gerich
Hallo,
ich hätte das MCC gerne in den hellen Tönen leicht wärmer. Hat jemand schon das Ansco 130 Rezept (Metol, Hydrochinon, Glycin) Rezept mit diesem Entwickler getestet?
Rezept:
Water (125 degrees F) . . . . . . . . . . . . . 750 ml
Metol . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.2 g
Sodium Sulfite (Anhydrous) . . . . . . . . . 50 g
Hydroquinone . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 g
Sodium Carbonate (Monohydrate) . . . . . 78 g
Potassium Bromide . . . . . . . . . . . . . . . . 5.5 g
Glycin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 g
Cold Water to make . . . . . . . . . . . . . . . . 1 liter
Use undiluted for high contrast. Dilute 1:1 for normal work. Produces neutral tones on bromide papers.
Nachdem ich kein Glycin habe und ich es in Deutschland auch kaum finden kann bzw. es in kleinen Mengen sehr teuer ist, habe ich folgenden Syntheseweg gefunden: 3g P-Aminophenol + 2,6g Monochloressigsäure + 4g Natriumacetat in wässriger Lsg. verrühren, den Niederschlag dekantieren und auskristallisieren lassen. Das soll dann Glycin sein. Ich habe die Mengenverhältnisse noch nicht durchgerechnet, nehme aber an, dass sie äquimolar sind.
Weiße jemand, wo man P-Aminophenol und Monochloressigsäure günstig beziehen kann (Mengen ca. 500g)?
jochen53
Hallo,
im VWR (Merck) Katalog kosten 1 kg Chloressigsäure z. Synthese (Art.-Nr. 800412.1000) 25,70 €. 1 kg 4-Aminophenol z. Synthese (Art.-Nr. 800421.1000) kosten 73,20 €, 250 g (800421.0250) 22,30 €. 1 kg Natriumacetat wasserfrei, z. Analyse (Art.-Nr. 106268.1000) kostet 60,50 €, 250 g 23 € (106268.0250).
€
Wenn Du kein gewerblicher Kunde mit Sachkunde bist, sondern Privatmann bist, wirst Du die Chemikalien aber nicht bekommen. Du müsstest jemanden aus der Chemie oder einen Apotheker kennen, der es Dir bestellt. Aus 4-Aminophenol wird z.B. das Arzneimittel Paracetamol hergestellt.
Darf ich fragen, woher die Synthesevorschrift stammt, sie kommt mir sehr rudimentär vor.
gerich
Danke,
VWR hab ich mittlerweile entdeckt, sie haben einen Mindestbestellwert von 100 € , bei Fisher Scientific ist es etwas billiger, ich muss erst auf die Bestätigungsmail der Anmeldung warten um zu sehen, ob sie auch eine Mindestbestellmenge haben. Ich habe eine Firma angemeldet und schon hin und wieder bei Chemiehändlern bestellt.
?
Die Synthese habe ich vor längerer Zeit in einem älteren Buch gefunden. Die Kopie ist im Labor, den Titel und die komplette Vorschrift werde ich einstellen, wenn ich wieder heimkomme. Gibt es eine aktuellere Synthesevorschrift?
Gast
http://www.moersch-photochemie.de/content/rohchemie
€
Habe schon oft bei Suvatlar bestellt, immer ohne Probleme.
Die haben Glycin-Photo in 25g Mengen.
€
Grüße
Wolfgang
gerich
Danke für den Tip aber das meinte ich mit "in kleinen Mengen sehr teuer" 31,54 EUR für 25g. Im Liter Arbeitslösung des Ansco 130 sind 5,5g Glycin, macht 6,69 EUR nur fürs Glycin, der Rest ist preislich vernachlässigbar. In Amerika kostet das Pfund etwa 79$. Sollte die Synthese wirklich so einfach sein, wie in dem alten Text beschrieben, wäre es selbst noch viel günstiger herzustellen. Hier der Wortlaut. Die genaue Quellenangaben habe ich leider nicht auf der Kopie notiert:
?
Titel: Asymtrische Quinquevalente Stickstoffverbindungen III. S. 551 f.
?
Versuche zur Herstellung asymmetrischer quinquevalenter Stickstoffverbindungen. Teil III. Hydroxyphenylglicin.
Von (dem verstorbenen) Raphael Meldola, Henry Stennett Foster und Rainald Brightman.
?
S. 552 Abs. 2 Experimental
?
p-Hydroxyphenylglicin
?
