ferrytale
Hallo liebe Fotogemeinde,
vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben: Ich versuche gerade, einen alten russischen Super8 schwarzweißen Umkehrfilm zu entwickeln, den ich vor Jahren mal belichtet habe. Ich spare mir allerdings eine aufwendige Umkehrentwicklung und entwickle nur negativ. Entwickeln funktioniert auch, nur wird der Film einfach nicht klar durchsichtig beim Fixieren. Da ist irgendwie eine zusätzliche Schicht zwischen Fotoemulsion und Schichtträger, die nicht verschwindet. Sie ist beige-grau, wie unentwickelte Emulsion, wird aber beim Entwickeln nie dunkel und lässt sich nicht "weg-fixieren".
Hat jemand Erfahrung mit diesen alten Diafilmen aus der UdSSR? Habe leider nichts im Netz gefunden.
Vielen Dank schonmal.
Ferry
ferrytale
O.K. habe nochmal etwas weiter "geforscht". Offenbar handelt es sich bei der grauen Schicht um eine Art Lichthofschutz. Ich werde wohl nicht darum herum kommen, mir die Zutaten für Bleich- und Klärbad zu verschaffen um zu probieren, ob der Film damit klar wird. Dann kann ich die Filme natürlich gleich richtig umkehrentwickeln. (Hatte halt gehofft, mir diesen zusätzlichen Aufwand sparen zu können. Da ich die Filme dann scanne hätte mir das negativ gereicht.)
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Gruß,
Ferry
Magirus
Das Bleichen kann auch das Negative sauber machen ganz sauber......
Grüße Bernd
ferrytale
Ja, schon klar: das Silber aus der Erstentwicklung geht dann mit weg und ich MUSS den ganzen Umkehrprozess durchführen. Aber wie ich inzwischen auch gelesen habe ist das sowieso ratsam, da erst die Zweitentwicklung ein schönes, feinkörniges und detailreiches Bild hervorbringt. Und bei dem mini- Super8-Bild ist das sicher von Vorteil, damit nicht alles im Korn verschwimmt.
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Grüße, Ferry
KlausWehner
Wenn ich das richtig verstanden habe so wurde der Film bereits fixiert?
Dann ist eine Umkehrentwicklung nicht mehr möglich.
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Wird der Film jetzt zusätzlich gebleicht, so wird die verbliebene Bildinformation vom Film gelöst.
Zurück bleibt der klare Träger.
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Herzliche Grüße
Klaus
ferrytale
Nein, nein. Habe bis jetzt nur kleine Teststückchen vom Film behandelt, nicht den gesamten Film. Sorry, das hatte ich nicht erwähnt.
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Ferry
KlausWehner
Leider ist die Kuh aber noch nicht vom Eis...
Ist der Film bereits als Negativ entwickelt?
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Die Erstentwicklung im UK Prozess funktioniert anders als eine Negativ Entwicklung.
Wenn die Negativ Entwicklung bereits stattgefunden hat, werden keine guten Ergebnisse mehr zu erwarten sein.
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Herzliche Grüße
Klaus
ferrytale
Guten Morgen Klaus,
danke für Ihre Hinweise. Die Filme sind noch unbehandelt. Die rühre ich natürlich erst an, wenn ich weiß, wie es ordentlich funktioniert. Ist mir schon klar, dass ich dann nur den einen Versuch habe.
Ich hatte Ihnen gestern auch eine email geschickt, aber nur eine Abwesenheitsnotiz erhalten.
Es geht um die Umkehrchemie. Habe natürlich von Ihrem Umkehrkit gelesen. Ich glaube zwar, dieser hochspezialisierte 10-Bad-Prozess ist für meine überlagerten und vermutlich schlecht belichteten Schmalfilme etwas übertrieben, aber evtl. können Sie mir einen einfacheren Prozess anbieten. Ich dachte daran nach dieser Anleitung zu verfahren:
http://www.dagiebrundert.de/alle%20Bilder/Schmalfilm_Selbst_Entwicklen.pdf
Gruß,
Ferry
ferrytale
Ach, ja: Eine russische "Tretmine" habe ich mir bereits besorgt und das Filmaufspulen übe ich vorher mit einem fertigen Film.
KlausWehner
Sicherlich lässt sich der Film mit Erfolg in meinem Umkehr Kit entwickeln.
Zu testen wäre vorab die Entwicklungszeit im Erstentwickler.
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Mein Kit enthält alle notwendigen Chemikalien als flüssige Konzentrate, so dass der Ansatz extrem einfach ist.
Der Prozess basiert auf einer eigenen Chemie. Es ist frei von den typischen Gefahrstoffen wie Kaliumdichromat oder Kaliumthiocyanat.
Daher kann es als besonders sicher und umweltfreundlich gelten.
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Der Umkehrprozess nach Wehner liefert Ergebnisse, die qualitativ deutlich besser sind als Ergebnisse mit den bekannten Standard Prozessen.
Es müssen lediglich 3 Bäder angesetzt werden.
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Wer Fragen zu dem Thema hat kann sich direkt an mich wenden
klaus.wehner@web.de
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Herzliche Grüße
Klaus
ferrytale
Hallo Klaus,
das klingt vielversprechend. Dann check' ich mal, ob ich mit einem Liter auskomme und melde mich dann per E-Mail bei Dir.
Danke schon mal.
