Gast
Ich möchte gerne mit dem Mittelformat arbeiten und suche dafür eine Kamera.
Was ist in diesem Zusammenhang von einer Kiev 88 zu halten?
Gibt es vielleicht andere Alternativen?
Ich möchte lediglich S/W fotografieren.
Für einen kompakten Rat wäre ich sehr dankbar!
Gruß Phil
CPD
Hallo Phil,
zunächst mal ein zwei Gegenfragen:
- brauchst Du Wechselobjektive?
- Muss es unbedingt eine Spiegelreflexkamera sein oder käme auch eine mit Sucher in Frage.
Verfolge mal E-Bay-Auktionen. da gehen derzeit sogar Hasselblads für einen Apfel und Ei weg - und es muss ja keine Habla sein.
Gruß CP
Gast
Eine Spiegelreflex wäre schon schön, muss aber nicht unbedingt mit Wechseloptiken sein.
Habe mir bei eBay auch schon verschiedene Hasselblad angeschaut, die sind auch tatsächlich vergleichsweise sehr günstig. Aber letztlich habe ich nur ein Studentenbudget zur Verfügung, was übrigens daran liegt, dass ich Student bin.
Nach den Hasselblad bin ich dann auf die russischen 'Kollegen' gestoßen und frage mich, warum die wohl doch um einiges preiswerter sind als die echten?
Gibt es dabei eklatante Verarbeitungsfehler o.ä.?
Wenn nicht, wäre das doch eine Kamera, welche ziemlich ideal wäre, da es eine Reflex ist, welche auch noch sehr flexibel in der Brennweite ist.
Gruß Phil
CPD
Hallo Phil,
ich nehme an, Du wirst bezüglich der Kiev hier im Forum noch kompetente Antworten erhalten. Ich selbst hielt noch nie eine in der Hand.
Zweigige und Faltkameras kannst Du vergleichsweise günstig kriegen. Natürlich hast Du dann keine Wechselobjektive (außer bei der zweigigen Mamiya). Wenn Du nur schwarzweiß photographieren möchtest, ist auch die Vergütung der Objektive nicht so das Problem. Ich selbst benutze im GF teilweise Scherben verehrungswürdigen Alters - mit m. E. gutem Erfolg.
Gruß CP
Gast
hallo!
ich kann jetzt nur von mir reden...bin auch student und (immer) knapp bei kassa....meine entscheidung ist auf eine mamiya c220 tlr gefallen....hab sie zwar noch nicht lange aber bis jetzt kann ich mich absolut nicht beschweren...die ersten testbilder haben mich alleine von der auflösung her umgeworfen....wechseloptiken und günstig ist das ganze obendrein noch (makro mache ich sogut wie nie, jetzt stört mich der paralaxenfehler auch nicht).....
insgesamt hat mich die ganze mittelformat ausrüstung (c220, lunasix 3 belichtungsmesser und durst m370 mit 6x6 erweiterung) ca. 170 euro (inkl. porto) gekostet...ich glaub da kann man nicht viel falsch machen :-)
bei den russendingern sollte man wohl eher aufpassen...hab mich da auch erkundigt und es ist russisches roulette ob man was gutes oder nicht erhält....
greets
stefan
Gast
Hallo!
Von einer unmodifizierten Kiev 88 würde ich auf jeden Fall die Finger lassen, das ist einfach zu riskant; eine von Arax, Wiese oder Hartblei modifizierte ist wiederum so teuer, dass man auch was anderes dazubekommt.
Du schreibst, Du möchtest nur SW machen - Wechselmagazine wären demnach gar nicht nötig, eine Kiev 60 (viiiieeel zuverlässiger als eine 88) oder Pentacon Six TL würden sich da anbieten, da passen dann auch die guten und günstigen Carl Zeiss Jena Objektive (Flektogon, Biometar, Sonnar) dran.
Weiter leistbarere Alternativen wären z.B. Mamiya C220 / C330 TLRs mit Wechselobjektiven; Bronica SQ Modelle gibt es auch schon relativ günstig. Ebenfalls sehr günstig, aber halt 'nur' 6x4,5 statt 6x6 cm Format: die Mamiya 645 Modelle.
Natürlich gibt's 500er Hasselblads mit 80er Objektiv schon vergleichsweise günstig - aber weitere Objektive gehen halt ins Geld, und wenn man sich die nicht leisten kann, fährt man z.B. mit einer Rolleiflex viel besser (leichter, einfacher im Handling, und günstiger).
