grommi
Hallo zusammen,
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aus gegebenem Anlass würde ich gerne mehr dazu wissen. Immer wieder ist es vorgekommen, dass ich Negative mit Massen von kleinen Punkten (weiß im Positiv) bekam. Nach Ausschluss aller anderen Möglichkeiten konnte ich einen billigen Noname-Fixer aus dem 3-Liter-Kanister als Verursacher ausmachen. Den kann ich für Filme nur noch als Einmal-Fixierer verwenden, dann geht es einigermaßen.
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Adofix-Konzentrat ist mir mal nach ca. 1 Jahr mit widerlichem Gestank und wolkigen Ausfüllungen abgeranzt. Die Flasche war noch halbvoll. Gerade wird in einem anderen Forum über gleiche Probleme mit Adofix gesprochen und ich kenne 2 Personen persönlich, die ebenfalls kaputtes Adofix hatten. Aus meiner Sicht kann ich diesen Fixierer deswegen leider nicht empfehlen.
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Ich hatte mal eine seit ca. 15 Jahren angebrochene Flasche Tetenal Superfix geschenkt bekommen, und nach Abfiltrieren von etwas Schwefelausfüllung waren der Fixierer und die Ergebnisse einwandfrei. Zur Zeit nutze ich über 30 Jahre altes Agefix, das musste ich auch filtrieren, aber danach war es frisch wie am ersten Tag und es roch auch astrein. Mit diesem Uralt-Agefix bekomme ich die saubersten Negative, die ich je hatte. Nein, das ist nicht übertrieben. Ausflecken war gestern! Ich bin erstaunt, wenn nicht entsetzt, dass Uralt-Fixierer so viel besser funktioniert als so mancher aktuelle. Gab es da mal irgendeine "geheime" und heute verbotene Substanz, ähnlich wie Cadmium bei Film und Papier? Hat sich also an den Rezepten im Laufe der Jahrzehnte etwas verändert? Bei aktuellem Papier ist es ja so ähnlich, nach 2 oder 3 Jahren fangen viele schon doll an zu schleiern, Uralt-Papier ist oft noch (fast) wie neu.
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Nie hätte ich gedacht, dass so etwas banales wie ein Fixierer solche Probleme verursachen kann. Wenn wieder ein Fixierer-Kauf ansteht, werde ich garantiert nur einen bekannten Markenfixierer nehmen, aber welchen?
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Gruß - Reinhold
piu58
Fixierer - gleich welchen Fabrikates - enthält entweder Natrium- oder Ammoniumthiosulfat. Die Wirkung auf Filme und Papiere sollte sich nicht unterscheiden. Ich glaube nicht an weiße Pünktchen mit der Ursache Fixierer. Wie soll das chemisch funktionieren? Könnten eher Luftbläschen sein.
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Fixierer muss warm gelagert werden, um ein Zersetzen zu vermeiden.
Photux
Mir ist eine halbvolle Flasche Superfix nach nichtmal einem Jahr "abgeranzt", passieren kann das wohl mit jedem Fixierer. Jetzt teste ich mal Adofix an...ist zumindest schön preiswert, wenn ich davon dann einen Rest wegschütten muss, ist es wenigstens nicht so ärgerlich.
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Sicher, dass die weißen Punkte vom Fixierer kommen (dann wäre er wohl viel zu "stark"), und nicht der Filmträger oder das verwendete Wasser eine Rolle spielen?
grommi
Hallo Uwe, Luftbläschen sind das ganz sicher nicht, sondern scharfkantige, unregelmäßige, winzige Flecken. Ich vermute Verunreinigungen der eingesetzten Rohchemikalien, die mit dem gelösten überschüssigen Silber unlösliche Verbindungen eingehen und sich auf der Emulsion absetzen. Es wurde ja auch immer schlimmer, je mehr Filme in der Arbeitslösung entwickelt wurden. Bei Einmalverwendung waren es nur wenige Flecken.
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PS: wie oben schon geschrieben habe ich alle(!) anderen möglichen Fehlerursachen ausgeschlossen. Das ging bis hin zur Verwendung von ausschließlich A. demin vom Entwickler-Ansatz bis zur Schlusswässerung. Wechsel zu Uralt-Agefix und alles ist schlagartig in Ordnung. Also, wenn das nicht aussagekräftig ist .....
