comfortablynumb
Hallo zusammen,
da ich mal davon ausgehe, dass in diesem Forum vielleicht der eine oder andere Fotograf ist, der sich mit Ost-Produkten auskennt, mein Anliegen. Ich habe gerade einige Auktionen eines Verkäufers aus der Ukraine bei Ebay gesehen. Der bietet zu günstigen Preisen einen Kameraversand direkt aus der Ukraine an.
Ich suche eine sehr günstige Mittelformatkamera (6x9), die aber auch tolle Negative hinbekommt. Ich vergrößere auf 30x40 und bin sehr anspruchsvoll und detailverliebt. Sonst fotografiere ich mit einer Minolta x700 auf Foma-Material. Inkl. Porto könnte ich so Moskva 5 (Zeiss Ikonta Kopie) für ca. 50 Euro bekommen. Ist das rausgeschmissenes Geld?
Beste Grüße
Andreas
MirkoBoeddecker
Andreas,
bei Mittelformat ist es wie bei KB- Nicht die Kamera sondern das Objektiv macht das Bild.
Eine Kamera so um die 50 EUR wird Dir wahrscheinlich nie ein spitzen-Ergebnis liefern. Sollte es sich um eine ganz einfache Bauweise handeln (z.B. Balgenkamera mit 4 linsigem 2 Elementer- Tessar Objektiv) so kann auch diese Optik erstaunlich scharfe S/W Bilder liefern. Aber wie gesagt das müsste dann im Einzelfall mit dem jeweiligen Objektiv getestet werden.
Schau mal weiter hinten im Forum nach da stand etwas zu den Pentacon Zeiss Optiken. Die sind relativ preisgünstig und schon recht hochwertig- die guten Serien aus Kiever Fertigung auch (Kiev 66 und Kiev 88 Anschluss).
Persönlich würde ich Dir empfehlen auf eine Yashica Mat 124 oder auf eine andere Rollei oder Mamya zu sparen.
Da kannst Du sicher sein was die Mechanik und Abbildungsleistung des Objektives betrifft.
Immerhin kostet der Rollfilm ja auch mehr und du schleppst mehr Gewicht mit Dir rum. Da solltest Du nicht unbedingt nur 50 EUR in die Kamera investieren.
Vergiss zudem nicht: 5% Einfuhrzoll, ggf. 25 EUR Aufwendungen für die zolltechnische Abfertigung durch den Paketdienst und 16% MwSt. Das alles kommt in jedem Fall noch dazu (sorry aber als Fachhändler kann man nicht oft genug darauf hinweisen ;-)
Grüße,
Mirko
Gast
Hallo Mirko,
ich habe viel Geld für gute Festbrennweiten bei meiner KB-Fotografie ausgegeben und ich weiß der Wert eines guten Objektivs ist nicht hoch genug zu bewerten.
Im Forum de.rec.fotografie habe ich schon viel über die Mat 124 G gelesen, die soll wirklich ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis haben. Da ich auf jeden Fall auch Negative im 6x9-Format haben möchte: kann ich die Yashica auf 6x9 umstellen, oder kann die nur 6x6?
Die Mamiya c330 soll auch ein feines Teil sein, aber viel teurer im Marktpreis als die Yashica.
Jau, die Einfuhrzölle und Gebühren kommen auch noch dazu. Stimmt. ;-)
Kannst Dir ja trotzdem mal die Auktion angucken. Ist unter
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewIt...ssPageName=WDVW
zu finden.
Grüße
Andreas
Gast
Hallo Andreas,
mit dem Verkäufer haben ich und andere hier aus der Sindelfinger Ecke nur gute Erfahrungen gemacht. Sehr nett ist auch, dass er eine deutsche Bankverbindung hat.
Eine MAT124 ist nicht zwischen 6x9 und 6x6 umschaltbar, die kann nur 6x6. Außerdem halte ich das Yashinon (ich habe eins auf meiner Yashica D) erst ab ca. Blende 8 für wirklich scharf, so überragend ist dieser streulichtanfällige Tessar-Clone nicht.
Bei 6x9 solltest Du im Hinterkopf behalten, dass 30x40 mal gerade fünffache Vergrößerung ist. Da kann schon ein paar optische Unzulänglichkeiten in Kauf nehmen und kommt immer noch besser raus als mit KB.
