Gast
Liebe Forenten,
ich habe ein großes Problem mit den Efke Filmen. Ich habe zwei Filme belichtet und gelegentlich einen Rotfilter 25A verwendet und mich bei der Belichtung auf die Angabe der TTL-Automatik einer Eos 50E verlassen. Die entwickelten, mit Rotfilter belichteten Negative sind aber in den Schatten ("unterer Bereich") viel zu dünn, während der Himmel eine schöne Zeichnung aufweist. Andere, ohne Filter belichtete Negative sind in Ordnung, der Film ist nicht unterentwickelt. Die Schattenzeichnung ist aber bei den Problemnegativen sehr gering oder besser gesagt kaum vorhanden, sodass auch mit Abhalten beim Vergrößern keine brauchbaren Ergebnisse außer einer schönen Wolkenlandschaft zu erzielen sein werden.
Daher meine Frage: Sollte man bei den Efke-Filmen keinen Rotfilter verwenden, immerhin sollen sie ja orthopanchromatisch sensibilisiert sein?
Lohnt es sich, Kupferverstärker zu verwenden, um Zeichnung zu erhalten?
Für Antworten wäre ich dankbar.
Gruß
Thomas G.
cfb_de
Hallo Thomas,
Sollte man bei den Efke-Filmen keinen Rotfilter verwenden, immerhin sollen sie ja orthopanchromatisch sensibilisiert sein?
ja, da sollte man mit Rotfiltern vorsichtig sein und ggf. *deutlich* die Belichtung korrigieren. Efkes sind etwas rotunempfindlicher. Geht das aber nicht auch aus dem Datenblatt (habe grad keines greifbar) hervor?
Lohnt es sich, Kupferverstärker zu verwenden, um Zeichnung zu erhalten?
Nein. Wo nichts ist, kann man auch nichts herbeizaubern.
Beste Grüße,
Franz
MirkoBoeddecker
Wie genau hast Du Dich auf die Automatik verlassen?
Durch den Filter gemessen oder den Korrektur Faktor der aufgedruckt ist am plus minus Rüchen eingestellt?
Sonst: klar wenn man sich die spektrale Kurve der Empfindlichkeitsverteilung ansieht ist deutlich dass der Film weniger im Rotbereich hat als höherempfindliche Filme.
http://www.fotoimpex.de/Technik/efkefilms/...e50/efke50.html
Die gesamte Empfindlichkeit ist das Integral unter der Kurve.
Durch Filtern sperrst Du von einer Seite kommend.
Das genau führt ja zu seiner guten blau rot Differenzierung und seinem "eigenen" look.
In der Konsequenz musst Du den Belichtungs-Faktor verlängern um zu demselben Ergebnis zu kommen.
Grüße,
Mirko
Gast
Hallo Thomas,
nur ganz kurz und sehr vereinfacht, aber vom Prinzip her korrekt.
Efkes 25er und 50er gehen eigentlich zu den Ortho-/Receptan-Filmen. D.h. in der Praxis, ihre Empfindlichkeit und Durchzeichnung ist im Schattenbereich (blaues Licht, Spektralbereich geht unter 400nm) hervorragend, dafür hat ihre Empfindlichkeit jedoch im Bereich Abendstimmung, Glühlampen (rotes Licht, Spektralbereich über 700nm) sehr früh auf! Das bedeutet in der praktischen Arbeit, dass alle receptancharakteristischen Filme bei Rot im Durchschnitt mindestens eine Blende schwächer reagieren. Also ein 50er ist nur noch 25 wert! Logisch, dass Filme mit receptancharakter auf Rotfilter sehr problematisch reagieren und dieser Filter eigentlich auch kontraproduktiv ist. Nimm jedoch mal einen Superpanfilm, wie z.B. den Classicpan 200/400, Macos Cube oder R3, und einen Rotfilter, du wirst dein wahres Wunder erleben; dramatischer Himmel und sogar eine Empfindlichkeitssteigerung (bei Lampenlicht und Abenrot) von bis zu einer halben Blende (je nach Entwickler)!
