Gast
Ich arbeite seit kurzem mit Classic Polywarmton RC. Nach dem Fixieren beobachte ich eine deutliche Rosafärbung an den weißen Stellen. Diese verschwindet meist beim Wässern (bei schlecht fixierten und gewässerten Probestreifen bleibt sie auch bestehen). Was kann das sein? Unterfixierung? Schlechte Wässerung?
BTW: Ansonsten erziele ich mit diesem Papier hervorragende Ergebnisse. (Verbesserungswürdig wäre die Planlage nach etwas längeren Nasszeiten und die Kartonstärke).
Viele Grüße
Stefan Heymann
Gast
Stefan,
wielange fixierst Du mit welchem Fix und wie berechnest Du die Kapazität?
Welches Stoppbad verwendest Du?
Auf gar keinen Fall bitte LP Fix Neutral benutzen. Das ist nur für Bayrtpapiere und funktioniert auch dann nur wenn mindestens 6% saures Stoppbad verwendet wird.
An der Planlage können wir leider nichts ändern. Der Träger ist der einzige der noch auf dem freien Markt zu bekommen ist.
Grüße
Mirko
StefanHeymann
Oh, das hatte ich vergessen:
- Entwicklung: Tetenal Eukobrom 1+9, 2 Minuten
- Stopp: Wasser, ca. 1/2 Minute
- Fix: Tetenal Superfix PLUS, 1+9, 1 Minute
Ich seh schon, das läuft wohl auf eine Unterfixierung hinaus, vor allem weil der "Effekt" mit zunehmendem Verbrauch des Fixierbads immer stärker wird. Ist da eine Art Indikator im Papier oder ist das Zufall?
Viele Grüße
Stefan
StefanHeymann
Autsch! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Aber die Superfix-Plus-Buddel ist irgendwie komisch beschriftet.
Im Datenblatt von Tetenal sieht man's dann ganz klar: 1+4 oder 1+5 sollen's schon sein, wenn man 60 Sekunden fixieren möchte ...
Trotzdem: interessant, das mit der Rosafärbung ;-)
Viele Grüße
Stefan
Gast
Hallo Mirko,
was bedeutet denn 6% Stoppbad in der Praxis (bezüglich Ansatz)?
Danke und viele Grüße
Harald
Gast
Hallo!
Da 'normales' Stopbad 2% haben soll, wie 6% einfach mit 3x soviel anzusetzen!
Roman
MirkoBoeddecker
Nein da ist kein Indicator im Papier ditte is ne janz einfache unterfixage !
Die Kapazität von Fixierbädern wird oft und gerne überschätzt.
Ein Blatt 24x30 hat 24x30/10 000 qm = 0,072 :D bei mittlerer schwärzung ergeben ca. 14 Blatt einen qm.
Bei Ansatz 1+9 vom Superfix ist also nach spätestens 20 Blatt Schicht im Schacht.
Dazu kommt diese leidige Wasserstopperei. Wer um alles in der Welt hat eigentlich dieses dämliche Gerücht in die Welt gesetzt mann könne mit Wasser stoppen ?
Bei Baryt ist das auf jeden Fall Quatsch weil der Träger vollgesogen ist mit alkalischem Entwickler. Das Wasser plätschert da ein bisschen an der Oberfläche rum und schwups kommt das ganze Alkali in den Fix. Lange bevor die eigentlich Kapazitätsgrenze des Fixers erreicht ist sinkt der Säuregehalt so stark ab dass das Fix die Hufe hochlegt und einfach innerhalb der vorgeschriebenen Zeit nicht mehr ausfixiert.
Ganz besonders schnell geht das natürlich wieder bei der "werbewirksamen -tetenal-druck-auf-die Flasche-was-eben-noch-so-geht-Verdünnung-" von theoretischen 1+9.
Kurzum:
1) Stoppbad benutzen und auf mindestens 3% Säuregehalt "verdünnen" (also von 60%iger Säure 1+10 bis 1+20 ansetzen)
2) Fixierer nicht 1+9 sondern 1+4 ansetzen
3) Strichliste führen wieviel Blatt durchgezogen sind und Zeiten einhalten (mindestens 90 Sekunden bei ständiger Bewegung).
.....und alles wird gut !
Mirko
StefanHeymann
> ditte is ne janz einfache unterfixage !
