huehnerhose
Morgen!
Ich spiele mit dem Gedanken mir einen Belichtungsmesser zuzulegen. Ich benutze Praktikagehäuse, eins mit Belichtungsmesser (MTL3) und eins ohne (L). Bis jetzt hab ich dem Belichtungsmesser der MTL3 nie wirklich vertraut und es immer nur als grobe Richtlinie genommen - bin damit eigentlich gut gefahren. Da ich in der Regel nur 100er Filme (bevor ich Impex kennenlernte, bevor ich eine Dunkelkammer hatte) von Ilford (FP4+). Bei denen kam meine Pi*Daumen Belichtung eigentlich immer ziemlich fein.
Durch mein rumexperimentieren mit 400er, 200er und 1600er Filmen merke ich aber immer mehr, dass ich mich nicht auf grobe Schätzungen verlassen kann :)
Ich hab noch ein Nikongehäuse, darin hab ich damalig den 3200 Delta belichtet, hab mich auf den Beli verlassen, ca 1/3 der Bilder ist gnadenlos schlecht belichtet.
Daher meine Frage: Lohnt es, sich einen Handbelichtungsmesser zu kaufen? Wenn ja, was für einen bzw. auf was sollte man achten? Da ich des Öfteren mit älteren Kameras (Reflekta II, Balda - von meinen Großeltern) rumspiele und auf der anderen Seite eigentlich wenig Lust habe die Eigenschaften jeden eingebauten Belichtungsmessers zu merken, wäre mir ein "standalone" Gerät schon ganz lieb.
Grüße
Sebastian
Gast
Ja, ein richtiger Belichtungsmesser ist sein Geld wert.
Exzellente Ergebnisse bietet beispielsweise der Profisix von Gossen, den man gebraucht über ein bekanntes Internet-Auktionshaus erstehen kann. Eine Alternative wäre der Lunalite.
Der Lunasix, der deutlich günstiger angeboten wird, leidet wie viele andere Geräte unter den damals eingesetzten Quecksilberbatterien, die nicht direkt durch heutzutage verkaufte Alternativen ersetzt werden können. Dann muss entweder der Belichtungsmesser umgebaut werden, recht teure Adapter oder auf ebenfalls sehr teure Spezialbatterien ("Weincell") zurückgegriffen werden.
Abzuraten ist von Belichtungsmessern ohne eigene Stromversorgung, die darin verbauten Selenzellen sind einerseits ziemlich unpräzise und altern außerdem.
Allerdings ist den einfachen Handbelichtungsmessern - und ohne Zusätze zählt auch der Profisix dazu - gemein, dass sie über einen bestimmten Messwinkel (i.d.R. 30°) einen Mittelwert bilden und den anzeigen.
Für anspruchsvollere Aufgaben (dunkles Objekt vor weißem Hintergrund) ist eine Einengung des Messwinkels angeraten. Für den Profisix gibt es einen recht klobigen Spotvorsatz, der verschiedene Messwinkel bis herunter zu 1° auswerten kann. Schicker ist natürlich ein echtes Spotmeter, aber die Teile kosten auch gebraucht richtig viel Geld. Für den Lunasix gibt es immerhin einen 15°/7.5°-Vorsatz, mit dem man auch schon weiter kommt.
Problem: Hast Du einmal ein Spotmeter in der Hand gehabt (Empfehlung: Analog, nicht digital), dann willst Du eigentlich nicht mehr mit was anderem messen.
Daher Vorsicht!
Gast
Hallo Sebastian
ich möchte meinen Belichtungsmesser nie mehr hergeben! Ich nutze einen Gossen DigiSix. Ich arbeite meistens, wenn ich Zeit habe, auch mit meinen Canons, die einen eingebauten Belichtungsmesser haben, mit dem DigiSix. Mit Lochkamera oder im MF habe ich gar keine andere Wahl.
Bei der Suche möchte ich dir keine Tipps geben, da das Angebot sehr groß ist und jeder einen anderen Funktionsumfang benötigt. Würde mir jetzt jedoch einen Belichtungsmesser kaufen, der verschiedene Aufsätze hat. Bisher arbeite ich jedoch nur mit der Lichtmessung und fahre sehr gut damit.
Wenn du auch ein Blitzgerät nutzt, würde ich mir auch gleich einen Belichtungsmesser kaufen, der den Blitz berücksichtigt.
Für mich war die Größe wichtig, da ich so den Belichtungsmesser ständig bei mir in der Hosentasche habe.
Außerdem kannst du künftig deine Belichtungsmesser deiner Gehäuse überprüfen und hast hoffentlich einen sauberen Wert, damit nicht mal wieder ein Delta 3200 schlecht belichtet wird.
Gut Licht
Andreas
Stagirit
Ich würde einen Belichtungsmesser von Gossen empfehlen.
Entweder den Profisix oder den Lunasix F, beide arbeiten mit 9Volt Batterien.
