Urnes
Hallo,
kann mir jemand sagen in welchem Verhältnis ich das Stoppbad für Filme und Papier ansetzen muss, wenn ich 60%ige Essigsäure benutze? Wie ergiebig ist der Ansatz? Gibt es einen anderen Ansatz wenn ich das Stoppbad nur einmal verwende? Ich habe bisher immer Indikatorstoppbad benutzt, aber auf die schnelle keins mehr nachbekommen, aber ich denk mal mit der Essigsäure und dem günstigeren Preis könnte ich auch leben.
Gruss Sven.
Gast
Hallo Sven,
1+20 = 3%.
Ohne Indicator kannst Du die Erschöpfung nicht genau feststellen. Hängt vom Papier und Entwickler ab und davon wie gut Du abtropfen lässt.
Es gibt eine Methode aber die ist gesundheitsschädlich und daher NICHT mein Tipp. (Finger in den Entwickler tauchen und im Stoppbad Daumen und Zeigefinger reiben. Wenn die "seifigkeit/schmierigkeit" des Entwicklers innerhalb weniger Sekunden aufhört und deine Finger "quitschen" ist das Stoppbad noch OK).
Grüße
Mirko
Gast
Moin Jungs,
ich werf das Stoppbad im Allgemeinen immer mit dem Fix gleichzeitig fort. Im Schlimmsten Fall läuft die Entwicklung im Stopper noch leicht weiter, der Fix stoppt zuverlässig. Wenn er nicht mehr kann, ist eh Neuansatz angesagt. Wie man Fixer prüft ist klar?
Grüße
Martin
Gast
Hallo
billiger und besser (da fast geruchslos) ist Zitronensäure. Gibts bei Schlecker oder DM von Fa. Heitmann (angeboten zur Kalkentfernung) zum Spottpreis. 15 gr je Liter ist ok (Genauigkeit einer Küchenwaage reicht).
Außerdem gibts auch Natriumcarbonat (SODA), wie rein weiß ich nicht, aber als Auswässerungshilfe reichts allemal.
Gruß Rolf
Gast
Zitronensäure ist zwar geruchlos aber der stinke Essig hält irgendwie länger.
ick wees nich warum. 3% Säure sei gleich 3% Säure möchte man denken aber irgendwie halten 3% stinke Säure fast 50% länger als zitro-Säure....
(Vergleiche nicht mit Schlecker Pulver sondern mit Stoppbad geruchlos -Zitronensäurebasis- vs. Essigsäure gemacht).
Grüße
Mirko
Urnes
Also euch allen erstmal vielen Dank.
Ich denk mal für mich wird es wohl auch am praktikabelsten sein, das Stoppbad zusammen mit dem Fix zu entsorgen. Das lass ich normalerweise höchstens vier Wochen stehen und bei der Menge die ich mache ist es ohnehin nicht verbraucht, eher schon anoxidiert.
Gruss Sven.
Gast
Sven,
das Fix oxidiert nicht! Du musst die Kapazität berechnen (qm an Papier durchgezogen).
Nur der Entwickler oxidiert und zeigt Dir durch Unwirksamkeit, dass es tot ist.
Das Fix zeigt’s Dir nicht und nach 6 Monaten "blühen" Deine Bilder.
Ditte ist wichtig!
Mirko
Urnes
Hallo Mirko,
det (jetzt fange ich auch schon an, sieht aus als hätte mich meine Vergangenheit eingeholt) mit dem Fix musste mir jetzt noch mal erklären.
Also Ilford gibt an Haltbarkeit des verdünnten Konzentrates ca. eine Woche. Andreas Weidner schreibt in seinem Workshop was von vier Wochen und zwar egal ob du das Fix jetzt ausgenutzt hast oder nicht. Ich selbst habe auch schon Fix länger stehen gehabt, das nur wenig ausgenutzt war und dann irgendwann die Sachen nicht mehr richtig ausfixiert hat. Mit dem Fix muss doch während längeren Standzeiten irgendwas passieren. Also verdunsten tut es nicht, das wäre mir aufgefallen. :D
Andererseits bin ich auch oft recht bequem und setzt lieber neues an, als das ich mich abmühe 2,5l von 14€ auf 20€ zu erwärmen.
Gruss Sven.
Gast
Hallo!
