Schwarzschild
Hallo,
vielleicht lässt sich meine Frage ohne Ansicht der Negative gar nicht beantworten, ich versuche trotzdem mal, das Problem zu beschreiben.
Gegeben sind Kleinbildfilme, gleichmäßig belichtet (also ohne größere Schwankungen in der Dichte), die sowohl in den Lichtern als auch in den Schatten gute Zeichnung aufweisen.
(z.Z. arbeite ich mit Silvermax 100 im Silvermax-Entwickler).
Vergrößert wird auf ADOX-Papier.
In Tests habe ich das maximale Schwarz (bei geringstmöglicher Belichtungszeit) ermittelt, damit die Prints nicht "grau" bleiben.
Wenn ich diese ermittelte Belichtungszeit jedoch nutze, um die Negative zu vergrößern, dann wird der gesamte Abzug immer zu dunkel. Das heißt, die Lichter kommen nicht mehr hell genug.
Abhilfe: länger entwickeln der Filme, da sich die Entwicklungszeit ja fast nur auf die Lichter auswirkt.
Ergebnis: kontrastreichere Negative, die sich jetzt nicht mehr ohne manuelles Eingreifen (Abwedeln, Nachbelichten) vergrößern lassen (auch nicht als Erst- oder Arbeitskopie).
(Silvermax 100 in Silvermax-Entwickler statt 11:00 min 14:30)
Mir ist klar, dass der Kontrastumfang des Papiers kleiner ist, als der des Negativs. Aber bei normalen Motivkontrasten müsste doch ohne Manipulation ein einfacher Abzug zu erstellen sein?
Wo ist evtl. mein Denkfehler?
Das Problem mit den "zu schwachen Lichtern", die dann im Positiv eben nicht "leuchten" hab ich schon jahrelang auch mit anderen Filmen. In den Schatten immer Zeichnung, deshalb gehe ich davon aus, dass die Belichtung grundsätzlich in Ordnung ist.
Vielleicht hat jemand eine Idee?
Vielen Dank
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HenningH
Da sind wahrscheinlich noch ein paar Details wichtig: Welches Papier genau, welche Gradation, wie gefiltert, welcher Vergrößerer, welcher Papierentwickler, wie lange entwickelt?
KlausWehner
Wie Henning bereits schon sagte: es fehlen einige wichtige Informationen um zu Deinem Problem etwas verbindliches sagen zu können.
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Welches Papier (Gradation)?
Welcher Papierentwickler, Verdünnung?
Welches Vergrößerungsgerät (Kondensor, Mischlichtschacht)?
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Grundsätzlich ist Dein Vorgehen schon richtig.
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Persönlich kenne ich dieses Problem auch:
für meinen workflow (Durst Farbmischkopf, Adox MCP / MCC Papier, Adotol Papierentwickler) benötige ich eindeutig Negative mit höherem Kontrast (Gamma 0,8...0,9).
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Mit vielen Entwicklern lässt sich ein so hoher Kontrast gar nicht mehr problemlos erreichen.
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Um ehrlich zu sein, es ist mir ein Rätsel, dass nicht viel öfter von solchen Problemen berichtet wird.
Oft sehe ich von anderen Fotografen Bilder, die einfach kraftlos und flau erscheinen.
Ich denke, dass dann wahrscheinlich der Negativkontrast auch zu gering war.
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Alles "richtig" gemacht- und trotzdem ein unbefriedigendes Ergebnis...
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Du musst also Deinen Negativ Kontrast wahrscheinlich erhöhen- bis Du ein "full-scale-print" auf Papier mit der Gradation 2 oder 3 vergrößern kannst.
(Aber natürlich ist der Kontrast in Grenzen auch eine Geschmacksfrage).
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Ich denke, dass viele von diesem Problem betroffen sind, ohne sich dessen bewusst zu sein.
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Herzliche Grüße
Klaus
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Schwarzschild
Vielen Dank für die ersten Meinungen und Nachfragen.
Hier die fehlenden Infos:
Entwickler: Rollei Vintage Classic Dev. 1+9 (=normaler Kontrast)
Papier: Adox MCP
Vergrößerer: Kaiser Multigradekopf
Ich wende meist das "manuelle Splitgrade" an, also belichte mit Filter "0" und "5" nacheinander. Dabei muss ich in der Regel deutlich mehr mit "5" belichten, als mit "0".
