Silberblick
<p class="">Nach 12 langen Jahren ohne Dunkelkammer bin ich jetzt auf der Suche nach einem soliden SW-Vergrößerer für 6x6 bis 6x9. KB ist bereits versorgt. Vergrößerungen über 30x40 werden selten sein, Fernziel ist die Umrüstung auf eine Splitgrade-Beleuchtung (den Controller hab ich bereits am 35mm-Vergrößerer).
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<p class="">Nach langem Suchen im www lande ich immer wieder bei Focomat IIc, Agfa Varioscop 60 und den diversen Kienzle-Modellen. Ein neuer Kienzle ist leider unerschwinglich für mich.
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<p class="">Zum Anschauen oder sogar Probe-Vergrößern gibt es die Geräte nicht in der Nähe, deshalb hier die Bitte um Rat:
<p class="">?- gibt es zwischen den genannten Geräten größere Qualitätsunterschiede??
<p class="">?- wie steht es mit der Bedienbarkeit im Alltag, zum Beispiel der Negativbühnen? Ist die Kombination AN-Glas oben und Maske unten bei allen Fabrikaten möglich?
<p class="">?- packt sowohl der Varioscop als auch der Focomat IIc ein 6x9-Negativ mit schwarzem Rand (also ist der maximal-Ausschnitt der Bühne größer als ein typisches 6x9-Negativ)?
<p class="">?- Wie sind die Optiken? Fällt zum Beispiel das V-Elmar 4,5/100 gegenüber den 95/100mm-Focotaren deutlich ab?
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<p class="">Und als letzte Frage: mir wurden an anderer Stelle die Durst M800/M805 ans Herz gelegt - sind die in Sachen Stabilität und Ergonomie vergleichbar mit den oben genannten Vergrößern?
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<p class="">Bin für jeden Hinweis/Tipp dankbar,
<p class="">also vielen Dank vorab,
<p class="">Georg.
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Wolf_XL
... ich hätte einen Agfa Colormat zu verkaufen, den ich auf Splitgrade selbst umgerüstet habe. Der Colormat ist im Grunde baugleich mit dem Variosskop, hat aber einen additiven Farbmischkopf. Da dessen Filter per Elektromagnet eingeschwenkt werden, habe ich die Colorfilter durch Ilford-Multigrade 0 und 5 ersetzt und einen Umschalter herausgeführt. Wenn Du bereits den Splitgrade-Controler hast, ist diese Kombination schon fast ideal. Du musst am Splitgrade-Controler lediglich auf "Manuel" umstellen und den Margenta-Faktor auf die doppelte Zeit setzen. Dann ist alles fast genau so einfach wie mit einem originalen Splitgrade-Kopf:
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1) Zeit wie gewohnt messen
2) Gelbfilter einfahren - "Start"-Taste drücken - nach Ablauf der "Gelb"-Zeit schaltet sich die Lampe im Vergrößerer aus.
3) Magentafilter einfahren - nochmals "Start"-Taste drücken - fertig!
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Bei ernsthaften Interesse kann ich dir auch ein paar Fotos machen...
Silberblick
Danke, Wolf!
Klingt sehr interessant, hab vorher noch nie vom Colormat gehört. Wie sieht's aus mit der Negativbühne - wie groß ist der maximal nutzbare Ausschnitt? Und was für eine Optik ist verbaut?
Im Prinzip hoffe ich erstmal auf mehr Informationen auch über die anderen Geräte vor einem Kauf - würde aber gegebenenfalls gerne auf Dein Angebot zurückkommen, falls es bei Dir nicht eilt.
Beste Grüße und Dank von der Ostsee, Georg.
Wolf_XL
...mit dabei wären drei Negativbühnen - eine glaslose KB-Bühne, eine Glasbühne Glas/AN-Glas bis 6x9 (59x80 mm) und eine zum Basteln. Ich wollte mir daraus mal eine glaslose 6x6-Bühne "schnitzen". Dabei sind die dazugehö rigen Agfa-Magnacolare für KB und für MF. Falls Du einigermaßen fit in Elektronik bist, wäre es auch problemlos möglich, selbst eine Schnittstelle zum Splitgrade-Controler zu bauen. Ich hatte diesbezüglich mal bei Hr. Heiland nachgefragt und er hat mir seine Unterstützung angeboten... Hier noch ein paar Bilder:
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Urnes
Hallo Georg,
der ganz große Nachteil an diesen Vergrößerern ist, dass du sie nur sinnvoll sprich mit Focus Nachführung mit den Originalobjektiven nutzen kannst. Da die Nachführung über eine Steuerkurve erfolgt.
