Gast
Hallo,
wenn es um alte Farbfilme geht, müsste doch der Sovcolor von Svema ideal sein, ich hab vor kurzem in SW mit Svema fotografiert.
Im phototec Forum hat ja auch jemand nach altem Farbfilm gefragt und diesen erwähnt (ist aber eigentlich Kinofilm, wie ich in einer Übersicht gefunden habe), da könntet ihr doch ein paar in Spulen machen lassen und die verkaufen, ich hätte auch mal Bedarf an so einem altmodischen Farbfilm und ich glaube nicht, dass ich der einzige bin.
Diese Agfa/Orwocolor Typen haben ihr ganz besonderes Flair.
Roland
MirkoBoeddecker
Roland,
Ih müsste trennen zwischen S/W und Farbfilmen.
S/W Filme können theoretisch in jedem Entwickler gebadet werden.
Farbfilme sind seit einigen Jahren alle für den C-41 Prozess standardisiert.
Alle Farbfilme die heutzutage produziert und verkauft werden sind mehr oder weniger gleich gut. Also nicht das es keine Unterschiede geben würde die sind nicht so gravierend wie zwischen C-41 und ORWOCOLOR.
Da auch in Russland überall C-41 Minilabs stehen wird Tasma bestimmt keinen eigenen Prozess mehr fahren sondern- genau wie Foma, efke oder Forte- Fuji oder Agfa Rohmaterial einspulen und als Tasma branden.
Es macht daher keinen Sinn solche Farbfilme zu reimportieren.
Grüße
Mirko
Gast
Herr Boeddecker,
ich will nicht wie ein gewisser F. hier herumstenkern, aber Svema macht zumindest Kinefarbfilm, das kann ich Ihnen zweimal belegen.
http://filmmaker.iatp.org.ua/svema_e.htm
http://www.privatisation.kiev.ua/Priv_Deu/...erichtKW132.htm
im zweiten Link (ein Wirtschaftsbericht der ukrainischen Regierung), heißt es (der ist in deutsch)
"Die wichtigsten Produkte und Leistungen in der 1. Jahreshäfte 2002: Kino- und Bildfilm – 8668 Tausend Laufmeter, davon Schwarzweissbildfilm – 8633 Tausend Laufmeter, [color="red"]Farbenfilm – 35 Tausend Laufmeter[/color], Kino- und Bildfilm für Amateure – 1163 Tausend Laufmeter, Film für Röntgenaufnahmen – 4991 Tausend Laufmeter, Magnetfilm – 4459 Tausend Laufmeter."
und der erste Link zeigt eine Übersicht, die das auch belegt, ich will hier kein dummes Zeug behaupten, ich hab mich mit Svema nur so ausführlich beschäftigt, weil ich Zeiten für meine Urlaubsfilme von der Krim brauchte und dann Spaß am recherchieren gefunden habe.
Roland
Gast
Hallo,
Ich kann leider kein Russisch, sonst hätte ich da mal längst angefragt, aber wenn Sie das nicht glauben, können Sie es ja tun.
Und (erfreulicher) noch viel Vergnügen in Kroatien.
Roland
Gast
Roland, sei vorsichtig mit solchen insubordinanten Äußerungen sonst stellt der Nachplapperer vom Dienst hier zum Gegenbeweis mit Cut & Paste noch das halbe New Yorker Telefonbuch rein.
MirkoBoeddecker
Roland,
möglicherweise habe ich Dich falsch verstanden.
Ich dachte Du suchst den altmodischen Look eines alten ORWO Farbfilmes. Den wirst Du mit einem modernen C-41 Film nicht bekommen - auch wenn er von Svema produziert wurde. Falls es kein moderner C-41 Film ist kannst Du ihn nicht entwickeln lassen (was ihn auch extrem schwer zu vermarkten macht).
Das war eigentlich das was ich rüberbringen wollte.
Ich habe seit 2 Jahren nicht mehr mit Svema telefoniert aber ich denke es handelt sich nicht um selbst begossene Ware.
Gerade bei Kinofilmen ist der Preis der Konfektionierung sehr hoch wegen der notwendigen Exactheit der Stanze.
Falls Svema also Farbmaterial verkauft handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um selbstperforiertes Rohmaterial aus einer der großen westlichen Produktionsstätten.
Genau weiß ich das aber nicht. Dazu müsste ich das erst nachprüfen.
Gruß
Mirko
Gast
Hallo,
das mit dem Nachprüfen wäre nicht schlecht, dann hätten wir Gewissheit.
Roland
MirkoBoeddecker
Roland,
lohnt es sich denn?