Beste Grüße,
Franz
MirkoBoeddecker
Andreas,
Franz hat Recht was das Yashinon angeht.
Alles gelblich schimmernden einfach vergüteten Optiken aus den 70igern nur mit Sonnenblende verwenden.
Neuere Baureihen sind aber besser.
Was die Moskauische betrifft habe ich so meine Zweifel bezüglich der Parallalität von Optik und Filmebene schau mal selber:
http://www.ua-project.com/images/foto/0312/moskva5_3.jpg
Nein, natürlich kann eine Mat 124 nicht auf 6x9 umgeschaltet werden aber dafür ist das Scharfstellen und die Belichtungseinstellung wesentlich einfacher......
Grüße,
Mirko
Gast
AAAAlso....
Besitze selbst eine Moskva 5 (übrigens eine russische Kopie der Zeiss Super Ikonta) - und meine ist ganz OK; das Objektiv ist hinreichend scharf wenn auch nicht wirklich schneidend (das wird aber übrigens auch dem Vorbild Zeiss Super Ikonta vorgehalten - das Nachkriegs - Tessar 105mm für die 6x9er Ikontas gilt generell als Ausnahme unter den sonst sehr guten und scharfen Zeiss-Objektiven). Bei 6x9 sind die Ecken schon nicht mehr so gut (genauso wie bei vielen anderen 6x9 Faltern), andererseits braucht man eben nur einen geringeren Vergrößerungsmaßstab, wodurch das weniger auffällt. Ich benutze aber meine Moskva 5 nur mit dem 6x6cm Reduzierrahmen.
Den Verkäufer aus Deiner Auktion kenne ich nicht, der Preis ist aber SEHR gut. Zur von Mirko angesprochenen Problem mit der Parallelität von Objektiv- und Filmebene: die auf dem Beispielfoto gezeigte Kamera ist eindeutig nicht ganz ausgezogen - da muss man bei den Moskvas generell ein bisschen nachhelfen und ziehen, bis die Frontstandarte einrastet; außerdem kann man nicht die Kamerafrontseite als Vergleichsmaßstab hernehmen, die ist nicht parallel zur Filmebene, der Kamerabody ist ganz leicht keilförmig. Generell werden der Moskva 5 nicht oft Probleme in diesem Bereich nachgesagt, viel eher kommt es zu Problemen mit Justage des Entfernungsmessers und der Frontlinse.
Hättest Du nicht gesagt, dass Du unbedingt 6x9 machen willst, hätte ich Dir zur russischen Iskra geraten, einer der besten MF-Faltkameras überhaupt, mit einem großen, hellen Sucher (fast auf Leica-Standard) und einem umwerfend tollen, scharfen Objektiv - aber die kann halt nur 6x6.
Mehr Infos zur Moskva 5 (und mit ihr aufgenommene Beispilefotos) findest Du hier:
http://www.beststuff.com/forum/index.php?f=25
http://cameras.alfredklomp.com/moskva5/index.htm
http://members.aol.com/morninglp/MOCKBA/Mockba.html
Roman
Gast
Nein, natürlich kann eine Mat 124 nicht auf 6x9 umgeschaltet werden aber dafür ist das Scharfstellen und die Belichtungseinstellung wesentlich einfacher......
PS: Zu Mirkos These, das scharfstellen mit einer Yashicamat 124 sei leichter kann ich nur sagen: ich hab auch eine Yashicamat (nicht-124), und kann das absolut nicht bestätigen; gut, die Mattscheibe und der Spiegel bei meiner könnte mal eine Reinigung vertragen, aber generell sind doch Kameras mit Meßucher viel einfacher und genauer scharfzustellen als solche Mattscheibe (wobei letztere dafür wieder exakter den gewählten Bildausschnitt zeigen, grad bei der Moskva 5 muß man da etwas schätzen, wo genau der Bildrand ist...)
Urnes
Hallo Andreas,
vielleicht solltest du dir erst einmal überlegen, warum du auf die Mokwa gekommen bist. Ich liebäugle mit dem Teil auch schon seit einigen Jahren, weil es eine Möglichkeit wäre viel Format mit relativ geringen Packmaßen mitzunehmen. Wobei es natürlich klar ist, dass die Abbildungsleistung nicht so hoch ist wie bei einer modernen 6x9 von Fuji. Ich würde mal befürchten, dass du im Ergebnis besser dran bist KB mit hochwertigen Festbrennweiten zu nutzen, als die Mokwa.