Für KB hat mir damals das Leitz Focotar I bspw. nicht gereicht. Ich hab es dann irgendwann gegen ein moderneres Schneider ausgetauscht, aber eben um den Preis, dass die Schärfe von Hand nachgeführt werden muss.
Gruss Sven.
Silberblick
Hallo Sven,
danke für den Hinweis. Den Haken mit den Originalobjektiven kenn ich von meinem V35-Kleinbildvergrößer (hab ihn mit Fremdobjektiv gekauft).
Meines Wissens bietet die Firma Kienzle das Adaptieren von Fremdobjektiven an Vergrößerer mit „mechanischem AF“ an. Ist sicher nicht billig, aber eine Option.
Die Kienzle-Vergrößerer ohne AF sind für mich noch im Rennen, leider gebraucht eher selten zu finden.
Danke und beste Grüße, Georg.
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PS: Deine Internetseite werd ich mir noch mal genauer ansehen, ein erster Blick hat mich schon begeistert.
Silberblick
Hallo Wolf,
danke für die Fotos und Infos. Der Größenvergleich vom Agfa zum Laborator und dem zierlichen V35 ist sehr hilfreich.
Ist das ein 6x9-Negativ auf dem letzten Bild? Bei den Maßen von 59x80mm müsste an der Längsseite der Platz knapp werden, nicht an der schmalen Seite, oder bin ich auf dem falschen Dampfer? Ist definitiv nicht böse gemeint, ich frag nur nach, weil der schwarze Rand auch bei 6x9 wichtig für mich ist. Die Negative von der alten Fuji sind etwa 55,5x82mm groß, die aus der Agfa Clack und alten Faltkameras etwas größer.
Ließe sich aus dem „Bastel“-Negativhalter eine Kombination von AN-Glas oben und 6x9-Metallmaske unten schnitzen?
Wie wird der Colormat elektrisch angesteuert - auf anderen Bildern im WWW sieht man teilweise eine große Box mit zahllosen Knöpfen neben dem Vergrößerer stehen.
Wie ist das Magnacolar von der Abbildungsleistung?
Bitte entschuldige die Nachfragen und hab Dank für die Informationen und Fotos.
Georg
Wolf_XL
...da hast Du recht - an den kurzen Seiten sehe ich auch kein Problem - an den langen Seiten bekommst Du zwar auch einen schwarzen Rand, aber nicht in ganzer Negativbreite. Die "Bastelbühne" umzubauen, wäre kein Problem - ich hätte sogar noch das passende Alu-Blech dafür. Bezüglich der Ansteuerung hättest Du noch die Wahl, wie Du es haben möchtest... Die ursprüngliche Elektronik hab' ich verschrottet, da ich mit dem Gerät nur sw machen wollte. Die eigentliche "Elektronik" besteht jetzt lediglich aus einem Netzteil und einem Drehschalter, mit dem man drei Filterfolien einschwenken kann. Ich hatte das ursprünglich in meinem Kabelkanal untergebracht, da der Vergrößerer stationär auf der Tischplatte verschraubt war. Ich bin momentan noch dabei, erstens auf der Grundplatte noch eine weiß beschichtete Sperrholzplatte aufzubringen und das Netzteil noch in ein entsprechendes Gehäuse einzubauen. Du hättest jetzt die Wahl, wo der Umschalter für die Filter sein soll und wie er welche Filter schalten soll... Kipp- oder Drehschalter gefällig... ;-)
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Die originalen Objektive hab' ich noch nie verwendet. Für KB hatte ich immer den Leitz V35 und fürs Mittelformat hab' ich statt des Magna-Colars ein Rodagon eingesetzt. Das war halt mindestens zwanzig Jahre jünger und hatte zudem eine beleuchtete Blendenanzeige...?Aber ich geh' mal davon aus, dass die originalen Optiken bestimmt nicht schlecht sind...
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Verkaufen tu' ich den Colormaten eigentlich nur aus dem Grund, weil ich den Laborator 1000 zum einen mit allem Zubehör bekommen habe, der Umbau auf Splitgrade noch relativ preisgünstig war und weil der Laborator halt auch noch 4x5" beherrscht. Eigentlich wollte ich damit auch noch den Leitz V35 ersetzen - aber durch die breite, für 4x5" ausgelegte Negativbühne ist das Teil für KB und selbst sogar für 6x6 eindeutig überdimensioniert. Für 6x6 muss man 4er Negativstreifen haben - ansonsten ist es ein Gefummel ohne Gleichen...
