klausentreiben
Hallo, ich widme mich nach Jahren der Abstinenz wieder der SW Filmentwicklung zu, meine Kenntnisse sind also rudimentär.
Mein Problem ich belichte im Jahr nur 1-4 Filme. Das ist zu wenig, so dass zu befürchten ist, dass die Entwicklerchemie unbrauchbar wird und ich beim Herausfinden einen Film verliere.
Welchen Produktansatz Entwickler könnt Ihr für dieses Problem empfehlen. Ich benutze momentan Ilford Delta 100/400 und möchte flexibel in der Filmwahl sein. Die Entwicklung soll unkompliziert ohne großes Einmessen laufen. Ich möchte den Entwickler als Einmalentwickler nutzen. Werde erklärtermaßen max. 2 Filme in der Dose haben und die Chemie gleich wegschütten. Gibts da etwas umweltfreundlicheres?
Was ich bisher schon in Foren gelesen habe:
Komponenten Pulverentwickler z.B. Atomal, hält ungeöffnet ewig, doch das nützt mir nichts, da die Verarbeitung der angesetzten Lösung innerhalb von 6 Wochen geschehen sollte.
Von einem Ansatz der Teilmengen wird wegen Entmischung abgeraten. Bestätigt?
Lassen sich flüssig Komponenten z.B. Moersch Finol teilweise ansetzen? Wie ist jedoch die Haltbarkeit dieser angebrochener Flaschen?
Flüssigkonzentrate in kleinen Mengen:
Hier bin ich auf die kleinsten verwertbaren Mengen bei guter Haltbarkeit gestoßen.
Tetenal Ultrafin T Plus 500 mL, Haltbarkeitszeiten: ungeöffnet 2 Jahre, geöffnet 6 Monate, angesetzt 2 Monate, wird knapp für 8 Filme reichen. Also 2 Euro je Film.
Tetenal neofin blau, 6 Ampullen, jeweils 2 Jahre Haltbarkeit, für genau 6 Filme. Sicherste Lösung 2,4 Euro je Film, aber eine wahre Alternative als im Pfuschlabor.
Tetenal Ultrafin Liquid 250 mL, keine Angaben zur Haltbarkeit?
Kann mir jemand schlüssig den Unterschied der 3 Tetenal Marken erklären? Sollte ich spezielle einen Entwickler für T-Kristalle nehmen?
Rodinal oder Adox Adonal 100ml. Dies soll der Entwickler mit der längsten Haltbarkeit auch noch nach Jahren auch bei geöffneter Flasche sein. Es gibt aber keine konkreten Angaben. Kann das jemand bestätigen?
Kleinste Menge in 100ml reicht hier für 2,6 Liter Arbeitslösung. Das wären bei meiner Entwicklungsdose 8 Filme zu je 0,65 Euro je Film. Selbst wenn er kippt, ist der Schaden nicht groß, wie stehts um die Qualität?
Ist der Adonal auch für den modernen T-Kristall Filme wie Ilford Delta 100 oder Delta 400 noch brauchbar?
Hallo, ich widme mich nach Jahren der Abstinenz wieder der SW Filmentwicklung zu, meine Kenntnisse sind also rudimentär.
Mein Problem ich belichte im Jahr nur 1-4 Filme. Das ist zu wenig, so dass zu befürchten ist, dass die Entwicklerchemie unbrauchbar wird und ich beim Herausfinden einen Film verliere.
Welchen Ansatz/Entwickler könnt Ihr für dieses Problem empfehlen?
Was ich bisher schon in Foren gelesen habe:
Komponenten Pulverentwickler z.B. Atomal, hält ungeöffnet ewig, doch das nützt nichts, da die Verarbeitung der angesetzten Lösung innerhalb von 6 Wochen geschehen sollte.
Von einem Ansatz der Teilmengen wird wegen Entmischung abgeraten.
Lassen sich flüssig Komponenten z.B. Moersch Finol teilweise ansetzen? Wie ist die Haltbarkeit angebrochener Flaschen?
Flüssigkonzentrate in kleinen Mengen:
Hier bin ich auf die kleinsten verwertbaren Mengen bei guter Haltbarkeit gestoßen.