Vater (J. pr. Chem., 1884,(ii), 29, 286) erhielt die Verbindung durch Verdauung eines molekularen Anteils von Monochloroessigsäure mit zwei molekularen Anteilen von p-Aminophenol und 20 Teilen Wasser. Wir fanden, dass ein besserer Ertrag erzielt wurde, indem molekulare Anteile von p-Aminophenol (3 gr), Monochloroessigsäure (2,6 gr.) und Natriumacetat (4 gr.) in wässriger Lösung verwendet wurden. Der rosa Feststoff, der sich absonderte, wurde gesammelt und aus Wasser kristallisiert, aus dem er sich nur beim Rühren in einer etwas flockigen Form absonderte. (Gefunden, N=8,42. Calc., N= 8,39 Prozent.)
....
?
Am Ende des Absatzes steht: Finbury Technical College (Erhalten, 25. April 1917.)
?
Mir ist noch nicht klar, was N=8,42 bzw N=8,39 Prozent bedeutet.
?
Schönen Abend
jochen53
Hallo,
vielen herzlichen Dank für die Synthesevorschrift. Gerade weil sie von 1884 ist, kann man davon ausgehen, dass sie funktioniert, die damaligen Chemiker waren nämlich noch "gute Handwerker". Das mit dem N=8,42... hat folgende Bewandtnis: Damals konnte man eine synthetisierte Verbindung noch nicht mit heute üblichen spektroskopischen und chromatographischen Methoden charakterisieren und auf ihre Reinheit untersuchen. Man hat daher eine sog. Elementaranalyse durchgeführt, in diesem Fall höchstwahrscheinlich eine Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl. Der erste Wert ist der auf Basis der Summenformel berechnete theoretische Stickstoffgehalt, der zweite der an der synthetisierten Substanz bestimmte. Die Abweichung von nur 0,03 % zeigt, dass die Identität der Substanz gegeben ist, der Summenformel entspricht und die Reinheit sehr gut ist.
gerich
Bei einem molekularen Verhältnis und Verwendung wasserfreien Natriumacetates müsste das Mengenverhältnis meiner Rechnung nach so aussehen: P-Aminophenol C6H7NO 3g + Chloressigsäure C2H2ClO2 sicc. 2,6g + Natriumacetat C2H3NaO2 sicc. 2,255g
Molekulargewichte:
p-Aminophenol: 109,125
Chloressigsäure: 94,50
Natriumacetat sicc: 82,03, 3-hydrat: 136,08
Die Reaktionsgleichung bringe ich noch nicht ganz zusammen. Beim NH2 Radikal des p-Aminophenols fällt ein Wasserstoff weg, bei der Chloressigsäure das Chlor, der Rest bindet an den Stickstoff und im Wasser schwimmen je ein Cl- und H3O+ Ion, also Salzsäure. Nachdem die Löslichkeit von Glycin in neutralem und saurem Wasser gering ist, fällt es aus. Soweit scheine ich es verstanden zu haben. Warum Vater 2 Teile p-Aminophenol mit einem Teil Chloressigsäure umsetzt nicht.
Auch die Reaktion mit dem zusätzlichen Natriumacetat habe ich nicht verstanden, außer, dass sich dann u.a. dissoziiertes NaCl in der Lösung befindet.
Hier die Quellenangabe des Bandes, er ist zum Runterladen im Internet allerdings nur mit Zugangsberechtigung. Kann sein, dass ich mich damals mit der Berechtigung der lokalen Unibibliothek eingeloggt hatte
Volume 111, 1917
Journal of the Chemical Society, Transactions was published from 1878 - 1925.
jochen53
Hallo,
ich hätte da noch ein Rezept für einen Warmtonentwickler ohne Foto-Glycin:
€
[size=-1][color=#000000]In Foto & Labor gab es 1996 folgendes Rezept für Neutol WA [/color]
[/size]
[color=#000000][size=medium]Neutol WA F&L [/color]
[/size]
[size=-1][color=#000000]Achtung: Rezeptur für 1000 ccm Konzentrat!