So, das wars. Viel Spaß noch beim Fotografieren.
Gruß
Lothar
Gast
Hallo,
danke für die Antworten.
"Natürlich" habe ich keine Korrektur eingestellt, ich dachte mir halt, dass die TTL-Messung die geringere Lichtmenge schon erkennen wird. Wahrscheinlich liegt das Problem wohl auch in der Sensibilisierung des Filmes selbst, denn wenn ich mir die Kurve ansehe, müsste die Empfindlichkeit wohl um mindestens die Hälfte abgesunken sein. Wenn dann vielleicht auch noch die Belichtungsautomatik durch den Filter getäuscht wird, sind die schwachen Negative erklärlich.
Leider sind die Aufnahmen für mich sehr wichtig, und es stellt sich die Frage, ob man nicht durch Verwendung von Kuperverstärker der Zeichnung "auf die Sprünge" helfen kann? Kennt sich jemand damit aus?
Gruß
Thomas G.
cfb_de
Hallo Thomas,
wie schon oben etwas kürzer geschrieben...
Auf Deine letzte Frage: Ja. Bin Chemiker und photographische Chemie langsam so etwas wie mein Viert-Hobby.
Auf Deine vorletzte Frage: Nein. Es gilt immer noch: Wo nix ist, wird nix. Das ganze Verstärkerzeugs, vollkommen egal, ob nun Chrom-/Kupfer/Uran- oder sonst ein Verstärkerbad wirkt grundsätzlich nur da, wo Zeichnung vorhanden ist und hebt die Gesamtdichte an. Manchmal sogar unter einigermaßen erhaltenem Kontrast. Bei Unterbelichtung hilft das nichts, eher bei Unterentwicklung, wo ja immerhin "etwas da" ist.
Im Übrigen tut sich bei den meisten Verstärkerbädern eine weitere Baustelle auf: Die wirken grundsätzlich färbend. Und das kann bei Verwendung von Gradationswandelpapieren wieder Anlässe zu echtem Frust geben, da diese Papiere ja eigentlich auch "farbempfindlich" gesteuert werden.
Vielleicht jetzt abschließend eine simple Frage: Wie sollte denn ein Verstärkerbad wirken, wenn es nicht weiß wo auf dem blitzblanken Negativ Du jetzt gerne den geringfügig weniger dunklen Schatten hättest?
Ist frustig, lässt sich aber nicht ändern. Selbst vor die tollsten Hoffnungen und künstlerisch geprägten Erwartungen hat der liebe Gott bei der Photographie die Naturwissenschaft (Chemie) gesetzt. Und deren Auswirkungen bekommt man am besten durch richtige Belichtung und Entwicklung in den Griff. Auch wenn man das erst lernen muss. Ich habe meinen ersten Efke mit Rotfilter auch versaubeutelt. Und meinen ersten mit Blitz gleich auch, das ist nämlich die nächste mögliche Baustelle :-)
Beste Grüße,
Franz
MirkoBoeddecker
Thomas,
das mit der TTL Messung hast Du aber schon verstanden oder?
Die Dichte des Filters entspricht nämlich nicht unbedingt dem Korrektur-Faktor.
Du kannst das ganz einfach testen. Messe eine gleichmäßige Fläche (Wand) an und merke Dir das Ergebnis. Dann schraube den Filter vor und messe erneut. Zeigt er eine dem Faktor entsprechende längere Belichtungszeit an kannst Du so weitermessen.
Macht er das nicht korrigiere um die Restdifferenz!
Also Beispiel: Ohne Filter Blende 8 und eine 250
Mit Filter zeigt er: Blende 8 und eine 60
Filterfaktor aufgedruckt=3x
Restkorrektur = eine Blende draufgeben (Belichtungs-Override plus 1 einstellen oder anstelle von 50 ASA 25).