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PPS: dass der Fixierer der Schuldige ist, war ja auch keine Frage meinerseits, sondern eine Feststellung. Ich weiß aus etlichen Diskussionen, dass es häufig Probleme mit verunreinigten Negativen gibt und normalerweise denkt niemand an den Fixierer. Natürlich gibt es viele andere mögliche Fehlerquellen, aber auf den Fixierer kommt man erst mal nicht. Was hätte ich mir einen Haufen Arbeit und Frust sparen können .......
Renate
Hallo,
Luftbläschen werden im Positiv schwarz. Solche Ufos hatte ich auch schon mal in Filmen. Bei den hier gefundenen Punkten handelt es sich um kleine, runde gelbe Flecken, die auch in der Literatur als Goldspots bezeichnet werden. Diese Spots ergeben dann im Positiv weiße Flecken, die ziemlich viel Arbeit beim Ausflecken bedeuten. Bei mir ist gerade ein solches Negativ aufgetaucht. Ich habe das Problem allerdings nur mit wenigen Filmen.
Bei den Flecken handelt es sich vermutlich um kolloidales Silber, das durch Oxidation entsteht. Der Sauerstoff dazu kann aus der Schicht oder aus der Atmosphäre kommen. Ich habe mal solche Flecken mit Hilfe von Wasserstoffsuperoxid beschleunigt erzeugt. Ich werde mal versuchen, mit einem Massenspektrometer eine Analyse der Flecken zu machen.
Als Ursache vermute ich weniger den Fixierer, sondern mehr die Wässerung. Die Fixierer ähneln sich alle. Die Grundsubstanz ist heute ausschließlich Natrium- oder meistens Ammoniumthiosulfat. Alle anderen Substanzen sind Hilfsstoffe. Je nach pH-Wert und Zusatzstoffe, wird der Fixierer unterschiedlich schnell ausgewaschen. Die pH-Werte unterscheiden sich bei den Fixierern deutlich. Für das Auswaschen nehme ich mir viel Zeit und ich werde den Vorgang noch um Wash Aid und Sistan erweitern.
Ich habe bisher den A300 für Filme und Papier benutzt. Er funktionierte auch sehr gut, obwohl mit der Zeit Schwefel ausflockt. Allerdings wurde das Rezept wohl immer wieder geändert, ohne dass die Beschriftung der Tüte geändert wurde. Für Papier werde ich ihn nicht mehr verwenden, da er inzwischen gefährlich stinkt. Wenn A300 frisch angesetzt ist, zerfällt ein Zusatzstoff ganz massiv und bildet Schwefeldioxid. In einem nicht zwangsbelüfteten Raum kann die Konzentration von Schwefeldioxid in der Luft gefährlich hoch werden. Da die Filme in der geschlossenen Dose fixiert werden, fällt das da nicht so auf.
Viele Grüße
Renate
jochen53
Hallo,
die klassische Rezeptur von A 300 (Agfa 300 bzw. Orwo A 300) enthält nur 200 g Natriumthiosulfat x 5 H2O und 20 g Natrium- (bzw. in einigen Literaturangaben auch Kalium-)metabisulfit Na2S2O5. Die Stabilität gegen Schwefelausscheidung kann noch durch Zugabe von 10 g Natriumsulfit sicc. verbessert werden. Ich habe mit diesem klassischen Natriumthiosulfatfixierer noch nie solche Zersetzungen gehabt, wie hier mit Flüssigkonzentraten auf Ammoniumthiosulfatbasis beschrieben.
piu58
Hallo,
so ähnlich
Luftbläschen werden im Positiv schwarz.
Liebe Renate,
solche im Entwickler, aber nicht solche im Fix. Dort bleibt unfixierter Film stehen, das wird eher hell.
grommi
Bemerkenswert finde ich ja nach wie vor, dass 15 Jahre angebrochenes Tetenal Superfix super funktioniert hat, und jetzt über 30 Jahre altes Agefix mir die saubersten Negative aller Zeiten beschert.
Renate
Hallo,
ich habe das eher an Luftblasen in der Schicht, also genau genommen an Beschichtungsfehler, gedacht. Die kommen aber nur selten vor. Von Luftblasen im Fixierbad habe ich noch nie etwas gehört oder gesehen und ich kann sie mir auch nicht wirklich vorstellen. Ich habe noch nie beobachtet, dass Fixierbad beim Kippen schäumt. Aber selbst Entwickler, der beim Kippen schäumt, hinterlässt bei mir keine unentwickelten Flecken. Ebensowenig habe ich beobachtet, dass mein Fixierbad irgendwann mal Gasblasen gebildet hat.