Wasser (50 °C) ??????????????????????????????????????????????? 300 ccm
EDTANa<sub>4</sub> ???????????????????????????????????????????????????????? 10 g
Kaliumsulfitlösung (45%) ?? ?????????????? ?????????????? 50 ccm
Hydrochinon ??????????????????????????????????????????????????? 45 g
Phenidon ????????????????????????????????????????????????????????? 1,5 g
Kaliumsulfitlösung (45%) ????????????????? ?????????????? 450 ccm
Kaliumcarbonat ????????????????? ?????????????? ?????????????? 45 g
Kaliumhydroxid ????????????????? ?????????????? ?????????????? 15 g
Kaliumbromid ????????????????????????????????????????????????? 10 g
Wasser auf: ???????????????????????????????????????????????????? 1000 ccm [/color]
[/size]
€
[size=-1][color=#000000]pH-Wert (bei 1+9) 10,70–10,90, Verdünnung für den Gebrauch: 1+7 bis 1+14.
Die Kaliumsulfitlösung (45% w/w) wird auf zweimal zugegeben, damit die Entwicklersubstanzen geschützt sind und sich zügig lösen. Die Konzentration in Vol.-% (m/V) ist 65 %.
Entwicklungszeit 1–1,5 min.
Das Konzentrat ist in Glasflaschen gefüllt mehrere Jahre haltbar.
Quelle: Foto & Labor, 3/ 1996, Seite 17[/color]
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gerich
Vielen Dank für das Entwicklerrezept! Ich kann es allerdings nicht schnell mal ausprobieren, weil ich kein Kaliumcarbonat, Kaliumsulfit und KOH habe. Meine Erfahrung mit Entwicklerkonzentraten, die auch Ätzkali enthalten (Eukobrom) war bisher, dass sie am Anfang in der Schale hohe Enddichten erreichen und im Falle von Eukobrom mit Warmtonpapieren auch annähernd neutrale Bildtöne erreichbar waren, dies sich im Laufe der Ausnutzung aber schnell geändert hat: Der Bildton wurde wieder wärmer, die Dichte und der Kontrast ließen nach. Da sind Carbonatentwickler viel konstanter und langlebiger, deshalb hab ich alles nur als Natriumsalz.
So scheint mir die Reaktion zu laufen:
C6H7NO (p-aminophenol) + C2H3ClO2 (Cloressigsäure) + C2H3NaO2 (Natriumacetat) = C8H9NO3 (Glycin) + CH3COOH (Essigsäure) + NaCl
Ich weiß nicht, ob der Syntheseweg von wasserfreiem Natriumacetat ausgeht oder von Trihydrat. Kann es sein, dass 1917 das Trihydrat wahrscheinlicher ist und ich dies, wie in meinem vorherigen post auf wasserfreies umrechnen muss? Bei Natriumacetatüberschuss würde sich ja ein Puffer mit der entstehenden Essigsäure bilden, könnte das in dem Rezept beabsichtigt sein?
Gast
Ich erinnere mich dunkel irgendwo im Netz mal gelesen zu haben, Moersch Sepia Entwickler enthalte Glycin und sei eine Variation des Ansco 130.
Frag doch mal bei Herrn Moersch nach, der antwortet eigentlich immer auf E-Mails.
€
<a>wolfgang@moersch-photochemie.de</a>
€
Grüße
Wolfgang
sputnik
Hallo,
ich hätte da noch ein Rezept für einen Warmtonentwickler ohne Foto-Glycin:
€
[size=-1][color=#000000]In Foto & Labor gab es 1996 folgendes Rezept für Neutol WA [/color]
[/size]
[color=#000000][size=medium]Neutol WA F&L [/color]
[/size]
[size=-1][color=#000000]Achtung: Rezeptur für 1000 ccm Konzentrat!
Wasser (50 °C) – 300 ccm
EDTANa<sub>4</sub> – 10 g
Kaliumsulfitlösung (45%) – 50 ccm
Hydrochinon – 45 g
Phenidon – 1,5 g
Kaliumsulfitlösung (45%) – 450 ccm
Kaliumcarbonat – 45 g
Kaliumhydroxid – 15 g
Kaliumbromid – 10 g
Wasser auf: – 1000 ccm [/color]
[/size]
€
[size=-1][color=#000000]pH-Wert (bei 1+9) 10,70–10,90, Verdünnung für den Gebrauch: 1+7 bis 1+14.
Die Kaliumsulfitlösung (45% w/w) wird auf zweimal zugegeben, damit die Entwicklersubstanzen geschützt sind und sich zügig lösen. Die Konzentration in Vol.-% (m/V) ist 65 %.
Entwicklungszeit 1–1,5 min.
Das Konzentrat ist in Glasflaschen gefüllt mehrere Jahre haltbar.
Quelle: Foto & Labor, 3/ 1996, Seite 17[/color]
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€
Ähm, warum sollte man mit viel Aufwand etwas zusammenbrauen, was es seit jeher überall fertig konfektioniert zu kaufen gibt?
