Tammo
Ich habe gerade einige Abzüge auf Adox Fine Print Warmton Baryt-Papier gemacht. Soweit so gut, aber als ich die Bilder matt pressen wollte, musste ich feststellen, dass die Bilder mit der Oberschicht am Tuch festkleben, sodass ich diese nur mit Gewalt entfernen kann :(. Wenn ich die Bilder auf Hochglanz trockne, dann lassen sich die Abzüge ganz normal trocknen, ohne dass diese an der Hochglanzfolie oder sonst wo kleben bleiben. Die Vorgängercharge ließ sich ohne weitere Probleme in matt pressen. Was kann ich also tun, ich möchte meine Bilder in matt haben und nicht in Hochglanz. Jetzt habe ich erstmal alle Bilder in Hochglanz gepresst, da ich die Dinger trocken haben wollte, aber die sehen alle ein wenig schick aus :D.
heinrich
Hallo,
Grund für das Verkleben ist eine zu hohe Trockentemperatur. Augenscheinlich hat die Gelatine des Adox-Papiers einen niedrigeren Schmelzpunkt als andere Papiersorten. Ich hatte das gleiche Problem beim Trocknen von Probestreifen. Absenken der Temperatur auf ca. 40 Grad hat geholfen.
Je nach Wassergehalt hat Haushaltsgelatine einen Schmelzpunkt zwischen 34 bis 45 Grad. Dass man einige Barytpapiersorten bei über 50 Grad trocknen kann, hat mich, als ich mit SW-Entwickeln anfing, ganz schön überrascht.
Beim Hochglanztrocknen kann die Gelatine nicht verkleben, sie haftet nur sehr sehr schlecht auf Metall, durch die Wärme nimmt der Wassergehalt ständig ab und der Schmelzpunkt steigt. Die eher fleckigen Ergebnisse deuten auf ungleichmäßiges Aushärten hin, hier helfen Mittel wie a) niedrigere Temperatur und :( Vorbehandlung mit Netzmitteln wie Glanzol (wird nicht mehr hergestellt), Mirasol oder Adoflo.
Grüße
Heinrich
Tammo
Danke für die Tipps, jedoch kann ich die Temperatur nicht regeln, da ich ein älteres Modell habe. Bis jetzt hat es auch ohne Probleme funktioniert, nur bei der neuen Charge tritt dieses Phänomen auf :( Ich werde mal versuchen die Temperatur mittels Steckerziehen versuchen.
Gast
Hallo Tammo,
das Adox warmton gibt es doch erst seit kurzem unter diesem Namen,
verwechselst Du es vielleicht mit dem Forte Polywarmton?
Forte und Adox sind nicht gleich und Forte PW wird es weiterhin geben.
Grüße Stephan
Tammo
Nein, das Adox hieß mal Classic-Arts. Das Papier ist aber immer noch das Gleiche, außer dass der Träger dünner geworden ist.
heinrich
Hallo,
kein Temperaturregler ist natürlich blöd, statt Steckziehen hilft vielleicht ein dicker Passpartoutkarton unter dem Foto, sollte die Oberflächentemperatur absenken, macht aber nur Sinn wenn man die Tuchspannung anpassen, d.h. verringern kann, sonst prägt sich das Gewebe als Muster in die Gelatine.
Grüße
Heinrich
Tammo
Also das mit dem Karton werde ich mal ausprobieren. Danke für den Tipp ;)
cfb_de
Hallo Tammo,
ich trockne auch mit einer uralten Presse ohne Thermostat und habe seit Jahren mit der Temperatursteuerung durch "Stecker rein/raus" nicht die geringsten Probleme. Man muss halt daneben stehen bleiben.
"Stecker raus", kurz bevor die Presse zu warm wird, bei Absinken der Temperatur unter lauwarm kommt der Stecker wieder rein. Dauert so ca. fünfzehn Minuten, bis ein 20x30 Lappen gegen das Tuch trocken ist.
Und angeklebt ist mir auch nur höchst selten etwas, wohl aber auch, weil mein Trockentuch die Waschmaschine nur alle Jubeljahre mal von innen sieht.
Beste Grüße,
Franz
Gast
Leute, noch nie was von Steckerleisten mit Ein/Aus-Schalter gehört...? ;)
cfb_de
Roman,
noch ein Teil mehr kommt mir nicht in den Weg bei meiner ohnehin kleinen Küche. Aber hast ja Recht: Ich habe einen schönen Schalter in das Kabel meiner Trockenpresse gebaut. Wahrscheinlich die einzige technische Weiterentwicklung an dem Teil seit 1950.
