harv
Ich bin im Moment dabei den Fuji Neopan Acros 100 als 120er in Rodinal 1:50 einzutesten.
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Aktuell bin ich bei diesen Dichten:
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ZONE I II III IV V VI VII VIII
Norm 0,10 0,24 0,38 0,54 0,72 0,90 1,10 1,29
Ist 0,16 0,34 0,50 0,62 0,76 0,92 1,10 1,34
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Interpretiere ich das richtig, dass die Lichter passen würden und die Schatten zu hell sind?
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Müsste ich jetzt kürzer entwickeln, dass die Schatten von der Dichte hochgehen (Richtung 0,1)?
Ich bin im Moment nur etwas irritiert, weil die Auswertungstabelle die ich mir runtergeladen habe sagt ich müsste länger entwickeln?!
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piu58
Zone I liegt auf 0,16 - soll aber gemäß der Lehrmeinung auf 0,1 liegen. Das lässt sich nicht durch Entwickeln beeinflussen, sondern durch Belichten: Der Film kann 1/3 … 1/2 Blende weniger Licht bekommen (ISO auf 120 oder 144 hochdrehen).
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Auch die anderen Zonen sind tendenziell etwas zu dicht. Mit der geringeren Belichtung passen sie wahrscheinlich ziemlich gut.
Hierzu kannst du eine Kurve aufzeichnen und die halbe Blende Korrektur anbringen, dann weißt du es genau. Wahrscheinlich jedoch ist der Restunterschied so gering, dass es nicht lohnt, am Entwicklungsvorgang rumzuspielen.
Renate
Hallo,
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in den Schatten liest man die effektive Empfindlichkeit des Films ab. Da zeigt die Tabelle an, dass etwas überbelichtet wurde. Die Empfindlichkeit ist also höher, als sie am Belichtungsmesser eingestellt wurde.
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In den Lichtern (Zone 8) liest man die Entwicklungszeit ab. Da zeigt mir die Tabelle, dass ziemlich genau eine N-Entwicklung erfolgte. Wenn man die Entwicklungszeit variiert, verändert sich die Steilheit der Kurve, während die Schatten nahezu gleich bleiben.
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Ausführliche Informationen kann man im Buch von Dr. Otto Beyer, Belichtung und Entwicklung in der Schwarz-Weiß-Fotografie, nachlesen.
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Viele Grüße
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Renate
harv
Der Durchgang war mit ISO 100. Entwickelt für 11min in Rodinal 1:50 bei 20 Grad. Agfa Kipp.
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Wenn ich eure Hilfestellungen zusammenfasse: ein neuer Durchgang mit +1/3 bis +1/2 Blende am Belichtungsmesser eingestellt, sollte mir eine N-Kurve für den Acros liefern.
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Richtig?
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Ist dann der erste Film von dem ich lese, dass er ein etwas höhere Empfindlichkeit hat, als Herstellerangabe.
harv
Bei Otto Beyer habe ich das entdeckt:
http://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de/sw-fotografie/filme-eintesten/39-film-entwickler.html
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Der Acros hat in den Schatten eine bessere Zeichnung und weichere Lichter. Würde sich ja mit meiner Kurve decken.
Wenn ich mit ISO 125 anmesse sollte es passen.
Tandemfahren
Hi, äh... "harv", (mach doch bitte einen Henkel an dich, damit man dich ansprechen kann)
das ist auch das erste Mal, dass ich das lese. Und das auch noch mit schnödem Rodinal!
Ich male übrigens immer die Kurven auf schlichtes Karopapier, wobei eine Zone/Stufe drei Kästchen entspricht, da siehst du dann ganz "analog" die Drittelstufen und kannst (durch händisches Extrapolieren, falls nötig) auch die Empfindlichkeitskorrektur abschätzen.
Womit misst du denn die Dichten?
Frankgröße
harv
Mit dem Trialux. Index auf MCP 312 eingetestet, Höhe auf Abzug 20x25. 6x4,5 Negativ auf 8 abgeblendet.
Es grüßt Stephan
Tandemfahren
Hi Stephan,
Ich kenne den Trialux nicht, aber ich wittere trotzdem vorsichtshalber einen Denkfehler (ich hatte mich über die supergenauen Dichtewerte gewundert).
Kann es sein, dass du nicht die Negativdichte gemessen hast, sondern potentielle Positivdichten?
just checking... neulich war schonmal so ein ähnlicher Fall.
Frank
harv
Soweit mir bekannt misst er die Negativdichte. Es wird die Zeit angegeben die ich dann in die Dichte händisch umrechnen kann.
Tandemfahren
Ok, kann ich jetzt so nicht beurteilen. Schleier abgezogen?
Frank
harv
Na klar
harv
Hab gerade einen HP5+ belichtet auf 200 durchgemessen. Rest gleich 11min Rodinal etc.
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ZONE I II III IV V VI VII VIII
Norm 0,10 0,24 0,38 0,54 0,72 0,90 1,10 1,29
Ist 0,12 0,26 0,37 0,46 0,62 0,80 0,97 1,18
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Schlussfolgerung: Empfindlichkeit mit ISO 200 passt. Entwicklungszeit für die Lichter verlängern.
Wieviel länger schlagt ihr vor? Ausgangszeit 11 min. +10% +5%?
piu58
Ist dann der erste Film von dem ich lese, dass er ein etwas höhere Empfindlichkeit hat, als Herstellerangabe.
Das ist nicht gesagt. Auch der Belichtungsmesser kann etwas vorgehen. In diesen kleinen Bereichen, unterhalb einer Blende, muss man damit rechnen.