Richtig warm bekommt man das MCC übrigens eh nicht.
Nimm einfach Fomatone.
Ist für echte Warmtone Fans die bessere Wahl.
gerich
<p style="margin-left:3cm;">Hier habe ich eine Umsetzung von p-Aminophenol und Essigsäureanhydrid (Eisessig) zu Paracetamol (4-Acetylaminophenol) gefunden. Nachdem das Foto Glycin dem Paracetamol ähnelt, auch aus P-Aminophenol hergestellt wird (allerdings mit Monochloressigsäure und Natriumacetat), könnte das Vorgehen ähnlich sein, wie unten geschildert, besonders was das Erhitzen, Füllen, abfiltrieren und Umkristallisieren betrifft.
<p style="margin-left:3cm;">?
<p style="margin-left:3cm;">10.9 g p-Aminophenol (0.1 mol) werden in 15 ml Wasser suspendiert. Unter intensivem Rühren gibt man 12 ml (13 g, 0.125 mol) Essigsäureanhydrid hinzu, dabei löst sich das p-Aminophenol auf. Anschließend wird 10 Minuten auf
80-90°C erwärmt. Beim Abkühlen des Gemischs im Eisbad kristallisiert das Reaktionsprodukt aus. Die kristalline Masse wird abgenutscht und mit 50 ml Eiswasser gewaschen. Anschließend wird mit Aktivkohle entfärbt und umkristallisiert. Zu diesem Zweck löst man das Produkt in 80 ml siedendem Wasser, gibt 1 Kaffeelöffel Aktivkohle dazu und rührt ca. eine Minute. Danach wird die Suspension heiß abfiltriert und das Filtrat in Eiswasser abgekühlt. Nach dem Erkalten können die erhaltenen Kristalle abgenutscht und nach dem Trocknen gewogen werden.
jochen53
Hallo,
die Synthese von Paracetamol ist die wichtigste Verwendung von p-Aminophenol (nicht die Rodinalherstellung). Die haben wir im Rahmen der Azubi-Ausbildung auch schon öfter durchgeführt. Es gibt sogar angeblich Leute, die einen Rodinal-ähnlichen Entwickler durch Hydrolyse von Paracetamol Tabletten herstellen. Das in der Glycinsynthese verwendete Natriumacetat muss vielleicht gar nicht in stöchiometrischer Menge verwendet werden, es dient evtl. als Puffer um den pH Wert nicht zu sauer werden zu lassen und die Bildung von p-Aminophenolhydrochlorid durch die entstehende HCl zu unterdrücken. Wenn Du die Synthese durchführst, pass bitte mit der Monochloressigsäure auf, sie ist giftig und stark ätzend (wird in verd. Lösung auch zum Wegätzen von Warzen verwendet).
gerich
Hier habe ich noch eine Quelle zur Glycinsynthese gefunden:
Heinrich Vater: Über die Einwirkung der Monochloressigsäure auf Ortho- und Paraamidophenol und die sich hierdurch bildenden Oxyphenylglycine;
in: Journal für praktische Chemie Bd. 29 1884, S. 286 – 299
S. 289:
O-Oxyphenylglycin
1 Mol Monochloressigsäure und 2 Mol O-Amidophenol werden mit zwanzigfacher Menge Wasser so lange zum Sieden erhitzt, als sich noch Salzsäure abspaltet, was ungefähr eine halbe Stunde anhält. Nach dem Erkalten wird die Lösung durch Filtrieren und Ausschütteln mit Äther von harzigen Produkten befreit, und dann die Trennung des in Wasser schwer löslichen O-Oxyphenylglycins von dem in Wasser leicht löslichen salzsauren O-Amidophenol durch Umkrystallsieren bewirkt.
dann folgen die rechnerischen und experimentellen Werte der Elementaranalyse und ein paar Sätze zum Kristallwassergehalt und Herstellung des Anhydrids.
S. 291:
P-Oxyphenylglycin
Das P-Oxyphenylglycin wird aus P-Amidophenol analog der Orthoverbindung dargestellt, jedoch verläuft dieser Prozess fast ohne Harzbildung.