Tetenal Ultrafin T Plus 500 mL, Haltbarkeitszeiten: ungeöffnet 2 Jahre, geöffnet 6 Monate, angesetzt 2 Monate, wird knapp für 8 Filme reichen. Also 2 Euro je Film.
Tetenal neofin blau, 6 Ampullen, jeweils 2 Jahre Haltbarkeit, für genau 6 Filme. Sicherste und teuerste 2,4 Euro je Film, aber eine wahre Alternative als im Pfuschlabor.
Tetenal Ultrafin Liquid 250 mL, keine Angaben zur Haltbarkeit?
Kann mir jemand schlüssig den Unterschied der 3 Tetenal Marken erklären?
Rodinal oder Adox Adonal 100ml. Dies soll der Entwickler mit der längsten Haltbarkeit auch noch nach Jahren auch bei geöffneter Flasche sein. Es gibt aber keine konkreten Angaben. Kann das jemand bestätigen?
Kleinste Menge in 100ml reicht hier für 2,6 Liter Arbeitslösung. Das wären bei meiner Entwicklungsdose 8 Filme zu je 0,65 Euro je Film.
Ist der Adonal auch für den modernen T-Kristall Filme wie Ilford Delta 100 oder Delta 400 noch brauchbar?
Was könnt ihr empfehlen?
Urnes
Du kannst es mit Atomal A49 versuchen. Darin kommen die Deltas sehr gut.
Du kippst, nehm ich an. Dann brauchst ca. 500ml für eine Dose.
Besorg dir eine braune Schottglas- oder Chemikalienflasche mit Teflondichtung. Die schließt luftdicht ab. Am besten nimmst du eine Halbliterflasche. Dann setzt du 1l an. Verbrauchst 500ml direkt und packst den Rest in die Flasche. Der sollte dann gut 6 Monate halten. Oder länger. Solange er nicht braun ist, nutze ich den Ansatz auch länger.
Gruss Sven.
Wolf_XL
... mal so unter uns - wenn bei 1-4 Filmen pro Jahr der Entwicklungspreis pro Film 'ne Rolle spielt - such' dir ein anderes Hobby...?
klausentreiben
Danke Urnes für die konstruktive Antwort.
Sollte/Muss Atomal nicht auch min. 1 zu 2 verdünnt werden. Ich lass, dass die Ergebnisse auch besser werden.
Als Umweltfreund bin ich dafür die Ressourcen ganz zu nutzen, auch das wegkippen ungenutzter aber abgelaufener Chemie tut mir leid.
Mein Entwicklungstank empfiehlt 325 ml bei einem Film und 570 ml wenn ich zwei Filme einlege, danach würde ich wegkippen mangels Lagerkapazität. Nach deiner Methode kannst du nur 2 Filme entwickeln, ich bekäme bei 3 Litern knapp 10 Filme durch.
Urnes
Nein. Du kannst mit Stammlösung arbeiten. Es sei denn du benötigst Ausgleichs bzw. Stammentwicklung.
Entwickler wegkippen ist, sofern oxidiert, nicht kritisch. Aber Fixiere hält dir tatsächlich und 4 Wochen und Silber ist giftig.
So und jetzt überleg dir noch wie viele Bilder du von einem Film tatsächlich abziehst und wieviele unnötig waren. Wieviel Papier du in die Tonne drücken musst bis der Abzug passt ect.
Alternative wäre zeichnen. 1 Bleistift und 1 Blatt Papier.
Gruss Sven.
Wolf_XL
...mal Neofin Blau in Erwägung ziehen - kommt dem gewünschten Profil am nächsten.
klausentreiben
...mal Neofin Blau in Erwägung ziehen - kommt dem gewünschten Profil am nächsten.
Den habe ich zuletzt auch in Erwägung gezogen! Da Einzelgläser zu 50 ml ergibt bis 6x 700ml.
Was hältst du von dem Vorschlag: ultrafin T plus in 500 ml dazu gleich eine Glasflasche und
Gas zum Sauerstoffabschluss obendrauf, das dürfte bei Teilentnahme doch auch die Haltbarkeit auf die ursprünglichen 2 Jahre halten.
Mir sind allerdings die Unterschiede in den Eigenschaften beider Produkte nicht bekannt.