Die klassische Zusammensetzung von A300 wird schon lange nicht mehr im Original benutzt. Selbst im Shop des Gastgebers wird inzwischen eine andere Zusammensetzung angegeben. Der Übergang zum Ammoniumthiosulfat hat bereits vor einigen Jahren stattgefunden. Das Problem mit starken Ausdünstungen von Schwefeldioxid ist bei mir aber erst mit der neuen Charge aufgetaucht. Die älteren Chargen haben zwar auch etwas gestunken, aber das hielt sich in erträglichen Grenzen.
Die gelben Flecken, die ich bei einigen wenigen meiner Filme beobachte, entwickeln sich mit der Zeit (Monate bis Jahre). Sie sind also nicht direkt nach dem Trocknen sichtbar. Sie sind anscheinend nicht mit den von Grommi beobachteten Flecken vergleichbar. Aber die Beschreibung von Grommi ist leider auch sehr ungenau. Ein aussagekräftiges Bild der Fehler wäre hier sehr hilfreich. Die von Grommi beschriebenen Fixierer habe ich bisher nicht benutzt.
Renate
Urnes
Hallo Renate,
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schön dass du dich eingeschaltet hast. Also das mit den Punkten kann ich bestätigen. Ich hab mich letztens erst wieder darüber geärgert. Aber ich denke mal ich bin selbst schuld. Es kommt immer dann vor wenn der Ansatz zu lange steht. Also länger als 4 Wochen in der halb gefüllten Flasche, manchmal bin einfach zu bequem neuen anzusetzen. Kollodiales Silber wäre als Oxidationsprodukt durchaus denkbar. Bei mir war es auch kein NoNameProdukt sondern Hypam von Ilford.
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Gruss Sven.
grommi
Tja, so sieht's bei mir aus mit dem Fixierer aus dem 3-Liter-Kanister. Man stelle sich vor, mit Uralt-Agefix wäre das komplett sauber geblieben. Und nein, das ist kein Staub und kein Kalk.
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Um es nochmal deutlich zu machen: ich habe in den letzten 6 Jahren ein paar hundert Filme entwickelt und weiß zumindest hier, wovon ich rede. Eine andere Ursache als der Fixierer ist ausgeschlossen. Der Fixierer war auch nicht erschöpft, ich mache immer (!) einen Klärtest und ersetzte verbrauchten Fixierer rechtzeitig.
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Eine Diskussion über die Ursache der Flecken ist in diesem Fall auch nicht nötig, ich möchte lediglich auf z.T. erhebliche Qualitätsunterschiede bei Fixierern hinweisen. Manche machen definitiv Flecken, andere scheinen Probleme mit der Haltbarkeit zu haben. Dass ein Fixiererkonzentrat nach 3 Monaten im Anbruch die Sause macht ist doch schon sehr ungewöhnlich und in der extremen Häufung mir nur bei einem Produkt bekannt. Eigentlich ist alles in meinem ersten Posting gesagt.
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Irgendetwas muss da faul sein, und sei es die Qualität der eingesetzten Rohstoffe oder doch die Rezepte. Anders kann ich mir nicht erklären, warum 15 oder 30 Jahre alte Fixierer aus der Plastik-Flasche(!) beste Resultate liefern und aktuelle Fixierer massive Probleme bereiten können.
michael-kielgmxnet
Sieht ähnlich aus wie bei einem Efke KB50, den ich vor kurzem entwickelt habe. Bei mir wars aber definitiv nicht der Fixierer, denn andere Filme, die ich danach entwickelt und mit demselben Ansatz fixiert habe, waren ok.
Also vermute ich, dass es am Ansatz-Wasser des Entwicklers lag. Entwickelt hatte ich in Rodinal, angesetzt in Leitungswasser.
bernhardmangelsgmxde
Adofix wurde mir auch mal recht schnell unbrauchbar, weil nicht, ob es an der Temperatur lag... Impex bot mir an, den Kaufpreis und Rückporto zu erstatten, wenn ich die Flasche zurückschicken würde... oder wollten sie mir eine neue Flasche schicken? Hatte aber gerade anderes um die Ohren... dann zeigte das Indikator-Stoppbad offensichtlich keinen Farbumschlag und die R09 Flasche (noch die 1:40 Variante) ließ sich nur mit Gewalt und Sauerei öffnen... habe seitdem lieber einen Bogen um Adox Flüssigchemie gemacht.
