rherz
Hallo,
ich muss mir jetzt mal den Frust von der Seele schreiben.
Entweder ich habe bei meinen SW-Dias helle Stellen in den Schatten, auf Grund von zu wenig Licht beim Zweitbelichten - das passiert, wenn das Ganze unter Wasser stattfindet. Und das trotz 150 Watt Halogenbaustrahler für 5 Minuten von jeder Seite.
Oder aber, die Emulsion wird beim Wiedereinspulen nach dem freihängenden Belichten an den Kontaktstellen zur Spule abgekratzt und verteilt sich dann auf dem ganzen Film. Abspülen nach dem Wiedereinspulen hat nichts gebracht.
Die erlebenden Dias sehen sehr gut aus, d. h. Chemie, Zeiten und Bewegung scheinen i. O. zu sein.
Hat irgendwer eine gute Idee - vorzugsweise würde ich den Film gerne in der Spirale lassen.
Viele Grüße
Robert
Gast
Hallo Robert,
komme gerade aus der Dunkelkammer. Habe heute meinen allerersten FomaPan 100R entwickelt. Habe sie natürlich noch nicht mit dem Projektor gesehen, aber so sehen sie sehr gut aus. Relativ warm, manche scheinen zwar ein klein wenig zu dunkel, aber eben nicht alle...
Zeiten für die Chemikalien, genau nach Anleitung von Foma.
Zu der Zweitbelichtung:
Hab die ganze Spirale (Kunststoff, Jobo) aus dem Tank genommen und in ein Wasserbad gelegt und anschließend mit einer Glühlampe (60 W) ca 10 cm über der Spirale 7 1/2 Minuten jede Seite belichtet.
Keine Garantie für Erfolg, bei mir hat es jedenfalls ganz gut geklappt. Aber morgen wenn der Film trocken und gerahmt ist werde ich mir das genau ansehen, das Ergebnis werde ich dann hier nochmal posten und werde so schnell wie möglich Scans ins Internet stellen.
Viel Erfolg,
Alex
Gast
Hallo Ihr,
hier wie versprochen die Scans:
www.cocodiablo.de/SW.htm
Grüße
Alex
Gast
Hallo Alex,
ich habe mir die Bilder aus dem Zoo angesehen.
Hast du die Scans in einem Bildbearbeitungsprogramm leicht eingefärbt (braun)? Ich glaube nicht nur Grau-Töne zu erkennen.
Viele Grüße
Roland
Gast
Hallo Roland,
nein, ich habe die Bilder nur eingescannt, weder eingefärbt, noch beschnitten noch sonst irgendwas....
eingescannt wurde mit Canon FS 2710, das Programm war XSane.
Grüße
Alex
Chris
habe bei meinen dias ebenfalls einen leichten braunstich, ohne irgendwelches zutun. leider.
wenn man sie betrachten, sehen sie ja ansich ganz schön aus, gerade so auf alt getrimmt, aber eine richtig saubere grauabstufung habe ich noch nicht entdeckt... liegt das etwa am bleichbad? und was macht eigentlich das klärbad im anschluss?
rherz
Hallo,
das Klärbad lässt den beim Bleichen entstandenen Braunstein (Mangan-wasweisich) raus. Wenn die Dias noch braun sind, einfach die Klärzeit erhöhen - bei mir wars etwa eine Minute weniger wie die Bleichzeit. Wenn die Dias zu hell sind, dann die Erstentwicklungszeit etwas zurück nehmen.
Viele Grüße
Robert
cfb_de
Hallo Robert,
das "Mangan-wasweisich" ist Braunstein, also Mangandioxid. Entsteht als Reaktionsprodukt aus dem Kaliumpermanganat des Bleichbades.
Schönes Wochenende noch,
Franz
kessler
Hallo,
das Klärbad lässt den beim Bleichen entstandenen Braunstein (Mangan-wasweisich) raus. Wenn die Dias noch braun sind, einfach die Klärzeit erhöhen - bei mir wars etwa eine Minute weniger wie die Bleichzeit. Wenn die Dias zu hell sind, dann die Erstentwicklungszeit etwas zurück nehmen.
Viele Grüße
Robert
Hallo,
wer etwas todesmutiger ist, sollte vielleicht doch besser wieder ein Dichromatbad zum Bleichen nehmen, dann SEHR GUT auswässern (>5 min) und ein übliches Klärbad einsetzen (Natriumsulfit oder Na-pyrosulfit). Der Träger ist dann wirklich klar und das Bild ohne Farbstich!
