Gast
Hallo, liebe ForentInnen!
Ich habe in den vergangenen Tagen (eigentlich Nähten) meine ersten Lith-Prints versucht.
Verwendet habe ich das Master-Set von Moersch, Papiere waren Forte PW, Adox Vario Classic und Fomabrom.
Mit ein wenig Herumprobieren sind mir auf Forte und Adox gute Lith-Prints gelungen ("gut" heißt lediglich, dass sie mir und meiner Freundin gefallen!), aber mit dem Fomabrom gab's Probleme! Keine Chance, es zum Lithen zu bewegen - nicht, wenn ich die Chemie nach dem Moersch-Waschzettel anrühre, nicht mit eigenen Experimenten (extreme, also 5- bis 7-fache Überbelichtung, fetterer Entwickleransatz, Variationen des Verhältnisses von A- und B-Teil, etc.). Immer kamen nur ganz schwache Konturen/Bildspuren und dabei bliebs dann - auch nach 30 Minuten im Entwickler!
Ich habe das Fomabrom bei Foto-Impex bestellt, und zwar im Herbst d.J.; das kam auch nicht sofort, da es erst nachgeliefert werden musste. Das bringt mich nun zur Vermutung, dass vielleicht an der Emulsion etwas verändert wurde, und das Papier nun nicht mehr lithfähig ist.
Hat jemand von Euch eine Idee,
- was ich falsch gemacht haben könnte (wie erwähnt mit Adox und Forte hat's super geklappt),
- ob das (neue?) Fomabrom denn noch lithet, oder
- wie ich es zum Lithen bewegen kann?
Vielen Dank im voraus für Eure Antworten und einen guten Rutsch in's Neue Jahr
wünscht Johannes
MirkoBoeddecker
Hallo Johannes,
Die Tatsache dass wir Fomabrom nachliefern mussten ist dem Umstand geschuldet dass festgraduierte Barytpapier inzwischen überall als "order on demand" Produkt gelten.
Das heisst dass die Hersteller das zwar noch machen können sich aber kein Lager mehr davon anlegen. Wir versuchen nun so gut es geht, mit hohem logistischen Aufwand, dem entgegenzuarbeiten indem wir ein Zwischenlager anlegen und ständige "pending orders" warmhalten. Kommt genug zusammen werfen die Produzenten die Maschine an und machen einen Guss. Da "hoppt" dann unsere "pending order" mit drauf und irgendwann kommt wieder Papier angetäufelt.
So erging es auch Deiner Packung- daher die Nachlieferung.
Die Emulsion wurde NICHT verändert.
Dein wievielter Foma Lith Versuch ist das?
Ich habe bei den ersten 10 Sitzungen mit Foma auch überhaupt nichts vernünftiges zustande gebracht.
Es ist ungleich komplizierter als mit PW. Museum oder Nuance.
Die Emulsion wurde nicht verändert aber der Moersch Waschzettel- so gut wie er ist und er ist hervorragend- kann auch nur ein Anhaltswert für den ersten Versuch sein.
Hast Du den Entwickler für Foma frisch angesetzt oder die bereits mit Bromid angereicherte Suppe der Lith Tests mit PW nachträglich mit dem Moersch additiven geimpft?
Grüße,
Mirko
Gast
Mirko Boeddecker schrieb:
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> Johannes,
>
> dein wievielter Foma Lith Versuch ist das?
Mein erster! Aber: Vario Classic soll ja auch nicht gerade leicht zu lithen sein - da hat's gut geklappt!
>
> Ich habe bei den ersten 10 Sitzungen mit Foma auch
> überhaupt nichts Vernünftiges zu Stande gebracht.
Dann verrate mir bitte doch die Daten der 11. und folgenden Sitzungen mit Fomabrom. Vielen Dank schon mal im Voraus!
>
> Es ist ungleich komplizierter als mit PW. Museum
> oder Nuance.
>
> Hast Du den Entwickler für Foma frisch angesetzt
> oder die bereits mit Bromid angereicherte Suppe
> der Lith Tests mit PW nachträglich mit dem Moersch
> additiven geimpft?
>
War frisch angesetzt!
Liebe Grüße! Johannes
MirkoBoeddecker
Johannes,
die Daten werden dir nichts mehr nützen da ich damals mit dem alten MACO Lith und Kodalith gearbeitet habe noch bevor es Moersch Lith überhaupt gab.
Da Du aber mit Moersch Chemie arbeitest melde das ganze doch mal möglichst detailgetreu an Wolfgang.