Dieses Glycin ist in Wasser schwer löslich und kristallisiert ohne Kristallwasser, und zwar bei rascher Abkühlung in kugeligen Aggregaten, bei langsamer Abkühlung aber in glimmerähnlichen Blättchen. Die Löslichkeit in Alkohol ist gering, in Äther ist die Substanz unlöslich. Beim Erhitzen bis 200 °C erleidet das P-Oxyphenylglycin, im Gegensatz zur Orthoverbindung, keinerlei Veränderungen. Die salzsaure Lösung färbt sich beim Hinzutröpfeln von Chlorkalklösung erst dunkel violett, dann gelblich.
Mein Verständnis der Reaktion ist nun folgendes: Bei Vater verliert die Monochloressigsäure das Cl und substituiert ein H von der NH2 Gruppe des P-Aminophenols, Glycin fällt aus und die entstehende HCl treibt er mit Hitze aus der Lösung, es bildet sich allerdings auch noch p-Aminophenolhydrochlorid, was die Ausbeute verringert.
Bei Meldola et al. bildet sich NaCl und der substituierte Wasserstoff bildet mit dem Acetatrest des Natriumacetats Essigsäure. Der Natriumacetatüberschuss bildet einen Essigsäure – Acetat -Puffer (pH 4,75). Nach dem Abkühlen fällt das Glycin aus, Acetat, Essigsäure und NaCl bleiben in Lösung. Wie bei der Paracetamol Synthese wird der Filterkuchen mit Eiswasser gewaschen (damit sich möglichst wenig Substanz löst). Die Frage ist nun, ob Glycin sich im heißen Wasser löst und eine Umkristallisation so möglich ist und ob sie überhaupt nötig ist. Ein kleiner Rest Acetat und Kochsalz dürfte dem Entwickler nicht schaden.
Noch ein Wort zur Wassermenge. Die 20fache Menge, wie bei Vater scheint mir recht viel und 15ml Wasser für 10,9 g P-Aminophenol, wie bei der Paracetamolvorschrift, scheint mir recht wenig.
Ich würde so vorgehen: Acetat und Monochloressigsäure in getrennten Gefäßen in Wasser lösen, zur Acetatlösung das P-Aminophenol geben, unter permanentem Rühren eine Suspension herstellen, die Monochloressigsäurelösung hinzugeben (löst sich jetzt das P-Aminophenol, wie bei der Zugabe von Essigsäureanhydrid schon auf?) und unter Weiterrühren die Temperatur langsam erhöhen und beobachten, ob ein Reaktionsprodukt ausfällt, sollte das der Fall sein, diese Temperatur 10 min halten. Wenn nein, weiter auf ca. 85 °C erhitzen und diese Temperatur 10 min halten. Dann erkalten lassen und abfiltrieren. Das Filtrat verwerfen und den Kuchen mit Eiswasser waschen. Nach dem Trocknen damit den Ansco 130 ansetzen.
Gibt es dazu Anregungen?
Zur Gefährlichkeit der Monochloressigsäure:
Ich habe eine Absaugung und werde hinter einer Plexiglas Schutzscheibe arbeiten, mit dicken Nitrilhandschuhen mit langen Stulpen, Gummischürze und Augenschutz. Beim Abwiegen zusätzlich mit Staubmaske.
Vielen Dank für Euer Interesse und Eure Tipps!
jochen53
Hallo,
soweit ich mich an die Beschreibung von Glycin von Udo Raffay im Chemikalienanhang seiner Rezeptesammlung erinnere, ist es in Wasser relativ schlecht, jedoch in alkalischer Lösung, d.h. auch in Natriumsulfitlösung, gut löslich wegen der Salzbildung an der Carboxylgruppe. Wie die Löslichkeit in heißem Wasser ist, weiß ich jetzt nicht, aber das hat man schnell raus wenn man die Substanz erst mal in Händen hat, vielleicht steht auch was bei Eder. Die Synthesestrategie sieht ganz gut aus.
gerich
Apropos Chenikalienbeschreibung, Ich habe über die hiesige Uni Bib keinen Zugang zur Online Datenbak des Meck Indexes. Könnte mir jemand, der Zugang hat, über den Glycin Eintrag berichten? Wie kann ich feststellen, ob sich evtl. auch p-Aminophenolhydrochlorid gebildet hat? Bei Meldolas Stickstoffanalyse kommen ja die selben Werte raus, egal ob es sich um Glycin, um P-Aminophenol oder um p-Aminophenolhydrochlorid handelt, wenn ich das richtig sehe. Es sind noch nicht alle Chemikalien eingetroffen, wenn ich Glück habe kommen sie morgen. Ich werde von meinem ersten Versuch berichten, sobald ich mehr weiß.