PhilippReichmuth
Hallo Forum,
neulich habe ich mit einem Freund darüber nachgedacht, wie man Vergrößerungen von existierenden 6x6-Negativen auf POP-Papier zu erstellen kann. Das Papier unter dem Vergrößerer zu belichten macht keinen Spaß und geht auch etwas am Sinn von POP-Papier vorbei. Es führt also kein Weg an Internegativen vorbei.
Bisher sah der geplante Arbeitsablauf so aus:
- Negativ auf Interpositiv umkontakten/vergrößern
- Interpositiv auf Internegativ vergrößern/umkontakten, praktischerweise auf orthochromatischen Halbton-Planfilm (ADOX Creativ, MACO Genius o.ä.); u.U. kann man der komfortableren Schalenverarbeitung wegen auch das Interpositiv schon auf Planfilm anfertigen.
- Internegativ auf POP-Papier kontakten
Das ist etwas umständlich wegen des Interpositivs. (Wobei man das Interpositiv natürlich auf Dokumentenfilm mit transparentem Träger kontakten könnte und immerhin ein Dia rausbekäme, naja, trotzdem m.E. ineffizient).
Um einen Schritt zu sparen, haben wir überlegt, das Interpositiv in einem Umkehrprozess (Foma Diakit o.ä.) direkt zu einem Internegativ zu entwickeln und so einen Arbeitsgang und eine Menge Ausschussnegative zu sparen. Da aber kein für die Planfilmverarbeitung geeigneter Prozessor und auch bisher keine Planfilmspulen zur Verfügung stehen, müssen wir das vermutlich in der Schale tun.
Daher die Frage: kann man ADOX Creativ, MACO Genius o.ä. in der Schale umkehrentwickeln? Oder gibt es eine andere Möglichkeit, in einem Schritt vom Negativ an ein Internegativ zu kommen, die wir nur übersehen haben?
Danke -
Philipp
MirkoBoeddecker
Phillip,
wir (also unsere Partnerfirma in den USA) haben solche Planfilmentwicklungstuben für diesen Zweck in den Staaten gefunden:
http://www.jandcphoto.com/index.asp?PageAc...PROD&ProdID=222
Sind ab sofort auch bei uns erhältlich.
Alternativ: eine gebrauchte Jobo paper drum (ist mir egal was Ihr kauft- an den Tuben verdienen wir nix ist als Service gedacht ;-).
Grüße,
Mirko
PS Ja, der Foma Kit geht in diesen Trommeln oder in der Schale aber wir haben es noch nie mit dem Creativ Printfilm versucht.
Ich wäre bereit einen Kit und zwei Packungen Film springen zu lassen wenn ihr das testet und im Erfolgsfall den Erfahrungsbericht schriftlich einreicht sodass auch die Nachwelt davon profitieren kann.
PhilippReichmuth
Hallo Mirko,
Ja, der Foma Kit geht in diesen Trommeln oder in der Schale aber wir haben es noch nie mit dem Creativ Printfilm versucht.
Ich wäre bereit einen Kit und zwei Packungen Film springen zu lassen wenn ihr das testet und im Erfolgsfall den Erfahrungsbericht schriftlich einreicht sodass auch die Nachwelt davon profitieren kann.
Können wir machen, wir kommen aber frühestens in drei Wochen dazu, weil wir vorher im Gebirge Negative fürs POP-Papier produzieren fahren ;) Ich bin übernächste Woche in Berlin und habe sowieso euch eine Bestellung zum Abholen geschickt, da könnte ich die Sachen dann mitnehmen.
Welche Farbe hat denn der Träger beim Printfilm? Ich frage deswegen, weil er fürs POP-Papier ja möglichst transparent sein sollte, weil es ja so starke Kontraste braucht.
Philipp
MirkoBoeddecker
Der Träger ist klar. Polyester.
PhilippReichmuth
Der Träger ist klar. Polyester.
Steht ja auch im Katalog. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. ;)
Gast
Hallo,
welche Auswirkung soll der Traeger haben, der wirkt sich nicht im geringsten auf den Kontrast aus, wenn Du ein Graufilter vor die Optik machst, mindert das auch nur die Lichthelligkeit und nicht den kontrast.
Roland
SamuliSchielke
Für Kontrast nicht, aber Kontrastumfang schon, habe ich immer naiverweise angenommen. Ich lasse mich gerne aber des besseren belehren. Das würde mich schon deswegen interessieren, da ich bisher für POP-Abzüge Efke oder Ilford vorgezogen statt Foma, den ich meist benutze, eben die erstgenannten einen klareren Träger.
Samuli
SamuliSchielke
ups, in Eile geschrieben. Also noch mal:
... eben weil die erstgenannten einen klareren Träger haben. Aber wenn das keine Rolle spielt, wäre es umso besser.
cfb_de
Träderdichten wirken sich nicht auf den Kontrast aus. Es ist dem Gesamtkontrast des Negativs völlig egal, ob der Träger logD 0,1 oder logD 0,8 als Grunddichte mitbringt. Man muss dann halt länger belichten.
Nur wenn man das nicht berücksichtigt, dann werden die Prints eines dichteren Trägers bei gleicher Zeit eben zu dünn. Eine klassische Unterbelichtung eben.
Ist das so neues Wissen?
Beste Grüße,
Franz
PhilippReichmuth
Bei POP-Papier schaut man ja sowieso zwischendurch mal drunter, da belichtet man nicht so leicht unter. Aber bei Papier, das in Größenordnungen von halben Stunden belichtet wird, ist es schon nicht unpraktisch, wenn der Film einen klaren Träger hat ;)
Gast
Moin,
Mal vom Grundschleier abgesehen, mein Graukeil sagt, POP braucht min. 2 log D um eine komplette Skala zu zeigen.