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Dein Satz, Klaus, "mit vielen Entwicklern lässt sich ein so hoher Kontrast gar nicht mehr problemlos erreichen" ist schon ein Ansatz für mich. Irgendwie dachte ich, Papierentwickler unterscheiden sich kaum. Aber als erstes kann ich ja mal die Arbeitslösung anders ansetzen (1+4 wird als Empfehlung für höheren Kontrast angegeben), habe ich bisher noch gar nicht versucht.
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Vielen Dank also erst einmal.
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TR
Wenn deine Lichter zu dunkel werden, wendest du die Splitgrade-Methode ja etwas falsch an: du gibst zu lange 0-Filterung. Bei einer konventionellen Filterung wäre die Gradation zu weich gewählt. Wie bereits gesagt: deine Negative sind einfach zu weich.
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Klaus meint, dass mit vielen Entwicklern die Kontraststeuerung ab einem gewissen Punkt der Kontrast nicht mehr problemlos erhöht werden kann, sicherlich nicht den Positiv- sondern den Negativentwickler. Die Veränderung der Konzentration des Positiventwicklers ändert meiner Erfahrung nichts am Bild.
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Um ehrlich zu sein, es ist mir ein Rätsel, dass nicht viel öfter von solchen Problemen berichtet wird.
Oft sehe ich von anderen Fotografen Bilder, die einfach kraftlos und flau erscheinen.
Ich denke, dass dann wahrscheinlich der Negativkontrast auch zu gering war.
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Nach jahrelangem Beobachten - zum größten Teil im Aphog-Forum - scheint mir, dass das Anfertigen eines "feinen" Bildes, sprich eines "Fullscale-Print" von den meisten Menschen nicht realisierbar ist, weil sie Bilder technisch nicht "auseinander nehmen" können. Sie analysieren Bilder mit einem Blick global, nicht anhand lokaler Merkmale. Gelingt ihnen durch Zufall ein solcher Abzug, dann wissen sie nicht, was daran schöner gelungen ist als bei anderen. "Schöne Grauwerte" ist dann der Eindruck. Die einfache Beziehung zwischen Lichter- und Schattenzeichnung bzw. die damit zusammenhängende richtige "Dosierung" von Gradation und Belichtungszeit scheint vielen nicht zu obliegen. Schade eigentlich.
(Glücklicherweise benötigen dann manche Motive auch keine solch sorgfältige Ausarbeitung, um wirken zu können.)
KlausWehner
Vorab:
wie T.R. schon richtig bemerkt hat: Schwarzschild Du hast mich missverstanden. Mit vielen Negativentwicklern lässt sich der gewünschte höhere Kontrast nicht einfach erreichen.
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Ich muss aber auch ergänzen: auch der Negativentwickler stellt oft ein (ungesehenes) Problem dar (zu hohe Verdünnung, zu kurze Entwicklungszeit, Arbeiten mit verbrauchten Entwicklern). Auch da sollte man den gelegentlich optimistischen Angaben der Hersteller nicht immer glauben.
Wichtig ist eine eigene Referenz für sich zu schaffen und dann möglichst mit den erprobten Materialien kontinuierlich zu arbeiten.
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Die gesamte Prozesskette muss stimmen!
Wer sein Negativ mit Nennempfindlichkeit belichtet und nach Empfehlung entwickelt hat oft schon 2 Fehler im Negativ: Unterbelichtung und Unterentwicklung (wie in diesem speziellen Fall).
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Mit dem Negativ wird man noch ein Bild printen können - so richtig "auf den Punkt" wird man es aber wahrscheinlich nicht bekommen.
(Das ist jetzt eine Verallgemeinerung! Außerdem spreche ich ausschließlich über den fineart-print).
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Ich kann T.R. nur bestätigen! Ein systematisches, analytisches Vorgehen führt am schnellsten zum Ziel.
In meinen Dunkelkammer Kursen bespreche ich mit jedem Teilnehmer ganz intensiv die Probestreifen. So lernen sie erstaunlich schnell alle komplexen inneren Zusammenhänge, ohne dass vorher irgendwelche theoretischen Einführungen erforderlich waren.
Die "Schönheit" der Grautöne erschließt sich dann unmittelbar und intuitiv. Der Weg dorthin wird offensichtlich (und auch die Grenzen eines Negativs).
