manvg
Hallo,
wer kann mir mit Entwicklungszeiten für den efke R 50 (oder auch KB 50) in MZB von Moersch weiterhelfen?
Grüße
Manfred
Gast
50 ASA
A 1:45 45sec kippen B 15min bei 2,4,6min 2x kippen, danach Stillstand
32 ASA
A 2:15 60sec kippen - Stillstand B 9min bis zur 6.min 1x kippen danach Stillstand
WolfgangMoersch
50 ASA
A 1:45? 45sec kippen? B 15min bei 2,4,6min 2x kippen, danach Stillstand
32 ASA
A 2:15? 60sec kippen - Stillstand? B 9min bis zur 6.min 1x kippen danach Stillstand
Sorry - der Gast war ich.
wm
Gast
Hallo,
da möchte ich mich gleich mal mit einer weiteren Frage anhängen:
Die beiden Bäuer haben doch jeweils eine recht kurze Verarbeitungszeit. Wie sieht es da mit der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse aus?
Grüße, CP
WolfgangMoersch
Genau aus dem Grund ist der Film nicht in der Liste aufgeführt. Reproduzierbar sind die Ergebnisse nur dann, wenn die Zeit in der A-Lösung exakt eingehalten wird.
Bei den Efkes gehe ich selbst anders vor, doch abweichende Anwendungsempfehlungen (Verdünnung, Temperatur, Agitation) werden vom Anwender mit Skepsis betrachtet.
Diese ADOX-Filme sind anders, waren es schon immer. Nicht ohne Grund wurde für diese Filme vor Jahrzehnten ein Spezialentwickler kreiert, den es ja auch immer noch gibt. Neofin Blau ist nach wie vor gut, A49 vielleicht noch besser, zumindest ist der unschlagbar beim Preis/Leistungsverhältnis.
Beim ADOX/Efke 50 ignoriere ich, wie bei jeder anderen Film/Entwicklerkombination, den ISO-Standard. Eine Dichte von 0.10 als "Speedpoint" ist mir zu niedrig, ich will Zeichnung in den Schatten. Mit Belichtungsmessereinstellung auf ISO 40/17 komme ich mit MZB auf 0,12 - 0,13 in Zone I, die Zonen II und III häufen nicht so stark durch wie bei ISO 50/18 und damit sind wir auch wieder bei der Empfindlichkeit seliger DIN-Zeiten, früher hieß der Film ja mal KB17.
Meine Empfehlung für MZB:
Belichten mit 40ASA
A und B Stammlösung (beide zweimal verwendbar) bei 20°C
A 4:30min ankippen 30sec, danach 2x pro Minute
B 4:00min 2x kippen nach Einfüllung, danach 2x pro Minute
Gast
Hallo,
zunächst mal herzlichen Dank für die schnelle Antwort!
Also, ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mit verschiedenen Verdünnungen nicht die allergeringsten Probleme hätte, auch nicht mit unterschiedlichen Temperaturen - im Gegenteil. In einem anderen Thread fragte ich ja schon mal wegen Tetenals Emofin. Ich möchte die Filme vor Ort in der Türkei entwickeln und käme bei den dort im Sommer herrschenden Temperaturen sehr schnell auf so kurze Entwicklungszeiten, dass es mir wie ein Lotteriespiel vorkäme, auf richtig entwickelte Filme zu hoffen.
Wenn der MZB das zu leisten vermag, bin ich angenehm überrascht und er könnte dadurch zum Entwickler meiner Wahl werden. Es heißt ja auch, er entwickle eine bessere Schärfe als Emofin. Ich habe bisher fast ausschließlich Erfahrung mit Rodinal, wollte jetzt auch mal Tannol bzw. Pyrogallol wegen deren Vermögen in den Lichtern zu maskieren, antesten. Bei Rodinal gefällt mir die als schon fast technisch zu bezeichnende Schärfe, die gerade in der Architekturphotographie von Vorteil ist.
Gleichzeitig habe ich aber oft genug mit enormen Kontrastumfängen zu kämpfen und verhunzte erst vor kurzem einige Pan F bei Innenraumaufnahmen mit Fensterzonen. Ich wiederholte die Aufnahmen jetzt mit noch längerer Belichtung und enorm verdünntem Rodinal (1:150). Es hat geklappt, aber es geht auch um Partialkontraste und nicht nur um den Gesamtkontrast und so werde ich in der Duka wieder mächtig abwedeln und nachbelichten müssen, wenngleich bei weitem nicht so extrem wie beim ersten Versuch. Diese Bilder nämlich waren auch mit gutem Zureden nur sehr schwer aufs Papier zu bannen.
