Gast
Hallo allerseits
Macht es eigentlich Sinn, die Filme und PE-Abzüge nach der Schlusswässerung für 1 Minute in AGFA Sistan zu baden (Silberbildstabilisator)? Ich benutze es anstelle eines Netzmittels. Habe keine negativen Erfahrungen gemacht - aber kann bis heute auch keine positiven feststellen. Aber das Zeugs kostet ja. Hat jemand Erfahrung und kann mir sagen ob ich es weiter verwenden soll?
Gruss
Martin
cfb_de
Hallo Martin,
den positiven Effekt siehst Du jeden Tag, wenn Du im Licht und an offener Umgebungsluft Prints anschaust: Die sind nützlich noch heile:-)
Im Ernst: Sistan (besteht aus Netzmittel und Kaliumrhodanid) hat eine nachgewiesene konservierende Wirkung bei SW-Papierbildern. Ich würde es für Verkaufsabzüge jedenfalls nicht missen wollen.
Beste Grüße,
Franz
MehmetCati
Hi!
Ich kann leider keine praktische Erfahrung dazu beitragen, habe mir aber was angelesen.
Textauszug wie folgt:
>>
Die Schutzwirkung von Agfa Sistan besteht darin, dass das durch Oxydation sich bildende lösliche Silbersalz im Augenblick der Entstehung als farbloses, unlösliches Silbersalz (Silberrhodanid) ausgefällt wird. Dieses legt sich wie ein Schutzmantel um das Silberkorn herum. Silberrhodanid ist lichtunempfindlich und verhindert effektiv die oxydationsbedingten Verfärbungen der Silberschicht. Durch eine Vielzahl von Tests, beispielsweise durch Einwirkung von H2O2 oder die Einwirkung von Licht, Wärme und Feuchte (Suntest), konnte die ausgezeichnete Schutzwirkung von Sistan nachgewiesen werden. Mit Sistan behandelte Schwarzweißbaryt- und PE-Bilder weisen, gegenüber unbehandelten Bildern, eine wesentlich bessere, hohe Bildstabilität auf. Voraussetzung hierfür ist die ordnungsgemäße Verarbeitung ebenso wie die richtige Lagerung der verarbeiteten Materialien. Für eine archivgerechte Lagerung wird eine Temperatur von 18-20 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von 50-60% empfohlen.
<<
Ich hab’s wie gesagt noch nie verwendet und mir auch noch keine Gedanken darüber gemacht ob ich’s auch wirklich brauchen würde....
Gruss
M.C.
CPD
Hallo Leute,
da möchte ich mich gleich mal mit einer - vielleicht dämlichen - Frage anhängen. Kann man damit eigentlich auch die Archivbeständigkeit alter Negative und Glasplatten erhöhen.
Habe nämlich ein neues Hobby: Das Sammeln alter Glasplatten. Hoffe nur, dass das nicht Mode wird, derzeit lässt sich nämlich auf Flohmärkten - neben Sperrmüllgucken ist der Besuch solcher Märkte eine meiner Leidenschaften - noch einiges recht günstig erhandeln. Der Zustand ist leider manchmal nicht so gut. Gelatine bröckelt und, und, und...
Will mich mal dranmachen, meine Schätze umzukopieren.
Gruß CP
P. s.: Wenn ich im Netz nach Sistan suche, muss ich immer grinsen: Ich kenne nämlich einen, der schrieb seine Habilschrift über Architektur in afghanisch Sistan - das Buch erscheint dann immer in der Google-Liste.
MehmetCati
Hi Martin!
Ich habe in dem Beitrag "Trockenflecken" in diesem Forum von Robert eine Antwort erhalten, die sich wohl unter anderem auf Konservierung älterer Negative bezieht.
Hier ein Ausschnitt:
<<
(...)
Ist also kein Problem. Ältere Negativen werden manchmal neu gewassert und mit einem Stabilisatorbad (Netzmittel und Formalin 1%) nachbehandelt.
(...)
Beste Grüße,
Fotohuis RoVo
Robert
<<
Weil es mich nicht so sehr interessiert, habe ich nicht noch mal genau nachgefragt, aber Formalin scheint hier das Mittel der Wahl zu sein.
Mehr kann ich leider auch nicht dazu sagen.