Ferry
ferrytale
Ach Mist. Hab's vermasselt. Eigentlich hat alles super funktioniert, aber beim Zwischenwässern nach dem Klären hat es mir die Emulsion halb weggewaschen. Der verbliebene Rest hat sich dann zu Silber entwickelt in den Zweitentwickler geflüchtet. Sehr ärgerlich. Vor allem, wenn man die Bilder schon sehen und es kaum erwarten konnte zu betrachten, was man da vor fast 20 Jahren mal gefilmt hatte. War natürlich auch dämlich von mir, nicht erst mal ein Teststück mit dem Wehner-Kit zu testen. Vermutlich habe ich zu lange geklärt, weil der Film immer noch so gelb war und ich dachte, er sollte möglichst weiß werden vor der Zweitentwicklung.
Naja. zumindest meine anfängliche Frage hat sich (zusammen mit den Filmen) geklärt!
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(Jetzt brauch' ich einen Whiskey!)
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Gute Nacht!
Ferry
KlausWehner
Das ist ja wirklich schade, daß es so eine Panne gegeben hat!
Vielleicht ist der Film durch die lange Lagerung auch schon so instabil geworden, daß er auch bei einer korrekten Entwicklung nicht zu brauchbaren Ergebnissen geführt hätte.
Viele andere Bilddokumente aus der Zeit sind nicht haltbar und daher verloren gegangen.
Dieser Verlust kommt jetzt dazu. Schade!
Also nicht unglücklich sein. Ein Versuch war es wert.
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Herzliche Grüße
Klaus
Renate
Gelantine ist eine sehr nährstoffreiche Substanz, die Bakterien und Pilze gerne verzehren und 20 Jahre sind eine lange Zeit. Vielleicht war die russische Gelantine auch nicht ausreichend gehärtet worden. Normalerweise dauert es sehr lange, bis sich die Schicht vom Film ablöst. Ich nehme dann ein Enzym zur Hilfe, das die Gelantine verdaut und selbst dann dauert es noch ziemlich lange, bis sie sich ablöst.
Wahrscheinlich wurde also die Ablösung der Schicht nicht durch den Prozess ausgelöst.
Viele Grüße
Renate
KlausWehner
Ja, das sehe ich auch so: die Gelatine als organische Substanz ist der Schwachpunkt gewesen.
Trotzdem glaube ich, dass es eine gute Chance gibt, so alte Filme zu entwickeln.
Notwendig wäre es gewesen:
1. die in der Vorschrift vorgegebenen Zeiten einzuhalten und
2. eine Testentwicklung mit einem kleinen Filmstück zu machen
Dann hätte es vielleicht doch klappen können.
Es war halt ein Versuch.
Herzliche Grüße
Klaus
ferrytale
Ja. Hätte ich nur die Zeiten eingehalten, aber das war mir an dem Abend einfach nicht als solch kritischer Punkt bewusst. Ich hatte ganz andere Probleme im Visir: Krieg ich die Filme im Dunkeln aufgespult, reicht die Menge der Chemie für den Tank mit 2 Filmen, Habe ich alle Utensilien und Gerätschaften, wo ich sie brauche, wie lange entwickle ich im Erstentwickler und so weiter.
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Und als die Erstentwicklung dann fertig war und ich beim Bleichen den Deckel vom Tank nahm und alles super aussah, konnte der Rest ja nur noch ein Kinderspiel sein, zumal man ja nun alles im Licht machen konnte.
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Tja. Leider falsch gedacht.
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Einen Teststreifen, mit dem ich vorher die Entwicklungszeit überprüft hatte habe ich dann später noch umgekehrt mit normalen Badzeiten und das hat einwandfrei funktioniert.
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Da ich nun jedoch vermutlich nie wieder einen Umkehrfilm entwickeln werde, nützt diese Erfahrung mir noch nichtmal als Lehre. Höchstens in der Form: Wenn du eine Sache zum ersten Mal machst, wird dir höchstwahrscheinlich ein Fehler passieren, auch wenn du das Gefühl hast, die Sache komplett überschauen zu können. Also nimm für den ersten Versuch nichts Unwiederbringliches!
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So. Und jetzt muss ich sehen, dass ich schnell vergesse, diese Super8-Filme jemals besessen zu haben.
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Vielen Dank an alle für Unterstützung und Trost.
Ferry
Olivinyl
Hallo Ferry,
warum gleich die Flinte ins Korn werfen?
Um ein Erfolgserlebnis als "Umkehr-Anfänger" zu bekommen, hast du aber den größten Fehler gemacht den man machen kann - Du hast mit altem und überlagertem Material gearbeitet.
Altes und überlagertes Material braucht immer eine Sonderbehandlung, da kannst du den besten Umkehrentwickler (Wehner-Kit) haben, wenn das Filmmaterial Schrott ist.
Wie oft muss ich in den Foren lesen: "Einsteiger hat Probleme bei der Entwicklung von Film", Negative zu flau, Schleier, Punkte, usw... Auf Nachfrage stellt sich meist heraus, dass aus Kostengründen altes überlagertes Material benutzt wurde.
Also besorge dir neues, nicht überlagertes Filmmaterial. Belichte es und bade es mit dem Wehner-Kit. Sollte es dann noch Probleme geben, was ich nicht glaube, lässt sich so der Fehler besser eingrenzen und finden.
LG Oliver