MehmetCati
Hi!
Ich habe mir den Kodak d-76 besorgt um ihn mal auszuprobieren.
Das Pulver ist für einen 1Liter-Ansatz.
Weiß jemand für wie viele Filme (Stammlösung) der Liter reicht?
(steht nicht auf der Packung drauf)
Gruss
M.C.
CPD
Hallo Mehmet,
ich kenne mich mit D 76 nicht so recht aus, würde Dir aber empfehlen, ihn in den Verdünnungen 1:1 - 1:3 als Einbad zu benutzen.
Normalerweise verlängert man nach jeweils zwei Filmen die Entwicklungszeit und muss dann nach so und so vielen Filmen Replenisher (mir fällt das deutsche Wort nicht ein) nachfüllen und nach ein paar Wochen ist der Entwickler dann hinüber.
In einem Buch las ich, bei Verwendung der Stammlösung würde der pH-Wert in großzügigen Amplituden ständig wechseln usw. Überprüft habe ich das nie.
Aber wie ich mich erinnere herrscht die Meinung vor, der D 76 bzw. sein englisches Brüderchen ID 11 sei verdünnt sehr viel prozesstabiler, leicht grobkörniger dafür aber schäfer.
Grüße
CP
CPD
www.jackspcs.com/dskodak.htm
da findest Du ein paar interessante weiterführende Links
Grüße
Gast
Mehmet,
die Englaender schreiben 10 Filme pro Liter, jeden je 10 % laenger als der erste, heisst also der erste 100 %, das naechste 110 % dann 120 % der 10te 190%. nicht multiplizieren immer addieren.
MehmetCati
Hallo zusammen!
Inzwischen habe ich eine Info von Kodak gefunden.
Hier heißt es, dass man 4 Filme (Kb) pro Liter entwickeln kann bzw. 2 Filme bei 1:1.
Ich werde wohl den 1:1 Ansatz probieren.
(Ich hatte ja mal in einem anderen Beitrag nach Erfahrungen mit dem Lucky-Film gefragt. Inzwischen habe ich AM74 und Rodinal mit diesem probiert. Mal sehen wie er mit dem d-76 "kommt").
So wie ich die Kodak-Info verstanden habe, soll man für zwei Filme gleichzeitig um 10% verlängern (so wie es oleksander schreibt).
Danke für die Hilfe und
Gruss
M.C.
Gast
Mehmet,
Ich bin etwas verwundert von Kodak Information, Ilford ID 11 und Kodak D76 sind doch fast gleich und dann bei Kodak 4 Filme und bei Ilford 10, pro Liter?
Du hast mich etwas missverstanden, bei Ilford wird bei einem Liter je 1 Film um 10 % verlängert.
Also
1. Film 100%
2. Film 110%
3. Film 120%
4. Film 130%
5. Film 140%
6. Film 150%
7. Film 160%
8. Film 170%
9. Film 180%
10. Film 190%
Wenn du immer zwei Filme nimmst, dann (nicht offiziell, war in einem Photomagazin)
1+2 100%
2+3 120%
4+5 140%
6+7 160%
8+9 180%
10 190%
oder halbe Liter Ansatz (nehm ich da ich nicht Liter in Dose bekomme)
1 100%
2 122,5%
3 145%
4 167,5%
5 190%
Im Prinzip du weißt, pro 100 ml 1 Film, das heißt dann 1 l ist 10 Filme, 0,5 l 5 Filme, 2,5 l 25 Filme und 3,8 Liter 38 Filme.
Immer erste Entwicklung ist 100%, für letzten Film kommt 90% mehr, du rechnest also :90%:(n Filme-1): und bekommst Verlängerung pro Film.
Achtung, das stimmt nur für ID 11 Kodak 76 und andere die danach kommen, bei anderen Entwicklern ist andere Regel.