Oder: Externer BELI und Faktor einstellen.
Grüße,
Mirko
HINWEIS: wie weiter unten durch andere Autoren richtig dargestellt muss es heißen:
Filterfaktor aufgedruckt = 8x :huh: Belichtungszeitveränderung= 3 Blenden!
Ich hatte das zu schnell geschossen und den Faktor bereits in Blenden "umgerechnet".
Grundsätzlich geht es aber natürlich um die Abweichung zwischen Angezeigter TTL Messung und aufgedrucktem Faktor.
Aber wenn schon dann gleich richtig et voila die Umrechnungstabelle:
Faktor 1x ==> Keine Verlängerung
Faktor 1,5x ==> 0,5 Blenden
Faktor 2x ==> 1 Blende
Faktor 3x ==> 1,5 Blenden
Faktor 4x ==> 2 Blenden
Faktor 6x ==> 2,5 Blenden
Faktor 8x ==> 3 Blenden
usw
Gast
Hallo Mirko,
ich glaube du hast dich in deinem Beispiel verrechnet. Die Filterfaktoren sind doch exponential. Also wenn du einen Unterschied von 2 Blenden gemessen hast, so entspricht das dem Faktor 4 auf dem Filter ist Faktor 3 angegeben (= 1,5 Blendenstufen) also musst du nur eine halbe Blende zugeben.
Was die TTL-Messung angeht kann man auch mal die verschiedenen Messmethoden gegeneinander abgleichen, es wäre zu überlegen ob Mittenbetontintegral bei Filtern nicht ein ausgewogeneres Ergebnis bringt.
Grüße Sven.
Gast
Hallo Leute,
Sven hat recht. Filtefaktor 2 entspricht einer Blende, 4 entspricht 2 Bl., 8 entspr. 3. Es handelt sich um den Logarithmus zur Basis 2 (z. B. 2 hoch 3 = 8, also drei Blenden öffnen)
Die "Filtertauglichkeit" von TTL-Belichtungsmessern unterscheidet sich enorm. Die alten Nikkormatbelis z. B. zeigen bei Rotfilter Mondwerte an, der alte TTL-Prismensucher zur Hasselblad fügt schon bei einem mittleren Gelbfilter zu spinnen an, hat seine größte Missweisung aber nicht, wie ich erwartet hatte, bei mittlerem Rot sondern bei Orange. Um sinnvoll arbeiten zu können, aber das ist meine Privatmeinung, kommt man um einen guten zusätzlichen Handbelichtungsmesser eh nicht rum, auch nicht bei in die Kamera eingebautem Spotbeli.
Dazu kommt noch, wie bereits oben erwähnt, die geringe Rotempfindlichkeit des Filmes. Daher muss auch bei Kunstlicht oder bei Sonnenuntergang die Blende weiter geöffnet werden. Früher wurde dem Rechnung getragen indem verschiedene Empfindlichkeiten für Tages- und Kunstlicht angegeben wurden. Im Datenblatt des Maco PO 100c wird auf diesen Sachverhalt übrigens eingegangen.
Auch den gegenteiligen Fall gibt es: der Technical Pan hat eine erweiterte Rotempfindlichkeit; von Infrarotfilmen jetzt gar nicht zu reden.
Es lohnt sich also immer ein Blick auf die Kurve der spektralen Empfindlichkeit, wenn man einen Film benutzt, den man noch nicht kennt.
Wie sehen denn Deine Negative aus? Ist da wirklich so wenig drauf, dass man keine Vergrößerung mehr hinkriegt? Deine Belichtungszeit liegt zwar falsch, aber soviel daneben nun auch wieder nicht, dass keine halbwegs, aber bestimmt keine schönen, Vergrößerungen möglich sein sollten,
Das mit dem Verstärken kannst Du freilich vergessen, die Gründe wurden von anderen schon angeführt. Da der Film aber eh schon "versaut" ist, kannst Du es ja mal ausprobieren: Ich an Deiner Stelle würde für das Geld aber eher neue Filme kaufen und die Aufnahmen wiederholen.
