint nicht behaupten kann (und so dermaßen inert ist auch Platin nicht).
Haltbarkeitsbegrenzend dürfte aber in beiden Fällen der Träger sein.
Beste Grüße,
Franz
perforiert
Das beste Farbmaterial Cibachrome (jetzt Ilfochrome), wird ja nicht mehr verarbeitet. Und als Film gibt es das schon seit Jahrzehnten nicht mehr.
Das stimmt allerdings nicht. Ilfochrome-Film ist lieferbar in 16mm (unperforiert) und 35 mm (perforiert und unperforiert), jeweils in 2 Gradationen. Das Material wird im Archivbereich für Reproduktionen verwendet. Für "normale" Fotografie taugt es allerdings nicht bei der extrem geringen Empfindlichkeit. Die Haltbarkeit soll mindestens 300 bis 500 Jahre betragen.