Was für die analogen Geräte von Gossen spricht, ist die Möglichkeit, sie selber kalibrieren zu können (in der Bedienungsanleitung genau beschrieben).
Beide bekommt man schon um die 75 €, der Spotvorsatz mit 7,5 € und 15 € ist recht billig.
Bis er mir geklaut wurde, habe ich mit einem Lunasix 3s gearbeitet, die Batterien halten so etwa 5 Jahre, mit dem Adapter nur etwa 3 Jahre und er ist gerade bei Langzeitbelichtungen sehr präzise.
Wolf_XL
...du kannst mit jedem Belichtungsmesser vernünftig messen - solange Gossen draufsteht... ;-) Ich hab' von Gossen gleich vier Stück im Einsatz - zwei Lunasixe, einen Lunalite und einen Digiflash. Die Lunasixe nehm ich, wenn die Zeiten länger werden. Der Lunalite hat den Vorteil, dass er mit 'nem normalen 9V-Block auskommt und dass man mit seiner Scheibe ganz einfach Filterfaktoren mit einbeziehen kann oder mit seiner Zonneneinteilung auf St. Anselms Spuren wandeln kann... ;-) Auf beide Belis passt der Televorsatz, der den Messwinkel bis auf 7,5° verkürzen kann.
Der Digiflash ist meine neueste Errungenschaft - der geht immer mit, wenn ich einen meiner Oldtimer "ausführe". Außerdem kann ich mit dem auch mal 'ne Blitzmessung machen. Und wenn ich mit der GF unterwegs bin, ist es höchst praktisch, wenn man einen Thermometer und einen Timer dabei hat, falls man schnell mal ein Pola machen will.
piu58
Ein guter Rat, wenns nicht so teuer sein soll: Weimarlux CdS. Meiner hat praktisch keine Abweichung zum Gossen. Die Quecksilberbatterie lässt sich durch eine normale LR 44 ersetzen, man braucht nur einen mechanischen Adapter (den man aus der alten Zelle basteln kann). Die 1,35V werden nicht als interne Bezugsgröße benutzt.
Gast
Hallo Sebastian,
leider gibts unterhalb der "ganz teuer" Schwelle keinen für alles.
Habe neulich auf e-bay einen Bewi Zoom Spot geschossen, der eigentlich ein geniales Teil ist (vor allem für den Preis). Fast alle Messwinkel von 1-30 Grad.
Bl?: keine Lichtmessung, keine Blitzlichtmessung.
Aber dafür geht dann halt ein Digiflash oder ein Profisix mit in die Tasche.
Der Bewi hat für mich den Vorteil, dass er um Welten kompakter ist, als der Profispot zum Profisix, und die Nadel, wenn auch unskaliert, einblendet.
Trotzdem erstmal nachdenken, was Du brauchst. Aus meiner Sicht unbedingt:
Licht und Objektmessung. Messbereich beachten, wenn Du viel Nachtaufnahmen machen willst. Das war für mich der Profisix.
Blitz nur nach Bedarf. Digiflash reicht mir, und ist halt superklein, z.B. zur Tessina.
Spot nur für Zonensystem. Macht jetzt der Bewi.
Farbtemperatur bis auf Ausnahmen irrelevant.
Wenn trotzdem überall "Ja" steht, muss es wohl doch ein Starlight (oder der entsprechend Große von Sekonic oder Minolta. Haben die Farbtemperatur?) sein. Der ist leider hulleteuer.
Gruß
Martin
huehnerhose
Super! Vielen Dank für die vielen Antworten.
Ich denke Farbtemperatur entfällt für mich weitgehend, genauso wie Blitz. (Da ich sehr selten Farbe mache und kein "vernünftigen" Blitz habe, und auch keine derartige Anschaffung in Erwägung ziehe.)
Mich interessierte besonders die Sache mit Spotmessung. Ich denke man kann damit gut die Kontraste so einregeln/messen. Jedoch dauert das wohl seine Zeit?
Ich denke die Kombination eines dieser gängigen Gossengeräte mit einem Spotaufsatz klingt für mich flexibel und gut einsetzbar.
ich werd mich mal auf die Suche begeben :)
Also, nochmal danke!
Grüße
huehnerhose
nachtrag: Beim Durchstöbern ist mir aufgefallen, es gibt Laborvorsätze für den Profisix. Kann ich den damit als regulären Vergrößerungsbeli benutzen? (Sowas hab ich nämlich auch nicht)
ManfredAnzinger
Hallo huehnerhose,
wenn Du damit Spotmessung machen willst, dann sind 15° ziemlich wirkungslos, der 5°-Vorsatz für den Variosix ist evtl. begrenzt einsetzbar. Um ernsthaft "spot" zu messen z.B. für Zonensystem solltest Du auf 1° Wert legen.
Gruß Manfred
cfb_de
Hallo Sebastian,
Laborvorsätze für den Profisix? Kann ich den damit als regulären Vergrößerungsbeli benutzen?
ja, aber so umwerfend finde ich das Konstrukt nicht.