Beim ultrafin heißt es zb Ausgleichend was bedeutet das im Vergleich zum Neofin Blau?
Ist der Neofin älteren Typs weil er in der Beschreibung nicht auf die T Kristalle Typologie eingeht?
klausentreiben
Nachgelesen ultrafin T plus für kleinstes Korn. Ist das bei einem 100 ASA Film noch erheblich?
Neofin Blau mehr Schärfe. Auf Kosten von ….
Wolf_XL
...ab hier wird es schwierig - einen möglichst wirtschaftlichen Entwickler für den persönlichen Durchsatz zu finden ist das eine - ob dieser Entwickler aber dann auch mit dem bevorzugten Film harmoniert ist das andere. Mal vom persönlichen Geschmack ganz abgesehen... Die in den Datenblättern angepriesenen Eigenschaften eines Entwicklers treffen nun mal leider nicht immer auf alle Filme zu. Rodinal oder HC-110 z.B. würden zu deinen Anforderungen bezüglich Haltbarkeit bestens passen - sind aber für T-Grain Filme wie den Delta nach meinen Erfahrungen eher zweite Wahl. Wobei es andererseits Anwender gibt, die das ganz anders sehen...?
€
Dir wird nichts anderes übrig bleiben, als die angedachten Film/Entwickler-Kombis selbst auszuprobieren und dann zu entscheiden.
grommi
"Gibts da etwas umweltfreundlicheres?"
€
Na klar: Caffenol. Als Einmalentwickler nach Gebrauch in den Ausguss. Instant Kaffee, Waschsoda, Vit-C-Pulver und evtl. jodiertes Kochsalz gibt es in jedem gut sortierten Supermarkt. Ca. 40 Cent pro KB-Entwicklung, immer frisch zubereitet, nix vergammelt -> caffenol.blogspot.com
€
Noch ein Tipp: mach kein pseudowissenschaftliches Gedöns um eine einfache Sache, aber arbeite sorgfältig.
RalfMichael
Hallo Klausentreiben,
ich habe in den 70gern als Schüler aus Kostengründen oft mit Rodinal entwickelt. Letztes Jahr (oder Ende 2016) habe ich im Keller eine ungeöffnete Flasche Rodinal und eine 2/3 volle Flasche Rodinal nach 40 Jahren Standzeit gefunden. Nicht nur mit der original verschlossenen, sondern auch mit der angebrochenen Konzentratflasche war eine Filmentwicklung noch einwandfrei möglich (!). In der Verdünnung 1:25 war Rodinal recht gut und feinkörnig,
leider haben wir damals aus Geiz oft 1:100 verdünnt, mach das nicht, das ist grobkörniger und schlechter. Immerhin habe ich damals für wichtige Filme auch mal Ilford ID 11 und Microphen geleistet.
Neofin rot oder blau habe ich auch manchmal verwendet, war schon o.k., aber nie das feinkörnigste, ich weiß allerdings nicht, ob die heute noch genauso sind.
Dem Rodinal entsprechenden Entwickler ist bei Fotoimpex im Programm, den habe ich aber noch nicht erprobt.
Bei den erwähnten Rodinalfläschchen handelt es sich um 125ml Fläschchen aus Glas.
Es gab mal bei Ilford einen vergleichbaren Einmalentwickler namens Ilfosol, mit dem hatte ich nicht so gute Ergebnisse.
€
Es geht mir übrigens so wie Dir, von 1970 bis ca. 86 habe ich ca. 220 SW Negativfilme (120, 135 und 127er) entwickelt, heute auch nur vielleicht noch 5 im Jahr, bleibe trotzdem bei dem Hobby und lass es Dir nicht ausreden. Auch ich fotografiere noch analog, aber seit den 80er überwiegend farbig.
Grüße, Ralf
klausentreiben
Du kannst es mit Atomal A49 versuchen. Darin kommen die Deltas sehr gut.
Du kippst, nehm ich an. Dann brauchst ca. 500ml für eine Dose.
Besorg dir eine braune Schottglas- oder Chemikalienflasche mit Teflondichtung. Die schließt luftdicht ab. Am besten nimmst du eine Halbliterflasche. Dann setzt du 1l an. Verbrauchst 500ml direkt und packst den Rest in die Flasche. Der sollte dann gut 6 Monate halten. Oder länger. Solange er nicht braun ist, nutze ich den Ansatz auch länger.