Olivinyl
Hallo Harv,
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Nach meinen Erfahrungen hat der HP5+ in Rodinal 1+50 gute 250 ASA. Ich würde in deinem Fall um 1 Minute, auf 12 Minuten verlängern.
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Durch das Messen der Dichten auf der Grundbrett des Vergrößerers hast du ja auch direkt die Abweichungen durch den Calliereffekt des Vergrößerersystems mit ausgemessen, was nicht so schlecht ist.
Im Idealfall müssten deine Prints jetzt beim ersten Versuch bei Gradation 2 bis 2,5 landen (wenn deine Werte mit den Sollwerten übereinstimmen).
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LG Oliver
harv
Bei meinem Durchlauf hat er ziemlich genau 200, weil die Schatten fast exakt auf den Normdichten liegen.
Werds mit der Verlängerung auf 12 min ausprobieren.
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Samstag mach ich eine kleine Tour. Natürlich mit Acros und HP5+ im Gepäck. Dann wird es sich in der Dunkelkammer zeigen.
harv
Wenn wir schon beim Thema eintesten sind: hat jemand den Silvermax im Silvermaxentwickler ausgemessen?
Ewald
Ich bin im Moment dabei den Fuji Neopan Acros 100 als 120er in Rodinal 1:50 einzutesten.
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Aktuell bin ich bei diesen Dichten:
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ZONE I II III IV V VI VII VIII
Norm 0,10 0,24 0,38 0,54 0,72 0,90 1,10 1,29
Ist 0,16 0,34 0,50 0,62 0,76 0,92 1,10 1,34
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Interpretiere ich das richtig, dass die Lichter passen würden und die Schatten zu hell sind?
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Müsste ich jetzt kürzer entwickeln, dass die Schatten von der Dichte hochgehen (Richtung 0,1)?
Ich bin im Moment nur etwas irritiert, weil die Auswertungstabelle die ich mir runtergeladen habe sagt ich müsste länger entwickeln?!
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Du hast einen gammawert von 0,5, [ (1,1 - 0,5) / 1,2 = 0,5 ] die Kurve verläuft zu flach. 0,7 sollte es schon sein um alle Werte auf Papier der Gradation 2 darzustellen. Verlängerte Entwicklung (+50%, geschützt) lässt die Kurve steiler werden. Oder Rodinal 1:25 probieren.
Ich nehme für Acros 100 den Entwickler Adox 49, Verdünnung der Stammlösung auf 1:1, Zeit 13 Min, Rotation, ergibt Gamma 0,71
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V.G.
Ewald
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harv
wenn ich um den Gamma zu erhöhen die Entwicklungszeit um +50% anheben würde, würden die Lichter doch nicht mehr passen.
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Da die Schatten etwas über Norm sind wäre die bessere Lösung doch die Schatten etwas weniger zu belichten. Oder denke ich da falsch.
Renate
Richtig, wenn man exakt die Normkurve treffen will, muss man die Schatten weniger belichten. Mit der Entwicklungszeit passt man dann den Wert für die Zone 8 an.
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Allerdings hat man an der Stelle auch ein wenig künstlerische Freiheit. Wenn die Schatten etwas stärker belichtet werden, als bei der Normkurve, sieht man in den Schatten mehr Zeichnung auf dem Papier. Je nach Film und je nach Kontrast des Objekts, kann dann aber Zeichnung in den Lichtern verloren gehen. Der TMax 400 hat z.B. einen großen Spielraum, der TMax 100 hat dagegen deutlich weniger Spielraum. Den Acros kenne ich nicht so gut. Entscheidend ist immer die Form der gezeichneten Kurve. Wenn die Kurve oben in die Waagerechte übergeht, ist in der Zone keine Zeichnung mehr möglich.
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Viele Grüße
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Renate
sputnik
0,7 sollte es schon sein um alle Werte auf Papier der Gradation 2 darzustellen.
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Ich will mich nun wirklich nicht in 1001. Filmeintestdiskussion einmischen, aber wenn ich solche Sätze lese(und ich lese sie SEHR oft), dann frage ich mich, ob die meisten Tester immer nur Einheitsmotive bei Normbeleuchtung fotografieren und ob sie allesamt ein und die selbe Beleuchtung im Vergrößererkopf haben.
Anders lassen sich festgenagelte allgemeingültige Zielgammas nämlich nicht erklären.
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Mischlicht ist nicht Kondensor.
Eine Aufnahme im gleitenden Sonnenlicht ist etwas anderes als bei bewölktem Himmel oder im Schatten.
Eine Gradation 2 bei Papier X ist nicht unbedingt identisch mit der Gradation 2 des Papiers Y.
Davon, dass auch die Kurvenform ein gewichtiges Wörtchen dabei mitzureden hat, welches mittlere Gamma man gut auf's Papier bringt, ganz zu schweigen.
Und am Ende ist da auch noch der persönliche Geschmack.
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Kurzum: Grob eintesten und dann Abzüge machen und weitersehen.
Weiß ich dann, mit welchem Gamma ich unterm Strich am besten zurechtkomme, kann ich mich beim Eintesten einer weiteren Kombi natürlich danach richten. Und wenn ich Filme vergleichen will, selbstredend auch.
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Aber so, wie der eine auf Nikon und der andere auf Canon schwört, hält der eine an seinen bewährten 0,50 und der andere an den 0,80 fest.
Beides - und alles dazwischen - kann "richtig" sein. Kommt halt auf die Umstände an.