Gast
meine formel ist von programm verunstaltet
90 teilen durch die um 1verminderte Anzahl von moeglichen Filmen und es kommt zum Verlaengerungsfaktor
Entschuldigung, mein deutsch ist nicht besser, um das auszudruecken
CPD
Hallo Mehmet,
Oleksander hat recht. Du kannst max. 10 Filme in einem Liter entwickeln. Nur vier Filme wäre ja ein wirklich sehr teures Vergnügen.
Ich habe mir das D-76 Datenblatt mal angeschaut. Es ist tatsächlich recht verwirrend, Du kannst aber auch das von ID-11 benutzen. Wie Oleksander schreibt, sind die beiden Entwickler praktisch identisch, chemisch werden sie sich wohl geringfügig unterscheiden (untersch. Komplexbildner, evtl. Unterschiede in der prozentualen Zusammensetzung ?). für die Praxis ist das aber ohne Belang - die richtige Entwicklungszeit musst Du ja selbst rauskriegen.
Gruß CP
Gast
Hallo,
bei Verwendung als Einmalentwickler, kann man laut Datenblatt mit D76 max. 16 Filme pro Gallone Stammlösung entwickeln, d.h. ~4 Filme pro Liter Stammlösung oder ~250ml Stammlsg. / Film. Bei der 1+1 Verdünnung sind das dann 250ml D76 plus 250ml Wasser.
Wer glaubt mit 100ml D76 Stammlösung pro Film hinzukommen wird sein flaues Wunder erleben. Hab's gemacht weil ich auch mal dachte das D76 und ID11 identisch seien. Das Ergebnis waren recht flaue, unterentwickelte Negative.
Grüße
Heinrich
CPD
Hallo Heinrich,
interessante Info!
Ich habe jetzt mal in verschiedenen Rezeptbüchern und Internetseiten nach D 76-Rezepten gesucht. Diese weichen teilweise ganz schön voneinander ab. Und was Kodak in sein D 76 mixt bzw. Ilford in sein ID 11, werden sie uns wohl kaum verraten.
Grüße, CP
MehmetCati
Hallo!
Dank an alle für die hilfreichen Infos!!!!!!!
Inzwischen habe ich wieder ein wenig Zeit für meinen Computer gehabt und bei Kodak das Datenblatt für den d-76 Entwickler gefunden.
So wie ich das verstanden habe, reicht ein Liter tatsächlich nur für 4 Filme.
Es gibt ja auch die größere Packung für den 3,8 Liter Ansatz. Hierzu habe ich in einem Katalog die Angabe für 16 Filme gefunden. Also kommt das mit den 4 Filmen pro Liter recht gut hin.
Kodak gibt 16 Filme für eine Galone an (ich weiß im Moment gar nicht wieviel Liter das sind. wahrsch. dann 3,8).
Aus Zeitmangel bin ich noch nicht dazu gekommen den D76 auszuprobieren aber ich werde mich wohl an die 4 Filme Angabe halten.
Evtl. besorge ich mir mal den ID 11 und probiere meine Filme damit.
Ansonsten
HEITER WEITER
M.C.
Gast
Wer glaubt mit 100ml D76 Stammlösung pro Film hinzukommen wird sein flaues Wunder erleben. Hab's gemacht weil ich auch mal dachte das D76 und ID11 identisch seien. Das Ergebnis waren recht flaue, unterentwickelte Negative.
Hallo,
ich bin als D76 Nutzer jetzt etwas verwundert. Ich nehme für den Tri-X: 1+1 mit nur 125 ml Stammlösung. Viel mehr als 250 ml geht ja in die einfache JOBO Box auch nicht rein. Die Bilder sehen nicht unterentwickelt aus. Sollte ich in Zukunft mehr Entwickler verwenden?
Grüße
Andre
heinrich
Hallo Andre,
meine Angaben habe ich aus dem technischen Datenblatt von Kodak, da heißt es:
If you use D-76 Developer diluted 1:1,.....You can develop one 135-36 roll (80 square inches) in 473 mL (16 ounces) or two rolls together in 946 mL (one quart) of diluted developer. Ich habe im meinem Posting die 473 einfach auf 500ml aufgerundet.
