Gast
Hallo!
Ich suche Angaben für die Entwicklung eines Adox R17, den ich in einer alten Kamera gefunden habe. Ich würde ihn gerne noch versuchen zu entwickeln, weil mich doch interessiert, ob noch verwertbare Bilder drauf sind. Wie schön, wenn mir hier jemand helfen könnte, denn dieser Oldtimer steht in keiner meiner Tabellen aufgeführt :huh:
Danke schonmal!
Grüße
Alfred
Gast
Hallo Alfred,
auch wenn Du die Entwicklungszeiten hättest, würde Dir das recht wenig nutzen. Der Film muss mittlerweile viel länger entwickelt werden, um überhaupt zu einem Ergebnis zu kommen; um den Preis eines hohen Grundschleiers natürlich. Das liegt daran, dass belichtete Silberkeime sich im Laufe der Zeit wieder zurückbilden, daher der Ratschlag, belichtete Filme so schnell wie möglich zu entwickeln. Die noch verbliebenen belichteten Silberkeime musst Du durch längere Entwicklungszeit "herausholen".
Eine Möglichkeit wäre die sogenannte Clipentwicklung. Das heißt, Du schneidest ein Stück des Filmes ab und führst eine Probeentwicklung durch. Mit Bildverlust natürlich.
Und wenn Du Dich noch ein paar Tage geduldest - ich bin gerade auf Reisen - kann ich Dir aus meinem Beutler-Buch die ehemaligen Entwicklungszeiten nennen, diese beziehen sich aber auf Neofin bzw. den Beutlerentwickler, flapsig ausgedrückt: das Ur-Neofin. Aber wie gesagt, die Zeiten werden Dir nicht viel nützen.
Hmmm! Ich beschäftige mich derzeit etwas mit Tetenals Emofin. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Entwickler gar nicht so schlecht für Deine Zwecke sein könnte.
Viel Erfolg!
Gruß CP
Gast
Hi Folks,
was sagt denn unser Mirko dazu?
Unter Berücksichtigung von CPs Langzeiteinwänden (halte ich zwar eigentlich für nicht so kritisch wies immer gemalt wird, aber wenns noch ein (echter) Adox ist wirds nicht zu leugnen sein), müssten als Basis doch die efke/adox R 50 Zeiten funktionieren, oder? Wenn der denn nach dem Originalrezept des R 17 angerührt wird?
Schade eigentlich, dass das trotzdem wg. Alter nicht wirklich viel bringt.
Grüße
Martin
Gast
Hallo Leute,
grundsätzlich interessiert mich das auch - ich schreibe nämlich an einem Roman, in dem ich tatsächlich Erlebtes mit Erfundenem kombiniere. In der Geschichte werden auf einem Dachstuhl belichtete Orthochromplatten aus den 1920er Jahren gefunden, die dann entwickelt werden. Angenehmerweise erlauben sie Entwicklung unter rotem Licht. Aber ob nach achtzig Jahren in der Realität noch was aus den Platten herauszuholen ist, würde mich schon interessieren.
Naja, der Roman wird eh nix: Schon auf Seite vierzig und erst ein Toter - kann man heutzutage vergessen.
Ich entwickelte vor Jahren mal einen Film aus dem reichhaltigen Fundus der Großmutter meiner damaligen Freundin. Der Film war erst eineinhalb Jahrzehnte alt, so gut wie neu also, gemessen an unseren Maßen. Ergebnisse kriegte ich, aber keine guten, wobei ich bis heute noch nicht weiß, ob das am Photographen, an mir oder gar an uns beiden lag; ich tippe auf letzteres.
In einem wirklich saubären Geo-Artikel über Sven Hedin suchte ein Berufsbetroffener (behauptet er jedenfalls) nach alten Platten im Wüstensand, die Hedin zurücklassen musste.
Ich werde gelegentlich mal Fachleute in Archiven fragen, was davon zu halten ist. Im photo.net findet sich auch manches zu dem Thema - allein, mir fehlt manchmal der Glaube.
Frohe Pfingsten und erstickt mir nicht im Rodinal, es gibt wieder Regen!
GrußCP
Gast
Hallo CP!
Das mit den längeren Entwicklungszeiten war mir schon klar - ich habe nur bisher überhaupt keinerlei Anhaltspunkte zu dem Film gefunden, wusste also auch nicht so recht, wie ich die Zeiten verlängern sollte.
Ich fürchte ja auch, dass die Bilder - so denn welche zu erkennen sein sollten - keine wirklichen Highlights mehr sind, aber es reizt mich doch zu sehr. Vor allem das Wissen, was dieser Film zuletzt gesehen hat ist einfach zu reizvoll :huh:
Ich fände es klasse, wenn du mir die Entwicklungszeiten aus deinem Beutler-Buch schreiben könntest. Wer weiß?.. vielleicht gibt's ja doch was Interessantes zu sehen. Am Ende ist auch ein Mord drauf... ==>
Wenn's was gibt, kann ich gerne auch mal das Ergebnis hier einstellen ==>
Danke für die bisherigen Infos!