Was für Art Fotos willst Du eigentlich machen? Wenn Du nicht grad explizit Architektur und Landschaft machen willst, wo ein Weitwinkel kaum vermeidbar ist, findest Du möglicherweise mit einer TLR (das kann eine Rolleiflex, aber genausogut eine billigere 'cord, YashicaMat oder Flexaret sein) das Auslangen; TLRs sind für schnelles, einfaches Fotografieren unterwegs, ohne viel Aufwand, bei trotzdem maximaler Qualität, ideal - eigentlich sollte jeder Fotograf eine besitzen... :blink:
Roman
Gast
wenn Du sicher sein willst, dass die Bilder auch was geworden sind, und nicht überlappen, oder sonst durch einen Fehler der Kamera versaut sind, würde ich auf jeden Fall zu einer westlichen Qualitätsmarke wechseln, und ruhig 30% mehr ausgeben. Eine Kiew ist so grottenschlecht verarbeitet, und macht Dir nur Probleme!!! Eine Pentacon Six hat extreme Probleme mit dem Filmtransport. Eine Hasselblad 500c/m oder Mamiya ist nur unwesentlich teurer, aber dafür zuverlässig. Zu Ostzeiten war sicher nicht alles schlecht, aber Kameras konnten die keine bauen! Sorry.
Gast
Hallo Phil, die Entscheidung für eine Kiev-88 sollte am Ende einer wohlüberlegten Abwägung der unterschiedlichsten Kriterien stehen - ich will hier nur einige wenige, aber nützliche Erfahrungen mitteilen:
das zentrale Motiv für den Wechsel ins Mittelformat ist schlichtweg das wesentlich bessere technische Potential des Filmmaterials im Vergleich zum KB - der Formatvorteil löst sich aber nur dann nutzen, wenn die Kamera diesen Vorteil MAXIMAL UNTERSTÜTZT. Genau hier liegt die Schwäche der Kiev-88, die im normalen, serienmäßigen Zustand zu der Sorte der bekannten "Bananenprodukte" gehört (reift beim Kunden...) und weit jenseits der für das Mittelformat zulässigen Justagetoleranzen liegt. Das betrifft insbesondere den Schlitzverschluss (die Schlitzbreite bei kurzen Verschlusszeiten ist nicht konstant, was zu deutlichen Bildfehlern führt ['Banding']), Probleme mit der Filmandruckplatte führen zu Ungenauigkeiten bei der Filmplanlage (Unschärfen), mangelhafte Passung von Magazin / Kameragehäuse ergibt im Ergebnis den gefürchteten Lichteinfall - wobei es sich bei den geschilderten Toleranzfällen nur um die häufigsten, direkt bildwirksamen Problemzonen handelt.
Eine gute Kiev-88 ist ein sachkundig behandeltes, optimal justiertes Exemplar, das in der Hand des Kenners zu fotografischen Höchstleistungen (Objektive !) fähig ist und zudem ergonomisch (Größe !) auch sehr viel Spaß macht - diese Kiev-88 hat aber neben ihrem Wert auch den dazugehörigen, angemessenen Preis.
Grüße
KievUser
Gast
Eine Kiew ist so grottenschlecht verarbeitet, und macht Dir nur Probleme!!!
...das mag für eine unmodifizierte K88 gelten, für eine K60 definitiv nicht (die ist vom mechanischen Aufbau so simple und robust, dass kaum was kaputtgehen kann - und falls was dejustiert ist, können sogar Menschen mit 2 linken Händen und nem alten Taschenmesser das recht problemlos ins Lot bringen.