Hast Du schon Ergebnisse des Materials gesehen, die einen eigenen Flair hatten?
Prinzipiell sind wir ja immer offen für so etwas.
Ich werde am Montag mal mit jemandem telefonieren, der es möglicherweise weiß.
Grüße,
Mirko
Gast
Hallo,
Ich kenne von Svema nur SW, aber im Phototec Forum war vor kurzem mal was:
(Dieser Werner Schmidt ist nicht der Werner in diesem Forum, das weiß ich da ich Werner in diesem Forum privat kenne, Du brauchst Ihn also nicht danach zu fragen)
Hallo Photofreunde,
ich hab in letzter Zeit ziemlich viel alte Agfacolordias angesehen und würde gerne diese Farbwiedergabe umsetzen. Sie ist zwar eigentlich ziemlich daneben aber mir gefällt diese etwas verträumte Farbumsetzung recht gut.
Durch Recherchen im Netz habe ich gefunden, dass das Sovcolor-Material von CBEMA dem ziemlich nahe kommen soll, vor kurzem war ja auch ein russischer Dokumentarfilm über Tschetschenien im MDR zu sehen der so aussah.
Allerdings glaube ich nicht, dass da ran zu kommen ist, fällt im Forum jemandem vielleicht ein wie man das noch hinbekommen könnte solche "altmodischen" Farben wie in den Fünfzigern zu bekommen, vielleicht durch Entwicklung oder besondere Filter, Belichtung etc.
vielen Dank
Werner Schmidt
Roland
Gast
Hallo,
so ein Film wäre wirklich ganz spannend, vor allem als Schmalfilm könnte ich mir so einen Film gut vorstellen, das bringt nostalgische Bilder.
Danke Roland für deine Info zu Svema, aber soll ich den SW-Film von denen jetzt mal probieren oder nicht?
Paul
Gast
Hallo,
gibt es Sovcolor von Svema jetzt noch, oder ist es eingestellt worden?
Roland
Gast
Hallo,
gibt es Sovcolor von Svema jetzt noch, oder ist es eingestellt worden?
Roland
Roland,
Anfang/Mitte 2002 hatte ich Kontakt zu jemandem, der damals in Sumi lebte - dort ist auch das Svema-Werk ansässig. Vadim zufolge war damals die Produktion sehr stark runtergefahren und auf SW beschränkt, er konnte mit Mühe und Not noch ein paar Reste in 16mm zusammenkratzen.
Die Russen, Ukrainer, Armenier verwenden inzwischen Westware im Buntfilmbereich - unser armenischer Helfer Giro knipste mit einer 1985er Zenit ET in Neuzustand und seine Frau (und unsere Köchin) Gayane reichte an einem Abend Familienfotos rund. Die gingen bis etwa 1998 (also in unruhigere Zeiten) zurück und waren ausnahmslos auf Fuji Crystal Archive abgezogen (und ziemlich flau - der gleiche Effekt wie bei deutschen Weihnachtsfilmen - 5 Christbäume aus 5 Jahren auf einem Film ;-).
Wohlgemerkt - in der armenischen Pampa, in einem Gebirgsdorf im äußersten Süden. Und die Familie war alles andere als wohlhabend, Giro verdingte sich neben einer kleinen Landwirtschaft als Tagelöhner.
Mirko, die in
http://filmmaker.iatp.org.ua/svema_e.htm genannte Adresse stimmt, sie deckt sich mit der damals von Vadim genannten.
Sumi ist auf halbem Weg zwischen Kharkov (wo die FEDs und ein paar Antonovs herkommen) und Kursk (auf russischer Seite der Grenze). Ich könnte mal jemanden in Kharkov ausquetschen, wie der aktuelle Stand ist.
Niedliche Eigenart von Svema ist, dass für jede Emulsion eine Referenzentwicklungszeit auf der Packung eingeprägt wird. Und ich hab hier einen Original TMAX-Svema von 1992 liegen. Schickes Packungsdesign -konstruktivistisch-, da können sich andere Hersteller eine dicke Scheibe abschneiden.
Gruss,
Roman
Gast
Roman,
mit den Schachteln hast du eindeutig Recht, ich finde sie auch herrlich.
Zu deinem Svema-T-max vermute ich, dass es sich um eingespultes Kodakmaterial (keine Konkurrenz Kodak hätte ja eh nicht dort verkaufen können) handelte, der Maße ja laut Ablaufdatum noch UdSSR-Zeit sein, vielleicht genügte eben das eigene (KB)Material nicht für alle Zwecke.