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@ Schwarzschild
Mit dem manuellen Splitgrade arbeite ich nicht. Deshalb kann ich nicht so viel dazu sagen.
Wenn Du mit der härtesten Gradation einen Probestreifen printest, erkennst Du doch aber schon wie viel (wie wenig) "weiches Licht" notwendig ist, um gerade noch Zeichnung in die Lichter zu bringen und trotzdem ihre Leuchtkraft zu erhalten.
Mach doch einfach probehalber einen Print ohne jede Filterung. Das ist das Ziel: Negative so zu belichten und zu entwickeln, dass sie ohne Filterung problemlos printbar sind.
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Meine Empfehlung: den Silvermax mit 64 ASA belichten und zu einem höheren Kontrast entwickeln.
(Ob das mit dem von Dir verwendeten Entwickler funktioniert, weiß ich nicht - dieser Entwickler hat eher eine flache Zeit-Gamma-Kurve).
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Zum Abschluss: das Gesagte berührt das Wesen der (analogen Schwarz-Weiß) Fotografie. Das lässt sich hier aber nicht in der notwendigen Ausführlichkeit behandeln.
Noch ein Tipp: beim fineartforum am 02.-03. Nov. 2013 in Paderborn werden wir genau zu den angesprochenen Themen mehrere Workshops anbieten:
Praktisches Kalibrieren von Filmen mit Dr. Otto Beyer
Der Weg zum feinen Print mit Uwe Pilz
Bildbesprechung mit Werner Kumpf
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Die Teilnahme ist kostenlos - eine Anmeldung ist aber wegen der begrenzten Teilnehmerzahl notwendig.
Das ganze Programm wird wieder zu finden sein
www.fineartforum.info
Darüber hinaus werden viele weitere Experten anwesend sein und für solche Probleme ansprechbar sein.
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Herzliche Grüße aus Paderborn
Klaus
Schwarzschild
Danke nochmals für die ausführlichen Antworten.
"Nach jahrelangem Beobachten... scheint mir, dass das Anfertigen eines "feinen Bildes"... von den meisten Menschen nicht realisierbar ist..." - was in der Antwort von T.R. enthalten ist, klingt bei allem Respekt etwas herablassend. Die Trennung von Bildeindruck und tatsächlich vorliegenden faktischen (technischen) Gegebenheiten (sowie letztlich ja wieder die Zusammenführung von beiden in der Wertung) sind ein komplizierter ästhetischer/handwerklicher Prozess, der voraussetzt, dass man a) erst einmal an diesen herangeführt wurde und b) dass man genügend Zeit aufbringen kann, das zu tun. Den meisten Amateurfotografen die Fähigkeit dazu abzusprechen, halte ich für zu pauschal.
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Jetzt aber zu meinem Problem.
@ Klaus
Danke für die Einladung zum fineartforum. Das ist sicher eine gute Idee.
Bis dahin gilt es jedoch für mich noch weiter zu kommen.
Die Nennbelichtungszeit von 100 ASA beim Silvermax habe ich nicht ungeprüft übernommen. Das war genau das, was nach Eintesten (Densitometer) die tatsächliche Empfindlichkeit war. (Ich weiß, ungewöhnlich, aber war so.)
Dass der dazu empfohlene Entwickler (Silvermax) jetzt nur begrenzt eine Kontraststeigerung ermöglicht, ist also wahrscheinlich das eigentliche Problem (abgesehen von der Option, auf einen Kondensor-Vergrößerer umzusteigen).
Bisher habe ich die Entwicklungszeit um 30% verlängert. Sichtbare, aber nicht ausreichende Veränderungen. Kontrastreiche Motive (Mittagssonne in Stadt) haben alle Tonwerte (allerdings bei Gradation 5 und eben nur diese Negative mit hohem Motivkontrast) Sollte ich jetzt noch weiter verlängern, oder auf einen anderen Entwickler umsteigen? Und wenn ja, welcher Entwickler bringt mir die volle Empfindlichkeit (belichtete Filme sind gegeben) und trotzdem das gewünschte Ergebnis? Vielleicht gibt es da noch Tipps?
Vielen Dank.
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KlausWehner
Hallo Schwarzschild,
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die Lösung für das Problem scheint ja schon gefunden: ein höherer Negativkontrast.
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Aber vorab noch eine Anmerkung von mir: ich möchte meine Empfehlungen hier nicht verallgemeinern.
