Rolf-Werner
Da sieht man mal... hab jetzt eine Weile nicht mehr reingeschaut. Gab es im Herbst nicht noch Adox-Filme? Ich hab mir damals z. B. Ultra400 bestellt. Die Negative liegen hier... Jetzt scheinen die nicht mehr im Sortiment zu sein. Also jedenfalls Mittelformat,
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Bei der Gelegenheit: Wie ist der Foma 100 und 200 im Vergleich zum FP4+ und wie der Foma 400 im Vergleich zum HP 5? Ich kenne die Foma-Filme noch nicht, aber die Ilford dagegen sehr gut.
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Danke für eure Einschätzung.
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(Die Frage kommt, weil ich mich jetzt für den Sommerurlaub eindecken will, es geht hauptsächlich um Landschaft und Häuser :) )
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Rolf
Wolf_XL
...ganz einfach - you get, what you pay for... Gut, beim Mittelformat ist das jetzt nicht ganz so tragisch, aber die Ilfords spielen doch in einer anderen Liga...
Rolf-Werner
mmmmmm - wegen 1 Euro Unterschied im Preis ist der Foma "schlechter"? Oder wie soll ich das deuten ;) Hab deinen Post 3x gelesen, aber so richtig schlau werd ich nicht daraus...
AntiLynd
mmmmmm - wegen 1 Euro Unterschied im Preis ist der Foma "schlechter"?
Nein, nicht *wegen*. Korrelation heißt nicht gleich Kausalität. Gemeint haben wir Wolf, dass in diesem Fall der Preisunterschied den Qualitätsunterschied recht gut widerspiegelt.
Olivinyl
Hallo Rolf,
es gibt doch noch Adox Filme, den Silvermax und den CHS 100 II zumindest als KB-Film.
Ich gehe davon aus das du nach 120er Film suchst... sieht bei Adox leider im Moment nicht so dolle aus... wird bestimmt noch...
Die Fomafilme sind meiner Meinung nach ein bisschen speziell. Der 100er und der 400er sind klassische Filme, der 200er ist irgendetwas in Richtung Sigma/T-Grain.
Die Filme sind von der Emulsion kleine Zicken oder Diven. Probleme mit Kratzern oder Emulsionsfehlern hatte ich aber bisher nicht. Die Filme neigen sehr schnell zum Aufsteilen ab Zone 7 bei "unkontrollierter Entwicklung" nach Waschzettel. Die angegebene Empfindlichkeit erreichen die Filme auch nicht.
Ich habe die Filme mir Rodinal, Xtol und D74 / RHS DC getestet, ausgemessen und versucht die Kurve gerade zu halten.
Das ist mir am besten mit D74 gelungen. A49 scheint mir für diese Filme optimal zu sein, habe ich aber nicht getestet.
Der Foma Classic 100 kommt bei mir auf knappe 64 ASA, der Foma 200 Creative auf gute 80-100 ASA und der Foma 400 Action auf knappe 250 ASA.
Wenn man den Entwicklungsprozess auf seinen Lieblingsentwickler eingetestet hat, findet man günstige Filme die gut funktionieren aber nicht direkt mit der Konkurrenz verglichen werden sollen/dürfen. Die sind halt irgendwie anders - aber irgendwie hübsch...
Mein Favorit der Foma Classic 100 in Rodinal 1+50. Ist kein AGFA APX 100 aber auch kein ADOX CHS 100... er ist irgendetwas dazwischen oder so - er wird aber nie ein Tmax, Acros oder FP4+ sein!
LG Oliver
Photux
Was ist denn damit - ADOX: PAN 25 Rollfilm 120, kein Lagerbestand, Voraussichtlich lieferbar am 23.07.2014? Klingt irgendwie widersprüchlich...
AchimBauer
Hallo Photux,
heute ist immer noch der 22.7., aber ich hab gerade einen Schwung bestellt, waren am Lager,
aber ob das was ist??
Natürlich auf Rolf - Werner bezogen, denn ein 25er, wenn er nen 400er sucht? Aber vielleicht gibt das eine neue Erfahrung für ihn.
Gruß Achim
Rolf-Werner
Vielen Dank für eure vielfältigen Antworten.
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Wie würdet ihr denn jemandem den FP4 schildern, der ihn nicht kennt?
