Rolf-Werner
Hallo,
ich hatte mir mal eine Packung Kentmere Baryt gekauft, um es zu testen. Jetzt erscheint es aber gar nicht mehr in der Liste. Dabei fand ich es ganz schön und hätte gern einige andere Größen nachgekauft und damit experimentiert. Nun muss ich also neu anfangen.
Wie kann ich sicher gehen, dass ein Papier, das ich hier kaufe, auch nach einiger Zeit noch zu haben ist? Oder anders gefragt: Gibt es einen Hinweis, welche Sorten immer im Sortiment sind und welche plötzlich wechseln können?
Danke für eure Tipps!
Rolf
piu58
> ich sicher gehen, dass ein Papier, das ich hier kaufe, auch nach einiger Zeit noch zu haben
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Ilford.
sputnik
Wenn nicht alle nur noch Ilford kaufen, dann auch FOMA. ;-)
ICH würde allerdings mein Lieblingspapier nicht wechseln, nur weil es bei meinem Stammhändler nicht mehr geführt wird.
Dann bestellt man es halt dort, wo es lieferbar ist.
In Zeiten des www ist das ja nun wirklich kein Problem.
sputnik
Apropos Kentmere.
Was steckt da eigentlich drin?
bernhardmangelsgmxde
soweit ich weiß steckt im Kentmere FB gar nichts mehr, Ilford macht nur noch Kentmere RC.
sputnik
OK, dann macht das woanders kaufen auch nur begrenzt Sinn, wenn es dort mittelfristig dann auch nicht mehr zu haben ist.
Gut. Man könnte horten und einfrieren, so man Platz in der Truhe hat.
Rolf-Werner
Ok, Ilford ist aber so teuer, dass es sich erst lohnt, wenn du wirklich weißt, was du tust. Vorher probiert man lieber mal mit günstigeren Produkten rum...
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Dass Kentmere ausläuft, hätte man vielleicht kommunizieren sollen auf der Bestellseite, dann hätte ich entweder gleich mehr genommen oder die Finger davon gelassen.
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Ich bin mir jetzt nicht 100 % sicher, aber kann es sein, dass es auch aus der Ilford-Ecke kommt/kam? Ich lauf jetzt aber nicht durch die Kälte nach hinten in die Bude, um nachzusehen, bleibe lieber in der warmen Küche, wo meine Frau gerade Brot bäckt... :)
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Rolf
piu58
Harmann hatte die Kentmere-Fabrik übernommen. Es wurde dann Schritt für Schritt entschieden, die Produktion von Papier aufzugeben, beginnend mit den exotischen Produkten. Die Fabrik wurde schließlich geschlossen (um 2010 herum). Vorher wurde aber noch eine größere Menge Papier begossen, offenbar - in Agfa-Manier - um die vorhandenen Materialien aufzuarbeiten. Dies kam dann zu Sonderpreisen auf den Markt.
Rolf-Werner
Ja, das muss man natürlich wissen :) Danke für die Info!
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Rolf
GeorgK
Ich habe das etwas anders in Erinnerung. Ilford/Harman hat Kentmere damals mit der Zusage übernommen, mit Ausnahme von ein paar unrentablen Nischenprodukten durchaus das komplette Portfolio zu übernehmen (Herr Galley klingt da ja immer sehr nett und verbindlich in den Foren). Mir war das damals schon suspekt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass Ilford sich zum eigenen, sehr selbstbewusst bepreisten Sortiment eine billigere, ebenfalls hochqualitative Konkurrenz im eigenen Haus aufbaut.
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Zur Illustartion ein Auszug von der Kentmere Homepage:
"Following the buy-out, HARMAN is keen to stress that the Kentmere brand will remain relatively unchanged. It will continue to offer the same resin coated and fibre based monochrome papers and inkjet products, including Opaljet, whilst employing the same marketing approach."