Beste Grüße,
Franz
Gast
Meine Empfehlung: Gossen Starlite. Teuer, aber sein Geld wert. Die 1€-Spotmessung ist bei Landschaftsaufnahmen manchmal sehr hilfreich, viel besser ist aber die Lichtmessung, wenn der Mittelpunkt zu Fuß erreichbar ist :-)
Wolf_XL
...vorsicht mit 'nem reinrassigen Spotmeter - du musst da schon sehr genau wissen was du damit tust - ansonsten ist der Frust schon vorprogrammiert. Wenn Du nicht gerade auf St. Anselms Pfaden wandelst, ist ein Spotmeter eher suboptimal. Am liebsten nehme ich den Televorsatz von Gossen - da sehe ich wo ich rummesse ohne in Gefahr zu laufen, mir das ganze Negativ gleich in die "falsche Zone" zu legen. Der Ungeübte fährt bei schwierigen Lichtsituationen mit 'ner Lichtmessung in der Regel sowieso besser als mit 'ner Spotmessung.
huehnerhose
Nochmal danke an alle. Ich hab mir einen Lunasix mit Tele und Laborvorsatz geschossen. Die Möglichen 20
arothaus
Und ich wollt Dir grade zu 'nem Gossen Polysix raten. Da kann man den Messwinkel wahlweise auf 10, 20 oder 30 Grad stellen. Ist zwar kein Spot, man kann aber ganz gut selektiv messen. Das Schöne ist, dass auf dem Gerät ein Sucher ist, der mir anzeigt was ich anmesse. Ich glaub das hat der Lunasix nicht, oder?!? Und normale AA Batterien nimmt er auch noch. Nur die Anzeige über Dioden ist gewöhnungsbedürftig.
Wobei ich wenn möglich eh 'ne Lichtmessung mache, dann ist der "Spot" eh Wurscht.
Trotzdem viel Spaß mit dem Lunsaix!
Gruss,
Andreas
Gast
Der "Televorsatz" für den Lunasix hat einen Sucher mit zwei aufgedruckten konzentrischen Kreisen, einem roten und einem grünen - die entsprechen dem aktuell mit einem Schieber eingestellten Messkreis. Und am Analogrechner sind drei Markierungen zum Einstellen des ermittelten Lichtwertes angebracht - eine gelbe (Betrieb ohne Vorsatz), eine rote und eine grüne, je nach gewähltem Messwinkel.
Man sieht also auch beim Simpelvorsatz für den Lunasix, was man anmisst, man muss bloß bei der Bedienung aufpassen, dass man den Lichtwert beim Analogwert bei der richtigen Markierung einstellt, sonst misst man ein oder gar zwei Blendenwerte daneben.
Gast
wg. Gossen und Vorsatzgeräte...
der Profispotaufsatz (passt aber nur zum Profisix und ich meine auch zum Luna F, aber nur zu dem, nicht 3, nicht ohne Zusatz) bringt zwar 10/5/1 Grad, ist aber, siehe oben nach meiner Ansicht sehr unhandlich.
Wie gesagt, Spot und billig kenn ich nur den Bewi.
Grüße
Martin
PeterVolkmar
Außer dem Bewi gibt es auch einen Soligor recht günstig. Der hat aber ausschließlich 1 Maßnahme, nur Dauerlicht. Der Bewi hat dafür das Quecki-Problem (Ich hab noch einen Bewi u.U. mit Queckis, wenn jemand sucht). Bei Gossen hab ich häufiger gehört, dass die Aufsätze nicht so stabil seien.
Gruß Peter
cfb_de
Hallo Peter,
Bei Gossen hab ich häufiger gehäuft, dass die Aufsätze nicht so stabil seien.
mein Profisix hat jetzt inkl. Mikroskop-Vorsatz (den brauche ich nicht mehr, will ihn jemand haben?) etwas über zehn Jahre in professionellem Umfeld klaglos und ohne Wackelei hinter sich gebracht. Das Ding hält wie am ersten Tag.
Mag ein Einzelfall sein, das glaube ich aber nicht.
Beste Grüße,
Franz
Wolfgg
Für den Zonensystemanfänger wäre der Variosix F mit 5°-Vorsatz durchaus zu empfehlen. Er ist flach, leicht, geht mit 9V-Batterie (auch Akku) und erlaubt alle Messarten bis auf Farbtemperatur. Die 1°-Spotmeter brauchen entweder eine recht große Frontlinse oder es fehlt an Lichtempfindlichkeit. Und der 5°-Messwinkel verhindert Anfängerfehler wie Zone I in ein "tiefes schwarzes Loch" oder Zone IX auf ein Spitzlicht, das in Wirklichkeit viel höher liegt. Man ist gezwungen, genügend große Messzonen zu suchen, die damit auch für das eigene Auge interpretierbar sind. So lernt man am schnellsten.
Und mit der EV-Einstellung kann man die Dichtekurven gleich ausmessen.
Wolfgang