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Ich wusste gar nicht, dass die Ilford-Filme so was Besonderes sind. Bei mir kommt der FP4 etwas zwiespältig rüber: Bei bedecktem Himmel oder im Schattenbereich bringt er eher flaue, langweilige Motive. Bei Sonnenlicht neigen die Schatten dazu, abzusaufen, was aber auch daran liegen mag, dass ich gern mit Filtern spiele, die die Kontraste noch etwas hochjagen. Aber im Schattenbereich hat das beim FP4 gar keine Wirkung, andere Filme zeigen da noch Reaktionen. (Der HP5 hingegen war bei mir schon vor 30 Jahren grundsätzlich flau, egal ob mit oder ohne Filter.) Für mich schien der FP4 von früher her schon eher wie ein Garant für steile Kontraste, und bei meinen letzten Aufnahmen im Herbst hat er das wieder bestätigt.
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Ich sollte das präzisieren: Ich habe viele Aufnahmen dabei mit starken Lichtern und schwachen Schatten, also wenig Abstufung in der Mitte. Ihr habt sie gesehen, ich hatte ein paar eingescannt und gefragt wegen der Abzüge (eigentlich ein anderes Thema, aber wenn ich mir das jetzt nochmal so ansehe, hat er wieder genau so reagiert wie früher).
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In meiner Sturm- und Drangzeit :) hab ich gern Aufnahmen mit starken Kontrasten gemacht, das sah für mich "frischer" aus, also FP4 mit Rotfilter und auf Gradation 4 oder 5 abgezogen... Nun gut, man wird älter, und heute mag ich gut durchgezeichnete Bilder mit vielen Grauschattierungen meist lieber.
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Und wenn ich jetzt Oliver folge, kann der Foma das eher nicht, da hätte ich dann evtl. Probleme mit den Lichtern, richtig?
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400er such ich eher nicht, aber 25 wäre mir auch zu wenig, ich hab nicht immer ein Stativ mit. Andererseits eine reizvolle Sache, gerade wenn Stillstand + Bewegung im Bild ist.
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Also, wenn ich das jetzt alles so lese, komme ich zu dem Schluss, dass ich mit dem FP4 auf der sichersten Seite bin, wenn ich mir nicht zu viele Gedanken über Entwicklung usw. machen will.
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Habe ich das richtig gedeutet? Aber eure Meinung über den Film (so im Gegensatz zu den anderen) würde mich trotzdem mal interessieren.
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Rolf
CPD
Hallo Rolf,
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mit welcher Empfindlichkeit belichtest Du den FP4+?
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Die besten Ergebnisse erhielt ich bisher mit Microdol-X (gibt es nicht mehr) oder Perceptol in der Verdünnung 1+3. Von W. Moersch gibt es einen Microdolnachbau.
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Aber D-76/ID11 bei ISO 64/19 ergibt beim FP4+ auch exzellente Ergebnisse.
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Der HP5 von vor 30 Jahren hat mit dem HP5+ von heute nicht mehr soviel zu tun. Allerdings zeigt er m. E. seine besten Seiten mit Microdol-X/Perceptol 1+3 bei natürlich reduzierter Empfindlichkeit. Aber der HP5+ ist robust und kann mit D-76/ID11 seine Nennempfindlichkeit erreichen, mit Microphen kann man auch darüber gehen. Allerdings gefällt mir der Tri-X 400 besser als sein Ilford Pendant.
ultra8
Hallo Rolf,
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mit welcher Empfindlichkeit belichtest Du den FP4+?
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In XTOL 1+1 und 1+2 erreiche ich 100 ASA bei recht gerader Kurve (10 Minuten / 13 Minuten). Das Korn ist sehr fein und scharf. Je höher ich XTOL verdünne, desto schärfer wird das Ergebnis.
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Der FP4 ist ein klasse Film, der bei mir, bei korrekter Behandlung, von den Schatten bis in die Lichter volle Zeichnung aufweist und einfach zu vergrößern ist. Die Verdünnung 1+3 muss ich noch eintesten. Bei vielen Filmen wird hier die Empfindlichkeit gesteigert, die Kantenschärfe erhöht und die Kurve in den Lichtern abgeflacht. Ein Delta 100 hat beispielsweise in XTOL 1+3 satte 125ASA (je nach Auslegung ob 0,1 oder 0,12 über Schleier kann man auch von 160ASA ausgehen). Die Lichter flachen ab Zone VIII deutlich ab und ich verzichte oft auf eine angepasste N-1 Belichtung/Entwicklung, weil die Negative einfach zu vergrößern sind.
pittyman
@Rolf-Werner
ich arbeite seit Jahren mit Foma-Filmen (Mittelformat) und bin sehr zufrieden. Besonders den 400er (in Rodinal) finde ich toll.