Gruß CP
Renate
Hallo,
Mirko hat RICHTIG gerechnet. Die Filterfaktoren sind die Logarithmen zur Basis 2. D.h. Faktor 1 bedeutet 2 hoch 1, also 2. Die Belichtungszeit muss mit dem Faktor 2 verlängert werden. Bei dem Filterfaktor 3 entspricht das 2 hoch 3 und das ist 8. Die Belichtungszeit muss ums 8-fache verlängert werden. Das Wort "Filterfaktor" ist etwas irreführend, da es mathematisch gesehen nicht wirklich ein Faktor ist.
Den Filterfaktor kann man am besten als Anzahl der Belichtungsstufen interpretieren. Also bei dem Filterfaktor 3 wird die Blende um 3 Stufen geöffnet oder die Belichtungszeit um 3 Stufen verlängert oder die Filmempfindlichkeit um 3 Stufen kleiner eingestellt. Es kommt immer auf das Selbe hinaus. In jedem Fall wird die einfallende Lichtmenge um den Faktor 8 erhöht. Die Filterfaktoren gelten nur für Tageslicht.
Ich habe mir zur Angewohnheit gemacht die Belichtung immer ohne Filter zu messen und dann den Filterfaktor als Korrektur einzustellen. Damit bekomme ich immer zuverlässige Ergebnisse. Für einige Filme gibt es auch speziell eingetestete Korrekturwerte, die in den Datenblättern der Filme zu finden sind. Diese nehmen dann Rücksicht auf die spektrale Filmempfindlichkeit.
Gast
Hallo Renate,
nein, Mirko hat in seinem Beispiel NICHT RECHT. Ein Filterfaktor von drei entspricht NICHT einer Blende.
Man kann auch die Zeit mit dem Faktor multiplizieren: z. B.: Filterfaktor 3, gemessen 1/30 sec x3 = 1/10 sec (also 1/8 einstellen). Hier sieht man schön, dass es mehr als die eine Blende, die Mirko angibt, ergibt.
Grüße CP
MKL
Hallo Renate,
mit rechnen hat der Thread von Mirko nichts zu tun. Mirko hat darauf hingewiesen, dass bei der TTL Messung die Messzelle u.U. falsch misst. Es kann durchaus passieren, dass ein Rotfilter und Neutralgraufilter mit dem gleichen Verlängerungsfaktor bei TTL Messung unterschiedliche Werte anzeigt, obwohl das rein rechnerisch nicht sein dürfte. Die Spektralempfindlichkeit der Messzelle spielt hier mit rein.
Ein Rotfilter hat ja nicht nur einen Verlängerungsfaktor bei Tageslicht, sondern löst eben den roten Anteil fast ungehindert durch. In der Folge haben ein Blaufilter und ein Rotfilter bei Mittagslicht zwar die angegebenen Verlängerungsfaktoren, in der Abenddämmerung wird das Rotfilter aber einen kleineren Verlängerungsfaktor und das Blaufilter einen größeren Verlängerungsfaktor haben.
Eine TTL Messung macht also durchaus Sinn, weil hier eben automatisch auch unterschiedliche Farbtemperaturen berücksichtigt werden, nur sollte man die Charakteristik seiner Kamera (und des Films) kennen. Deshalb finde ich den Tipp von Mirko mit der weißen Wand äußerst praktisch.
Viele Grüße
Michael
Gast
Also ich habe nun grade nochmal ein Orangefilter mit dem Handbeli ausgemessen, 4x = 2 Blendenstufen.