Gruss Sven.
Aus dem Adox Angaben zum Atomal:
"zum Ansatz von 1 Liter Arbeitslösung (Stammlösung). Die Stammlösung kann weiterverdünnt werden, um ADOX ATOMAL 49 als Einmal-Entwickler zu verwenden. Das erleichtert die Temperatursteuerung. Zusätzlich fallen die Verlängerungsfaktoren weg, was die Ergebnisse einer 1+1 oder 1+2 Entwicklung konstant reproduzierbar macht. Einmal angesetzt hält sich ATOMAL 49 in hochgefüllten Glas-Flaschen ca. 6 Wochen. In einem Liter Stammlösung können 10 Filme entwickelt werden."
?
Demnach schließe ich, die Stammlösung sollte bei Verwendung als Einmalentwickler verdünnt werden, min. 1:1. Ergibt 2 Liter Arbeitslösung, die dann einmal benutzt weggekippt wird. Ergibt grob 5 Filme. Verstehe ich das richtig?
?
Wenn du gleich die Arbeitslösung nimmst, gibt es dazu überhaupt (verkürzte) Zeitangaben? Müsste dann nicht Temperatur, Zeit und Kipprhythmus noch exakter eingehalten werden?
?
Praktisch wäre doch, die Stammlösung erstmal portioniert in Glasflaschen à 200ml abzufüllen und bei Gebrauch auf 1:1 verdünnen, 400ml, und dies dann für 1 Film zu nutzen. Ergebnis ist dann auch die Ergiebigkeit von 10 Filmen.
Ulf-Benno
Liebe Fotofreunde,
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an dieser Stelle möchte ich mal ein paar Mythen klarstellen, bevor noch jemand die Lust am Entwickeln verliert. Der Delta 400 wird mit Atomal A49 sehr gut. Ein Film ist mir allerdings schon mal zu dünn geraten, da der Entwickler schon mehrmals gebraucht wurde und die Verlängerungsminuten doch zu kurz waren. Deshalb empfehle ich immer frischen Entwickler.
?
Den Entwickler sollte man immer mit abgekochten Wasser ansetzen und in klaren Glasflaschen aufbewahren. Die gummierten Blechdeckel von Saftflaschen reichen völlig aus. Der Entwickler bindet etwas Sauerstoff und der Deckel wird angesaugt und zeigt damit, dass er dicht ist. Sollte der Entwickler dennoch verderben wird er schwarz. Deshalb bitte keine dunklen Flaschen verwenden. Als Lichtschutz für die Lagerung empfehle ich Pappkartons. Eine leichte Gelbfärbung ist unbedenklich. Dunkelgelber Entwickler muss vor dem Gebrauch getestet werden und ist meist noch sehr gut.
Die Haltbarkeit, auch der halbgefüllten Flasche, beträgt mindestens 5 Jahre! Vermutlich deutlich länger.
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Um sparsam und in hoher Qualität zu entwickeln empfehle ich für jeden Kleinbildfilm(135-36) 100 ml Stammlösung, wenigstens aber 70 ml. Entsprechend der Dosengröße wird dann verdünnt und die Entwicklungszeit verlängert. Einfacher geht es nicht.
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Beispiel: Die Plastimat-Dose braucht 300ml für einen Film: also Verdünnung 1+2 Verlängerungsfaktor mal 3
Für 2 Filme 500 ml: Verdünnung 1+1,5, Verlängerungsfaktor mal 2,5
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Die Zeis-Ikon Dose 370 ml für einen Film: Verdünnung 1+2,7, Verlängerungsfaktor mal 3,7
?
Nachteil ist das langwierige Drehen oder Kippen. Es sollte ständig bewegt werden!
Als Bewegungshilfe empfehle ich das Fußsprudelbad.
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Damit erreicht man wirklich sehr gleichmäßige und hochwertige Entwicklungen, bei sparsamstem Verbrauch.
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Ulf-Benno
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?
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Wolf_XL
Du kennst das Laboranten-Mantra?!?? B)
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Fülle niemals nie nicht Chemikalien in Getränkeflaschen ab...?? :rolleyes: