bernhardmangelsgmxde
wie man hier (
http://www.japancamerahunter.com/2014/06/film-news-adox-interview/#more-15655) lesen kann, erwägt die EU wohl ein Verbot von Hydrochinon, und unser Gastgeber äußert die Ansicht, dies käme einem allgemeinen Ende der analogen Fotografie gleich. Mir persönlich würde es auch nicht gefallen, und ich sähe es v.a. als übertriebene Gängelung an... aber wäre das wirklich das Ende der analogen Fotografie? In Entwicklern ist es ja mittlerweile eigentlich gut substituierbar. Ob ich jetzt A49 und Neutol oder einem Xtol und (wiederaufgelegtem) Neutol Plus arbeite macht eigentlich nicht so einen großen Unterschied, oder?
MirkoBoeddecker
Hydrochinon ist in fast allem. In Filmen und Fotopapieren als Stabilisator und in den Entwicklern als eigentlicher aktiver Entwickler.
Isoascorbatentwickler oder Caffenol funktionieren nur in Verbindung mit dem bereits in den Emulsionen eingelagerten Hydrochinon.
Phenidon ohne Hydrochinon würde zwar noch entwickeln aber wir wären sehr, sehr eingeschränkt was die Wirkungsweisen der Entwickler betrifft.
Dimezone wird meistens auch in Kombination mit Hydrochinon eingesetzt.
Der Verlust wäre sehr, sehr schmerzhaft und ich kann mir nicht vorstellen, dass nach diesem Schritt in der EU noch fotografische Produkte hergestellt werden können. Der "impact" wäre zu schmerzhaft. Es wäre in etwa so wie wenn man der Autoindustrie verbietet jegliche Fette oder Öle einzusetzen.
Außerdem ist das Problem, dass es den Damen und Herren in Finnland ja um das Verbieten per se geht.
Diese EU Institution "lebt" davon Stoffe zu verbieten. Da alles wirklich gefährliche längst verboten ist stehen sie vor der Frage ob sie sich auflösen oder mit immer fadenscheinigeren Begründungen den Kreis der Stoffe immer weiter ausweiten sollen. Na was denkt ihr wohl macht ein gut bezahlter EU-Beamter?
Wenn sie mit dem Hydrochinon gute Erfahrungen machen hindert sie nichts daran als nächstes Dimezone und Phenidon aufs Korn zu nehmen.
Im Moment weiß ich auch nicht so genau wie der Stand der Dinge ist. Das letzte was ich in Erfahrung bringen konnte war, dass man in der Prüfung des Verbotes sei.
Die Betroffenen sind natürlich alarmiert aber wir sind schwach und die EU ist leider sehr willkürlich und undemokratisch.
Mit der Glühlampenindustrie war man auch nicht gerade zimperlich.
Viele Grüße,
Mirko
AchimBauer
Hallo Mirko,
Bei den Glühlampen war es anders, da war sie Industrie glücklich über das Verbot, denn mit den Energiespardingern konnte man mehr Geld machen als mit den alten Funseln, und die wurden nicht wegen der Gefährlichkeit verboten denn das neue Zeugs ist wesentlich giftiger.
Man sollte deshalb versuchen vernünftig mit den Leuten von der EU reden als Panik zu machen.
€
Gruß Achim
MirkoBoeddecker
Man sollte deshalb versuchen vernünftig mit den Leuten von der EU reden
?
Ja sicher, haben wir ja versucht aber es gibt keinen Ansprechpartner wenn man nicht selber im europäischen Parlament sitzt.
Mann "müsse nicht" mit uns als Betroffenem reden- heisst es.
So kann jetzt jeder versuchen entweder über seinen EU-Abgeordneten eine Antwort zu bekommen oder sich ins Parlament wählen lassen :-)
Als Panikmache würde ich das in Anbetracht der möglichen Auswirkungen auch nicht bezeichnen. Fakt ist, dass der Verbotsprozess bereits läuft!
Man könnte eher von drohendem Verschlafen der Dinge sprechen...
In dem Interview wurde gefragt welche
eine Sache ich mir derzeit wünschen würde die uns allen hilft. Die Antwort war, dass die Dinge zu komplex sind um sie auf eine Sache zu reduzieren aber wenn es eine Sache sein soll dann ist diese hier m.E. derzeit die wichtigste. Und da der Interviewer aus Brüssel kam, dachte ich mir es kann nicht schaden das mal ein wenig in die Öffentlichkeit zu tragen. Vielleicht ist ja zufällig jemand begeisterter Analoger und sitzt im EU Parlament. Dann hätten wir schonmal einen Fuß in der Tür.
?
Viele Grüße,
?
Mirko
TiMo
Uiuiuiuiui....das ist gar nicht gut.
Folgt man dem Glühlampenexempel, weiß man, dass solche Behörden unberechenbar sind und eine Herangehensweise mit Logik und Verstand nur dazu führt, dass man seinen Kopf gegen die Wand schlagen will ob so viel Schildbürgertum.
?
Wenn man nun noch davon ausgeht, dass die Analoglobby kaum vorhanden sein dürfte, bzw. die Industrie nicht gerade mit Geld um sich werfen kann (man kann bekanntlich Gesetze kaufen), ist das eine wirklich bedrohliche Situation. Die größte Bedrohung für die Analogindustrie von einer Seite, mit der ich nicht gerechnet hätte.
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Deutschland ist ja in der Chemieproduktion recht stark. Jetzt kann man nur hoffen, dass die verbotsgefährdeten Stoffe auch für andere Produkte sehr wichtig sind, so dass die lobbystarke Chemieindustrie (wir erinnern uns: mit Geld kann man Gesetze kaufen) einem Verbot entgegenwirkt.
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Timgruss
Wolfgg
Hydrochinon ist auch ein Arzneimittel, die Hersteller dort wären auch betroffen, z.B:
?
http://www.arzneimittel.de/hydrochinon-alpha-t-trinkampullen-4373614
?
Ohne Hydrochinon kann man knackige Kontraste vergessen oder müsste Ersatzstoffe erfinden, nur wer macht das noch?
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Grüß Wolfgang
u_d
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Man sollte deshalb versuchen vernünftig mit den Leuten von der EU reden
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Ja sicher, haben wir ja versucht aber es gibt keinen Ansprechpartner wenn man nicht selber im europäischen Parlament sitzt.
Mann "müsse nicht" mit uns als Betroffenem reden- heisst es.
So kann jetzt jeder versuchen entweder über seinen EU-Abgeordneten eine Antwort zu bekommen oder sich ins Parlament wählen lassen :-)
Als Panikmache würde ich das in Anbetracht der möglichen Auswirkungen auch nicht bezeichnen. Fakt ist, dass der Verbotsprozess bereits läuft!
Man könnte eher von drohendem Verschlafen der Dinge sprechen...
In dem Interview wurde gefragt welche
eine Sache ich mir derzeit wünschen würde die uns allen hilft. Die Antwort war, dass die Dinge zu komplex sind um sie auf eine Sache zu reduzieren aber wenn es eine Sache sein soll dann ist diese hier m.E. derzeit die wichtigste. Und da der Interviewer aus Brüssel kam, dachte ich mir es kann nicht schaden das mal ein wenig in die Öffentlichkeit zu tragen. Vielleicht ist ja zufällig jemand begeisterter Analoger und sitzt im EU Parlament. Dann hätten wir schonmal einen Fuß in der Tür.
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Viele Grüße,
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Mirko
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Wenn man sich an seine/n Abgeordnete/n wenden will muss man in der Sache irgendwie auf eine entsprechende Vorlage Bezug nehmen können. Hast Du da eine Referenz?
bernhardmangelsgmxde
SW-Fotografie ist doch Kultur, kann man nicht einfach so verbieten. Vielleicht mal bei Harman anklopfen... die wären wohl genauso betroffen, sind größer (immerhin 400 Arbeitsplätze) und leben im EU-kritischeren Land.
rmrts
Wenn man sich an seine/n Abgeordnete/n wenden will muss man in der Sache irgendwie auf eine entsprechende Vorlage Bezug nehmen können. Hast Du da eine Referenz?
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?
Nach
diesem Dokument, welches die Evaluierung bis 2014 beinhaltet ist Italien für die
Evalutaion von Hydrochinon zuständig (pdf-Seite 5).
Dort stehen die Kontaktdaten
bzw:
hier die Daten aus der Datenbank
(
http://echa.europa.eu/information-on-chemicals/evaluation/community-rolling-action-plan/corap-table/-/substance/1519/search/123-31-9/term )
Mehr habe ich nicht gefunden.
Federführend scheint
die "European Chemicals Agency" zu sein. Von da habe ich auch die Infos.
http://echa.europa.eu/
Vielleicht hilft das ja weiter.
Grüße
Reinhold
?
Wolfgg
Da wären jetzt auch die internen Kenntnisse des Chemikers Franz von Interesse, der sich in letzter Zeit hier leider recht rar gemacht hat. Es geht letztendlich wohl um die Ausweitung von REACH:
http://www.reach-info.de/
€
Nachtrag: dann werden die Verbotsheinis bald auch weitere Phenolverbindungen wie die Pyrosubstanzen Pyrogallol und Brenzcatechin im Visier haben.