Faktor 1 ist die "einfache" also gemessene Lichtstärke, keine Zugabe erforderlich
Faktor 2 doppelte Lichtmenge = ein Blendenwert
Faktor 4 Verdopplung der Lichtmenge von Faktor 2 also 2 x 2 bzw. 2 Hoch 2 (ich finde die Taste grad nicht), also 2 Blendenwerte
Faktor 8 Verdoppelung der Lichtmenge von Faktor 4 also 2 x 2 x 2 bzw 2 Hoch 3 also 3 Blendenwerte,
meine Filter sind alle so beschriftet, nicht nur die alten sondern auch die neueren, würde mich wundern wenn es auch welche gäbe bei denen es anders wäre. Ich erwähne das eigentlich nur weil ich mich vor 2 Jahren mal tierisch geärgert habe weil ich mit genau diesem Fehler einen ganzen Film falsch belichtet hatte.
Gruss Sven.
Gast
Hallo Renate,
nochmal zu deinem letzten Satz
Ich habe mir zur Angewohnheit gemacht die Belichtung immer ohne Filter zu messen und dann den Filterfaktor als Korrektur einzustellen. Damit bekomme ich immer zuverlässige Ergebnisse.
Benutzt du auch Filter mit Faktor 4 und höher? Ich frage nur rein interessehalber, also eigentlich dürftest spätestens ab da keine korrekt belichteten Negative oder Dias bekommen. Ich mache es nämlich i.d.R. auch so, dass ich mit dem Handbelichtungsmesser ausmesse und dann den Filterfaktor draufschlage.
Gruss Sven.
MKL
Hallo CP,
Du scheinst hier einiges zu verwechseln. Ein Belichtungskorrekturfaktor bei Filtern von +3 heißt, dass um drei Belichtungstufen (Blenden) überbelichtet werden muss, um die selbe Lichtmenge, wie ohne Filter auf den Film zu bringen. +3 ganze Belichtungstufen heißt entweder die Blende um drei volle Stufen zu öffnen (z.b von 1:11 auf 1:4) oder die Zeit um 2^3 = 8 zu verlängern (z.B. von 1s auf 8s) im Vergleich zur Messung ohne Filter. Das ganze natürlich ohne Berücksichtigung des eigentlichen Filterzwecks, sondern nur bezogen auf den Einfluss der Filterdichte bei Tageslicht.
Was Mirko meinte ist, dass selbst bei einer TTL Messung bei Farbfiltern, obwohl durch Objektiv gemessen, der Wert aufgrund der Filtereigenschaft (z.b rot) die Werte falsch sein können und dann nochmals korrigiert werden müssen. Bei einem Neutralgraufilter ist die TTL Messung automatisch immer richtig, weil alle Lichtanteile gleichmäßig gefiltert werden und somit die Messzelle richtig misst.
Viele Grüße
Michael
Gast
Hallo Michael,
tut mir leid, das ist absolut falsch, was Du da schreibst. Lese dazu den vorletzten Beitrag von Sven.
Ich mutmaße jetzt, dass Du entweder nie mit Filtern arbeitest, oder dass Du mit TTL arbeitest und Dein Beli hinreichend genau ist, mit verschiedenen Filtern umgehen zu können, oder dass Du mit grob fehlbelichteten Negativen leben kannst. - Ein Filterfaktor von 3 bedeutet, dass der Film die 3-fache Lichtmenge benötigt und nicht 3 Blenden mehr. Das wäre nämlich die 8-fache Lichtmenge, denn 2x2x2=8. Beispiel: gemessen ohne Filter 1/500 Blende 16 ergibt 8x1/500=1/60 Blende 16 oder 1/500 Blende 1/500 Blende 5.6, also genau DREI Blendenstufen.