Was Schwarzschild geschildert hat entspricht zu 100% meinen Erfahrungen. Eigentlich sollten viele, viele andere Fotografen auch genau diese Erfahrung machen.
Warum das nicht so ist kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich haben viele andere einen eigenen Weg gefunden um zu ihren Bildern gekommen. Nicht jeder geht wirklich systematisch beim Vergrößern vor. Jeder Weg hat seine Berechtigung.
Trotzdem glaube ich, dass mit dem "Arbeiten nach Vorschrift" nicht das ganze Potential genutzt wird das tatsächlich in der analogen Schwarz Weiß Fotografie steckt.
Mein Ziel ist der "fineart Print". Für mich bedeutet das das Ausnutzen aller Ressourcen- sowohl technisch als auch ästhetisch.
Das ist ein Ideal und zusätzlich in weiten Bereichen subjektiv. Und genau diese (maximale) Subjektivität schätze ich an der Fotografie.
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Die Empfindlichkeitsangabe beim Silvermax ist erfreulich ehrlich und realistisch- das kann ich bestätigen. Die eigene Messung der Empfindlichkeit mit dem Densitometer unterliegt einigen Toleranzen. So liegt zwischen Deinem und meinem Meß-Ergebnis so eine geringe Differenz, dass ich sagen würde es liegt noch in der Meßtoleranz.
Trotzdem würde ich nachdrücklich zu einer tendenziell reichlicheren Belichtung raten. In jedem Fall stärkt es die Zeichnung in den Schatten- ohne dass es der Negativqualität schadet.
Meine Empfehlung lautet also unverändert: 64 ASA (selbst wenn Deine eigene Messung eine höhere Empfindlichkeit ergibt).
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Wie schon angedeutet: "weiche" Negativentwickler liegen im Trend (alle "Wunderentwickler" sind durchweg weich eingestellte Hydrochinon-Phenidon Entwickler).
Damit ist es kaum möglich einen höheren Kontrast zu erzeugen. Zusätzlich muss man mit einer nachlassenden Bildqualität rechnen.
Das trifft auch für den von Dir verwendeten Entwickler zu (auch wenn dieser minimal anders rezeptiert ist).
Weil ich persönlich keinen Negativ Entwickler gefunden habe, der meinen spezifischen Anforderungen entspricht, arbeite ich schon seit Jahren mit eigenen Rezepturen.
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Dieses Thema will ich aber nicht öffentlich verhandeln. Schreib mir eine PN, dann kann ich Dir mehr dazu sagen.
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Herzliche Grüße aus Paderborn
Klaus
HenningH
Mmm... Wer hat eigentlich festgelegt, dass Gradation "spezial" das Maß aller Dinge ist?
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Mein Standard-Film ist der Plus-X, belichtet auf 125 ASA, entwickelt in HC-110 Verdünnung D für 6,5 Minuten. Diese Zeit (also die für Verdünnung B + 25%) stammt von der Seite von Michael Covington, Kodaks offizielle Zeiten sind extrem kurz. Damit erhalte ich ähnliche Negative wie in D-76 nach Waschzettel-Zeit entwickelt.
Vergrößert mit meinem Focomat V35 auf Fomaspeed, Polymax oder MGIV bzw. Fomatone, Varycon oder Variotone entwickelt in Moersch SE warm oder Dektol, erhalte ich bei Gradation 3,5 brauchbare Resultate; manchmal 3, manchmal 4, selten 2,5. (Gradation 2 brauche ich nur, wenn ich einen Orto-Filme vergrößere.) Dann etwas abgewedelt und nachbelichtet und ich bin der Meinung (befreundete Photographen auch), dass diese Abzüge soetwas wie Fineart-Qualität haben.
Mit MCP und MCC bin ich schon früher nicht klargekommen. Ich konnte irgendwie nie den Punkt erwischen, an dem der Abzug "saß". Er wurde schnell zu hell oder zu dunkel. Da es aber genügend andere Papiere gibt, mit denen ich zurechtkomme, habe ich dem keine große Bedeutung zugemessen.
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Meine Erfahrungen mit Manuellem Splitgrade verliefen recht ernüchternd. Ein Vergleich mit entsprechend fester Filterung ergab für mich keinen Unterschied.
Sehr nützlich finde ich es aber, wenn man gewisse Bereiche (Himmel) partiell mit anderer Gradation nachbelichtet.