Auf meiner Suche nach dem Zonensystem haben meine eigenen, unfreiwilligen Tests, folgendes ergeben:
1 Rolle 120er Film in 400ml 1+1 D76Lösung = Kontraste und Empfindlichkeit ok (Gamma 0,54, Zone I mit 0,14 logD )
2 Rollen 120er Film in 400ml 1+1 D76Lösung = Kontraste flauer und Empfindlichkeit geringer (Gamma 0,47, Zone I mit 0,07 logD viel zu gering)
Testbedingungen:
Entwicklungszeit 8:30 bei 20Grad und ~70U/min (Rotation, Jobo CPA)
Belichtung: wie 200 ASA, Blendenreihe Zone 1 bis 10
Film: HP5plus
Kamera: Linhof Technika IV 6x9 (Baby Linhof), Objektiv Symmar 5,6/105mm
Nagelt mich nicht auf das Gamma fest, ich messe das mit einem Hauk-Trialux Belichtungsmesser in der Projektion aus, mit einem Densiometer müssen die Werte etwas anders aussehen.
Wenn Du mit 125ml Stammlösung (also 250ml 1+1) gute Erfahrung hast, und mit den Zeiten aus der Kodaktabelle hinkommst, dann rüttel nicht dran. Wenn Du mehr Entwickler nimmst werden die Negative härter und Du müsstest die Entwicklungszeiten entsprechend kürzen um den gewohnten Kontrast zu bekommen.
Ich habe das nur durch einen dummen Zufall gemerkt. Zwecks Verifikation des ersten Testergebnisses habe ich einen weiteren Testfilm zusammen mit einem Urlaubsfilm entwickelt (man sollte seine Versuchsergebnisse immer durch einen Kontrollversuch bestätigen, alte Biologenregel), das Ergebnis waren die erwähnten flauen Negative. Eine Testwiederholung mit nur einem Film in 500ml 1+1 hat dann wieder ein Gamma von 0,54 ergeben. Das tech. Datenblatt habe ich erst nach dem zweiten Test gelesen.
Einen ähnlichen Test habe ich mit ID11 nicht gemacht, kann also nicht sagen wie der Test mit ID11 ausgehen würde. Im tech. Datenblatt des ID11 werden allerdings 100ml/Filmrolle angegeben, und ich nehme mal an, dass die Angaben von Ilford stimmen.
Grüße
Heinrich
heinrich
/b
Gast
Heinrich, Andre,
Vielleicht ist die Ausnutzbarkeit von der Schichtdicke bestimmt?
Roland
cfb_de
Hallo Roland,
ganz sicher nicht. Die "Ausnutzbarkeit" (besser: "kleinste sinnstiftend anzuwendende Menge") hängt einzig und allein von folgenden Faktoren ab:
- Gesamtmenge zur Verfügung stehenden reduzierten Silbers in der Schicht.
- Gewünschte Menge reduzierten Silbers. (*Das* ist der wesentliche Faktor und genau dazu sollte das zugeführte Reduktionsmittel -aka "Entwickler"- hinreichend bemessen sein.)
Oder kürzer: Es hängt davon ab, wieviel Silber in der Schicht ist (Dünnschichtemulsionen mit Flachkristalltechnologie haben da meist etwas mehr pro m² als herkömmliche Güsse), wie doll man belichtet hat und wie dicht die Negative entwickelt werden sollen. Jeweils normiert auf den Silberhalogenidanteil pro Fläche.
So funktioniert die Chemie bei der Entwicklung und daran ändert auch ein wie auch immer gearteter Glaube nichts.
Beste Grüße,
Franz
skahde
Ich habe jetzt mal in verschiedenen Rezeptbüchern und Internetseiten nach D 76-Rezepten gesucht. Diese weichen teilweise ganz schön voneinander ab.
Und was Kodak in sein D 76 mixt bzw. Ilford in sein ID 11, werden sie uns wohl kaum verraten.