Gruß CP
Gast
Hallo Michael,
noch eine Ergänzung, vielleicht liegt ja hier das Missverständnis: einen Filterfaktor von +3, wie Du schreibst, gibt es nicht, es handelte sich dann ja nicht um eine Multiplikation (Faktor) sondern um eine Addition; nur da würde das "+" einen Sinn machen. Ich habe so eine Angabe noch auf keinem Filter gesehen. Solltest Du mir jetzt immer noch nicht glauben, dann lese mal die Eingangsseiten eines x-beliebigen Filterkatalogs - in meinem B&W jedenfalls ist das sehr schön beschrieben.
Gruß CP
Gast
Hallo Leute,
wie heißt es schon im "Kleinen Prinzen": Worte sind die Quelle aller Missverständnisse.
Ich möchte daher nachfolgend nur ein paar praktische Anmerkungen machen und Begriffe wie Faktor usw. draußen lassen. Ich arbeite nur hin und wieder mit Filtern, z. Zt. benutze ich Heliopan und Cokin bzw. Filterfolien (10 x 10 im Großformat), das aber seit mehr als zwanzig Jahren und ich setze die notwendigen Belichtungskorrekturen nur in Bezug auf Blende oder Filmempfindlichkeit ein, n i c h t im Bereich "Zeitverlagerung", da hier der größte Unsicherheitsbereich, bzw. Fehlerort liegt.
Konkretes Beispiel:
auf einem Heliopan Gelb-Filter steht folgendes; 3x -1,5
auf einem Heliopan Gelb-Grünfilter steht: 2x -1
auf einem Heliopan Rotfilter steht: 4x -2
Bei Heliopanfiltern bezieht sich die erste Zahl auf die Zeit und die zweite Angabe auf die Blende !
Das bedeutet in der Praxis (alles seit Jahren praktiziert mit korrekt belichteten Ergebnissen), wenn ich als Beispiel einen 400er Film nehme, so sinkt beim Gelb-Grünfilter (s.o.) die Film-Empfindlichkeit (Einstellung am Belichtungsmesser korrigieren) auf 200 ASA. Mit diesem ASA-Wert sollte ich dann meine Messung vornehmen. Oder ich belasse die Einstellung bei 400 ASA, dann muss ich jedoch meinen Blendenwert nach der Messung um eine volle Blende öffnen um den Belichtungsverlust auszugleichen. Will ich meine Zeit korrigieren, so bedeutet dies bei diesem Filter, nehmen wir an wir haben bei 400 ASA 1/60 gemessen, dass ich meine Zeit 2x (mal) verlängern muss. D.h., konkret ausgehend von 1/60, dann kommt 1/30 und dann 1/15. Letzteres wäre die entsprechend notwendige Belichtungszeit.
Bei o.a. Rotfilter würde die Filmempfindlichkeit beim Belichtungsmesser entsprechend auf 100 ASA eingestellt werden müssen. Oder ich belasse die Einstellung bei 400 ASA, dann müsste ich jedoch meinen Blendenwert um zwei volle Blenden mehr öffnen um den Belichtungsverlust auszugleichen. Will ich jedoch meine Zeit korrigieren, so bedeutet dies bei diesem Rotfilter, nehmen wir an wir haben bei 400 ASA 1/60 gemessen, dass ich meine Zeit 4x (mal) öffnen muss. D.h. konkret ausgehend von 1/60, dann kommt 1/30 und dann 1/15, danach 1/8 und dann 1/4. Der letzte Wert wäre die entsprechend notwendige Belichtungszeit. Gleiches Anwendungsprinzip gilt auch für die anderen Heliopanfilter usw.
Jetzt noch ein Wort zum Belichtungsmesser. Ganz gleich, ob ich mit integriertem TTL messe, mit einem Handbelichtungsmesser, egal ob Spot- oder Integral etc., nur geeichte, farbkorrektierte Belichtungsmesser ermöglichen (nicht nur beim Filtereinsatz) korrekte Zeiten ! Auch das Anmessen einer roten Fläche im Vergleich zu einer grauen Fläche, kann, mit dem gleichen Belichtungsmesser, obwohl die Lichtverhältnisse usw. gleich sind, unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen, obwohl von der Ausgangslage her beide Flächen eine gleiche Belichtung erfordern würden.