Viele Grüße
Alfred
Gast
Hallo Alfred,
bitte gedulde Dich noch ein paar Tage. Ich bin beruflich unterwegs, sobald ich aber wieder zuhause bin werde ich Dir die Zeiten und die Neofin-Rezeptur mitteilen,
Grüße
Gast
Hallo CP,
das macht nichts. Der Film liegt ja sowieso schon Jahre oder sogar Jahrzehnte. Da kommt es auf ein paar Tage auch nicht mehr an....
Grüße
Alfred
Gast
Hallo CP,
bist du wieder zu Hause oder hast du mich vergessen? ;)
Liebe Grüße
Alfred
Gast
Hallo Alfred.
nein, ich habe Dich nicht vergessen! Ich habe aber mein Beutler Buch, das ich extra rauslegte, vergessen. Bin derzeit ohne eigenes Internet, also aufs Cafe angewiesen.
ABER: Jetzt mal aus der Erinnerung, ich werde mich korrigieren, falls ich jetzt Mist verzapfe, liegt die angegebene Entwicklungszeit bei Neofin blau zwischen 14 und 20 Minuten - wie gesagt, ich schau heute Abend nochmals nach. Für Dich käme also die längere Zeit in Frage.
Sollte das Ergebnis dann nicht hinhauen, dann kannst Du es ja auch noch mit Verstärken oder Abschwächen probieren. Verstärkt kriegst Du aber nur etwas, was schon da ist.
Solltest Du kein Neofin haben, dann gib mir mal Deine Adresse. Ich habe noch welches, das ich eh nicht benutze und eine Ampulle kannst Du von mir für umme kriegen.
Wenn Dich jetzt das Chemiefieber gepackt hat, teile ich Dir auch gerne das Beutlerrezept mit.
Gruß CP
CPD
Hallo Alfred,
was lange währt wird endlich gut!
Ich habe jetzt das übrigens recht empfehlenswerte Buch des Herrn Beutler vor mir liegen und gebe Dir einfach mal die Entwicklungszeiten, die er so nennt, durch:
14 DIN-Film (entspräche dem heutigen Efke 25): bei 18 Grad (!) 8-12 min
17 DIN-Film ( -"- Efke 50): 14-16 min
Heute entwickelt man ja eher bei 20 Grad.
Ich würde mal vorschlagen, Du nimmst trotzdem die längeren Zeiten: also 16 min 20 Grad Celsius. Wenn sich etwas auf dem Streifen befindet, kannst Du es ja gegebenenfalls abschwächen oder verstärken, Fine Art-Ergebnisse wirds wohl eh nicht bringen - aber was soll's.
Mein Angebot mit dem Neofin blau steht, ebenfalls Mitteilung der Rezepturen, falls Interesse. Wenn Du eh selbst mixt vielleicht nicht schlecht, da gibt es noch einen Zusatz gegen hohen Grundschleier, den wird Dein Film vermutlich haben. Wenn Du aber nicht selbst mixt, lohnt sich der Kauf einer Waage und vor allem der Chemikalien nicht. Ein oder zweimal kannst Du auch in der Apotheke auswählen lassen, ich nahm diesen Gratisdienst auch schon mal in Anspruch.
Gruß CP
Gast
Hallo CP,
das hört sich nicht schlecht an. In meinen Beständen befindet sich leider nur noch Neofin rot. Ich habe mal in den Beipack von Tetenal gelinst. Der Orwo NP 22 ist dort für Neofin blau mit 16 bzw 20 min angegeben (Was dem Adox R17 entspricht). Es gibt aber auch ein Angabe für Neofin rot. Wenn das auch geht, brauche ich keinen Neofin blau. Wenn du allerdings meinst, dass Neofin blau die bessere Alternative ist, komme ich gern auf dein Angebot zurück. :)
Wenn du mir den für lau überlässt, werde ich doch wenigstens die Portokosten erstatten.
Gruß Alfred
p.s.: Vorteil wäre, dass die Zeiten für Neofin rot nur ca. halb so lang sind ;)
CPD
Hallo Alfred,
die Frage ist schwierig zu beantworten: eigentlich war das Neofin rot für härempfindliche weicher arbeitende Filme gedacht. Herr Beutler schreibt aber, wenn man Zeit hat, müsse man blau nehmen.
Keine Ahnung, was mit Deinem Film in der Zwischenzeit passierte. Sollte eine Gradationsabflachung stattgefunden haben, wäre rot bestimmt die bessere Alternative - aber wissen tu ich das nicht, reine Spekulation.
Also - wenn Du ein Fläschchen blau willst, dann lasse es mich wissen.
Gruß CP
Gast
Hallo CP,
dann probiere ich einfach mal eine Probe mit rot. Sollte ich dann zu der Erkenntnis gelangen, dass blau evtl. doch angeraten ist, dann werde ich später sicher noch auf dich zurück kommen.
Vielen Dank nochmal für die Hilfestellung und das Angebot :(
Viele Grüße
Alfred
PhilippeGrunchec
Dieser Adox Film wurde viel von Diane Arbus benutzt, und im Beutler entwickelt!