Gruß CP
WolfgangMoersch
Hallo CP
>Also, ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mit verschiedenen Verdünnungen nicht die allergeringsten Probleme hätte, auch nicht mit >unterschiedlichen Temperaturen - im Gegenteil. In einem anderen Thread fragte ich ja schon mal wegen Tetenals Emofin. Ich möchte die Filme >vorort in der Türkei entwickeln und käme bei den dort im Sommer herrschenden Temperaturen sehr schnell auf so kurze Entwicklungszeiten, >dass es mir wie ein Lotteriespiel vorkäme, auf richtig entwickelte Filme zu hoffen.
Die Verarbeitungstemperatur hatte ich für den MZB standardmäßig auf 24°C festgelegt, weil es im Sommer oft ein Eiertanz ist auf 20°C runterzukühlen. Das Verständnis dafür hielt sich in Grenzen.
>Wenn der MZB das zu leisten vermag, bin ich angenehm überrascht und er könnte dadurch zum Entwickler meiner Wahl werden. Es heißt ja >auch, er entwickle eine bessere Schärfe als Emofin. Ich habe bisher fast ausschließlich Erfahrung mit Rodinal, wollte jetzt auch mal Tannol bzw. >Pyrogallol wegen deren Vermögen in den Lichtern zu maskieren, antesten. Bei Rodinal gefällt mir die als schon fast technisch zu bezeichnende >Schärfe, die gerade in der Architekturphotographie von Vorteil ist.
Sowohl Pyro, als auch Tanol wären für Architektur sicher eine gute Wahl - wenn ein Empfindlichkeitsverlust tolerierbar ist. Beide Entwickler sind mit Sicherheit genau so scharf wie Rodinal.
>Gleichzeitig habe ich aber oft genug mit enormen Kontrastumfängen zu kämpfen und verhunzte erst vor kurzem einige Pan F bei >Innenraumaufnahmen mit Fensterzonen. Ich wiederholte die Aufnahmen jetzt mit noch längerer Belichtung und enorm verdünntem Rodinal (1:150). Es hat geklappt, aber es geht auch um Partialkontraste und nicht nur um den Gesamtkontrast und so werde ich in der Duka wieder mächtig abwedeln und nachbelichten müssen, wenngleich bei weitem nicht so extrem wie beim ersten Versuch. Diese Bilder nämlich waren auch mit gutem Zureden nur sehr schwer aufs Papier zu bannen.
Ich will Ihnen bei der Filmwahl nicht reinreden, gebe nur zu bedenken, dass gerade die geringempfindlichen Filme dazu neigen "steil" zu kommen. Bei den hohen Kontrastumfängen (die es gelegentlich) in der Türkei hat, wäre ein Film mittlerer Empfindlichkeit möglicherweise die bessere Wahl. Pyro und Tanol zeichnen dermaßen rattenscharf, dass es nicht unbedingt erforderlich ist, wegen der Schärfe auf Speed zu verzichten.
Wie auch immer, bei 24°C fallen die MZB-Zeiten von 4 auf knapp unter 3 Minuten.
Bei sehr hohen Kontrasten kann die gesamte Kurve durch Verkürzung der B-Zeit flacher gelegt werden, nur kommen wir dann wieder zu Zeiten, die kritisch werden.
Tanol oder Pyro wären vorzuziehen, bei zonenmäßiger Vorgehensweise.
Ideal wäre es, sich der SLIMT-Technik zu bedienen, der Vorteil läge darin, alle Filme (gleichgültig bei welchem Kontrastverhältnis aufgenommen - nach Vorbehandlung) zusammen (mit einer Entwicklungszeit!) verarbeiten zu können. Selbst allerhöchste Kontraste sind so in den Griff zu kriegen, ohne dass es in den Schatten eng wird.
Das mag sich merkwürdig anhören, aber es funktioniert.
Gruß
wm
Gast
Hallo Herr Moersch,
Danke für Ihre wiederum so prompte Antwort.
Noch eine Frage: - Was versteht man unter SLIMT-Technik? Ich höre den Begriff zum ersten Mal.
Ich arbeite eigentlich nur noch mit Mittel- u. Großformat, sodass eine angepasste Entwicklung möglich wäre. Allerdings scheue ich vor der Testerei des Zonensystems zurück. Ich benutze eine Art abgespecktes Zonensystem, das mir eine erfahrene ältere Photographin mal näher brachte. Bei normalem Kontrast (im Z-System N) liegt meine Filmempfindlichkeit einen Lichtwert unter der Werksangabe, je höher der Kontrast dann wird, desto mehr verringere ich die Filmempfindlichkeit und Entwicklungszeit (bei niedrigem Kontrast gilt analoges). Es funktioniert dann meistens, dass ich eine Gradation nahe normal/spezial vergrößern kann. Meinen Ausrutscher vor kurzem hatte ich ja bereits geschildert.