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Meines Wissens hat man anfangs die Produktion von Kentmere-Papieren durchaus noch auf den Anlagen bei Ilford weitergeführt. Ich habe etwas später zwei Packungen 24x30 Fineprint VC offenbar aus der ersten Charge der "neuen" Produktion gekauft, und das Papier hatte kaum etwas mit dem "originalen" Kentmere zu tun. Das Original war streng neutral und hatte eine sehr angenehme (was natürlich Geschmackssache ist) Gradation, wohingegen die neue Version einen (für mich) sehr unschönen schokoladigen Braunton und gnadenlos absaufende Schatten zeigte. Das Geld für die 100 Blatt 24x30 war de facto ins Klo geworfen, was mich massiv geärgert hat. Noch dazu war das Papier nicht einmal anständig ausgehärtet, sondern noch ziemlich klebrig (was ebenfalls nach einer husch-pfusch auf den Markt geworfenen Neuauflage aussah). Seitdem habe ich von diesem Papier die Finger gelassen. Sollte sich da zwischenzeitlich nichts geändert haben, hält sich der Verlust für die Menschheit in Grenzen. Es wurde eh von immer weniger Vertreibern geführt, was auch auf einen schwindenden Kundenstamm hindeutet.
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Georg
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Rolf-Werner
Hm. Vielleicht nicht ganz so neutralschwarz wie das Foma. Alles andere kann ich nicht bestätigen. Richtig warm/braunstichig (jedenfalls in Eukobrom) ist eher das Adox PE, das ich an dem Tag auch am Wickel hatte, besonders wenn man sie neben die anderen (auch das Kentmere Baryt) legt.
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Die Schatten, ja doch... Die kamen dann etwas dunkler. Aber erst nach dem Trocknen! Das hat mich einige Nerven gekostet: Erst waren die Prints zu hell, auch nach dem Trocknen, dann schienen sie gut, aber nach dem Trocknen habe ich ein paar Mal gedacht: Das war doch wieder eine Spur zu viel. "Rätsel in der Dunkelheit", um es mit Gandalf zu sagen :) Absaufen tun die Schatten aber nicht, das klingt eher nach falsch gewählter Gradation.
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Jetzt wird mir das klar: man kann das als Qualitätsmangel bezeichnen. War für mich eher eine Eigenschaft, also weniger ein "Bug", mehr ein "Feature" des Baryt.
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Rolf
sputnik
Die Schatten, ja doch... Die kamen dann etwas dunkler. Aber erst nach dem Trocknen! Das hat mich einige Nerven gekostet: Erst waren die Prints zu hell, auch nach dem Trocknen, dann schienen sie gut, aber nach dem Trocknen habe ich ein paar Mal gedacht: Das war doch wieder eine Spur zu viel.
Das ist doch völlig normal.
Ich kenne das von KEINEM Baryt anders (Baryt in Matt mal außen vorgelassen, das ist ein Sonderfall und in der Nass-Beurteilung IMO noch schwieriger).
Das Trockenföhnen der Probestreifen macht etwas mehr Arbeit, beseitigt aber das Problem.
Was ich jedoch nicht verstehe:
Du schreibst, dass die Abzüge NACH dem Trocknen noch zu hell, dann aber auch zu dunkel waren.
In meinen Augen geht nur eins von beiden.
Hast Du Dich da verschrieben?
Rolf-Werner
Nein :) eher "verschätzt": Erstmal Probestreifen gemacht und einen Abzug. Am nächsten Tag die Überraschung: die Schatten waren dunkler, aber das Bild insgesamt wie auf die Schatten belichtet (was es nicht ist). Einfach "zu hell".
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Also nochmal Probestreifen gemacht, Streifen getrocknet, darauf geachtet, dass die Schatten nicht zulaufen, aber kräftiger kommen. Nochmal belichtet - und nach dem Trocknen hat man den Eindruck "jetzt ist es eigentlich doch zu viel gewesen". Das Bild wirkt einen Hauch zu düster.
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Gradation weicher stellen ist nicht die Lösung, die stimmt schon. Eher eine Belichtungszeit dazwischen wählen. Man verschätzt sich leicht mit den dunklen Partien, die sind nach dem Trocknen doch dunkler, als man das bei PE kennt. Ich muss mich halt erst dran gewöhnen, dass es so schnell umschlägt. Oder andere Probestreifen machen.
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Also der ganz normale Wahnsinn...
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Rolf
karlokell
Servus Rolf!
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Das ist genau der Einsatzfall für einen stark verdünnten Farmerschen Abschwächer, am besten wenn du die 2 Chemikalien des Abschwächers dazu trennst: das Ferri-Bad zuerst und ein weiteres Fix-Bad danach. Im 1. Bad tut sich nicht so viel, aber sei vorsichtig: im Fix wird die Schwere, die über allem liegt, dann "weggezogen"!
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Grüße, Karl
piu58
> ziemlich klebrig
so ähnlich
Das hatte ich auch festgestellt und bin daher von dem Papier abgekommen.