Gast
Hallo!
Ich habe ein altes Labor übernehmen können. Dabei ist eigentlich alles was man wohl so braucht, zumindest als Anfänger.
Nun würde ich gerne wissen wie ich die natürlich schon gebrauchten Schalen und Dosen reinigen kann ohne dass sich noch Rückstände in den Behältnissen befinden?
Ich weiß nämlich nicht in welcher Schale fixiert wurde etc.
Den Vorbesitzer kann ich leider nicht mehr fragen, da er verstorben ist.
Was sollte man sonst noch grundsätzlich beim Aufbau beachten? Gibt es vielleicht irgendwelche klassischen Anfängerfehler?
Gruß Phil
CPD
Hallo Phil,
Schalen usw. kriegst Du mit Omis Gebissreiniger sauber. Fragt sich aber, ob das lohnt und ob Du nicht mit ein paar neuen Schalen, die ja auch nicht die Welt kosten, besser bedient bist.
Wenn Du mit Kontrastwandelpapier arbeitest, dann darfst Du die grünen Lampen nicht benutzen. Überhaupt die Dukabeleuchtung prüfen: ein paar Münzen für ein paar Minuten aufs Photopapier legen und dann entwickeln. Sieht man die Münzen dann auf dem Papier, ist mit der Beleuchtung was nicht in Ordnung.
Dann Parallelstellung von Grundplatte und Vergrößerungskopf überprüfen. Schauen, ob die Spiraleinsätze für Neg.- Dosen noch in Ordnung. Wenn nicht, raus mit dem Zeug! Sonst bist Du nur gefrustet. Ordentlich feucht Staub wischen und los kann es gehen.
Gruß CP
cfb_de
Hallo Phil,
- *rote* Dukaleuchte. Die Partybirnen taugen nicht, es gibt das extra Lampen mit Filter oder extra Birnen (Gastgeber hier fragen) dazu.
- nach dem von CP schon beschrieben Putzen: Schalen mit viel heißem Wasser ordentlich abwaschen. Der Gebissreiniger bleibt gerne in den feinen Kratzern hängen und sorgt so für ungeahnte Effekte.
- *neues* Photopapier kaufen, nix von eBay. Das minimiert einen wesentlichen Fehler.
- *neue* Chemie kaufen, Rest s.o.
- auf die richtige Lampe im Vergrößerer achten. Opallampen sehen zwar so aus wie normale weiße Glühbirnen, sind aber keine (Gastgeber Mirko hier fragen).
- einen XP2 oder sonstigen großabortauglichen SW-Film kaufen und damit die ersten Negative machen. Kamera wie gehabt, Filmentwicklung im Großabor, meinetwegen auch mit Abzügen (die nimmst Du dann hinterher als Referenz für eine durchschnittlich bescheidene Qualität. Beim fünften wirst Du schon sagen, dass Du ohne jede Erfahrung besser bist, bewusste Arbeit vorausgesetzt:-)
- Buch kaufen!!! Der "Merz, Das Praxisbuch Schwarzweiss-Labor; ISBN 3-9809801-0-3" für
Gast
Hallo!
Vielen Dank erstmal für den umfangreichen Rat!
Neue Chemie und neues Papier wollte ich die Tage bei Impex bestellen. Eine neue Rotlampe wohl auch, Vergärer sind sogar zwei dabei, ein Fabrikat "Durst" und ein etwas älter aussehender "Leitz". Kann jetzt leider nicht genau die Modelle benennen, da die Ausrüstung im elterlichen Heim steht. Ich habe als Student nur beschränkt Platz...
Weiterhin sind wie oben erwähnt diverse Schalen, Dosen, Mensuren, etc. dabei. Die sind auch alle noch in Ordnung (Keine Risse o.ä.), müssten wohl aber mal gespült werden.
Zangen habe ich schon neu, Klammern für später zu entwickelnde Filme auch.
Zwei Trockenpressen (für Barytpapier?) sind auch dabei, sehen schon ein bißchen mitgenommen aus, aber die Tücher kann man wohl neu bei Impex erwerben? (Ich meine ich hätte im Katalog so was gesehen)
Soweit ich mich erinnere, ist keine Schaltuhr und auch kein Rahmen dabei.
Ein Päckchen Ilford ID-11 ist übrigens auch noch dabei und auch diverse Tetenal Chemie.
An mehr kann ich mich beim besten Willen aber gerade nicht erinnern.
Ich habe bisher einige "normale" S/W Filme belichtet und bin mit den Ergebnissen auch ganz zufrieden, da ich sie bei Impex habe entwickeln lassen und für eine grobe Übersicht mal gescannt habe.
Einige XP2 super habe ich auch vor Ort entwickeln lassen. Taugliches Material hätte ich also genug.
@ CP: würde die Schalen und anderes noch gerne benutzen, dann kann ich mir mit meinem schmalen Studentenbudget lieber eine vernünftige Lampe, etc. kaufen.
Gruß Phil
Gast
Phil,
Rote Lampen sind nicht so gut, unter rotes licht wird der Kontrast illusionaer verstaerkt und du kannst nicht gut sehen, ob alles stimmt,nimm besser andere Farbe.
Oleksander
skahde
Phil,
Rote Lampen sind nicht so gut, unter rotem Licht wird der Kontrast illusionär verstärkt und du kannst nicht gut sehen, ob alles stimmt, nimm besser andere Farbe.
Oleksander
Hallo,
Den Kontrast der Abzüge kann man bei Dukalicht nicht annähernd brauchbar beurteilen, egal bei welcher Farbe. Das geht nur bei hellem Weißlicht halbwegs anständig.
Will man die Sache wirklich gut machen, benötigt man eine Beleuchtung, die von ihrer Intensität und Lichtfarbe ungefähr der Beleuchtung am Hägeplatz entspricht. Den Grund für diesen Aufwand versteht man spätestens dann, wenn man in der Duka einen hellen Strahler installiert, die Bilder bestens aussehen und dann am Hägeplatz plötzlich alle Bilder ca. 20% zu dunkel wirken.
Der Entwicklungsfortschritt in der Schale wird mit der Uhr kontrolliert, nicht mit dem Auge. Ausentwicklung heißt das Zauberwort. Für die Ermittlung von Bildspurzeiten und Ähnlichem ist Rotlicht ausgezeichnet geeignet. Richtig ärgerlich ist nur, wie oft diverse Autoren solchen Kappes in ihre Bücher übernehmen, während man bereits im Agfa Laborhandbuch von 1939 nachlesen kann, dass man die Papierentwicklung nicht nach Sicht steuern sollte.
Es gibt aber einen Grund, weshalb man Rotlicht gerade bei der heutigen Marksituation, in der osteuropäische Papiere eine wesentlich stärkere Rolle spielen, vorziehen sollte: Rotlicht ist die einzige Beleuchtung, mit der man alle aktuellen SW-Papiersorten sicher verarbeiten kann.
Verwendet man hingegen ausschließlich Ilford und Agfa, kann man problemlos auch Orange oder Bernstein nehmen, darf dann aber die gesamte Beleuchtung umbauen, wenn man ein anderes Material verwenden will, das Rotlicht erfordert.
Viele Grüße
Stefan
Gast
Stefan,
jaja, dumme Ausreden gibt es immer, Agfa sagte 1939 nicht nach Sicht entwickeln und auf den Beipackzetteln aus 1960 steht, genau das Gegenteil.
Das rote Funzelicht ist unter aller Kanone, da siehst du die eigene Hand vor Augen nicht, aber wer ne Ausrede braucht, sich keine zwei oder drei Dukafilter anzuschaffen von mir aus gerne.
cfb_de
N'amd Namenloser,
ich halte meine rote Dukabeleuchtung absolut nicht für funzelig: Zeitunglesen geht dabei hervorragend, ein Handbeli sagt bei 100ASA dazu "2,8/25.tel".
In der Tat bin ich zu faul, während einer Duka-Session mit mehreren verschiedenen Papieren jeweils den Filter zu wechseln und mich an das andere Erscheinungsbild der Kontraste zu gewöhnen. Einmal auf rotes Licht eingeschossen, funktioniert einfacher, bequemer und besser. Da brauche ich keine Beleuchtungswissenschaften mehr zu betreiben.
Außerdem habe ich wohl deshalb auch noch nie verschleiertes Papier erlebt. Bei Rotlicht geht bis auf Farb-/pan-Papier nämlich alles.
Beste Grüße,
Franz
SamuliSchielke
Von Amaloco gibt es einen Laborreiniger, der angeblich Rückstände jeglicher Art entfernt. Ist nicht teuer. Wie gut das funktioniert, kann ich aber nicht sagen da meine Flasche mit dem Zeug noch ungeöffnet ist - bisher hat heißes Wasser immer gereicht. Im Übrigen kann ich bestätigen dass man auch beim Grün-Gelben Licht die Kontrasten schwer richtig einschätzen kann. Beim Rotlicht sieht alles dunkler aus als es ist, und bei Grün-Gelb erscheinen die Kontraste steiler als sie sind, so mindestens mit meinen Philips-Lampen. Und Ausentwickeln dauert bei PE eh nicht lange.
Zudem rate ich dir noch, ein kleines Transistorradio mit ins Labor zu nehmen, mit ein bisschen Musik läuft die Arbeit flotter.
Viel Spaß
Samuli
Gast
Hallo!
Hatte eigentlich sowieso vor rotes Licht zu nehmen, da ich damit, wie Franz schon sagt, alle Papiere problemlos verarbeiten kann. So werde ich mit Adoxpapier auch keine Überraschung erleben, wenn man mal vergessen haben sollte den Filter zu wechseln.
Gruß und Danke für die Ratschläge,
Phil
Gast
aber wer ne Ausrede braucht, sich keine zwei oder drei Dukafilter anzuschaffen von mir aus gerne.
Es wäre wirklich nicht nötig gewesen, dass Du mir soo deutlich recht gibst. :P
cfb_de
Zitierst Du Dich da gerade nicht selbst?
Beste Grüße,
Franz
skahde
aber wer ne Ausrede braucht, sich keine zwei oder drei Dukafilter anzuschaffen von mir aus gerne.
Es wäre wirklich nicht nötig gewesen, dass Du mir soo deutlich recht gibst. :P
Sorry, war nicht eingeloggt.
cfb_de
Ah ja. Trotzdem bleibe ich bei meinem Rotfilter. Orange, gelbgrün, dunkelgrün und das ganze Zeugs liegt unbenutzt rum. Einmal an rote Dukabeleuchtung gewöhnt, kann man dann irgendwann Helligkeiten und Kontraste auch so einschätzen.
Meine Hauptschwierigkeit besteht darin, dass ich normalerweise meine Bildchen auf Arbeit oder zuhause zeige. Das ist in beiden Fällen recht hell. Abends beim Fotostammtisch in der Kneipe wirken die oftmals ganz anders und etwas zu dunkel.
Am Wochenende geht es wieder in die Duka. Bis dahin ist evtl. auch der letzte Efke aus meiner alten Charge voll und die "neue" Cord damit genügend ausprobiert.
Beste Grüße,
Franz
CPD
Hallo,
was das Ausentwickeln von Papier angeht, so halte ich diese für enorm wichtig.
Ich machte während meiner Schulzeit einen Dukakurs, wo nach Sicht entwickelt wurde. Mit meinen Ergebnissen war ich niemals richtig zufrieden, eigentlich war das niemand von uns.
Der alte Windisch meines Vaters brachte mich auch nicht weiter (ich habe die 1940er-Ausgabe - heute noch). Irgendwann fiel mir Beutlers Dunkelkammerpraxis, ein Buch, das ich, wenngleich ein bißchen altbacken, die Beispielbilder nicht unbedingt das, was mir so gefiel, empfehlen würde, in die Hände. (Meine Ausgabe von 1957).
Herr Beutler bestand darauf, dass die Bilder mit dem Gesicht nach unten nach Zeit ausentwickelt wurden. Es war wie eine Offenbarung für mich, meine Abzüge wurden schlagartig besser.
Allerdings hätte ich nicht erwartet, dass heute noch Laboranten nicht ausentwickeln. Das bringt doch nur Vorteile. Vgl. den Stress, den ich mit meinen S/W-Dias vom Negativ hatte.
Gruß CP