Grüße Wolfgang
u_d
€
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Wenn man sich an seine/n Abgeordnete/n wenden will muss man in der Sache irgendwie auf eine entsprechende Vorlage Bezug nehmen können. Hast Du da eine Referenz?
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</blockquote>
Letztlich wird das ja noch schlimmer. Wie aus diesem Dokument
http://echa.europa.eu/documents/10162/13628/corap_list_2014-2016_en.pdf? hervorgeht, wird derzeit auch Silber untersucht -- allerdings in Form von Nanopartikeln, soweit ich das verstanden habe.
Jetzt mal ernsthaft. Im Hinblick auf die "Initial Concerns" kann ich mir vorstellen, dass sie uns als Endverbraucher vor Hydrochinon schützen wollen. Z.B. in Form von Entwickler, in dem wir mit unseren Fingern rumpanschen. Das muss aber nicht bedeuten, dass das damit, gebunden in den Emulsionen, vollständig aus dem Rennen ist.
Nach
diesem Dokument, welches die Evaluierung bis 2014 beinhaltet ist Italien für die
Evalutaion von Hydrochinon zuständig (pdf-Seite 5).
Dort stehen die Kontaktdaten
bzw:
hier die Daten aus der Datenbank
(
http://echa.europa.eu/information-on-chemicals/evaluation/community-rolling-action-plan/corap-table/-/substance/1519/search/123-31-9/term )
€
Mehr habe ich nicht gefunden.
Federführend scheint
die "European Chemicals Agency" zu sein. Von da habe ich auch die Infos.
http://echa.europa.eu/
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Vielleicht hilft das ja weiter.
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Grüße
Reinhold
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u_d
Da wären jetzt auch die internen Kenntnisse des Chemikers Franz von Interesse, der sich in letzter Zeit hier leider recht rar gemacht hat. Es geht letztendlich wohl um die Ausweitung von REACH:
http://www.reach-info.de/
€
Nachtrag: dann werden die Verbotsheinis bald auch weitere Phenolverbindungen wie die Pyrosubstanzen Pyrogallol und Brenzcatechin im Visier haben.
Grüße Wolfgang
Wenn ich das richtig verstanden hab, muss eine Stoffbewertung innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung der aktualisierten CoRAP-Liste abgeschlossen sein. Danach müssten die Ergebnisse der Italiener eigentlich vorliegen. Denn deren Prüfauftrag läuft seit 2012.
MirkoBoeddecker
Eine große Bitte: Nicht dass jetzt alle in Italien bei Dr. Attias anfragen. Er ist der einzige, der ab und zu durch die Blume Hinweise gibt ;-)
Den sollten wir uns nicht vergraulen.
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Viele Grüße,
?
Mirko
MarcusKaufhold
Ich kenne diesen Euroschwachsinn leider auch aus einer völlig anderen Ecke (Fliegerei). Wenn so etwas erstmal in eine Verordnung, oder in ein Gesetz gegossen ist wird es sehr schwer.
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Besser wäre es, jetzt schon zu reagieren. Also: Webseite, Facebook, Briefe an Abgeordnete, etc. pp.
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Leider ist das Arbeit.
?
Was ich nicht verstehe: Betrifft das die Hersteller von Röntgenfilmen und Mikrofilmen auch. Es wird doch jetzt nicht jede Tierarztpraxis auf Digitales Röntgen umstellen? Oder die Archive den Wahnsinn begehen, alles nur noch auf Festplatten zu speichern (längerfristig unsicher).
Irgendwie haben die Eurokraten nur Hautcremes im Visier - und ahnen gar nicht, dass die analoge Fotografie davon betroffen ist?
Seltsam.
TiMo
Ich schlage vor, wir warten einfach mal ab. Die Leute, die zuerst was ausrichten koennen, sind sicher alarmiert und wenn wir taetig werden koennen, wird Mirko uns das sicher wissen lassen.
WolfgangF
Neben dem medizinischen Bereich, Röntgen, wäre auch das Militär betroffen, Luftbildauswertung.
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Das lässt doch hoffen, oder?
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Gruß Wolfgang
KlausWehner
Hydrochinon ist ein Derivat des Phenol.
Die Phenole sind tatsächlich eine problematische Stoffgruppe (Umwelt, Gesundheit).
Leider sind fast alle Entwicklersubstanzen Phenolderivate.