Wenn es aber ums Mittelformat ansich geht, ist halt wirklich die Frage ob du 6x9 wirklich brauchst oder ob du auch mit 6x6 hinkommst, wenn du eine hochwertige Kamera hast. Ich selber benutze eine Mamiya C 33 und bin mit der vollauf zufrieden. Der Vorteil war halt, dass ich eine Mittelformatkamera mit drei erstklassigen Wechselobjektiven (50,80,135 mm) für unter 1000 Euro bekommen habe. Außerdem macht Mamiya in München immer noch den Service für diese archaischen Geräte, so dass du für einen wirklich fairen Preis auch die Rückwandgummis gewechselt bekommst und das innerhalb einer Woche. Also ich habe da wirklich Spaß mit.
Gruss, Sven
comfortablynumb
Hallo Sven und Roman,
auf das Format 6x9 bin ich gekommen, weil ich natürlich das rechteckige Format schon seit vielen Jahren gewohnt bin. Zum anderen wurde ich gerade in letzter Zeit dadurch bestätigt, Fotografien von Imogen Cunningham zu studieren. Vor allem die Blumenfotos sind immer wieder in diesem Format zu sehen.
Ich kann natürlich mit meinen KB-Festbrennweiten und dem Manfrotto-Stativ schon sehr gute Bilder machen. Ich bin immer wieder überrascht, was damit mit dem Foma 100 und Drahtauslöser möglich ist. Aber ich habe auch die Mittelformatabzüge meiner Kollegen im Foto-Club vor Augen. Da empfinde ich den Detailreichtum und die Schärfe überwältigend. Allerdings spielen diese Jungs in einer ganz anderen Liga, mit ihren neueren Mamiyas und Hasselblads.
Ich habe einfach nur ein sehr kleines Budget, obwohl die Fotografie meine große Passion ist. An dem Mangel an Geld kann ich einfach nichts ändern. Und der Spagat zwischen einer kleinen Investition und sehr guten Abzügen ist halt schwierig. Notfalls würde ich mich auch mit 6x6 anfreunden. Die Iskra-2, die Roman genannt hat, vor 40 Jahren produziert (!) kann hervorragend Negative belichten. Es juckt mich in den Fingern, solch eine russische Kamera zu besitzen, die ich mit etwas Fleiß und mit akuratem Arbeiten dazu bringen kann, eine vergleichbare Qualität herzustellen, wie es eine Mat 124 oder C330 bringt. Geht das? Dann kommt wieder die Service-Frage. Wer kann solch ein Teil heute reparieren?
Sind auf dem second-hand Markt solche russischen Teile in guter Verfassung zu bekommen?
Grüße
Andreas
Gast
Hallo!
Tja, mir geht's wiederum anders - ich empfinde das 6x6-Quadrat als viel harmonischer als das Rechteck...
Für eine Iskra (es muss keine -2 sein) solltest Du mit ca. 100 Euro, zzgl. Porto, rechnen; die Kamera hat, wie gesagt, einen großartigen Sucher und ein ebensolches Objektiv, aber eine Schwachstelle: der Filmtransport (mit automatischer Filmanfangserkennung und automatischem Filmschritt samt Doppelbelichtungssperre) ist recht aufwendig konstruiert, und damit altersbedingt fehleranfällig - ich würd eine Iskra nur von einem als verlässlich bekannten Ebay-Händler (wie 'alex-photo'/'asr-photo' oder 'cupog') kaufen, oder von Oleg (www.okvintagecamera.com - Oleg repariert die auch) oder Fedka (www.fedka.com).
Allerdings - nachdem Du Deinen Einsatzzweck genannt hast (Blumenbilder - oder hab ich das falsch verstanden?), muss ich Dir von Iskra und Moskva wieder abraten: Sucherkameras sind für solche Motive im Nahbereich wegen der Sucherparallaxe (Abweichung von Bildausschnitt im Sucher und am Negativ) eher wenig geeignet - ihre Domäne ist die schnelle Fotografie unterwegs, wofür sie sich wegen ihrer Kompaktheit noch zusätzlich qualifizieren.