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Mal davon abgesehen - der V35 ist für KB der ultimative Vergrößerer - sowas gibt man einfach nicht mehr her...
Martin_e_palm
Hallo Georg,
ich habe einen Focomaten IIA mit Splitgradekopf, einen Durst m605 (Splitgrade) und einen Durst m800, noch mit Kondensoren.
Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt den Focomaten zu behalten und die Objektive bei Kienzle zu kaufen, aber bei den
Preisen habe ich dann lieber in den M800 investiert. Der Durst m800 ist ein unglaublich solider Vergrößerer. Modular aufgebaut
Es passen viele Teile vom Nachfolgemodell M805 auch an den M800. Der Umbau eines CLS70 Farbmischkopfes auf Splitgrade ist
extrem günstig (ca. 160 €).
Daher klares Votum für den Durst M800, obwohl der Focomat ein wirklich solides und auch schönes Gerät ist.
Grüße
Martin
Urnes
Hallo Martin,
bei wem hast du denn den Kopf umbauen lassen? Ich spiele auch schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken.
Grüße Sven.
Martin_e_palm
Hallo Sven,
den Kopf hat Kienzle adaptiert. Er hat einen Dunco-Kopf genommen und diesen an einen Ring montiert.
Diesen setzt man auf den Vergrößerer (Focomat IIa oder IIc). Eine recht simple Konstruktion.
Kienzle hat mir damals den Kopf mit einer Kombi aus Variograde und Farbmischkopf ausgeliefert.
Ich werde den demnächst bei Ebay oder ähnlichem einstellen.
Grüße
Martin
Silberblick
Wolf, Dein Angebot ist sehr interessant, ich bin momentan aber noch unschlüssig, ob es der Varioscop (also Deiner) werden soll oder ein anderes der genannten Geräte. Ich hoffe, es ist nicht unfair, wenn ich mich noch weiter umhäre.
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Martin, vielen Dank für die Hinweise. Ich habe nie mit einem höherpreisigen Durst gearbeitet, deshalb konnte ich den M800/M805 nicht einordnen.€
Welcher der drei Vergrößerer ist von allgemeinen Handhabung Dein Favorit? Speziell interessiert bin ich an der Handhabung der unterschiedlichen Negativbühnen.
Ist im M800 auch die „BIMANEG“ oder eine „SETONEG“ verbaut - und wie groß ist der maximale Bildausschnitt?
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Hat jemand hier Erfahrungen mit den Kienzle T-Modellen?
Urnes
Hallo Martin,
vielen Dank für die Info.
@ Silberblick
Wenn dir der schwarze Rand um deine Bilder wirklich so wichtig ist, dann wäre die Königsösung nach einem 4x5" Gerät mit Glasbühne zu gucken, in der Klasse ist es dann fast egal welcher Hersteller draufsteht (Fuji baut da auch recht gute Geräte) und preislich nehmen sie sich nicht wirklich was zum Mittelformat. Ich hab mich damals auch für 13x18 entschieden um 55er Polaroid-Negative mit Rand aufzubelichten.
Gruss Sven.
Martin_e_palm
Hallo Georg,
der M800 kann bis 6,5 x 9 cm, der M805 wohl nur 6x9cm. Im M800 passen die Bildbühnen Setoneg (Originalbühne) von Autoneg (Bildbühne der früheren Autofocusmodelle), die ganz alte Duneg vom 659.
In diese Bildbühnen passen die Masken Binema und Aumet sowie das Glas Bimagla. Aumet gehört eigentlich zu Vergrößerern mit Autofocus, Binema gehört zu dem M805. Autoneg und Aumet sind so ziemlich
das Aufwändigste an Bildbühnen und Masken was ich bisher in den Händen hielt.
Grüße
Martin
Silberblick
Hallo Martin,
vielen Dank für die Infos, ich habe zwar mittlerweile die Manuale zu M800 und M805 im Netz gefunden, aber auch damit bleibt das Durst-System für mich ziemlich verwirrend.
Für einen Splitgrade-Umbau wäre also ein Farbkopf-M800 mit CLS70 die richtige Wahl??