Mit was für Filmen/Entwicklern bekommt Ihr sowas hin?
Muss ja mindestens 2 log D über Schleier ohnehin schaffen, 2,5 wäre ja nicht schlecht, um ein bisschen Brillianz hineinzubekommen. Da ist bei den meisten Filmen dann ja absolut Ende der Kurve.
Grüße
Martin
Ole
Maco UP 100 in pyro? Oder in FX-2, dann bleichen und um-entwickeln in pyro…
MirkoBoeddecker
..das deckt sich mit den Erfahrungswerten die wir aus den USA für ADOX100/PO100 bekommen haben.
In Pyro schafft er das.
Mirko
Gast
Und Tanol? Pyro wollt ich mir nun wirklich nicht mehr antun. Und für Internegative schon gleich gar nicht.
Grüße
Martin
Gast
Papierentwickler!
Gast
P.S. noch zu Phillips Eingangsfrage.
Interpositiv auf RC Papier hat eigentlich immer prima geklappt. (Kein Kodak, das hatte Logos auf der Rückseite).
Dumm ist nur, dass bei jedem Schritt die Tonwertabstufungen leiden, so dass der eigentliche Vorteil von POP oder auch Kallis flöten geht. Daher verwende ich jetzt Kodak 2144, oder versuche halt direkt vom Negativ zu printen (Zitat aus Spence/Worobiec: Das ist doch der Grund endlich die langersehnte 8x10 zu kaufen)
Deswegen gleich mal noch die Frage an die Allgemeinheit: Kann es sein, dass der Classicpan 400 dabei in den Lichtern erheblich dünner bleibt als der Effke/Adox 100?
Grüße
Martin
SamuliSchielke
Der einzige Film, bei dem ich bisher über 2 log D erreichte, war ein Röntgenfilm. Sehr schön. Allerdings nicht von mir entwickelt, sondern vom Mahmood Mosque Society in Kairo, bei denen ein Freund von mir mal sein Gehirn scannen ließ (es war alles in Ordnung). Passable aber noch nicht hinreichend gute Ergebnisse gab es bei Adox 400/Ilford HP5 auf 800 ASA belichtet und auf 1200 entwickelt. Aber da wir (das sind Philipp und ich) im Moment nur 6x6 bzw. 6x9 zur Verfügung haben, ist nicht nur die Dichte ein Problem, sondern auch die Größe. Da wir zurzeit noch nicht die Mittel haben, die tatsächlich längerzehnte 8x10 zu kaufen, werden wir zwei Verfahren zur Herstellung von Internegativen Ende August oder Anfang September testen. Für den Fall dass wir etwas übersehen haben, hier schon mal zur Diskussion die Vorgehensweise, die wir uns vorgenommen haben:
1. Von einem Kleinbildnegativ wird ein Interpositiv auf ADOX Printfilm vergrößert und entwickelt, gestoppt, fixiert, gewässert und getrocknet. Anschließend wird im Kontaktverfahren vom Interpositiv ein Internegativ auf Adox Printfilm hergestellt und zwecks möglichst hoher Dichte und Kontrastumfang in Moersch Tanol entwickelt, gestoppt, fixiert, gewässert und getrocknet.
2. Aus demselben Kleinbildnegativ wird eine Vergrößerung auf ADOX Printfilm belichtet, der dann mit dem Foma Umkehrkit zu einem Interpositiv umkehrentwickelt wird.
3. Aus beiden Negativen wird ein Abzug auf Retro POP Papier hergestellt und die Ergebnisse werden gescannt und online zur Verfügung gestellt, damit man es sich selbst sehen kann.
Ach so, und wie ist das mit Papierentwickler? Was macht der so bei Film?
Liebe Grüße,
Samuli
SamuliSchielke
Oh, bei Punkt zwei sollte es natürlich heißen:
...zu einem Internegativ umkehrentwickelt...
cfb_de
Hallo Samuli,
nach 1.) solltet Ihr ein steinhartes Negativ mit höchster Dichte und fast ohne Graustufen erwarten können. Wenn Ihr beide Umkehrstufen weichklopft, habt Ihr nicht die mögliche Maximaldichte und geht eher in Richtung "mittlere Grauwerte". So etwas habe ich mal mit Agfaortho gemacht, um eine schlabberweiche 13x18-Platte zu retten. Irgendwann damals vor >15 Jahren.
Achtung, nicht verifizierte Idee:
- POP ist eher UV-sensibilisiert.
- Print nehmen, Farbkopierer, "Negativ" machen lassen in Quietschegelb auf Folie.
- Das mal umkopieren auf POP. Das Experiment kostet die "Farbkopie" plus POP.
Wenn es wirklich tut, erspart das die Umkopiererei auf Planfilm und damit einiges an Geld und Aufwand. Ich probiere es nicht aus, mir langt der normale SW-Prozess. Nur eine Idee.
Gelb ist halt die Komplementärfarbe zu UV-Strahlung und die Grunddichte gängiger Tonerpigmente könnte ausreichend sein, den sichtbaren Anteil des Lichts genügend zu bremsen.
Nur so meine fünf Pfennig,
Franz
Gast
Franz,
meinst du das die Fotokopierer dazu qualitativ gut genug sind?
Ich zweifle daran ein wenig, aber probieren kann ja nicht schaden.
Roland