Die Dichromatbrühe darf natürlich nicht ins Abwasser gelangen und jeder Hautkontakt muss unterbleiben, da das Zeug krebserregend ist
Schönen Gruss
Martin
cfb_de
Hallo Martin,
nicht nur der Hautkontakt mit Dichromat-Bäuern sollte möglichst unterbleiben, wichtiger ist noch, beim Ansatz keinen Staub einzuatmen.
Beste Grüße,
Franz
rherz
Hallo Ihr Zwei,
soweit ich weiß ist der Einsatz von Dichromat in der Zwischenzeit illegal - damit ist der Tipp nicht besonders hilfreich.
Das Problem hat sich in der Zwischenzeit erledigt - die SW-Dias waren eigentlich nur gedacht, um SW fotografieren zu können und keine Dunkelkammer zu brauchen. Das übernimmt jetzt ein Filmscanner und ich habe keinen Stress mehr beim Entwickeln (und die Filmauswahl ist plötzlich riesengroß.
Viele Grüße
Robert
cfb_de
Hallo Robert,
der gewerbliche Einsatz ist in bestimmten Bereichen (z.B. Fahrzeugbau) untersagt. Dichromate im außergewerblichen Bereich unterliegen bei Vorliegen einer Sachkunde keinerlei Beschränkungen und im gewerblichen Bereich dort, wo sie erlaubt sind, den üblichen Vorschriften. Die pharmazeut. Industrie verwendet auch heute noch Chromsäureanhydrid und Dichromate im Tonnenmaßstab.
Und mir ist ein Dichromat-Bleichbad sogar lieber als das Kaliumpermanganat-Geseiche, wo man nie weiß, wie gut die Lösung noch ist und die Aktivität weitaus pH-abhängiger ist. Allerdings bekomme ich auch Dichromate zu kaufen und weiß, wie ich sie zu handhaben und zu entsorgen habe.
Beste Grüße,
Franz
rherz
Hallo Franz,
dann ist es für mich und wahrscheinlich die Meisten doch illegal - von wegen fehlender Sachkunde. ;-)
Selbst wenn ich dürfte, würde ich die ungefährlichere Lösung vorziehen - der beste Chemieabfall ist der, der gar nicht entsteht - und wenn schon, dann das harmlosere Zeug.
Viele Grüße
Robert
cfb_de
Hallo Robert,
die Sachkunde kann man erwerben:-) Z.B. vor der Handwerkskammer, an der VHS oder wie in meinem Fall durch ein Chemiestudium.
Wenn ich allerdings Photographie vor dem Hintergrund des "lebensgefährlichen umweltverseuchenden Abfalls" betrachte, dann sollte man es eigentlich zugunsten Niepcescher Asphaltplatten bleiben lassen. Die meisten Entwickler (bis auf die Vitamin-C-Suppen) bestehen aus Sulfit, basischen Substanzen egal welcher Form und teratogenen/mutagenen/carcinogenen sowie cancerogenen Substanzen. Wäre ich ein Angsthase, ich würde mir das nicht auf die Finger gießen und nur noch im Vollschutz in der Duka stehen.
Sehe ich aber Altmeister St. Ansel, dann sieht die Geschichte anders aus. *Der* hat mit Sicherheit rumgeseicht ohne Ende und hatte den Tod vieler guter Photographen: In biblischem Alter.
Bei Chemikalien bin ich deshalb der Ansicht, dass man wissen sollte, was man macht und dem entsprechend die richtigen Sicherheitsmaßnahmen ergreift. Und dann ist schnell die Lösung mit der geringeren Giftigkeit auch schon einmal die mit der komplexesten Entsorgung. Z.B. ist Braunstein zwar ungiftiger als Chromate, wird aber meist von Amateuren unaufbereitet via Klo entsorgt. Chromate bringen die aber von selbst zum Schadstoffmobil. Braunstein im Lokus ist biol. durchaus nicht ohne, Chrom-Dreck im Schadstoffmobil gelangt so schnell nicht in die Umwelt.
Beste Grüße,
Franz
Gast
also ich kann den angabe von alex nur beipflichten - habe mit diesen parametern sehr gute ergebnisse erzielt.
hat schon jemand erfahrung mit verlängerter klärzeit zwecks braunstichigen dias gemacht?
kann man theoretisch zu lang klären?