Gruß
M.C.
CPD
Hallo Mehmet,
ist Formalin nicht eher ungesund? Sind da keine giftigen Dämpfe von den so behandelten Negativen zu erwarten?
Gruße,
CP
cfb_de
Hallo CP,
ja. Formalin (besser das aus dieser wässrigen Lösung ausdünstende Formaldehyd) ist nicht gerade gesund. Man muss - wie überall im Leben - Risikoabwägung betreiben.
Beste Grüße,
Franz
Gast
Hi!
Mal so ins Blaue hinein...:
Ich denke Formalin ist in der Handhabung auch nicht "gefährlicher" als so manche Fotochemikalie. Also vorsichtig handhaben!
Was Ausdünstungen betrifft, so wird das nicht "so wild" sein. Wenn man Roberts Tipp bedenkt, 1%....
Da war früher so manche Spanplatte einen halber Reaktorunfall.
Formalin ist, soweit ich mich erinnere, in Alkohol stabilisiertes Formaldehyd. Formaldehyd soll krebserregend sein. Deshalb ist es aus so manchem Billy-Regal und so mancher Kosmetik verschwunden.
Wenn man nun Filme damit behandelt, denke ich wirklich nicht, dass das hinterher gesundheitliche Probleme macht. Man sollte aber mal recherchieren was da so wirklich (im ppm Bereich?) in die Luft ausdünsten kann.
Nun denke ich mir mal, dass das Formaldehyd eigentlich nur die Rolle eines Hüters spielen soll (da es ja zur Hüting für Leim, Gelatineschichten u.ä. in der Industrie früher eingesetzt wurde. Daher mein Rückschluss).
Konservieren tut’s auch recht gut, so dass es den Film evtl. auch vor Pilzbefall etc. schützt.
Vielleicht gibt es ja auch andere Substanzen die nicht so bedenklich sind und den gleichen Effekt haben.
Ich kenne mich da leider nicht aus, aber vielleicht hat unser Forum-Gastgeber ja sowas im Angebot?
Gruss
M.C.
MehmetCati
Hi!
Mal so ins Blaue hinein...:
Ich denke Formalin ist in der Handhabung auch nicht "gefährlicher" als so manche Fotochemikalie. Also vorsichtig handhaben!
Was Ausdünstungen betrifft, so wird das nicht "so wild" sein. Wenn man Roberts Tipp bedenkt, 1%....
Da war früher so manche Spanplatte einen halber Reaktorunfall.
Formalin ist, soweit ich mich erinnere, in Alkohol stabilisiertes Formaldehyd. Formaldehyd soll krebserregend sein. Deshalb ist es aus so manchem Billy-Regal und so mancher Kosmetik verschwunden.
Wenn man nun Filme damit behandelt, denke ich wirklich nicht, dass das hinterher gesundheitliche Probleme macht. Man sollte aber mal recherchieren was da so wirklich (im ppm Bereich?) in die Luft ausdünsten kann.
Nun denke ich mir mal, dass das Formaldehyd eigentlich nur die Rolle eines Hüters spielen soll (da es ja zur Hüting für Leim, Gelatineschichten u.ä. in der Industrie früher eingesetzt wurde. Daher mein Rückschluss).
Konservieren tut’s auch recht gut, so dass es den Film evtl. auch vor Pilzbefall etc. schützt.
Vielleicht gibt es ja auch andere Substanzen die nicht so bedenklich sind und den gleichen Effekt haben.
Ich kenne mich da leider nicht aus, aber vielleicht hat unser Forum-Gastgeber ja sowas im Angebot?
Gruss
M.C.
CPD
Hallo Franz,
heiße das, dass wenn ich die Platten/Filme in einem Raum, in dem ich nicht wohne, schlafe, koche oder arbeite aufbewahre, meine Lebenserwartung nicht signifikant sinken wird?
Grüße
CP
MehmetCati
Hi!
Hier etwas was Rückschlüsse auf die Lebenserwartung:
>>
(...)z.B. dürfen Wasch-, Reinigungs- und Pflegemittel nicht mehr als 0,2% Formaldehyd, Spanplatten und daraus hergestellte Möbel nur noch 0,1 ppm Formaldehyd enthalten. (...)
<<
das ist aus einem MEYER lexikon 8 Auflage 2001.