Für MF-Nahfotografie empfiehlt sich eher eine SLR (auch TLRs sind wg. Parallaxe von Aufnahme- und Sucherobjektiv nicht ideal, wobei grad die Mamiya C-Serie wegen des langen Balgenauszugs für den Nahbereich prädestiniert wäre). Schon mal an eine Kiev 60 oder PentaconSix TL gedacht? Mit 80mm-Objektiv und Zwischenringen bist Du da im Nahbereich schon dabei, für rund 100 bis 150 Euro...
Aber wenn Du tatsächlich 6x9 auf Rollfilm machen möchtest, und Dich eine langsame, statische Arbeitsweise nicht stört, wie wär's mit einer alten 6x9cm Plattenkamera und einem Rollfilmrückteil dazu (müsste auch zeitlich Imogen Cunninghams Equipment entsprechen)? Bin aber kein Fachmann dafür, da müssen andere mit weiteren Tipps einspringen...
Roman
Urnes
Da Roman das nun grade anspricht, wenn du mit einer statischen Arbeitsweise klar kommst und wirkliche Qualität suchst und dann auch noch im Rechteck, dann solltest dich wirklich nach einer Großformatkamera umsehen. So etwas in der Richtung 4x5" vielleicht mit 6x9 Rückteil. Die amerikanischen Graflexe bekommt schon recht günstig oder eine Plaubel. Ich denk mal die sind im Moment günstiger zu haben als die Highend Mittelformatkameras. Grade bei Blumen macht das wirklich Sinn, alles in Ruhe auf der großen Mattscheibe einzustellen, wenn man sich daran gewöhnen kann, dass das Bild seitenverkehrt auf dem Kopf steht.
Bei Interesse schau doch mal hier rein:
Grossformatforum
Im Zweifel würde ich dir dazu raten lieber noch ein wenig zu sparen und dir dann wirklich das Werkzeug zuzulegen, was deinen Bildern und deiner Arbeitsweise entspricht. Mit Mokwa und Istra sind m.E. keine vernünftigen Blumenstills möglich weil die Nahgrenze max. 1m beträgt und du die Parallaxe des Entfernungsmessers nicht ausgleichen kannst. Ich muss Roman da recht geben, dass du in dem Fall mit einer Pentacon und Zwischenringen besser dran bist. Und du bekommst die Pentacon in Dresden repariert oder mit der Rollei-Einstellscheibe und Spiegelvorauslösung aufgerüstet. Die Qualität mit Zwischenring im Nahbereich ist so gut (ich benutze manchmal eine wenn was Kleines mit in Urlaub mitnehmen will) dass du da wirklich mit Arbeit und Geduld was draus machen kannst.
Gruss Sven.
Gast
Zum Thema MF-Kameras, Falter und Zweigige:
Ich hab eine längere Suchperiode hinter mir.
Erst eine RB mit praktisch perfekter optischer Leistung, aber bekanntermassen nicht wirklich zierlich. Die Kamera hab ich noch.
Dann eine äusserlich perfekte Moskva-5 mit hervorragender Mechanik, klarer und wunderbar aussehender Optik und exakt justiertem Entfernungsmesser. Einziger Nachteil: der Entfernungsmesser zeigte wirklich genau das Schäfemaximum an... leider hätte man diese Schafe auch mit einem Colaflaschenboden erreichen können, selbst bei "Vergrößerungen" auf 13x20 waren die Bilder merklich unscharf. Ende bei Ebay.
Als nächstes wurde eine ebenso perfekt aussehende Moskva-2 an Land gezogen. Die war in einer grünen Originalschachtel mit Anleitung und Tasche. Klasse aussehende Optik, perfekt laufender Verschluss, 20% der Bilder erreichten KB-Qualität, der Rest nicht. Kein erkennbares Spiel in irgendwelchen Gelenken, die Kamera wurde sorgfälltigst ausgezogen und eingerastet, Entfernungsmeßeihen gemacht. Kein Erfolg, ab zu Ebay.
Dann kam eine Rolleiflex Automat von 1949/50, funzelige Glasmattscheibe, gnadenlos scharfe, perfekte Negative, die der RB in nichts nachstehen. Dies war die erste eine ganzen Reihe Rollei TLRs, eine besser als die andere, die meisten hab ich noch.
Geliehener deutscher 6x9-Falter, Fabrikat weiss ich nicht mehr, Flaschenboden-Dreilinser. Zurückgegeben.
Mamiya C3/33/330s. Schlachtschiffe in abnehmender Massigkeit, schlecht zu justierende Mattscheibe in C3 und 33, sehr gute in 330s, meine schwarzen Optiken nur knapp unterhalb der Zeiss-Liga, gut genug für alle Schandtaten.