Beste Grüße,
Franz
Tammo
So, ich habe gerade versucht die Bilder noch mal zu pressen, nachdem ich diese natürlich gewässert habe. Es liegt nicht an der Temperatur meiner Presse, da die Bilder selbst bei 30°C im nassen Zustand an dem Leinentuch kleben ;) . Habe danach versucht die Bilder kalt zu pressen und sie kleben auch bei dieser Methode. Also definitiv liegt es nicht an der Temperatur, sondern an der veränderten Oberflächenbeschichtung. Nur am Rande, bei der "alten" Charge war das Pressen gar kein Problem, egal wie warm :(
Gast
Hallo,
versuch dochmal ein Hütebad zu benutzen.
Roland
heinrich
.... bei 30 Grad klebt das Zeug auch? Das wäre dann ein Fall für Mirko, vielleicht kann er dazu was sagen.
Meine Probestreifen kleben bei <=40°C nicht, das Trockentuch der Presse ist aber auch sehr, sehr locker (Selbstgenäht, für Probestreifen halt).
Hüter im Fixierbad wäre ne Alternative, allerdings soll das dann die Auswässerung verlängern, auch hier weiß Mirko evtl. mehr. Ansonsten lufttrocknen, das gibt eine halbmatte, bzw. halbglänzende Oberfläche. Dann gut pressen, am besten geht das wenn man die Prints zwischen zwei glatten Spanplatten die mit Schraubzwingen zusammengehalten werden presst. Das Adox-warmton braucht reichlich Druck um wieder plan zu liegen viel mehr als andere Papiersorten.
Baryt macht halt schweine viel Arbeit, dafür sieht's nachher auch besser aus.
Viele Grüße
Heinrich
Tammo
"Meine Probestreifen kleben bei <=40°C nicht"
Wann hast du denn das Papier bestellt? Das war bei mir sonst auch immer so :( Die Lufttrocknung habe ich jahrelang gemacht, aber ich habe mir extra eine Presse angeschafft, damit es schneller geht und ich nicht eine Woche im Chaos leben muss. Ich kann mir auch wahrhaft nicht vorstellen, dass das so im Sinne des Erfinders ist. Es liegt einfach an Qualitätsmängeln seitens des Papiers ;)
MirkoBoeddecker
Wenn ein Barytpapier am Tuch einer heißen Presse klebenbleibt kann man nicht von "Qualitätsmängeln" sprechen. Dazu müsste erst einmal eine Qualitätsnorm definiert werden die alle Parameter berücksichtigt.
Und da Fotochemie leider mehr Vodoo als Wissenschaft ist glaube ich kaum dass jemand irgendeine Norm macht die einem Papier nach der Verarbeitung in Fremdchemie irgendwelche Eigenschaften zusichert :-)
Aber das nur am Rande.
Alles PW14 das seit 2 Monaten ausgeliefert wird (mit Ausnahme von 18x24- da haben wir noch alte Restbestände) stammt aus der neuen Forte Produktion und weil wir für ein halbes Jahr im Vorrat gekauft haben auch alles aus dem selben Guss.
Wie schon zuvor mehrfach erwähnt ist der alte 330-350g Träger leider Vergangenheit- die Streichmaschine ist inzwischen verschrottet der alte Bleichprozess eingestellt.
Von den Tonwerten her ist der neue- leicht dünnere Träger- besser als der alte.
Dass er weniger Wasser in sich aufnimmt und weniger thermischen Schutz zwischen einer 80 Grad heißen Trockenplatte und dem Tuch bietet erklärt sich aus seiner geringeren Dicke.
Daher können Unterschiede im Trocknungsverhalten auftreten.
Wir haben unsere Presse hier auf 80 Grad eingestellt. Ich muss jedoch zugeben dass unser Labor immer über Nacht lufttrocknet und dann am nächsten Morgen kurz glattpresst. Das machen wir schon immer so aus Arbeitsablauf- Rationalitäts-Gründen.
Wenn das Wetter am Wochenende nicht so dufte ist wie grad jetzt werde ich mal im Labor ein paar "Trockentests" machen.
Grüße,
Mirko
PS wegen ADOX ist nicht gleich Forte. Das stimmt so nicht. ich habe irgendwann früher einmal gesagt dass wir an verschiedenen Orten verschiedene Dinge produzieren lassen, zunehmend nach eigenen Vorgaben, und somit ADOX nicht UNBEDINGT gleich Forte ist. Im Falle des Polywarmton ist das jedoch nicht so. Das ist ja unser ältestes Forte Produkt und bleibt so wie es ist.
Gast
Hallo,
ich glaube hier ist "Classic Arts Warmton FB" und nicht "Polygrade Warmton FB" gemeint, da Hinweis auf Classic Arts, das war doch Efke Emaks und kein Forte Polywarmtone, oder liege ich falsch?