Auch Fix wird mit der Zeit 'schlecht' - und zwar auch das unverdünnte, ungebraucht Konzentrat - das zeigt sich dann durch trübe, milchig-gelbweiße Schlieren im Konzentrat - keine Ahnung, was das ist, Schwefelausfällungen? Vielleicht meldet sich Franz ja noch dazu...
Gast
ja mit der Zeit kann da was ausfüllen aber es oxidiert nicht so wie der Entwickler.
Bist Du sicher dass Dein Fix nicht mehr fixiert hat weil es zu lange stand ??
Kann es nicht sein dass es einfach erschöpft war ?
Wir benutzen hier A324 von 1987 und es fixt prima :D
Mirko
Urnes
Ja, ich denke schon, dass es nicht erschüttert war. Hatte 4 Filme durch den Ansatz (0,5l) gezogen und es dann ungefähr ein halbes Jahr stehen lassen, den nächsten Film müsste ich dann noch mal nachfixieren, weil es nicht mehr gereicht hat, der hatte gelbe Schlieren drauf. Ja! Ich habe die Fixierzeit eingehalten. :D Seitdem lasse ich das Fix nur noch maximal vier Wochen stehen.
Grüß Sven.
cfb_de
Na dann will ich mal...
Roman, weißt Du eigentlich, was Du mir da angetan hast? Ich wollte gerade ins Bett gehen.
Zunächst: Im Fixierer sind ein paar Inhaltsstoffe drin. Nur einer davon ist das ominöse "Natriumthiosulfat" (weshalb ja schon Glaubenskriege geführt wurden), wahlweise auch das ominöse "Ammoniumthiosulfat" (weshalb ja schon ebensolche Glaubenskriege geführt wurden).
Eine Mischung aus Natriumthiosulfat und Ammoniumchlorid (wie in manchen Pulver-Schnellfixierern anzutreffen) gibt nichts anderes als Ammoniumthiosulfat, wenn man Wasser draufschüttet. Und ein wenig Kochsalz, das stört aber nicht.
Was ist sonst noch drin? Wie in fast jeder wirklich notwendigen Photochemie: Irgendein Sulfit. Meist Natriumsulfit. Das Zeugs dient als "Anti-Oxidationsmittel". Es ist in der Lage, elementares Silber anzugreifen, weshalb eine zu lange Verweildauer von Film/Papier im Fixierbad uncool ist. Dafür ranzt die Suppe aber nicht so schnell ab.
Dann sind noch andere Lustigkeiten im Fixierbad enthalten: Wasserenthärter, pH-Puffer, meist irgendwelche Bazillenkiller (darin unterscheidet sich teures von billigem Fixierbad).
So. Wie wirkt das nun?
- Thiosulfat-Ionen (gleich, ob die jetzt an Ammonium- oder Natrium hängen): Die fixieren das Bild, indem sie unentwickelte Silberhalogenide in Form eines "Komplexes" aus der Schicht lösen. Thiosulfate sind samt und sonders chemisch nicht stabil und können reduziert wie oxidiert werden. Schwefelchemie ist so ungefähr das Kapitel der klass. Anorganischen Chemie, in dem am meisten geht. Außerdem gibt's fiese kleine Bazillen und Pilze, für die schmecken Thiosulfationen fast besser als dem Menschen ein anständiges Steak.
- Sulfit-Ionen: Die sollen verhindern, dass das Thiosulfat wegoxidiert. Leider lösen sie aber elementares Silber wieder auf, was die Fixierzeit nach oben begrenzt. Außerdem gilt auch hier alles wie oben ab "Schwefelchemie" bis "Steak".
- Wasserenthärter ("Calgon", "Photoplex"). Nur noch selten zugesetzt, seit es kein wirklich hartes Trinkwasser mehr gibt. Das, was heute als "hart" bezeichnet wird, ist bestenfalls Härtegrad 4 und bedarf bei Verwendung als Fixierbad keiner besonderen Behandlung. Vor dem Fixierer und nach dem Fixierer sieht es anders aus.