Wenn Du wirklich mit seinen Werten gar nicht zu rande gekommen bist ist es ja auch in seinem Interesse das Datenblatt zu prüfen.
Warum soll es denn unbedingt Fomabrom gelithet sein?
Es gibt wirklich für den Anfänger leichtere Kandidaten, z.B Fomatone ;-)
Grüße,
Mirko
Gast
Hallo Mirko,
Fomabrom deshalb, weil mir die Bildbeispiele sehr gut gefallen haben, und ich die Farben möchte, die im Moerschen Waschzettel beschrieben sind ...
Klar, dass es leichtere Papier-Kandidaten gibt, aber - wie erwähnt - mit dem Vario Classic ging's ja auch, und das gilt als komplizierter Lith-Kandidat.
Na ja, danke jedenfalls für Deine Antworten!
Liebe Grüße von
Johannes
Gast
Hallo Johannes,
Fomabrom ist in der Tat schwierig zu lithen, aber es sollte schon gehen, und es lohnt sich echt. Wenn Entwicklungsbeschleuniger oder Weißmacher im Spiel wären, würde das Papier sofort schwarz (so entnehme ich es von den Anweisungen von Moersch, wie man Papier auf Lithfähigkeit hin testen kann). Von deiner Beschreibung entnehme ich aber, dass die verlangsamte Entwicklung schon funktioniert, aber die infektiöse Entwicklung ausbleibt. Dann wird es eher an der Chemie liegen.
Ich nehme an, dass du nach den Vorgaben spezifisch für Fomabrom gemischt hast, und nicht die gleiche Mischung für verschiedene Papiere verwendet hast? Dann probier mal Folgendes: Weniger C und D, denn C verhindert Pfefferkorn, aber wenn man ihn überdosiert, ist auch die Schwärzung hin, und D verzögert eben das Lith-Effekt, das bei dir ausblieb. Fomabrom ist sehr empfindlich auf eine Überdosierung von D. Hast du sie sicher vorher 1 + 4 mit Wasser verdünnt? Wenn nicht, hast du fünfmal zu viel von beiden reingetan. Wenn es nicht an C und D liegt, probier es mal, einen insgesamt fetteren Ansatz zu mischen und Wasser auf 24 Grad Celsius zu wärmen. nicht mehr als plus 3 oder 4 Blenden geben. Und viel Geduld. Es kann immer noch 20 bis 30 Minuten dauern.
Viel Erfolg!
Samuli
Gast
Hallo Samuli!
Habe das so gemacht wie Du schreibst - nach Anleitung für Fomabrom, D 1:4 verdünnt, nur die Hälfte der empfohlenen Menge verwendet, aber auch nach 15 Min. nichts (laut Moersch sollten es weit weniger sein).
Ich glaube, es liegt an der Emulsion! Im Calbe Lith-Entwickler funktioniert Vario Classic traumhaft gut (bei regelmäßiger Regenerierung mit Arbeitslösung - ca. 100-150ml nach dem 3. bis 4. 30x40 Print, auch kein Pfefferkorn - und das ohne irgendeine Additivpanscherei), ebenso Forte (farbiger), aber Fomabrom ist Fehlanzeige. Vario Classic lithet mit feinem Korn, läuft in den Schatten nicht brutal zu und hat eine dezente Farbe (am ehesten in Richtung eines pastellgelb-ocker bis leicht rosa-stichig bei reichlicherer Belichtung).
In beiden Lith-Entwicklern (Moersch und Calbe) werden nach ca. 10 Min. die Räder des Probestreifens schwarz (!?), sonst nur minimale Bildspuren, auch nach 15-20 Minuten keine infektiöse Erkenntnis.
Oder ich kann's mit Fomabrom nicht - naja, es geht ja mit anderen Papieren sehr gut.
Mit dem Calbe-Entwickler habe ich (momentan mehr Spaß) - ich brauche keine Additive, um Pfefferkorn zu verhindern oder um die Entwicklung zu bremsen. Nichts gegen die Moersch-Tinkturen, aber, wenn's auch einfacher geht ...!?
Danke nochmals für Deine ausführliche Antwort und liebe Grüße!
Johannes
P.S.: Falls Du mal Versuche mit Fomabrom Variant machen solltest, lasse mich bitte Deine Ergebnisse wissen!