Wunderbare Kornstruktur - ähnlich dem Tri-X. Belichtet werden die Fomas am besten mit einer Blende mehr Licht, den 100er
als ISO 50, den 400er als ISO 200. Auch ist der Träger ist mittlerweile farblos, was früher nicht so war. Der 100er Foma hat einen
extremen Schwarzschildfaktor, der 400er ist bei den langen Zeiten nahezu identisch mit Kodaks Tri-X. Die oftmals vorherrschende
Meinung, der Foma sei ein Billigprodukt, kann ich nicht bestätigen. Das Rückpapier hat nicht ganz die Wertigkeit eines Kodak-
films, der Rest jedoch entspricht westlichen Standards. Auch bei Ilford- und Kodakfilmen (von Kleinbild bis Planfilm) hatte
ich schon genügend 'Fehler'. (Löcher in der Emulsion)?
Liebe Grüße
Dirk
Rolf-Werner
Also, euren Antworten entnehme ich folgende Einschätzung:
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1. Der FP4 ist ein Produkt, auf das man sich 100%ig verlassen kann, was Grauwerte und Reaktion auf Entwickler angeht. Außerdem sehr linear, also leicht beherrschbar.
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2. Der Foma ist nicht so zuverlässig, neigt zu einem Aufsteilen der Kurve nach oben (Spitzlichter) und reagiert nicht so vorhersagbar auf verschiedene Entwickler. Also mehr was für Experimentierfreudige und Leute mit einem Hang zum Fatalismus :)
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Rolf
Rolf-Werner
@Dirk
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Da machst du mich wirklich neugierig, ich denke, ich werde mal ein paar bestellen und meine eigenen Erfahrungen machen... Ich weiß nur immer gern vorher so ungefähr, wohin die Reise geht, und dein Tipp mit der 1 Blende ist gut, werd ich mal testen.
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Das einzige Problem ist, dass man im Urlaub nie genau vorhersagen kann, wann man auf Motive trifft, wo es einem wichtig ist, dass alles stimmt. Deshalb muss man dann im "Notfall" mit dem Film auskommen, den man gerade in der Kamera hat. Wenn ich dann ein paar grundsätzliche Hinweise im Kopf habe, kann ich besser reagieren, als wenn ich von jedem Bild erst eine Belichtungsreihe machen muss, nur um sicher zu gehen, dass hinterher auch 1 brauchbares Negativ dabei ist...
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Rolf
Rolf-Werner
Und nochmal eine Frage an alle hier, die Erfahrung damit gesammelt haben: Was würde denn rauskommen, wenn man nach Packungsaufdruck belichtet und Standardentwicklung macht (8 Minuten in D76 oder sowas)?
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Wenn die Foma-Filme eher 1 Blende schwächer sind, müssten die Lichter eher noch richtig kommen und die Schatten zulaufen. Meine Beobachtung beim FP4+ war, dass er genau im Mittel liegt, also etwas lustlos oder zu mittenbetont, wenn keine großen Kontraste im Motiv sind, und eher zu bissig, wenn man bei starken Kontrasten noch mit Filtern nachhilft.
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Trifft es das?
TR
Hallo,
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Was würde denn rauskommen, wenn man nach Packungsaufdruck belichtet
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Wie belichtest du denn? Misst du eine Graukarte an bzw. nimmst du eine Lichtmessung mittels Kalotte im Schatten vor oder nutzt du einfach eine Objektmessung mit dem in der Kamera eingebauten Belichtungsmesser? Die Messergebnisse werden sich meist
unterscheiden.
Ich vermute, viele belichten Ihre Filme unter und wissen es gar nicht. Die Bilder wirken dann oft etwas
schwer, da zu wenig Schattenzeichnung vorhanden ist und die Miteltöne
düster sind.
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und Standardentwicklung macht (8 Minuten in D76 oder sowas)?
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Dann hättest du auf einen bestimmten Kontrast hin entwickelt. Ob dieser Kontrast nun für
deinen persönlichen Positivprozess günstig ist, musst du selbst herausfinden. Ich selbst arbeite im Labor zumeist via "Splitgrade" und hier sind mir harte Negative lieber. Wirst du aber lediglich Scannen, wirst du mehr Freude an eher weichen Negativen haben.
Rolf-Werner
Hallo Thomas,
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wenn ich die Rolleiflex nehme, verlasse ich mich meistens auf den eingebauten Belichtungsmesser, zumindest wenn es schnell gehen muss.
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Ansonsten hab ich noch einen Handbelichtungsmesser - aber keinen Spotmesser - der auch gute Dienste leistet. Der kommt auch bei der Zeiss Ikon zum Einsatz, weil deren eingebauter Belichtungsmesser klemmt.