Dacht ick mir schon ... :D
> "werbewirksamen -tetenal-druck-auf-die Flasche-was-eben-noch-so-geht-Verdünnung-" von theoretischen 1+9.
Genau. Im Datenblatt ist namentlich von 1+9 gar nicht mehr die Rede
> Stoppbad benutzen
Ab sofort immer
> mindestens 90 Sekunden bei ständiger Bewegung
Da steht im Datenblatt bei 1+4 aber was von 30-60 Sekunden. Wat nu?
Viele Grüße
Stefan Heymann
Gast
90 Sekunden schaden noch nicht und dann bist Du auf der sicheren Seite.
tetenal muss doch irgendwie beweisen dass Ihr Fixierbad ganz besonders viel toller ist als alle anderen Fixierbäder.
Also kommt auf die Flasche 1+9 und ins Datenblatt 30 Sekunden.
Theoretisch im Labor hat das bestimmt auch irgendwann mal geklappt aber in der Praxis bin ich lieber auf der sicheren Seite und nehme 1+4 und 90 Sekunden.
Wär doch schade um die schönen Prints.
Grüße
Mirko
StefanHeymann
Hallo,
so, nun habe ich mal wieder Bilder mit Polywarmton gemacht. Parameter:
- Entwickler: Tetenal Eukobrom 1+9
- Stoppbad: Zitronensäure, min. 30 Sekunden
- Fixierer: Tetenal Superfix Plus 1+4, ca. 90 Sekunden (Tetenal-Empfehlung: 30-60 Sekunden)
Ergebnis: Wieder diese komische Rosafärbung, die beim Wässern rausgeht.
Bei einem Bild ist sie allerdings geblieben und das auch noch lokal begrenzt (sonst ist es einheitlich über die ganze Bildfläche verteilt). Hier ein Ausschnitt:

Das Bild ist ganz normal entwickelt, gestoppt, fixiert und gewässert. Sonst nix.
Kann das an der Charge liegen? Ich habe noch einen kompletten Packen 24x30/50 mit der selben Emulsionsnummer.
Viele Grüße
Stefan
acars1971
[...]
Dazu kommt diese leidige Wasserstopperei. Wer um alles in der Welt hat eigentlich dieses dämliche Gerücht in die Welt gesetzt, man könne mit Wasser stoppen?
Bei Baryt ist das auf jeden Fall Quatsch, weil der Träger vollgesogen ist mit alkalischem Entwickler. Das Wasser plätschert da ein bisschen an der Oberfläche rum und schwups kommt das ganze Alkali in den Fix. Lange bevor die eigentlich Kapazitätsgrenze des Fixers erreicht ist, sinkt der Säuregehalt so stark ab, dass das Fix die Hufe hochlegt und einfach innerhalb der vorgeschriebenen Zeit nicht mehr ausfixiert.
[...]
Hi,
Die Sache mit der "Wasserstopperei" ist wahrscheinlich durch Maco in die Welt gesetzt worden.
Ich zitiere mal aus der technischen Anleitung zu Maco IR820c:
[color="red"]"Wird kein saures Stoppbad verwendet, wird eine
Zwischenwässerung
von 2 x 30s bei 20 °C und ständiger Bewegung empfohlen, um die
Verschleppung von Entwicklerresten ins Fixierbad zu verhindern."[/color]
Dieser Absatz steht so auch in Anleitungen zu anderen Maco-Filmen. Es ist also davon auszugehen, dass mehr als eine Person diesen Hinweis gelesen und für Evangelium gehalten hat.
Gruß
Christian
RomanJRohleder
Stefan,
du hast anschaulich die sogenannten dichroiten Schleier demonstriert. Wie schon geschrieben - kommt bei plattem Fixierer vor und wenn bei Verwendung von neutralem/alkalischem Fix nicht ausreichend "stopgewaessert" wurde... denn dann laeuft noch ein wenig Entwicklung im Fix weiter... Pfui.
_Endlich_ weiss ich, wo ich hinverweisen kann. ;-))
Mirko, wenn man ausreichend zwischen Dev und Fix waessert, ist die Sache kein Problem.
Moeglichst unter fliessend Wasser. So geht der FX-R notfalls auch bei Papier. Ja, habs ausprobiert als mein Foma Variant rosa Pickel bekam und werde zukuenftig raeumuetig wieder zum duennen Citronenstopp zurueckkehren... wenn meine Duka wieder steht.