Und ich dachte Formaldehyd wäre im Duschgel ganz verboten.....
Also wenn man sich nicht gerade mit den behandelten Filmen wächt oder Designermöbel draus macht....
:P
Gruss
M.C.
CPD
Hallo Mehmet,
sehe Deinen Eintrag jetzt erst. An die Geschichte mit den Spanplatten kann ich mich noch gut erinnern, auch daran wie wir in den ersten Semestern noch munter Asbest in Baukonstruktionslehre nahegebracht kriegten - das änderte sich dann schlagartig!
Ich halte auch nichts von Hysterie, weiß aber, dass meine Ex (Biologin), die auch Präparationen durchführte, vor dem Zeug einen Heidenrespekt hatte. Allerdings wird sie wohl auch mit höheren Konzentrationen gearbeitet haben.
Ich denke mal, wenn ich mein Neg./Diaarchiv wie oben beschrieben in einem separaten Raum einrichte, wird's wohl schon gutgehen - ich will ja keine Archivpartys feiern.
Gruß CP
MehmetCati
Hi CP!
Ja ja, das gute alte Asbest (Autobremsen, Kupplungen etc. etc.).
Irgendwie ging das ja mit vielem so. Man denke auch an das gut riechende Benzol (im Benzin) :P
Tja, das waren noch Zeiten.....
Aber im Ernst:
Die behandelten Negative halte ich auch nicht für "gefährlich".
Kann man aber vielleicht echt ein "professionelles" Ersatzprodukt aus dem Fotohandel für nehmen(?).
Hier noch ein paar Zeilen aus www.wikipedia.de.
>>
Formaldehyd kann bei unsachgemäßer Anwendung Allergien, Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen verursachen. Eine Kanzerogenität wird vermutet, in zahlreichen epidemiologischen Untersuchungen konnte jedoch kein erhöhtes Krebsrisiko festgestellt werden. Dennoch ist Formaldehyd nach der DFG-Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe bislang als Stoff mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential (IIIB) eingestuft. Ein Grund hierfür ist, dass im Tierversuch mit Ratten Formaldehyd nachweislich karzinogene Wirkung gezeigt hat, allerdings erst bei extrem hohen Konzentrationen ab 6 ml/m³. Solche Konzentrationen wären für den Menschen schon nach kurzer Zeit unerträglich: zunehmendes Unbehagen, Tränenfluss, Reizung von Augen, Nase und Kehle würden den Aufenthalt in derart kontaminierter Umgebung unmöglich machen. Akute Lebensgefahr (toxisches Lungenödem, Pneumonie) besteht ab einer Konzentration von 30 ml/m³.
Bestimmte Formaldehyd-haltige Materialien (Holzwerkstoffe, Bodenbeläge, Textilien, und andere) können durch Ausgasung eine Kontamination der Atemluft in geschlossenen Räumen bewirken. In den achtziger Jahren sind in diesem Zusammenhang insbesondere Spanplatten und Sperrholz, zu deren Herstellung Aminoplaste als Bindemittel eingesetzt wurden, ins Gerede gekommen. Heute sind jedoch formaldehydfreie Holzwerkstoffe und Möbel überall im Handel erhältlich.
Auch bestimmte Harnstoff-Formaldehyd-Harze können zum Teil noch über Jahre Formaldehyd in die Umgebungsluft freisetzen.
Eine weitere wichtige Quelle für die Emission von Formaldehyd sind unvollständig ablaufende Verbrennungsprozesse. Diese finden sich beispielsweise in Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen, in Gießereien und bei der Herstellung von Kunststoffartikeln. Auch beim Rauchen entsteht auf diese Weise Formaldehyd, welches nicht unerheblich zur Belastung der Luft beiträgt. Im Gesamtrauch einer einzigen Zigarette finden sich etwa 1,5 mg Formaldehyd.
<<
Na den prost...
gruss
M.C.
fotohuisrovo
Ja CP,
Deine Lebenserwartungen werden gekürzt mit einer Lösung von 1% Formalin ins Stabibad.
Vielen Dank für die Deutschen Erklärungen von dem Formaldehyd.
Wie mit allen Chemie gibt es dabei natürlich ein gewisses Risiko. Ihre Apotheke kann das sicher noch besser erklären. Gute Alternativen für pilzfreie Archivierung gibt es (leider) noch immer nicht.