€
Daß es jetzt zunächst das Hydrochinon trifft, ist wahrscheinlich eine Frage der weltweit hergestellten Mengen.
Andere Entwicklersubstanzen sind ähnlich problematisch (oder problematischer) zu bewerten wie das Hydrochinon.
Das trifft insbesondere für die Klasse der Farbentwickler zu.
€
Eine Negativ-Entwicklung ohne Hydrochinon ist denkbar - aber doch nur mit Einschränkungen.
Eventuell müssen die Rezepturen der Emulsionen auf die neuen Entwickler umgestellt werden.
€
Ich will damit etwas zur Beruhigung beitragen.
Ein Verbot des Hydrochinons wäre nicht zwangsläufig ein Aus für die analoge Fotografie.
€
Genauso eindeutig möchte ich aber auch klarstellen, daß nichts unversucht bleiben sollte ein Verbot zu verhindern.
Die analogen Fotografen benötigen unbedingt eine Lobby.
€
Mit dem fineartforum Paderborn habe ich versucht einen Schritt zu gehen um die analoge Fotografie gemeinsam wieder zurück in die Gesellschaft zu bringen.
(Beim letzten fineartforum gab es ein Podiumsgespräch zu dem Thema: Was kann zum Erhalt der analogen SW Fotografie getan werden.
Es wurden eine ganze Anzahl von konkreten Möglichkeiten gefunden diesem Ziel näher zu kommen).
€
Ich glaube, daß man mit solchen Initiativen wirklich etwas bewegen kann.
Ich glaube, daß wir gemeinsam etwas bewirken können. (Leider bin ich in solchen administrativen Angelegenheiten kein Experte).
Meine Erfahrung zeigt aber, daß es in einer starken und aktiven Gruppe immer Experten für alle möglichen Spezial Themen gibt.
€
Es liegt in unserer Hand.
Es bedarf unseres gemeinsamen Einsatzes.
€
Herzliche Grüße aus Paderborn
Klaus
MirkoBoeddecker
Hallo Klaus,
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Eventuell müssen die Rezepturen der Emulsionen auf die neuen Entwickler umgestellt werden.
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?
Eben!
Die Kosten für eine Emulsionsrezeptumstellung sind mit den Erträgen aus der Herstellung nicht zu decken. Wir reden hier nicht über ein paar tausend EUR, das kann schnell in die Millionen gehen.
Betriebe in der EU müssten dann jetzt diese Kosten tragen, könnten sie aber nicht durch Preiserhöhungen wieder einspielen, denn sie stehen ja im Wettbewerb zu den Betrieben welche nicht in der EU angesiedelt sind und diese Kosten nicht zu tragen haben. Also bekämen die außerhalb der EU angesiedelten Betriebe einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Gewichtet mit dem Gesamt-Zustand der Industrie und des Marktes wäre die zu erwartende Konsequenz, dass sämtliche Herstellung aus der EU verlagert wird.
Das wird dann aber nur für diejenigen Märkte gemacht werden wo man noch Chancen sieht (Röntgen, Luftaufklärung, Strahlenschutz, NDT).
Ich kann mich aber natürlich irren.
Man könnte auch Papiere herstellen die nur 6 Monate haltbar sind. Damit wäre der Umwelt dann sehr geholfen. Genau wie beim Borax wo ein paar Gramm unbedingt weg mussten mit der Konsequenz dass die wesentlich schlechteren Alternativen jetzt zum Umkippen von tausenden Tonnen Fotochemie in der EU führen werden mit den entsprechenden Konsequenzen in der Entsorgung.
?
Nein, das wichtigste ist jetzt dieses Verbot zu verhindern. Über die Folgen möchte man lieber nicht nachdenken.
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Diese ganze Verbieterei der EU schadet mehr als sie nutzt und ich bleibe bei meinem Verdacht, dass die Gründe niederer Natur sind und das Gutmenschentum nur vorgeschoben wird.
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Viele Grüße,
?
Mirko
KlausWehner
Mirko, wir sind uns doch völlig einig!
Ein Verbot muss verhindert werden.
Auch der Umkehrprozess nach Wehner würde ohne Hydrochinon nicht funktionieren – das ist doch klar.
€
Was ich dazu an Beitrag leisten kann, ein potentielles Verbot zu verhindern, werde ich gerne leisten.
€
Herzliche Grüße
Klaus
CPD
Oooch! Anderswo sieht man das natürlich gaaanz entspannt:
€
http://www.aphog.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=30373
€
Nicht ohne, zumindest zwischen den Zeilen, mit Verdächtigungen zu operieren.
€
Ciao!