Ich habe ja im Phototec-Forum meine Erlebnisse mit FN 64 geschildert, übrigens gab es in der Ukraine, zumindest in dem Fotogeschäft wo ich kaufte nur FN64, Foto100, Foto400 und Foto 200 sollte es ebenfalls geben (aber ausgegangen).
Wie gesagt, Svema hat schöne Grauwerte ähnlich Agfa Vorkriegsfilme und einen sehr reichlichen Belichtungsspielraum (fast jede Vergrößerung auf Anhieb ordentlich), ist aber sehr grobkörnig (vielleicht zu stark beim Zoll gerührt, oder schlecht gelagert?) und etwas mäßig verarbeitet (womöglich Zufall).
Ich glaube du wolltest bei Phototec Bilder sehen, ich habe keine Homepage, aber dafür hab ich welche gefunden (meine waren weniger steil da 64 GOST und hier 32 GOST-Film)
http://www.007-berlin.de/de/menu/1201-ausstellung-kont01.htm
Gast
Roland,
da hast du ja ganz sehenswerte Bilder aufgetrieben, die sind ein echtes Zeitdokument und darüber hinaus wirklich gelungen, ich finde sogar, dass diese relativ dunkle Wiedergabe mit tiefen Schatten nicht nur materialbedingt ist sondern die Atmosphäre ausdrücken soll.
Werner
RomanJRohleder
Roland,
bei sowjetischer Ware hab ich des öfteren hohe Gestaltungsqualität gefunden… Rodtschenko nannte das IIRC "produktive Kunst" o.ä. - sinngemäß "Formgebung ohne Nutzwert" war in den 20er/30er Jahren verpönt, also widmete man sich dem was heute locker "Design" genannt wird - Möbel, Porzellan, aber auch Layout. Ordentliche Sachen, auch in der Architektur, leider ging verflucht viel Kreativität (und mehr) ab ca. 1932 verloren - der stalinistische "Zuckerbäckerstil" setzte sich durch und gute 20 Jahre lang wurde nix sachliches mehr geschaffen - fast 10 Jahre lang war der der große Kulturpalast in Moskau der einzige laufende Wettbewerb in der Stadt.. nix sonst! Die Erlöserkirche wurde abgerissen, die Halle doch nicht gebaut und auf den Fundamenten ein Schwimmbad gebaut... die Kirche steht nun wieder.
Zurück zum Thema. ;-)
Ne, ich denke nicht das da Kodak-Meterware verpackt wurde - unerschwinglich. Ich werde meinen auch nicht auspacken und belichten, der bleibt so in der Schublade... aber ich kann den edlen Schenker mal ausquetschen, was die Randbelichtung so sagt und wie die Filmeigenschaften sind.... Martin hatte "aus Versehen" knapp 100 Stück für 1 EUR abgeschossen.
Zu den von dir genannten Bildeigenschaften - Willi Beutler geht in "Meine Dunkelkammerpraxis" auf den Effekt des hohen Belichtungsspielraumes ein - klassisch "Dickschicht". Und das Korn sollte sich auch zähmen lassen - durch richtige Belichtung beispielsweise. <g> Beutler gibt auch Verarbeitungshinweise... die Probleme wie auch ihre Lösungen dürften übertragbar sein und das Buch gehört ohnehin in jedes Regal eines anständigen Selbstverarbeiters.
_Auch_ wegen der Bildbeispiele. Ein wenig angestaubt, aber klassisch und unwiederbringlich.
Grade am Sonntag hab ich ein paar hübsche Bilder aus der Vorkriegszeit gesehen - Paul Wolf (früher Leica-Guru), in der Moellerhalle der Völklinger Hütte.
http://www.voelklinger-huette.org/site.php...ak_at&pm_id=115
Er hatte leichte Probleme mit der Platzierung der Schärfe, die Bilder sind jedoch insgesamt sehr fein... die ausgestellten Abzüge sind allerdings Großformatdrucke.
Wie äußert sich die "mäßige" Verarbeitung?
Zur "Beispielgalerie" - Gnar, _musste_ es unbedingt Kaukasusware sein? Hinwill! JETZT! :-)
Gruss,
Roman
Gast
Roman,
es müsse Kaukasusware sein, andere Bilder habe ich nicht finden können, nur Aufnahmen von Sternbildern, die taugen aber für die Beurteilung wohl nichts.
Mäßige Qualität heißt, dass auf der Rückseite des Trägers Schleifspuren und Kratzer waren, jedoch so fein, dass es sich in keinster Weise auf den Bildern zeigte, was aber wirklich bedauerlich war, dabei waren bei einem Film an manchen Stellen kleine Löcher in der Emulsion (Vielleicht Zufall, das hatte ich auch mal bei einem Ilford-Film), sicherlich wurde der Film sauber begossen, aber ich vermute, dass die Einspulmaschinen die Emulsion beschädigt haben, die brächten einfach einen Abnehmer hier bei uns im Westen, das mal ordentlich Geld für eine Erholung der Maschinen hereinkommt.