1 Ltr. Stabibad und 1% Formalin wird gemacht mit 25-27ml Formaldehyd 37% Lösung und Netzmittel.
Dabei ist 37% natürlich nicht ungefährlich.
Aber im Vergleich mit einer Lösung Kaliumdichromat für z.B. schöne saubere Schalen B) ist unser Tipp noch ziemlich gefahrlos.
Formalin steht in derselben Klasse wie z.B. Hydrochinon. Wenn Sie es lieber nicht verwenden, kann man natürlich auch Entwickler mit z.B. Ascorbinsäure benutzen. Für Formalin, I.P.A. verwenden, aber das ist sicher weniger effektiv.
Augenschutz, Handschuhe und sehr gute Belüftung sind sehr wichtig bei Verwendung von Formaldehyd 37%. :P
Für weitere Fragen stehen wir natürlich immer zur Verfügung.
Beste Grüße,
Robert
cfb_de
Hallo CP,
um mal auf Deine Frage zurückzukommen: Unter den von Dir beschriebenen Umgebungsbedingungen für Dich (nicht für die Platten) wird Dir da wohl nichts passieren. Da dürfte die Acrolein-Dosis aus der jährlichen Einzelportion Pommes gefährlicher sein.
Für die Platten sieht es anders aus. Denen langt es nicht, in einem von Dir separierten Raum im Dunkeln gehalten zu werden. Die möchten auch noch Temperatur und Luftfeuchte kontrolliert und konstant gehalten wissen.
[Pers. Anmerkung: Mir persönlich ist dieses ganze Geheule um das böse Formaldehyd völlig egal. Ich bade nämlich nicht darin und die wirklich übelst gefährlichen Ausdünstungen aus den billigen sozialistischen Spanplatten der West-80er zeigen bei mir -wie bei meiner damals frisch geborenen Schwester- keinerlei schädliche Nebenwirkungen. Wer damit ein Problem hat, möge dies bitte medizinisch klären lassen und seinem Arzt oder Pastor glauben. Aber nicht in irgendwelchen Webforen Weltuntergangsahnungen aus ökologischer Sicht verbreiten, für diese besteht kein Grund und kein medizinischer oder gar naturwissenschaftlicher Beweis. Lüften dabei und: Was stinkt, ist per se ungesund/giftig. Ob Furz, Kampfgas oder Photochemie.]
Beste Grüße,
Franz
Gast
Hallo Franz
Sitan enthält laut deinen Ausführungen Kaliumrhodanid.
Muss ich nun besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen beim Einsatz?
Bei mir liegt die Schlusswässerungswanne auf einem Rost auf der Badewanne. Anschließend gehen die Prints in die Sistanwanne daneben. Abgestreift (Restflüssigkeit geht in den Abfluss) werden die Prints hängend getrocknet. Hantiert wird ohne Handschuhe.
Nach 50 Abzügen 18x24 geht das restliche Sistan ebenfalls in den Abfluss. Bin ich fahrlässig?
Danke für deine Einschätzung.
Gruss
Martin
cfb_de
Hallo Martin,
Du ignorierst damit zwar ungefähr alles, was man bei Laborarbeit beachten soll, ich halte das aber in diesem Fall nicht unbedingt für fahrlässig.
Beste Grüße,
Franz
Gast
Hallo Franz
Was missachte ich denn so alles? Müsste ich das Sistan als Sondermüll entsorgen?
Oder darf ich die Prints nicht aufhängen? :-)
Ich dachte immer, dass ich meine Fotolaborarbeit nicht ganz falsch betreibe :-)
Gruss Martin
cfb_de
Hallo Martin,
> Hantiert wird ohne Handschuhe.
das z.B. :P
Und hinterher daran denken, dass die Wanne geschrubbt gehört, ehe du Dich selbst reinlegst (Badewanne als Chemikalienabtropffläche/Ausguß entspricht auch nicht unbedingt der GLP).
Beste Grüße,
Franz
CPD
Hallo,
fragte in der Apotheke nach, wo mir erzählt wurde, Formalin sei nicht frei verkäuflich. Naja, ich habe auch noch andere Bezugsquellen :P
GrüßeCP