Rolleiflex SL66, vollmechanisches Wunderwerk, etwas empfindlich, tolle Optiken. Spielt in einer anderen Klasse.
Mamiya 6 und 7: oberste Spitzenklasse, leider auch im Preis.
Iskra-1. Die Überraschung. Feine Mechanik, sauber justiert, Bildqualität wie von einer Rollei gewohnt, der Preis von runden 120 Euro (von "cupog") völlig in Ordnung, flotte Lieferung. Von einem zuverlässigen Händler empfehlenswert, nehme ich gerne mit, wenn kleines Gepäck angesagt ist.
Ich will damit nicht sagen, dass jede Moskva so be***en ist, meine beiden waren es halt, eine dritte will ich nicht. Die low-end Falter aus den 50er Jahren haben mich bislang nicht überzeugt, wenn man eine Rolleiflex-Aufnahme daneben hält, weiss man halt was geht. Bei einer guten Optik ist 6x6 mehr als ausreichend, auch wenn man einen rechteckigen Ausschnitt vergrößert.
Martin
skahde
Was die Moskauische betrifft habe ich so meine Zweifel bezüglich der Parallalität von Optik und Filmebene schau mal selber:
Hallo,
die Kamera kann durchaus ok sein, die ist nur nicht ganz aufgeklappt, wie man an der Niete im Führungsbügel sehen kann. Der Zustand ist allerdings bedenklich.
Viele Grüße
Stefan (restauriert sich gerade eine Agfa Billy Record II als 6x9 Weichzeichner ;-))
Urnes
Hallo,
ich hatte noch unsere chinesischen Freunde vergessen. Es gibt von Seagull (zu Neudeutsch: Kurbelmäße) einen Rolleiflex-Nachbau. Ich habe das Teil vor Jahren auf dem Flohmarkt für 60 Mark(!) gekauft. Also abgeblendet auf 5,6 ist die Abbildungsleistung erstaunlich gut. O.k. ich geb ja zu das es etwas gewöhnungsbedürftig ist wenn man feststellt das die 1sec. und das 1/15 vertauscht sind. Aber zu dem Preis war die echt klasse. Dazu gibt es von Seagull auch noch eine Messucherkamera, die der Iskra sehr ähnlich ist wenn das Objektiv ähnlich ist wie bei TLR wäre es auch eine Überlegung wert.
@ Stefan: Erzähl mal was von der Weichmacheraufrüstung der Billy Record
Gruss Sven.
Gast
@ Stefan: Erzähl mal was von der Weichmacheraufrüstung der Billy Record
Das ist nicht ganz wörtlich zu nehmen. Vom Dreilinser (Apotar) verspreche ich mir wegen der nicht auskorrigierten Abbildungsfehler eine Charakteristik, die sich je nach Sujet nutzen lassen sollte. Ich habe da eine Idee im Kopf, die raus will und 9,90 EUR kann man da mal springen lassen.
Die Restaurierungsarbeiten umfassen eine Zerlegung und Reinigung des Objektivs, flicken der porösen Balgenecken mit schwarzem Silikon, Justage der Unendlicheinstellung und eine Grundreinigung. Jutage und Flicken steht noch aus, der Dreck zwischen den Linsen und außen ist schon mal beseitigt.
Viele Grüße
Stefan
Gast
Dazu gibt es von Seagull auch noch eine Messucherkamera, die der Iskra sehr ähnlich ist wenn das Objektiv ähnlich ist wie bei TLR wäre es auch eine Überlegung wert.
...die Seagull 203! Die Ähnlichkeiten beschränken sich aber rein auf's Äußerliche, dieses Modell soll recht fehleranfällig sein, außerdem fokussiert sie nur durch Verdrehen der Frontlinse des 3-Linser-Objektivs, nicht durch verschieben des gesamten (4-Linser, Tessar-Typ)Objektivs mittels einer Helix (was mit für die überlegene Abbildungsleistung der Iskra verantwortlich ist.
comfortablynumb
Erstmal muss ich mich für die vielen konstruktiven Beiträge bedanken. Astrein. Jeder versuchte mit großem Aufwand weiterzuhelfen. Der Ton in diesem Forum gefällt mir sehr gut. Längst nicht so aggressiv und besserwisserisch wie bei de.rec.fotografie, wo man oftmals erstmal runtergeputzt wird oder sich auf Formfehler in dem Posting mokiert.