Gast
Johannes,
einfachere Handhabung hast Du auch mit Moersch Easy Lith. Zwei Flaschen gehen zum Set, unterschiedliche Mischungsverhältnisse bringen dann verschiedene Ergebnisse. Es ist eine gute Beschreibung dabei. Irgendwann wird das Calbe ja alle sein (oder gibt es das noch).
Ich nutze das Easy Lith und bin damit zufrieden (altes Orwo Baryth und Foma).
Grüße
Ronald
MirkoBoeddecker
Ich glaube, es liegt an der Emulsion!
Wie schon vorher gesagt, an der Emulsion wurde nichts verändert.
Der Calbe Lith Entwickler ist ja jetzt auch nicht mehr der jüngste und der ganze Vorgang ist zu komplex um Rückschlüsse der Form: bei A gelingt es daher muss B verändert worden sein weil es mir damit nicht gelingt zuzulassen.
Es wird an irgendetwas hängen dass Fomabrom bei Dir grad nicht lithet aber es ist nicht eine veränderte Emulsionsrezeptur.
Grüße,
Mirko
SamuliSchielke
Hallo Johannes,
kannst du mir die Emulsionsnummer von dem Fomabrom schicken, das du ohne Erfolg lithen wolltest? Welche Gradation? Matt oder glänzend? Ich werde bald Fomabrom Variant auf Lithfähigkeit testen, und kann dabei auch schauen, ob ich dein Problem mit meinem Papiervorrat reproduzieren kann.
Samuli
Gast
Hallo Samuli,
danke für Deine Antwort - ich sende Dir später die Emulsionsnummer (muss erst nachsehen gehen - Papier lagert im Keller in einer luftdichten Trockenbox). Die Gradation war "normal".
Bin schon gespannt, was bei Deinen Versuchen mit dem Fomabrom Variant herausschaut!
Liebe Grüße aus einem -10Grad-kalten Salzburg sendet
Johannes
Gast
Hallo Samuli!
Hier die Daten des Fomabrom:
Fomabrom N111, Glänzend
Chargen-Nummer: 010248/08
Wenn Du mir Deine Adresse sendest (jvr@gmx.at), schicke ich Dir gerne eine 10er-Packung (habe aber nur 30x40 cm) für Deine Versuche (kostenlos als Dankeschön für die Ermittlung Deiner Lith-Daten für's Fomabrom N111 und Fomabrom Variant).
Liebe Grüße sendet
Johannes
RWSchueller
Hallo Johannes,
Fomabrom ist mein Lieblingspapier für das Moersch Lith Verfahren. Die Töne sind sehr schön, nicht über-Farbig wie bei Adox PWT, aber sehr angenehm. Ich weiß nicht, was du falsch gemacht hast. Ich mische Lith A:B: Wasser 1:1:30 ohne irgendwas. Fomabrom ca. mit Faktor 3 überbelichtet. Lasse den Print in der Schale bis die Schwärzen kommen. Gelegentlich lege ich den Print noch ganz kurz in eine zweite Schale mit sehr dünnem Entwickler um die Lichter etwas aufzuhellen. Dadurch geht der typische Lith-Effekt verloren, aber es werden sehr schöne Bilder.
Grüße
Reinhard
SamuliSchielke
Ich habe jetzt den Satz Fomabrom von Johannes getestet, und der lithet ohne weiteres. Entweder war der Entwickler von Johannes zu kalt, oder es gab irgendeinen nicht reproduzierbaren Prozessfehler.
Moersch Lith Masterset, 750 ml Wasser, 25 ml A, 25 ml B, 2,5 ml C, 10 D, +4 Blenden, Print im Entwickler ständig bewegen. Bei 23 bis 24 Grad dauert es 5-7 Minuten bis die erste Zeichnung sichtbar ist, die erste Schwärzung zeigt sich in 13-14 Minuten, in 17-18 Minuten ist das Bild fertig. Wenn die Suppe sich abkühlt, dauert alles viel länger.
Sehr schöner, zurückhaltender Ton in den Lichtern (irgendwo in der Gegend von beige, umbra und ocker), Schwarzen sehr (!) könig. Dramatischer Effekt, sieht cool aus aber passt nicht für jedes Bild.
Durch Änderung des Verhältnisses von A und B, kürzere Belichtung und entsprechend weniger C und D, hoffe ich, die Königkeit ein bisschen moderater zu bekommen. Mit Easylith geht das leichter, aber davon habe ich nichts im Vorrat. Hat jemand ein gutes Rezept für Masterset?
Grüße,
Samuli