Aber bei euren Papiernamen blicke ich schon lange nicht mehr durch, ich halte das auch nicht für besonders verkaufsfördernd, ständig sich neue Namen einfallen zu lassen, das klappt vielleicht in den USA, aber ist sicher nicht auf das deutsche Konsumentenverhalten passend.
Roland
PS: Wenn ein glänzendes Papier bei 30° am Tuch festpappt - dann ist das kein Qualitätsmangel - richtig - das ist ein schlechter Witz.
MirkoBoeddecker
Es handelt sich ziemlich sicher um das Polygrade Warmton da ein Vergleich zu späteren Chargen gezogen wurde und da das Classic Arts Warmton FB feste Gradation in dieser Form vorher nicht erhältlich war.
Wir mussten von dem Markennamen Classic weg da das Patentamt uns die Eintragung in letzter Instanz nach Jahren untersagt hat.
Außerdem ist das neue PW aufgrund des anderen Trägers wirklich auch ein anderes Papier. Kann man sich jetzt sicher streiten welches der bessere Weg ist.
Anderes Papier ohne Kennzeichnung in exact denselben Verpackungen mit exact demselben Namen weiterzuverkaufen und der Kunde wundert sich dann warum der Träger dünner und die weißen anders sind oder einen neuen Namen mit neuer Beschreibung.
Es ist im Übrigen kein andauerndes wechseln von Namen sondern ein einmaliges weggehen von Classic hin zu ADOX als Dachmarke.
Was die Oberfläche des Papiers angeht kann es auch damit zusammenhängen dass das neu ausgelieferte Papier außergewöhnlich frisch ist.
Forte hat lange gebraucht bis sie wieder liefern konnten und dann als es fertig war haben wir sofort ausgeliefert.
Das heißt Ihr habt jetzt PW14 in den Händen welches gerade mal wenige Wochen alt ist.
Papier und Filme hätten langsam über die Lagerzeit nach. Normalerweise habt Ihr Papier bekommen welches durchschnittlich 6 Monate alt war da Forte Masterrollen am Lager gehalten hat und für uns auf Bestellung geschnitten hat.
Neben dem dünneren Träger wäre das noch etwas was mir zusätzlich einfällt.
Hüter wäre auch mein Tipp.
Grüße,
Mirko
Tammo
Dass das Papier an dem Tuch kleben bleibt wenn ich zu hoch temperiere ist mir klar, aber nicht wenn das Ding kalt ist und damit meine ich Zimmertemperatur; das Papier klebt im nassen Zustand wie Pattex. Ich denke in diesem Fall kann man schon von Qualitätsmängeln sprechen, ich kann da zumindest keinen positiven Vorteil sehen. Leider gibt es keine wirklichen Alternativen, wenn man sich den Preis betrachtet.
Tammo
Zum Hüter mal eine Frage, kann man diesen selber ansetzen. bzw. aus was besteht er? Ich habe nämlich nichts im Katalog gefunden und habe keine Lust bei der Konkurrenz zu kaufen.
Das mit der Frischheit der Papiere ist einleuchtend.
heinrich
Tach zusammen,
>>" Dass das Papier an dem Tuch kleben bleibt wenn ich zu hoch temperiere ist mir klar, aber nicht wenn das Ding kalt ist und damit meine ich Zimmertemperatur; das Papier klebt im nassen Zustand wie Pattex. "
Ist da ein Denkfehler unterlaufen? Halbfeuchte bzw. noch nicht ganz ausgetrocknete Barytpapiere kleben immer am Spanntuch der Trockenpresse, normal, machen alle Barytpapiere die ich besser gepresst habe (Kodak, Agfa, Illford, Forte, Classic & Adox). Barytpapiere lass ich man solange in der Trockenpresse bis sie sich vom Spanntuch ablösen, man kann das ablösen hören, es knistert ganz leicht. Öffnet man dann die Presse liegt das Papier flach auf der Presse, evtl. klebt es noch an der ein oder anderen Ecke.
Bei meinen Probestreifen verhält sich das Papier genauso, ich rede hier von dem Adox Polywarmton PW14. Bei der alten Einstellung von knapp über 50°C (alte Bäckerpresse, Temperaturegler garantiert nicht geeicht, misst Haussnummern) wars zu warm, Papier löste sich nach 10 Minuten immer noch nicht obwohl trocken. Jetzt bei der Einstellung 40°C ist der Probestreifen nach ~10 Minuten trocken und klebt nicht mehr am Tuch.
>Zum Häter mal eine Frage, kann man diesen selber ansetzen. bzw. aus was besteht er? Ich habe nämlich > nichts im Katalog gefunden und habe keine Lust bei der Konkurrenz zu kaufen.
Früher war das mal Kalialaun als Häterzusatz, siehe Ansel Adams "Das Positiv". Was man heute nimmt, keine Ahnung.
Grüße
Heinrich
[SIZE=1][SIZE=1]