Ihr habt es schon richtig gedeutet, Blumenfotografie wird ein großes Thema für mich werden. Bislang waren meine Hauptgesichtspunkte Bäume, Felsformationen, Portraits, Friedhofsskulpturen und Landschaftsszenen. Für all diese Themen ist natürlich Mittelformat eine Bereicherung im Detailreichtum.
Nun habe ich die Pentacon Six TL ins Auge gefasst, nachdem ich Vor- und Nachteile aus dem was ich erlesen oder im Web recherchieren konnte, abgewogen habe. Alles in allem scheine ich mit der Kamera und einer Carl Zeiss Optik gut beraten zu sein. Bei Ebay wird die jetzt im großen Stil verhökert. Ich gehe oftmals davon aus, dass bei den Auktionen nur der Dachboden ausgeräumt werden soll, die Kamera 20 Jahre dort rumlag etc.
Welche 80mm-Optiken sind sehr gut und von welchen Ausführungen soll ich die Finger lassen?
Gibt es bekannte Ebay-Verkäufer, oder Ladengeschäfte im Osten Deutschlands, die auf DDR-Kameras spezialisiert sind? Hier in Unna bzw. Dortmund sind die kaum vorhanden.
Gibt es so starke Unterschiede in den Fabrikationschargen, wie z. B. bei der Kiev?
Ich bedanke mich schon mal vorab.
Beste Grüße
Andreas
Urnes
Hallo Andreas,
ich habe dir nochmal einen alten Threat aus dem Forum heraus gezogen in dem wir über die Pentacon Six disskutiert haben, ich denke mal das wird dir schon mal ein Stück weiterhelfen:
Pentacon Six
Frohe Weihnachten wünscht
Sven
Gast
Hallo Andreas,
ich kann Dich nur bestätigen in Deiner Entscheidung, auf 6x6 zurückzugreifen, denn:
1) Laborzubehör ist im Hobbybereich i.d.R. bis 6x6 konzipiert. Ich gehe mal davon aus, dass Du schon einen ordentlichen Vergrößerer bis 6x9 hast. Ansonsten wird's anstrengend, da außer dem Meopta Magnifax kaum etwas preisgünstiges und brauchbares in diesem Format zu finden ist. Und eben deswegen wird der Magnifax bei Ebay entsprechend höher gehandelt als z.B. ein Opemus. Den bekommt man inzwischen schon für'n Appel und'n Ei (wenn man nicht schon einen hat).
2) Da Du mit Sicherheit 6x9 Aufnahmen auch im Hochformat machen willst, brauchst Du auch ein entsprechend stabiles Stativ und einen soliden Stativkopf, damit die Kamera geschwenkt werden kann. Insbesondere der Stativkopf kann ziemlich ins Geld gehen.
Meiner Meinung nach erreichst Du allerdings mehr, wenn Du Dich mit Kleinbild im Highend-Bereich bei den Objektiven bewegst, als wenn Du auf billiges MF-Zeug zurückgreifst.
Zum Beispiel für Nahaufnahmen wäre die Zück-Schnecke mit einem Componon-S eine feine Sache. (Ist es ein teures Apo mit Anfangsblende 4,0 kannst Du es auch prima für Porträts verwenden.) Arbeitest Du mit einem Vergrößerer, der auch voll ausgefahren noch ordentlich stabil ist, hast Du gleichzeitig auch noch ein Spitzenobjektiv zum Vergrößern. Ansonsten muss noch ein sehr gutes, kleineres Objektiv in den Vergrößerer rein. Wenn Du dann auch Filter beim Fotografieren einsetzt, garantiere ich Dir, dass die Ergebnisse überzeugender sind als bei einfachen Rollfilm-Knipsen.
Aber i.d.R. gibt man die Absicht ins MF zu wechseln nicht auf, wenn man sich einmal dafür entschieden hat. Bei mir war es ebenso. Auf jeden Fall hat das Rollfilmformat den Vorteil, dass ich für Anwesende immer ein Quell der Heiterkeit bin, wenn ich mit meiner großen schwarzen Kiste ankomme. ;-)
Frohes Fest
Dierk
mau
Die meisten unschönen stammen vom Verwackeln. Sicher sollte man von einem 50