Hallo,
Die Rezepturen D76, D76h und D76d unterscheiden sich frisch angesetzt mehr auf dem Papier als in ihren resultierenden Eigenschaften und variieren um gerade mal 10% in ihrer Aktivität, laufen aber nach ein paar Wochen Lagerung deutlich auseinander. Bei D76 nach veröffentlichtem Rezept nimmt sie deutlich zu, bei D76h ab, bei D76d nimmt sie nur leicht zu.
Die Zusammensetzungen von Kodaks abgepacktem D76 und Ilfords ID sind aus den MSDS gut nachvollziehbar. Kodaks D76 ist mit Borax gepuffert und damit D76d zumindest sehr ähnlich. ID11 entspricht der Originalformel. Beiden wird abweichend von den Originalrezepten Komplexbildner gegen die Wasserhärte zugesetzt.
Quelle ua.:
http://groups.google.de/group/rec.photo.da...00290747c?hl=de
Viele Grüße
Stefan
skahde
Auf meiner Suche nach dem Zonensystem haben meine eigenen, unfreiwilligen Tests, folgendes ergeben:
1 Rolle 120er Film in 400ml 1+1 D76Lösung = Kontraste und Empfindlichkeit ok (Gamma 0,54, Zone I mit 0,14 logD )
2 Rollen 120er Film in 400ml 1+1 D76Lösung = Kontraste flauer und Empfindlichkeit geringer (Gamma 0,47, Zone I mit 0,07 logD viel zu gering)
Hallo Heinrich,
0,54 vs. 0,47 passt zu Kodaks Angabe aus dem Datenblatt: "To extend the useful capacity of D-76 Developer diluted 1:1--when processing two 36-exposure rolls in a 16-ounce tank--increase the recommended time by about 10 percent."
ausgehend von eigenen Erfahrungen bin ich dazu übergegangen, nicht nur eine Verdünnung für einen Film und unterschiedlichen Zeiten zu testen, sondern die Verdünnung des Entwicklers auch einmal für die Gesamtvolumen für einen und zwei Filme zu prüfen. Die Nagelprobe ist dann der Vergleich zwischen kurzem Sensitometerstreifen und einem kompletten Film mit aufbelichtetem Sensistreifen auf den letzten, freigelassenen Aufnahmen.
Interessantes Ergebnis: bei Änderungen der Menge Stammlösung oder der Filmlänge treten - ausser bei Entwicklung in Putzeimervolumina - nahezu immer Abweichungen auf. Solange man aber ohne Einbruch in den Lichtern durch Zeitverlängerung auch hohe Gammas erreicht, kann man das problemlos kompensieren.
Kurz gesagt: Erst der Einbruch in den Lichtern (Kurve Gamma/Zeit flacht ab) zeigt, dass man den Entwickler zuviel zugemutet hat. Kompensieren muss man bei unterschiedlichen Mengen Stammlösung eigentlich immer. Bei der üblichen Handentwicklung liegen diese Differenzen aber im Rahmen der gängigen Abweichungen (+/- 10%). Erst wenn man es mit Rotationsautomat und Densitometer bewaffnet ganz genau nimmt, sieht man deutlich was vorgeht.
Viele Grüße
Stefan
skahde
Die "Ausnutzbarkeit" (besser: "kleinste sinnstiftend anzuwendende Menge") hängt einzig und allein von folgenden Faktoren ab.
so absolute Formulierungen sind natürlich immer eine Einladung :)
Je nach Entwickler darf man auch die Luftoxidation nicht vergessen. Enthält die Arbeitslösung wenig Sulfit, muss man nur lange genug umrühren um sie in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Bei Pyrocat ist mir das schon mehrfach gelungen. Die Filmlänge war dabei ein Sensitometerstreifen, ungefähr 20cm Kleinbildfilm.
Dem entsprechend kann man je nach Entwicklungsmethode (Tank, 1 min Kipp, Rotation) und des dadurch während der Entwicklung eingerührten Sauerstoffs unterschiedliche Mengen Film pro Volumen entwickeln.
Das musste ich jetzt doch mal loswerden :D
Viele Grüße
Stefan