Pan F war bestimmt nicht die richtige Wahl, ich hätte mir vorher mal die Kurve im Datenblatt anschauen sollen! Ich wollte halt mal was Neues ausprobieren, ansonsten photographiere ich immer auf APX 100, den es als PF ja jetzt freundlicherweise nicht mehr gibt - außer in meinem Kühlschrank! So oder kurz oder lang wird mir aber wohl nichts anderes übrig bleiben als auf FP4 umzusteigen, dann auch im RF-Format, mit zwei unterschiedlichen Filmen als Standardmaterial möchte ich nicht arbeiten und mit den Flachkristallfilmen kam ich nie klar, muss aber auch zugeben, dass ich mir mit ihnen nicht viel Mühe gab, es waren max 10 T-Max 120 und 3 o. 4 Deltas.
Jetzt noch eine Frage: - Was versteht man unter SLIMT-Technik?
Viele Grüße CP
WolfgangMoersch
Hallo CP,
nicht erschrecken - - vor der Entwicklung wird gebleicht! Aber nur in gaaaanz dünnem Bleicher.
Es ist keine aufwendige Testerei nötig, mit FP4 und Tanol liegen Daten vor, mit APX dürfte es auch funktionieren.
Weil bei N-1,2,3 vorgewässert, gebleicht, gewässert wird, ist die N-Zeit natürlich auch mit einer Vorwässerung zu bestimmen (also etwas länger als die Normalzeit ohne Wasser vor dem Entwickler). Mehr an Testerei ist nicht erforderlich, das abgespeckte System kann beibehalten werden. Statt einer Verkürzung der Entwicklungszeit bei N-(1,2,3) werden die Filme in unterschiedlich stark verdünntem Bleicher (nach kurzer Vorwässerung, damit der Bleicher gleichmäßig zupacken kann) vorbehandelt, danach wird das Zeug rausgespült (1min reicht bei der dünnen Suppe) und in einer anderen Dose zwischengelagert bis alle Filme mit abweichendem Kontrast ebenfalls durch sind. Danach fülle ich die Sammeldose (zur Sicherheit) nochmals mit Wasser auf und dann werden alle Filme, ob N, oder N-1 bis N-4 zusammen entwickelt mit der ermittelten Zeit für N. Die N+ Filme müssen wie gehabt einzeln mit entsprechender Zeitverlängerung entwickelt werden.
Im Idealfall passen dann alle N und N- Negative ohne Kopfstände auf G2, für kleinere Maßehler ist also noch Platz. Die Schatten sind sauber differenziert, die Lichter (Silberdichten) kommen runter, ohne dass die Hochlichter vermatschen, denn da ist ja noch die (proportionale Nebendichte) - der Stain.
Das mag riskant klingen, doch zumindest bis N-3 ist bei mir noch nichts angebrannt. N-4 hatte ich erst einmal, ist gutgegangen.
Meine Erfahrungen beschränken sich allerdings auf FP4, Tri-X und Tmax400 in Tanol.
Gruß
wm
Gast
Hallo Herr Moersch,
vielen Dank für die Informationen. Ich will gleich gestehen, dass ich schon etwas erschrak, unentwickelte Negative bleichen zu sollen, ausprobieren werde ich es aber:
Welchen Bleicher und welche Konzentration nimmt man am besten? Wären Sie so freundlich, mir die Daten, also auch die Entwicklungszeiten (in diesem Fall für den FP4), zur Verfügung zu stellen? Bei der Bitte um die Angabe von Entwicklungszeiten krümmen sich viele: zu unrecht wie ich meine, sie sind ein guter erster Anhaltspunkt. Klar, dass man dennoch nicht um eine eigene Einarbeitung herumkommt.
Im Großformatforum (www.grossformatfotografie.de) - sollten Sie es wider Erwarten noch nicht kennen, so werfen Sie ruhig mal einen Blick rein, es dürfte auch für Sie interessant sein - wo ich mich für gewöhnlich tummle, wurde mir berichtet, bei der Vergrößerung von in Pyrogallol und Tanol entwickelten Filmen auf kontrastvariables Papier würde der "Stain" als Partialfilterung in den Lichtern wirken. Können Sie mir über die Wirkungsweise sonst noch etwas berichten? Die Lichter scheinen ja weicher zu kommen.
Was ist überhaupt der Hauptunterschied zwischen Tanol und Pyrogallol? - In der Wirkung, nicht in der chemischen Zusammensetzung. So giftig wie es oft hingestellt wird ist Pyrogallol nämlich, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen selbstverständlich vorausgesetzt, nicht. Mir wurde als Hauptnachteil des Pyrogallol im GF-Forum mitgeteilt, dass trotz sehr langer Haltbarkeit des Konzentrats, bei längerer Entwicklung in der Arbeitsverdünnung, der Film oft noch nicht "fertig ist", das Pyrogallol aber sehr wohl.