Wenn ich mich recht erinnere, war in den einschlägigen Foren, wenn es um Probleme beim Fixieren ging, auch ziemlich oft Adofix beteiligt. Mit anderen Produkten (auch günstigen) hatte ich bisher nur gute Erfahrungen... (bis auf einmal, da hatte der letzte Rest (keine 100ml) in einer Flasche Ausfüllungen... kann ich verschmerzen)
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jochen53
Hallo,
die Chemie von Thiosulfatlösungen ist sehr komplex. Hier ein link für alle, die mal kurz reinschauen wollen, dann gleich wieder zumachen, die Hersteller von Fixierern dürfen auch genauer hinsehen:
http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/miethe-gundel-2003-03-04/PDF/Miethe.pdf
grommi
"kurz reinschauen ..., dann gleich wieder zumachen" Genau so hab ich's gemacht. Chemie ist das, was kracht und stinkt. Physik ist das, was nie gelingt. Na ja, ganz so schlimm ist meine naturwissenschaftliche Halbbildung nicht, aber diese Arbeit ist mir dann doch eine Winzigkeit ;-) zu heftig.
Renate
Hallo,
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Grundkenntnisse in Chemie und Physik sind in der Fotografie durchaus hilfreich. Man kann dann so einige Fehler vermeiden, bzw. dessen Ursache besser erkennen. Das sture Arbeiten nach "Kochrezepten" führt nicht immer zu optimalen Ergebnissen. Es gleicht eher einem Fischen im Trüben.
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In dem Sinne ist die Dissertation von Miethe sehr interessant. Wenn man den analytischen Teil weglässt, ist die Arbeit schnell zu lesen. Während man über Entwickler genügend Literatur findet, gibt es über Fixierer nur sehr wenig zu lesen. Insofern ist diese Dissertation eine Fundgrube.
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Ich hatte übrigens mal einen Fixierer, der nach und nach zum direkten Schwefeltoner wurde. Mit dem A 300 gab es bisher keine Probleme. Die Flecken, die Grommi zeigt, sind mir unbekannt. Die Filme mit den Goldspots stammen noch aus einer Zeit, in der ich andere Fixierer benutzte und die Filme nicht so ausführlich wie heute gewässert hatte und selbst aus der Zeit sind die meisten Filme bei mir noch ganz ok.
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Viele Grüße
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Renate
jochen53
Hallo,
hoffentlich kommt jetzt keiner auf die Idee, sich A 300 oder Adofix intravenös zu spritzen, am Ende wird man noch süchtig.
Bonderer
Fixierer das unbekannte Wesen, Flecken noch nie, schlecht fixiert (wahrscheinlich) rächte sich nach jahrzehnten. Ilford Hypam nach nicht mal einem Jahr TOT (5L. Kanister), Kodak Fix, ca 15 jahre alt aus der auflösung einer Zeitungsredaktion war noch brauchbar aber habe ich nur für Papier genommen. Mal hat man Glück und manchmal eben nicht, wie im richtigem Leben. Ich denke es hat aber auch mit der Menge und dem Durchsatz zu tun den Hersteller mittlerweile haben. Große Volumina lassen sich viel exakter anrühren und wenn es schnell abverkauft wird kauft man immer sehr frischen Fixierer. Das dürfte in der heutigen Zeit sicher nicht mehr so sein. Kleinere Ansatzmengen bei der Herstellung was sicher eine Erhöhung der Fehlerstreuung zur Folge hat und eine höhere Lagerzeit weil eben die Nachfrage nicht mehr so hoch ist. für die Hersteller ist es sicher ein Drahtseilakt und ob die letzten 150 Flaschen einer Charge die eigentlich zu alt sind entsorgt oder lieber verkauft werden? Und wenn der Lagerist mal eine Palette vergessen hat die dann viel später wieder auftaucht? Ich mags nicht wissen wollen.
Bei Kodak stand übrigens ein Haltbarkeits oder Herstellungsdatum drauf weiß aber nicht mehr was von beidem. Selten bei Fotochemie zu finden aber bei der Chemie mit der ich beruflich zu tun habe Standard, bei Prüfungen und auch bei der Gebrauchschemie. Wäre bei Fotochemie sicher Hilfreich auch um keine Lagerleichen zu bekommen.
Kann aber bei Kodak auch erforderlich gewesen sein weil das Zeugs wohl in vielen Zeitungslaboren benutzt wurde und die haben da wohl großen Wert darauf gelegt. Alles was über die Zeit war wurde da einfach nicht mehr verwendet.
Adox Adofix, als Kanister auch mal Probleme aber seitdem nur Flaschen und bisher immer gut gewesen.