Zur P6 und Filmüberlappungen: eigentlich sollte die 100% sichere Methode zur Vermeidung solcher ja inzwischen allgemein bekannt sein, aber offensichtlich gibt's immer noch Unwissende - hier also nochmals:
http://www.baierfoto.de/Transport.html
Es stimmt allerdings, dass es zu relativ günstigen Preisen auch schon westliche MF-Kameras gibt (grad von Mamiya z.B., nur halt nicht in 6x6, und Bronicas sollen ja auch nicht ganz so zuverlässig sein - wobei ich hier ausdrücklich nicht aus eigener Erfahrung spreche!). Eine Ost-Kamera macht nur dann Sinn, wenn man über ein SEHR eingeschränktes Budget verfügt (Studenten,...), gleichzeitig aber trotzdem Wechselobjektive benötigt - dafür muss man halt dann Einschränkungen bezüglich Bedienkomfort und v.a. Gewicht hinnehmen, aber mit etwas Vorinformation erhält man hier durchaus zuverlässige, alltagstaugliche und mit guten Objektiven bestückbare Kameras. Für manche macht's halt schon einen Unterschied, ob man für ein Set aus Kamera und WW-, Normal- und Teleobjektiv 350 bis 400 Euro ausgibt (z.B. eine Pentacon Six mit CZJ 50/80/180mm), oder aber 600 bis 700 (Mamiya 645 mit 45/80/150).
Roman
Gast
PS: Die Tippfehler in meiem letzten Beitrag sind gratis! :blink:
Gast
...und noch ein paar nnnnnnnnnnnnn auf Vorrat - Sch...-Billigtastatur - und die stammt nichtmal aus der Ex-UdSSR...
Gast
Vielen Dank erstmal für Eure zahlreichen Beiträge! Sehr nett!
Ich habe mir gerade mal eine Mamiya c220 und c330 angeschaut, die gefallen mir richtig gut und liegen sogar innerhalb meines Einkommenniveaus.
Außerdem sind es kompakte TLRs welche die von Roman beschriebenen Vorzüge der Handlichkeit besitzen, aber trotzdem wechselbare Optiken ermöglichen.
Ich möchte mit der Kamera auch Landschaftsaufnahmen machen, aber das sollte wohl bei dem Objektivangebot kein Problem sein.
Werde wohl bei ebay mal 'auf die Jagd gehen'...
Vielen Dank erstmal,
Grüße Philipp
Gast
Hallo,
probiert ihr Kameras gar nicht aus, bevor ihr kauft?
Wenn man ein Film pro Magazin durch eine Kiew 88 zieht, dann weiß man auch ob sie taugt, übrigens das muss mir erlaubt sein als Ukrainer, die Kamera kommt aus der Ukraine und nicht Russland.
Ich finde eigentlich ist wenn dann Zenith 80 die bessere Hasselbladkopie, von den beiden.
Aber wenn jetzt Mamiya sein soll muss ich ja nicht mein Deutsch überfordern mit Details.
Oleksander
Gast
Ooops, sorry, da hast Du was missverstanden...
Die C-Mamiyas sind vielseitige TLRs, weil's Wechselobjektive, verschiedene Sucher, Wechselmattscheiben, etc. gibt - aber kompakt und handlich sind sie nicht wirklich (hab selbst ne C220, die ist nicht viel leichter als eine Kiev 60).
Mit kompakten und handlichen TLRs hatte ich eigentlich nur die mit Fixobjektiv gemeint - Rolleiflex und -cord, YashicaMat, etc. - natürlich kann man mit denen auch Landschaftsaufnahmen machen, aber ist halt doch etwas eingeschränkt wg. der fehlenden Weitwinkelmöglichkeit.
Von den Mamiya C220/C330 will ich Dir deshalb nicht abraten - grad für Landschaft, wo man ohnehin mit Stativ arbeitet, ist die eigentlich ziemlich gut geeignet (nur halt nicht als 'immer-dabei' Kamera für spontane street-Fotos - für diesen Einsatzzweck hatte ich an die anderen TLRs gedacht). Allerdings sollte Dir klar sein, dass das weiteste Weitwinkel zur Mamiya ein 55mm ist (entspricht bei KB etwa 30 bis 35 mm), das noch dazu nicht allzu häufig zu finden ist, und meist für mind. 200 - 300 Euro weggeht.
Gast
hi phil,
ich würde dir von ner unmodifizierten kiev 88 abraten. ich hatte regelmäßig Ärger mit überlappten bildfeldern, bei allen 4 magazinen, die ich verwendet hatte. ob die "optimierten" magazine von z.b. brenner taugen, weiß ich nicht. geil war's natürlich, für jede kontrastsituation nen anders zu belichtenden film in nem weiteren mag. zu haben. spiegelarretierung hat mir gefehlt; und die kiev ist recht laut beim auslösen. bin jedenfalls auf die mam. c330 umgestiegen, vor 12 jahren neu. heute gebraucht noch günstiger, die fotographiestudenten verkloppen ihre c330 ja, wenn sie mit stud. fertig sind. wenn du dich nicht gerade auf makro spezialisieren willst u. auf wechselmag. verzichten kannst, rate ich dir zu. über die objektive kann keiner meckern, einen reparat.fall hatte ich noch nicht.
heiter weiter, ugo
Gast
hallo,
ich muss mich da unbedingt einklinken. ich habe mir 1992 von meinem ersten zivi gehalt ne kiev 88 gekauft. wohlgemerkt das set wie wohl die meisten. seitdem sind fast die ganze objektivpalette dazugekommen. ich kann sagen das ich ca 30 filme im jahr verschiesse, im moment sind es ein paar weniger, wegen zeitmangel. hatte mir wohlwissend der "qualitätsprobleme" eine 2. zugelegt um nicht im regen zu stehen wenn mal was futsch geht. tja was soll ich sagen.... meine kiev war mittlerweile im hohen norden in der wüste marokkos, wüste jordaniens und jetzt in saudi arabien. immer so min ca 10 filme. ich habe zum vergleich eine leica r7 als kb format immer dabei und fotografiere ausschließlich neben dw farbe mit diafilmen (belichtungstoleranzen recht gering). ich kann nur sagen das zweite gehäuse steht bei mir zuhause rum. die kamera hat nie probleme gemacht und abgesehen von eigener dummheit, messfehler falscher film in falschem magazin etc. waren nie ausfälle dabei. die bildabstände sind nicht gleich das stimmt, mit alten orwo filmen wohl. mir ist klar das es auch hämer gibt die nie funktioniert haben. ist nur meine erfahrung mit der 88.
gruss
marwan
Gast
ps mit nicht gleichen bildabständen meine ich so vertretbar, dass man sie ohne Probleme rahmen kann, bei der Leica kann man die Abstände als Maßeinheit verwenden.
gruss
marwan
Gast
@roman: stimmt...das 55 mm ist leider nicht sooo leicht zu finden. und möchte auch noch anfügen, dass bei der c220 keine wechselbaren mattscheiben vorhanden sind....obwohl man offensichtlich problemlos die c330 mattscheiben einbauen kann (man muss sich halt drübertrauen und dann auch noch den fokus überprüfen nach dem wechsel...ist aber auch nicht sooo schlimm)...
vom gewicht her schreckt sie mich eigentlich nicht so...sicher ist sie schwerer und größer wie meine canon a-1....aber viel schwerer wie meine t90 ist sie dafür auch nicht....in der tasche geht sie problemlos zum mitschleppen....
Urnes
Hallo,
ich habe auch lange überlegt bevor ich mich entschieden habe und möchte meine C 33 nicht mehr missen. Auch wenn natürlich ein bisschen unförmig ist, kann man sie auch noch gut ohne Stativ handeln. Der Kick ist aber in meinen Augen, dass ich mit dem Teil durch die Fokussierung mittels Balgen bis in den Makrobereich reinkomme, was sonst nur von teureren Kameras geboten wird. Was den Service angeht so ist es übrigens kein Problem bei Mamiya in München die Dichtungen wechseln zu lassen oder auch eine neue Andruckfeder zu bekommen. Außerdem sind die Objektive ziemlich untadelig, auch wenn das weiteste Weitwinkel nur 55 mm beträgt, so kommt man nach obenhin immerhin auf 250 mm. Also ich finde man bekommt da schon ziemlich viel Kamera für sein Geld. Dafür verzichte dann auch gern auf Magazine oder Spiegelschlüsse.
Gruss Sven.
Gast
Erstmal Danke nochmals für die zahlreichen Antworten! Haben mich doch ein ganzes Stück weitergebracht.
Für die TLR Kameras habe ich mich zwar immer begeistern können, ich dachte aber immer die wären auf nur eine Brennweite beschränkt.
Eine Mamiya c330 würde mir sehr gut gefallen. Alternativ gibt es die Mamiya 645 teilweise je nach Ausführung und Modell/Alter auch schon recht günstig.
Weiß jemand ob 298 EUR für eine C330 (professional) mit 135 mm (f4.5) zu viel ist? Die Kamera ist wohl sehr gepflegt und technisch alles in Ordnung. Zumindest sieht sie auf den Fotos auch wirklich noch sehr gut aus.
Gibt es bei C330/M645 Schwachstellen auf die man achten sollte?
Gruß Phil