Aber was mir wirklich an Svema gefallen hat, waren die KB-Filmpatronen, da wiederverwendbar, mit einem Schraubdeckel ausgestattet.
Ich glaube ich werde mir nochmal eine größere Menge Svema besorgen und ausgiebig Testentwicklungen und Belichtungsproben damit machen.
Roland
MirkoBoeddecker
Roland,
zu DDR Zeiten war Svema das wovor sich alle gefürchtet haben.
"Du hast den Farbfilm vergessen" wurde in Russland auch mit S/W gesungen.
Nur im äußersten Ausnahmefall hat man Svema verwendet und immer vorher einige Filme rausgezogen um zu sehen ob es überhaupt Emulsion darauf gab.
Die weissen Punkte kommen von schlechtem Begiessen und gehören auch zum Svema Charakter.
Die Plastik Cassetten können nur komplett manuell bespult werden und ziehen außerdem Staub an. Passt man nicht auf springen sie auf und der Film ist hin.
Wo manuell gespult wird da gibt es immer Flecken und Kratzer (oops wo sind denn meine weissen Handschuhe- ach egal; Haaatschieee- oh je..... :-)- das ist halt so.
Das alles waren die Gründe warum wir uns 1992 nicht bei Svema engagiert haben.
Die letzten PHOTO64 Filme die ich in den Händen hatte waren datiert auf 2002 und augenscheinlich OK.
Falls das Material tatsächlich besser geworden ist könnte man versuchen Roh Ware zu kaufen und dann woanders maschinell konfektionieren zu lassen.
Ich werde mich in den nächsten Wochen mal kümmern und dann testen wir mal.
Viele Grüße,
Mirko
Wenn mich nicht alles täuscht dann hat retrophotographic.com ein paar Svemas lieferbar.
Ich meine dort welche gesehen zu haben.
MirkoBoeddecker
Habe ich vergessen: Die Plaste Patronen kommen aus spanischer Fertigung und können bei uns als AP Kunststoff-Patronen bezogen werden. Sind sogar preiswerter als Metall-Cassetten.
Mirko
Gast
Hallo,
Svema Patronen sind nicht aus Spanien, auf der Unterseite steht 135, das ist doch kyrillisch und ich rate mal, dass das DIN135 heißt und das Filmformat meint, mir hat ein deutschsprachiger Ukrainer, der auch fotografierte, auf der Krim gesagt, dass Svema, die nach dem 2. Weltkrieg teilweise demontierten Fabrikanlagen der Agfa benutzte.
Mirko, retrophotographic hat russische Tasma-Filme, das ist meines Wissens mit Svema nicht identisch, außerdem müsste man sich mit Svema doch über die Qualität verständigen können, mit Efke klappt es doch auch, auch wenn jemand hier immer wieder das Gegenteil behauptet.
Wie gesagt, mir war der Film für KB zu könig, aber mit meinen 6x9 Bildern war ich wirklich zufrieden.
Außerdem habe ich gehört, dass sich das Problem mit dem Filmtransport bei den Kiews ganz von alleine löst wenn man Svema RF benutzt.
Roland
RomanJRohleder
Mirko,
Roland,
zu DDR Zeiten war Svema das wovor sich alle gefürchtet haben.
"Du hast den Farbfilm vergessen" wurde in Russland auch mit S/W gesungen. (...)
Viele Grüße,
Mirko
LOL. Wobei sogar der Roessing auf die Filme in "Entwickeln", Fotokinoverlag zu sprechen kam. :-)
Wenn es dir nur um eine schnelle, unkomplizierte Quelle für Testfilme geht - alex-photo bzw. asr-photo vertickt regelmäßig welche in der US-Flohbucht.
Grade geguckt, er hat Foto65 und Foto100 im Angebot, der Preis ist allerdings unattraktiv... aber frische Ware, Ablauf in 8-2004 und 2005. Die Produktion läuft also.
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewIt...item=2969737432
(Man verzeihe mir den Link.. ;-)
Ich bevorzuge deine AP-Patronen, die Metalldinger haben schon ein wenig gelitten und Lack ist abgesplittert - bei anderen hat das schon zu Kratzern geführt. Und schön das die AP-Website wieder online ist... <g>
Alles Gute,
Roman
PS: der FX-R ist übrigens klasse... 25s Klärzeit bei R50 und 1+4, kein Gestank... Danke für die Umstände. :-)