Rodinal wird ja immer als der dienstälteste Entwickler hingestellt: Ich glaube, dass man das so nicht stehen lassen kann: Pyrogallol wurde schon früher angewandt. Interessant aber, dass es mit dem modernen Kontrastwandelpapier so schön harmonisiert. Allerdings ist dieses so neu auch wieder nicht - das Patent wurde m. W. bereits in den 30er Jahren erteilt; an seine Markteinführung kann ich mich aber noch recht gut erinnern.
Viele Grüße und nochmals herzlichen Dank!
CP
CPD
Vielleicht sollte ich mich in Zukunft doch besser einloggen. Ich weiß nämlich nicht, wer „für“ sein soll!
Grüße, CP
WolfgangMoersch
Der Bleicher: STAMM-Lösung!
In 100ml Wasser 1g Kaliumhexacyanoferrat (III) und 0,33g Kaliumbromid
Wer die Arbeit scheut, kann den Bleicher bei mir beziehen.
N-1 5ml auf 1 Liter Wasser (+1/3 Blende)
N-2 8ml auf 1 Liter Wasser (+2/3 Blende)
N-3 11ml auf 1 Liter Wasser (+1 Blende)
N-4 14,5ml auf 1 Liter Wasser (+1 1/3 Blende)
1. Wasserbad eine Minute, permanent bewegen
2. Bleicher vier Minuten, vier Kipps alle 30 Sekunden
3. Wasserbad eine Minute, permanent bewegen
4. Entwickler mit der N-Zeit (ermittelt mit Wasser-Vorbad von ca. 5 Minuten)
Die Entwicklungszeit für den FP4 Rollfilm liegt mit Vorwärmung bei 22°C in Tanol (5+5+500ml) bei 16 Minuten, bei 24°C knapp über 13 Minuten.
Mit Daten für PMK kann ich leider nicht dienen, seit ich Tanol habe mache ich nichts mehr mit Pyro.
Ok, wo liegt der Unterschied?
Pyrogallol ist giftig. Wenn man die Gefahr kennt, kann man damit umgehen. Ich habe kein Problem damit mit Pyro zu arbeiten. Ich hätte ein Problem damit einen Pyroentwickler unters Volk zu bringen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Warnhinweise bei konfektionierten Entwicklern oft unbeachtet bleiben.
Der Stain
ist bei Pyronegativen intensiver als bei Tanolnegativen. Bei Pyro ist die Farbe grün bis gelblichgrün, bei Tanol mehr rötlichbraun bis grünlichbraun.
Obwohl der Stain bei beiden Entwicklern proportional zur Silberdichte zunimmt, bildet sich bei Pyro schon eine Farbe in base&fog, die Schleierdichte ist also höher als bei Tanol. Durch den Schleier belichten wir durch, also hat Pyro nur einen Nachteil bei schwachem Vergrößerungslicht und hohem Vergrößerungsmaßstab. Nur bei Platinprints sind die Unterschiede in der Belichtungszeit sehr deutlich, wo Tanolnegative 10 Minuten brauchen, liegen die Pyros bei ca. 30 Minuten.
Die Haltbarkeit
der PMK-Arbeitslösung ist tatsächlich gering. Bei N+ Entwicklungen ist der (Normal-) Ansatz nach der Hälfte der Entwicklungszeit schon stark oxidiert. Besonders bei hoher Agitation mit wenig Suppe in der Rotation geht die Lösung zu schnell den Bach runter. Allerdings ist Pyro schon rotationstauglich, Tanol nicht (zumindest nicht bei gleicher Empfindlichkeit). Ich habe früher in der Rotation nach halber Zeit die verbrauchte Lösung gegen frische ausgetauscht. Ich glaube, der Fehler liegt in der Empfehlung EDTA zuzufügen. Dies ist schon grober Unfug, denn der pH-Wert steigt und folglich das Oxidationstempo. Anders sieht das aus bei der Variante von Harald Leban, durch die Gabe von Ascorbinsäure sinkt der pH-Wert - die Suppe bleibt länger aktiv.
Trotz eines erheblich höheren pH-Wertes bleibt Tanol bis zu einer Stunde aktiv, die geringere Oxidationsanfälligkeit hat aber auch zur Folge, dass der Stain weniger deutlich ausgeprägt ist, dafür sitzt er aber da wo wir ihn brauchen.
Beide Stainformen sind mit einem SW-Densitometer nicht messbar, es ist also bei Messung der oberen Zonen zu berücksichtigen, dass der Stain noch wirksame Dichte "draufpackt"!
Bei den "blauempfindlichen" Festgradationen liegt man also mit G2 richtig, wenn der Kontrastumfang (der Silberdichten) eher nach G3 verlangen würde. Bei den Multigradepapieren ist die Wirkung des Stains abhängig vom verwendeten Film. Bei Kodakfilmen geht die (Tanol)-Farbe leicht ins rötliche, bei Ilford mehr ins grünliche Braun. Grün und Gelb sind die Filterfarben für weich, zu einer Vergrauung der Lichter führt der Stain nicht, gegebenenfalls kann ja ein wenig härter gefiltert werden. Der Vorteil bei den hohen Dichten liegt einerseits in der Reduzierung des Korns durch weniger große Kornzusammenballungen und der Maskierung der Zwischenräume durch die Nebendichte des Stains, bei Tanol wie bei Pyro.
Bei der Ausarbeitung konventionell entwickelter Negative tauchen gelegentlich Probleme auf beim Nachbelichten der Lichterzonen, ist die (Silber)-Dichte hoch, bricht man sich einen ab Zeichnung hervorzukitzeln.
Sowohl bei Pyro- als auch bei Tanolnegativen sind partielle Eingriffe mit weniger Aufwand, bei gleichem (oder besserem) Ergebnis, verbunden. Sollen beispielsweise große Flächen homogener Dichte (Himmel) abgedunkelt werden, macht man das vorzugsweise mit Weißlicht, sollen (im Negativ noch erkennbare) Strukturen in hellen Zonen herausgearbeitet werden, ist mit Magenta nachzubelichten (das ist bei farblosen Negativen auch der richtige Weg).
Vorausgesetzt die Kalibrierung stimmt so einigermaßen, sind Stain-Negative normalerweise ohne Hampelei zu Papier zu bringen.
Gruß wm
Gast
Hallo Herr Moersch,
vielen Dank für die bisherigen Informationen.
Ich werde mich demnächst mal an die Sache ranwagen, komme aber derzeit berufsbedingt kaum zu so etwas.
Viele Grüße CP
manvg
Hallo Herr Moersch,
besten Dank für die Ermittlung der Entwicklungsdaten für die Kombination efke R 50 in MZB.
Nun liegen mir die ersten entwickelten Filme vor und wie könnte es anders sein, die Ergebnisse sind mal wieder Klasse!
Besonders die Version der Kurzentwicklung in A und Langentwicklung in B mit viel Stillstand scheint die ohnehin schon gute Grauwertabstufung der efke’s
noch weiter zu verbessern.
Sowas geht eben nur mit MZB!
Beste Grüße aus dem Rheinland
Manfred Vogel
manvg
Hallo,
zunächst mal herzlichen Dank für die schnelle Antwort!
Also, ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mit verschiedenen Verdünnungen nicht die allergeringsten Probleme hätte, auch nicht mit unterschiedlichen Temperaturen - im Gegenteil. In einem anderen Thread fragte ich ja schon mal wegen Tetenals Emofin. Ich möchte die Filme vor Ort in der Türkei entwickeln und käme bei den dort im Sommer herrschenden Temperaturen sehr schnell auf so kurze Entwicklungszeiten, dass es mir wie ein Lotteriespiel vorkäme, auf richtig entwickelte Filme zu hoffen.
Wenn der MZB das zu leisten vermag, bin ich angenehm überrascht und er könnte dadurch zum Entwickler meiner Wahl werden. Es heißt ja auch, er entwickle eine bessere Schärfe als Emofin. Ich habe bisher fast ausschließlich Erfahrung mit Rodinal, wollte jetzt auch mal Tannol bzw. Pyrogallol wegen deren Vermögen in den Lichtern zu maskieren, antesten. Bei Rodinal gefällt mir die als schon fast technisch zu bezeichnende Schärfe, die gerade in der Architekturphotographie von Vorteil ist.
Gleichzeitig habe ich aber oft genug mit enormen Kontrastumfängen zu kämpfen und verhunzte erst vor kurzem einige Pan F bei Innenraumaufnahmen mit Fensterzonen. Ich wiederholte die Aufnahmen jetzt mit noch längerer Belichtung und enorm verdünntem Rodinal (1:150). Es hat geklappt, aber es geht auch um Partialkontraste und nicht nur um den Gesamtkontrast und so werde ich in der Duka wieder mächtig abwedeln und nachbelichten müssen, wenngleich bei weitem nicht so extrem wie beim ersten Versuch. Diese Bilder nämlich waren auch mit gutem Zureden nur sehr schwer aufs Papier zu bannen.
Gruß CP
Hallo CP,
habe die Diskussion mit Herrn Moersch aufmerksam verfolgt, besonders was die Probleme mit hohen Kontrasten angeht. Da sollten Sie wirklich mal MZB ausprobieren, Sie werden nichts anderes mehr nehmen!
Besonders die brutalen Lichtverhältnisse in südlichen Ländern werden mit MZB glattgebügelt, OHNE Verlust an Schärfe.
Meine Traumkombination: Fuji Acros 100 in MZB (entw. nach Vorschrift)
Gruß M.V.
Gast
Hallo M. V.,
danke für den Hinweis! Ich habe ohnedies die Absicht, den MZB zu testen. Allerdings will ich mich auch nicht verzetteln und zu viel ausprobieren - Tanol und Pyrogallol interessieren mich nämlich auch: daher auch meine nächste Frage an Herrn Moersch.
Gruß CP
Gast
Hallo Herr Moersch,
wäre es nicht möglich, aus Tanol bzw. Pyrogallol, oder überhaupt einem "stainenden" Entwickler einen Zweibadentwickler zu bauen?
Das mit dem Stain in den Lichtern fasziniert mich nämlich wirklich und so wären gleich zwei Fliegen auf einmal geschlagen.
Gruß CP
CPD
Hallo Herr Moersch,
noch eine Frage möchte ich nachschieben, ich kann nur sehr hoffen, Ihnen mit dieser "Läherei" nicht allzusehr auf die Nerven fallen!
Zu den Zweibadentwicklern hat man sehr Widersprüchliches, nicht nur im Internet: die einen sagen, dass Zweibadentwickler bei nur uralten Filmen mit dicker Emulsion funktioniere und dann auch nur bei "Nahezustillstandsentwicklung" im zweiten Bad, bei den modernen doch sehr dünnschichtigen Filmen aber gar nicht so arbeiten könnten, wie behauptet.
Andere wiederum berichten von großen Erfolgen gerade bei der Kontrastbewertung.
Es ist für mich schwer nachvollziehbar, weshalb im Bereich der Photographie so viele widersprüchliche Aussagen vorliegen.
Sicherlich macht jeder seine eigenen Erfahrungen, mancher steht auf ausgesprochenes Feinkorn, der andere legt Wert auf große Schärfe und wählt danach seinen Entwickler, wieder andere sind auf ihr Material so eingearbeitet, dass sie immer zu hervorragenden Ergebnissen kommen - dennoch habe ich manchmal den Eindruck, dass vieles ohne eigene Erfahrung einfach nachgeplappert wird (Paradebeispiel aus einem anderen photographischen Bereich, die angebliche Eichung von Belichtungsmessern auf ein Grau mit 18% Reflexionsvermögen, was man in fast jedem Photobuch nachlesen kann - in Wahrheit arbeiten die Belis meistens um die 12-13%, das Thema war im photo.net eine Zeitlang großer Gesprächsstoff).
Probieren möchte ich den MZB, genauso wie das Tanol, demnächst schon mal, allerdings, ohne mich über Gebühr verzettel zu wollen. Mir stellen sich aber je länger ich mich theoretisch mit den Sachen beschäftige, immer neue Fragen.
Kann ich den MZB um längere Entwicklungszeiten zu bekommen nochmals verdünnen? Sie hatten ja so etwas angesprochen.
Gruß CP
WolfgangMoersch
Ursprünglich war Tanol als Zweibad geplant. Ich habe diese Anwendung (schweren Herzens) nach zweijähriger Testerei verworfen, weil sie nicht ökonomisch ist. Das Entwicklerbad müsste bei einer Zweibadentwicklung sehr viel fetter sein, zumindest dann, wenn im Erstbad auf einen Zusatz von "Aktivator" verzichtet wird.
Die A-Lösung ist stark angesäuert um sie (langzeit)-haltbar zu machen, im Erstbad würde ohne Alkali keine Entwicklung stattfinden. Es stünde also für das Alkalibad nur die Entwicklermenge zur Verfügung, die der Film aufnehmen kann. Bei den meisten (relativ dünnen) Rollfilmen ist das zu wenig, bei den Planfilmen sieht das schon anders aus, doch wie soll ich das vermitteln? Wird die Sache zu kompliziert, lässt der Anwender verständlicherweise die Finger davon.
Interessant ist das Zweibadverfahren schon, im Vergleich zum Einbad (Pyro wie Tanol) konnte ich einen Empfindlichkeitsgewinn von mindestens einer halben Blende feststellen. Wobei ich den Gewinn tatsächlich an Zone I und dem Anstieg im Fuß der Kurve festmache, die Lichterzonen blieben da wo sie hingehören. Das funktioniert sauber mit Planfilmen in der Schale. In der Dose taucht ein Problem auf, im Prinzip mit (fast) allen Zweibadentwicklern, besonders aber mit den "stainenden". Um dies verständlich zu machen, muss ich leider etwas ausholen: Wie entsteht ein Stain? Der Stain ist ein Oxidationsprodukt - mit nennenswertem Gehalt von Sulfit im Entwickler könnte er sich nicht bilden. Bei hoher Agitation kann die Oxidation von Entwicklersubstanzen kein Unheil anrichten (Beispiel PMK). Muss die Agitation möglichst gering sein, um ein Aufsteilen der Kurve zu verhindern, geht das Theater mit der Schlierenbildung los. Bei geringer Agitation (1 Kipp pro Minute) haben wir eine traumhafte Kurve UND den ausgeprägten Stain, alles bestens. Doch wehe wir haben homogene Flächen, wie unbewölkten Himmel. Im Negativ zeigen sich Wolken wo keine waren! Kopf in den Sand lässt das Problem nicht, der Anwender sucht den Fehler bei sich und nicht im Entwickler oder der Technik. Hat der (Stain)-Entwickler ein hohes Reduktionspotential darf nicht stark bewegt werden, sonst schießen die Lichter hoch, bewegt man zu wenig mulmt der Entwickler in homogenen Flächen rum. Nehmen wir nur zum Beispiel den Xactol des sehr geschätzten (zu früh verstorbenen) Kollegen Barry Thornton. Bei nur einem Kipp pro Minute ist die Kurve perfekt - wunderbar ausgeglichene Negative, doch wo Strukturen fehlen, bilden sich Schlieren. Das sieht bei PMK und Tanol nicht anders aus! Ist die Agitation zu gering um (bei hoher Empfindlichkeit!) eine überproportionale Entwicklung der Lichter zu verhindern, können diese Probleme auftauchen. Abhilfe schafft da nur eine Reduzierung der Empfindlichkeit und höhere Agitation. Bei der Formulierung von Tanol habe ich versucht beim Spagat möglichst elegant runterzukommen. Doch auch hier liegt die kritische Grenze bei einem Kipp pro Minute, zwei Kipps sind sicherer.
Bei der Zweibadentwicklung verschärft sich das Problem naturgemäß, besonders in der Dose mit den Ablaufphänomenen. Die geringe Menge Entwickler oxidiert in Gegenwart einer hohen Menge von Alkali teuflisch schnell. Gut, in den Lichtern ist der Entwickler (bei Stillstand) rasch verbraucht, in den Schatten arbeitet er munter weiter, so soll das sein. Doch ohne ein Minimum an Agitation richten die Oxidationsprodukte in den Bereichen hoher Dichte Schaden an.
Bei Pyrogallol kann man die Idee der Zweibadentwicklung getrost vergessen weil es zu rasch oxidiert, Formulierungen auf der Basis von Brenzkatechin (Pyrocatechol) haben da Vorteile (Tanol, Xactol, PyrocatHD).
Meine Erfahrungen sind, wie sollte es anders sein, mit Tanol größer als mit anderen Entwicklern. Eine "echte" Zweibadentwicklung ist möglich, aber teuer. Eine Möglichkeit der Zweibadentwicklung auf der Basis der Normalverdünnung von 1+1+100 hat Otto Beyer herausgefunden. Nach der Hälfte der Entwicklungszeit wird der Entwickler 1+1 verdünnt und die verbleibende Entwicklungszeit mit dem Faktor 1,5 verlängert (Otto übernehmen Sie, wenn ich hier unfug).
Wie auch immer, dem Spieltrieb sind keine Grenzen gesetzt. Möglicherweise werde ich auch eine Zweibadvariante (FETT A) bringen, aber der Anwenderkreis dürfte dafür zu klein sein für den Aufwand.
WolfgangMoersch
Hallo Herr Moersch,
noch eine Frage möchte ich nachschieben, ich kann nur sehr hoffen, Ihnen mit dieser "Läherei" nicht allzusehr auf die Nerven fallen!
Zu den Zweibadentwicklern hat man sehr Widersprüchliches, nicht nur im Internet: die einen sagen, dass Zweibadentwickler bei nur uralten Filmen mit dicker Emulsion funktioniere und dann auch nur bei "Nahezustillstandsentwicklung" im zweiten Bad, bei den modernen doch sehr dünnschichtigen Filmen aber gar nicht so arbeiten könnten, wie behauptet.
Andere wiederum berichten von großen Erfolgen gerade bei der Kontrastbewertung.
Es ist für mich schwer nachvollziehbar, weshalb im Bereich der Photographie so viele widersprüchliche Aussagen vorliegen.
Sicherlich macht jeder seine eigenen Erfahrungen, mancher steht auf ausgesprochenes Feinkorn, der andere legt Wert auf große Schärfe und wählt danach seinen Entwickler, wieder andere sind auf ihr Material so eingearbeitet, dass sie immer zu hervorragenden Ergebnissen kommen - dennoch habe ich manchmal den Eindruck, dass vieles ohne eigene Erfahrung einfach nachgeplappert wird (Paradebeispiel aus einem anderen photographischen Bereich, die angebliche Eichung von Belichtungsmessern auf ein Grau mit 18% Reflexionsvermögen, was man in fast jedem Photobuch nachlesen kann - in Wahrheit arbeiten die Belis meistens um die 12-13%, das Thema war im photo.net eine Zeitlang großer Gesprächsstoff).
Probieren möchte ich den MZB, genauso wie das Tanol, demnächst schon mal, allerdings, ohne mich über Gebühr verzettel zu wollen. Mir stellen sich aber je länger ich mich theoretisch mit den Sachen beschäftige, immer neue Fragen.
Kann ich den MZB um längere Entwicklungszeiten zu bekommen nochmals verdünnen? Sie hatten ja so etwas angesprochen.
Gruß CP
Lähereien sind nie verkehrt, wenn sie eine Antwort erzwingen.
>Zu den Zweibadentwicklern hat man sehr Widersprüchliches, nicht nur im Internet: die einen sagen, dass Zweibadentwickler bei nur uralten Filmen mit dicker Emulsion funktioniere und dann auch nur bei "Nahezustillstandsentwicklung" im zweiten Bad, bei den modernen doch sehr dünnschichtigen Filmen aber gar nicht so arbeiten könnten, wie behauptet.
Das sehe ich nicht anders. Es ist nun leider so, dass Hinz von Kunz abschreibt und weder Hinz noch Kunz praktisch überprüft, was mit den heutigen Emulsionen noch machbar ist.
"Nahezustillstand" funktioniert fehlerfrei eh nur in der Schale. Doch Reduzierung der Agitation nach halber Entwicklungszeit bringt auch bei einigen Einbadentwicklern (z.B. Rodinal) schon eine deutliche Verbesserung der Empfindlichkeitsausnutzung (unten mehr, oben weniger)!
>Andere wiederum berichten von großen Erfolgen gerade bei der Kontrastbewertung.
Das ist nicht weiter erstaunlich, weil nicht objektiv überprüfbar. Der erfahrene Anwender misst den Kontrastumfang, oder er schätzt ihn richtig ein, gibt möglicherweise "erfahrungsgemäß" das eine oder andere DINchen zu und entwickelt angepasst. Der Anfänger verlässt sich auf die Entwicklungsdaten der alten Hasen und wundert sich über blanke Schatten - oder auch nicht, weil er zufrieden ist mit dem suboptimalen Negativ?
Wer weiß das schon? Schwierige Kiste das! Betrachten wir den normalwahnsinnigen überzeugten Zweiblenden-Pusher. Entweder fliegt ihm die Zone IV mit leichter Zeichnung zu, oder er jammert über ausgefressene Lichter bei dem üblen xy-Papier, oder er will es so haben, oder misst bei seiner Pusherei die Schatten an und ist doch irgendwie davon überzeugt es pushmäßig voll draufzuhaben.
>Es ist für mich schwer nachvollziehbar, weshalb im Bereich der Photographie so viele widersprüchliche Aussagen vorliegen.
Es ist nicht nachvollziehbar, wenn man nur die Aussagen hat, die Arbeitsweise nicht kennt, das Negativ nicht sieht.
>die angebliche Eichung von Belichtungsmessern auf ein Grau mit 18%
Ja, eine Norm muss sein. In der Praxis sind mir schon Abweichungen von mehr als zwei Blenden untergekommen und das nicht nur bei "preiswerten" Teilen. Deshalb ist es ja oft für die Katz, Entwicklungsdaten ungeprüft zu übernehmen. Wir vertrauen der Normierung und suchen den Fehler meist fälschlicherweise bei uns selbst.
>Probieren möchte ich den MZB, genauso wie das Tanol, demnächst schon mal, allerdings, ohne mich über Gebühr verzettel zu wollen.
Verzetteln ist ungut! Jede Kombination die man im Griff hat, ist einer neuen in der Regel überlegen.
>Mir stellen sich aber je länger ich mich theoretisch mit den Sachen beschäftige, immer neue Fragen.
Kenn ich. Das hört nie auf und das ist gut so.
>Kann ich den MZB um längere Entwicklungszeiten zu bekommen nochmals verdünnen? Sie hatten ja so etwas angesprochen.
Ja, die A-Lösung. ABER, bei längeren Zeiten in dünnerer Lösung muss die Agitation um (mindestens) die Hälfte verringert werden.