Beobachtet die Silberbelastung des Fixbades ruhig mal eine Weile mit KI-Test, damit entwickelt man schnell ein Gefuehl wie weit man gehen kann und wie schnell sich Metall im Bad stapelt.
Roman
Gast
Die Wasserstopperei wurde von Anchell/Troops (Film Developing Cookbook) und dem von ihnen abschreibenden T. Wollstein popularisiert - wegen der Gefahr sog. Pinholes, die durch CO2-Bildung in der Schicht entstehen können. Mancher sagt es gäbe Filme, bei denen dieses Problem real wäre ...
Aber niemals bei Papier. If something can go wrong, it will go wrong.
Ferdinand
acars1971
Na dann war's eben nicht Maco sondern Anchell/Troops und T. Wollstein - was die ganze Sache aber nicht besser macht!
Ich fixiere diverse Filme und Papiere seit Jahren mit Essigsäure und es hat noch nie Probleme mit sogenannten "Pinholes" gegeben.
Außerdem ist es ja nun nicht so, dass Essig- oder meinetwegen auch Zitronensäure mit zu den teuersten Fotochemikalien zählen würden - eher im Gegenteil - so dass das Argument, nach dem man durch die einfache Wässerung ohne Säure massig Geld sparen könne, auch nicht zu halten ist.
Warum also das Risiko eingehen, durch ungenügendes Stoppen Probleme mit dem Fixierer zu bekommen, wenn der ökonomische Nutzen mikroskopisch gering bis nicht vorhanden ist? Wobei hier der Aspekt der notwendigerweise verlängerten Wässerungszeiten bei Weglassen der Säure noch gar nicht berücksichtigt ist...
Christian
RomanJRohleder
Warum also das Risiko eingehen, durch ungenügendes Stoppen Probleme mit dem Fixierer zu bekommen, wenn der ökonomische Nutzen mikroskopisch gering bis nicht vorhanden ist? Wobei hier der Aspekt der notwendigerweise verlängerten Wässerungszeiten bei Weglassen der Säure noch gar nicht berücksichtigt ist...
Christian
Kleine Anekdote - ich verwende bei Filmen kein Stopbad mehr, seit ich bei einem Efke KB100 die Schicht flutschen sah -trotz Härter im Fix- und probeweise im Folgeversuch das Stoppbad (damals Essigsäure, heute würde ich wohl auf Citronensäure zurückgreifen) wegließ. Die Probleme waren gelöst.
Der Film müsste noch eine Zagreb-Produktion gewesen sein, ich hab nix empirisch geprüft, aber er hat sich bei mir bewährt. Wie auch die Vorwässerung. Dichros würden bei Film auch keine arg so großen Schwierigkeiten machen.
Im Falle eines durchweg alkalischen Prozesses würde ein Stoppbad die Chose auch versauen und in zwingend verlängerten Auswässerungszeiten resultieren.
Wie auch immer - never change a running system. ;-)
Gruss, Roman
StefanHeymann
Nur nochmal zur Info:
- Ich verwende für die Verarbeitung von Polywarmton RC *) inzwischen ein saures Stoppbad (2 Esslöffel Heitmann Zitronensäurepulver auf 1 Liter Wasser)
- Ich fixiere in Tetenal Superfix Plus 1+4, 90 Sekunden lang (Tetenal empfiehlt bei dieser Verdünnung 30-60 Sekunden, die 90 Sekunden sind von Mirko).
Die Rosafärbung bleibt, auch wenn der Fixierer nagelneu angesetzt ist. Das Stoppbad setze ich vor jeder Session (Dauer ca. 2-3 Std.) neu an. Die Rosafärbung verschwindet i. d. R. beim Wässern. Ich verwende sie quasi als "Wässerungsindikator" ...
Demnächst werde ich auf Maco Ecofix umsteigen (die Flaschen habe ich schon) -- mal sehen, was dann passiert.
Viele Grüße, Stefan
*) Genaugenommen für alle Papiere, aber die heißen bei mir jetzt alle "Polywarmton RC" :-)
StefanHeymann
Nachtrag: ich verwende jetzt Maco Ecofix und die Rosafärbungen sind weg. Liegt/lag wohl am Superfix Plus.
Viele Grüße, Stefan