- Puffersubstanzen: "Normaler" Fixierer ist sauer. Da jetzt die ganze Zeit der garstige Fotolaborant irgendwelche mit Chemie verseuchten Papiere da durchzieht, muss dafür Sorge getragen werden, dass das Fixierbad in einem pH-Bereich gehalten wird, wo es zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Es muss also der Fall "Papier direkt aus Entwickler rein" ebenso abgedeckt sein wie der Fall "40% Essigsäure ist das geilste Stoppbad". Und dazu sind Puffersubstanzen da. Diese sind meist nicht empfindlich ggü. Oxidation.
- Bazillentöter: Tja. Da haben wir einen Unterschied zwischen Uropas Selbstansatz und moderner Chemie aus der Markenpulle. Uropa hat schlicht das Thiosulfat seines Vertrauens mit Sulfit zusammen in Wasser gekippt. Heute wollen wir ja Flüssigkonzentrate kaufen, die auch nach drei Jahren immer noch ihren Dienst tun. Und weil wir ja alle darum etwas gegen "Außerdem gibt's fiese kleine" aus dem Absatz über Thiosulfat tun müssen, kommt z.B. ein "Konservierungsmittel" rein, was "antibakteriell" ist. Furzordinäre Benzoesäure eignet sich da wunderbar und ist nicht einmal deklarationspflichtig. Dem Schimmel begegnet man am besten durch ordentlich saure Konzentrate mit viel Sulfit.
Fazit: Natürlich gammelt Fixierer ganz ohne "Kontamination" mit Photomaterial an der Luft oder durch kleine Lebewesen ab. Ganz ohne fremdes Zutun. Noch böser: Mit der Zeit reagieren Sulfit und Thiosulfat sogar miteinander. Und da kann elementarer Schwefel bei rauskommen. Der fällt dann als gelber Nebel in der Brühe an. Manchmal stinkt's auch nach faulen Eiern, dann hat sich Schwefelwasserstoff gebildet. Wie gesagt, der Absatz über Thiosulfat, hier jetzt alles von "Schwefelchemie" bis "geht".
Alle Klarheiten beseitigt?
Beste Grüße,
Franz
(Im Labor haben wir unsere Thiosulfat-Maßungen meist verbotenerweise mit Lanthan- oder Quecksilberverbindungen gegen Bakterienbefall gesichert.)
Gast
Hey Franz,
danke für die ausführliche Schilderung. :D
Was aber immer noch nicht ganz klar ist (und das interessiert uns wohl am meisten): wie lange braucht denn der Abgammelprozess so in der Regel ohne besondere Bakterienverseuchung im Laborumfeld?
Ich meine bei einigen Entwicklern dauert die Oxidation ja nur 2 Stunden (hochverdünnter Lith) und andere (N113) steht monatelang in der offenen Schale.
Beim Fix war es m.E. nach bisher immer so, dass keinerlei Vorsicht anzuwenden ist, weil es eh länger steht als der Rest ohne Probleme zu machen.
Es wäre also gut zu wissen, ob die (wie ich meine übertrieben vorsichtige) Angabe von einer Woche für Ansatz 1+9 tatsächlich sinnvoll ist.
Grüße
Mirko
cfb_de
Hallo Mirko,
eine nicht konservierte Thiosulfat-Maßung im Labor ranzt binnen einer Woche ab. Mit Fixierbad (Tetenal Superfix / Amaloco) habe ich bisher bei sauberen Flaschen auch innerhalb von drei Monaten keine Probleme gehabt (Ansatz 1+9, bzw. 1+7 für Filme).
Selbst angesetzter Fixierer (Thiosulfat und Sulfit, nehme ich auf Reisen mit) überstand im Motel mal gerade eben zwei Wochen, dann fiel Schwefel aus.
Beste Grüße,
Franz
Gast
Moin Jungs,
dann mal noch einen zum Fix und haltbar:
ich hab immer irgendeinen Film (KB Patrone ist am leichtesten zu handhaben) in der Duka. Vor jeder ernsten Session wird der Fix getestet, also Filmstückchen in die Zange, und ab ins Fixierbad. Wenn sich nicht innerhalb von 15 sec was klärt (nach spätestens einer Minute ganz klar), ist der Fix reif für die Entsorgung. Kämt fast nix, und ist mir sicherer als Kaffeesatz mit 4 oder wieviel Wochen, von denen ich dann eh wieder vergessen habe ob sie um sind. Und wenn er fixt, dann fixt er.
Gruß
Martin