Von Pentax gab es einen analogen Spotbelichtungsmesser der sehr gut korrigiert war, seinerzeit von Monochrom vertrieben, natürlich auch entsprechend teuer. Ein anderer guter Belichtungsmesser, der eine gute, praxisgerechte Farb-Eichung/Korrektur hat, ist z.B. der Spotmeter F von Minolta.
Im Übrigen ist diese Thematik, Filter - Farbmessung - Belichtungsmessung, ein sehr komplexes Thema und am besten ist es, man liest keine schlauen Bücher, sondern hält sich an die Angaben der Filterhersteller und testet dann seine Filme, Kameras, Belichtungsmesser etc., ausgehend von den Filterangaben (Aufdrucken) selbst ein. So mancher wird sich dann sicherlich wundern, warum der selbe Filter unter gleichen Bedingungen bei der Kamera A einen anderen Wert hervorruft als beim Spotbelichtungsmesser B usw.
Also selbst eintesten ist der beste Weg !
Viel Spaß noch und Grüße
Lothar
Gast
Hallo Lothar,
danke für die klärenden Worte. Das mit dem Aufdruck auf den Heliopanfiltern wusste ich nicht! Auf meinen B&W-Filtern steht nur der Faktor.
Die Wirkung des Filters ist m. E. auch sehr filmabhängig (ich meine jetzt ausschließlich Filme mit "normaler" Farbempfindlichkeit, also keine mit reduzierter Rotempfindlichkeit wie bei Efke), auch wenn mir da in einem anderen Forum mal von maßgeblicher Stelle widersprochen wurde. Der Ilford XP2, den ich eine recht lange Zeit lang als KB-Film verwendete, reagiert auf Filter nämlich recht eigenartig oder sagen wir unvorhersehbar, am besten reagiert Pan F gefolgt von APX 100 und FP4 (andere Filme habe ich noch nicht gefiltert!). Eine physikalische Erklärung dafür habe ich allerdings nicht, die spektrale Empfindlichkeit der vier Filme ist ja recht ähnlich (vielleicht nicht ähnlich genug?), solche Erfahrungen wurden mir auch schon von anderen Photographen bestätigt.
Die Filterwirkung und damit auch der Filterfaktor, wobei wir wieder bei dem verdammten Wort wären, ist von der Zusammensetzung des Lichts abhängig. Mit dem "farbkalibrierten" Spotmeter liebäugelte ich auch schon - allein der Preis!
Wer sichs über Pfingsten antun will, kann ja mal nach Polfiltern "googeln". Soviele widersprüchliche Aussagen, Aussagen von Fachautoren wohlgemerkt, kriegt man ansonsten allenfalls in der Politik zu hören, mit dem Unterschied, dass ich den Fachautoren keine absichtlichen Lügen unterstelle.
Gruß und frohe Pfingsten
CP
MKL
Hallo CP,
bitte lese meine Threads noch einmal durch und sage mir, wo ich den Begriff Filterfaktor verwendet habe.
Die Hersteller geben bei Filtern zwei Daten an: einen Zeitfaktor und einen Wert wieviele LW (Blenden) geschluckt werden. Sind die Angaben 8x LW -3 muss die Belichtung um 3 Blenden nach oben korrigiert werden, also um 3 Blenden weiter geöffnet werden bzw. die Zeit verachtfacht werden. Das meinte ich mit Belichtungskorrekturfaktor - vielleicht nicht der richtige Ausdruck und irreführend in diesem Kontext.
Ganz nebenbei: In diesem Forum gibt es auch deshalb immer Missverständnisse, weil die einzelnen Antworten nicht eindeutig einem Thread zuzuordnen sind - ist im Schwarzweiss-Magazin besser gelöst.
Viele Grüße
Michael