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Also - um es mal ehrlich zu sagen: Auf eine Blende mehr oder weniger achte ich da nicht, wenn es schnell gehen muss, denn den Rest kann man auch beim Ausbelichten machen. Außer wenn ich ein bisschen Muße habe, mit dem Motiv zu kämpfen. Dann nehm ich mir den Handbelichtungsmesser und mache mir ein paar Gedanken zu den Zonen und der ungefähren Wirkung, die das Bild entfalten soll. Das geht aber zur Not überschlägig auch mit dem eingebauten Belichtungsmesser, man muss nur die verschiedenen Werte zu einem Gesamtbild zusammennehmen. Man braucht dann aber einen Grundwert, die Empfindlichkeit des Films, auf die man belichtet, und man muss eine Ahnung davon haben, wie der Film generell reagiert.
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Als ich noch viel mit der Doppel-8-Bolex unterwegs war, hab ich auch einen kurzen Film zum Testen genommen und verschiedene Belichtungszeiten bzw. Blenden durchprobiert, um zu sehen, wie der Film reagiert. Mehr als 7 Zonen hab ich da nie hingekriegt, darunter und darüber war meist Schluss. Man muss nur wissen, WO genau. Darum meine Frage nach den Foma-Filmen. Ich weiß also jetzt, dass ich über Zone 7 (so ungefähr) aufpassen muss, wenn ich darauf Wert lege. Kommt eben auf das Motiv an... So ausgefressene Lichter können auch "frisch" wirken, wenn es zum Motiv passt. Ich würde gern mal mit den Foma-Filmen experimentieren, aber ich wollte schon mal wissen, worauf ich ungefähr achten muss.
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Den Adox Ultra 400, den ich erwähnte, hab ich z. B. mit dem Handbelichtungsmesser in der Zeiss Ikon gehabt und - weil das der Tipp hier im Forum war - mit 250 ASA ausgemessen. Die Negative sind erheblich dichter als die von den anderen Filmen (ich hab verschiedene Sorten probiert, aber alle sonst auf Packungsaufdruck belichtet). Aber sie lassen sich gut entwickeln, die Schatten sind auch gut durchgezeichnet, das bestätigt deine Angabe. Leider war an dem Tag das Wetter gerade umgeschlagen, es zogen Wolken auf, und es gab keine harten Schatten mehr. Das Licht wurde diesig und flau, und obwohl ich mit einem Orange-Filter nachgeholfen habe, sind die Bilder insgesamt mehr in den Mitten betont. Man könnte auch sagen: etwas flau.
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Noch eine Frage: was ist "Splitgrade"? Und: ja, ich brauche die Negative zum Abziehen, nicht zum Scannen. Und härtere Negative mag ich lieber :)
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Rolf
AntiLynd
Ich vermute, viele belichten Ihre Filme unter und wissen es gar nicht.
Der Vollständigkeit halber: viele belichten ihre Filme unter und wissen sehr genau, was sie tun -- weshalb sie denn auch die Entwicklung entsprechend anpassen. „Belichte knapp, entwickle reichlich“, wusste schon der alte Beutler.
Tandemfahren
So einen Spruch als allgemein gültig hinzustellen, ist schon fahrlässig.
"Kenne dein Material und steuere Belichtung und Entwicklung so, dass es zur beabsichtigten Wirkung führt" hört sich zwar nicht richtig griffig an, ist aber dafür nicht falsch.
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Klar kann man das machen, ist aber dann eben auf einen bestimmten Look mit toten Schatten und ggf. ausgefressenen Lichtern (je nach Objektkontrast, Material und Entwicklung) festgelegt.
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Frank
AntiLynd
von allgemein gültig hast jetzt Du gesprochen. Mir ging es darum, das m.E. viel zu pauschale Mantra „wer auf Nennempfindlichkeit belichtet, belichtet viel zu knapp“ etwas zu ergänzen um eine abweichende Meinung. Der oben zitierte ist *ein* Ansatz unter vielen denkbaren (und macht, wie jeder Ansatz, auch nicht unter allen Bedingungen Sinn).
Tandemfahren
Na dann verstehen wir uns ja bestens. Habs nur klargestellt, weil es so rüberkommen könnte, so wie's dasteht.
Na und weil eben doch anscheinend viele zu knapp belichten und überentwickeln, weils halt so auf der Schachtel steht, und Zeiten hab ich von Diddschiddltruh, das muss ja dann stimmen? Deswegen heißt's doch Truh?
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beste Frankgrüße