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Sven, ja, an einen 4x5-Vergrößerer hab ich auch schon gedacht. Aber irgendwo muss ich mir ein Limit setzen, sonst lande ich bei einem 8x10-Modell ;-)
Ursprünglich hatte ich einen Kienzle T69 im Visier (der passt für 6x9 mit Rand, laut Auskunft der sehr hilfsbereiten Leute von Kienzle), war aber zu zögerlich beim Bieten.
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Danke und beste Grüße, Georg.
Wolf_XL
...bei einem 4x5-Vergrößer hat man leider das Problem, dass man 6x6-Negative am besten in 4er-Streifen schneidet - es sei denn, es stört einem nicht, beim mittleren Bild eines 3er-Streifens zum Einlegen die ganze Bildbühne herauszunehmen. Aufgrund der breiten Bildbühne kann man nämlich das Negativ nicht dort hinschieben, wo man es gerne hätte. Leider gibt es die Negativtaschen für 4er-Streifen nicht überall und sie sind auch nicht gerade billig...
Martin_e_palm
Hallo Georg,
der M800 ist in der Regel ein Kondensorgerät mit einer Opallichtlampe. Für dieses Modell gab es verschiedene Farbmischköpfe:
der CLS70 mit 100W Lampe und der dazu passenden Mischbox,
der CLS80 mit der 200 Watt Lampe und der entsprechenden Mischbox und
der CLS201 (Profikopf, sehr selten) mit Mischbox.
Ich habe auch recht lange gebraucht um herauszufinden was zu welchem Modell passt.
Gut erklärt wird das alles auf der Aphog-Seite:
http://aphog.de/forum/index.php/Thread/5251-Durst-M800/?postID=62829&highlight=travo#post62829
Der Umbau des CLS70 Farbmischkopfes liegt wie schon beschrieben nach einer etwas älteren Preisliste von Heiland bei 160 Euro.
Der Umbau eines Kienzles Farbkopfes C252P liegt bei 875 Euro.
Die Umbauten für den C67/69 liegen bei 205 Euro.
Umbau für die Primosreihe: 487 Euro
Ist halt eine Preisfrage.
Kienzle ist sicherlich die beste Wahl, aber eben auch nicht ganz billig.
Grüße
Martin
Silberblick
Wolf, ja, das ist ein gutes Argument für Mittelformat-Vergrößerer. Etliche 4x5-Laboratoren wurden wohl mit der Durst-BIMANEG-Bühne nachgerüstet, um das MF-Negativhandling zu verbessern.
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Martin, vielen Dank, das ist genau die Info (auch im Link), die ich gesucht habe. Werd morgen mal den netten und hilfsbereiten Herrn Heiland kontaktieren, evtl. auch mit dem Verkäufer eines M800 mit CLS70 alles klar machen. Er hat die SETONEG-Bühne nachgemessen - 6x9 mit Rand sollte locker passen.
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Vielen Dank für die Hilfe und beste Grüße, Georg.
Silberblick
Hallo Georg,
der M800 kann bis 6,5 x 9 cm, der M805 wohl nur 6x9cm. Im M800 passen die Bildbühnen Setoneg (Originalbühne) von Autoneg (Bildbühne der früheren Autofocusmodelle), die ganz alte Duneg vom 659.
In diese Bildbühnen passen die Masken Binema und Aumet sowie das Glas Bimagla. Aumet gehört eigentlich zu Vergrößerern mit Autofocus, Binema gehört zu dem M805. Autoneg und Aumet sind so ziemlich
das Aufwändigste an Bildbühnen und Masken was ich bisher in den Händen hielt.
Grüße
Martin
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Martin, noch mal ne kurze Nachfrage:
ist also beispielsweise das BIMAGLA AN (für den M805/Bimaneg) anstelle des AUDA 70 AN (Original-AN-Glas für Setoneg) verwendbar?
Und wäre zum Beispiel auch die Kombination aus Bimagla AN oben und Binema unten in der alten Setoneg vom M800 verwendbar?
Hole den Vergrößerer die kommende Woche ab und seh mich schon mal nach Kleinteilen um.
Vielen Dank, Georg!
Martin_e_palm
Hallo Georg,
das funktioniert alles. Ich habe oben eine Bimagla und unten, je nach Bedarf, eine 6x6 oder 6x9 Binema.
Viel Spaß mit deinem neuen Vergrößerer. Ich werde nächste Woche meinen CLS 70 zu Heiland schicken,
zwecks Umbau.
Grüße
Martin