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Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr mal nach Paderborn...
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Viele Grüße
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Henning
KlausWehner
Klasse Henning!
Besser geht es doch nicht als wenn man seinen eigenen Weg gefunden hat zu Bildern zu gelangen mit denen man zufrieden ist.
Dein Weg ist bezüglich der Materialien und Geräte völlig anders als meiner. Das zeigt welche Vielfalt es noch gibt.
Hoffen wir und arbeiten wir dafür, dass diese Vielfalt erhalten bleibt.
Zu der "optimalen" Gadation: Bei den harten Papieren geht die Differenzierung der Grautöne etwas verloren - ganz weiche Papiere erzeugen kein tiefes sattes Schwarz mehr.
Pauschale Aussage: das optimale Papier hat eine (weiche) Gradation (wegen der schönen Grauwertdifferenzierung), die gerade noch ein tiefes sattes Schwarz erzeugt.
"Etwas weichere" Papiere haben noch weitere Vorteile:
1. geringe Verlängerungsfaktoren bei dem Wechsel von Gelbfiltern (beim Arbeiten mit dem Farbmischkopf)
2. die Möglichkeit mit einer extrem harten (partiellen) Nachbelichtung den Schwärzen noch etwas zusätzliche Tiefe zu verleihen
3. bestmögliche Grauwertdifferenzierung
4. "unterdrückt" das Filmkorn
Ich würde mich freuen, wenn wir uns im November 2013 beim fineartforum sehen würden.
Wir planen wieder eine "Werkpräsentation". Da hat jeder (nach Anmeldung) die Möglichkeit sich mit seinen Bildern an einem Tisch zu präsentieren und so mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Eine bessere Möglichkeit eine qualifizierte Rückmeldung auf seine Bilder zu bekommen gibt es nicht! Natürlich können auch die Besucher extrem viel dabei lernen.
Wir sehen uns :-)
Herzliche Grüße aus Paderborn
Klaus
Bonderer
Ähnliches müssten doch alle erleben die mit KB Film arbeiten, das sind 24 oder 36 Aufnahmen und da wohl niemand immer exakt die gleichen Lichtverhältnisse hat dürfte auch jeder sehr unterschiedliche Negative haben. Bei mir ist das jedenfalls so und bei meiner Art zu fotografieren. Ich habe das nie als Makel empfunden und kein Filmentwickler oder Papierentwickler macht da was dran. mit manchem geht's besser und mit anderen eben nicht.
Da gibt es nicht die absolute Wahrheit. Die Bilder die man macht müssen einem selber gefallen und wenn sie Freunden und Bekannten gefallen umso besser. Hauptsache mir macht es Spaß, das ist doch das wichtigste. Und ehrlich gesagt, ich war nie auf dem Sado-Maso-Trip und hätte Fotos bei Colorfotowettbewerben eingereicht, wo diese dann teilweise zu Belustigung anderer auf Grundschulniveau mit Pseudokunstgeschwafel niedergemacht wurden. Und dafür hatten die Menschen sogar noch bezahlt. Das ist bei Kleinbild so und lässt sich auch nicht ändern. ich verlasse mich auf meine F 3, und die EL 2 aber mit der FT 3 kann ich's auch. Wenn ich perfekte Negative möchte bleibt nur Handbelichtungsmesser, Wechselmagazine Mittelformat oder Großformat. Bei meiner Art zu Fotografieren wäre das nicht zu machen, da muss es oft sehr schnell gehen. AF ist auch nichts gewesen, die Schärfe lag zu oft daneben. Den Rest macht Splitgrade, Multigradepapier und Maschinenentwickler. Es erstaunt mich immer wieder was Maschinenentwickler noch aus manchem Negativ rausholt. Auch habe ich aufgehört die verschiedenen Filme zu nutzen, nur noch Tri-X von 200-6400 ISO in HCD New aber auch das muss jeder für sich selber entscheiden.
Aber... möglich das ich das ganze nicht mit genug Ernst betreibe. Der einzigste Ernst den ich habe ist der auf Arbeit
Ich will mit dem geringstmöglichen Aufwand das für mich optimale Ergebnis erzielen aber an erster Stelle will ich SPASS
und wenn dann doch einige Negative nicht so sind wie ich mir das vorstelle, so sei es, ich stehe dazu.
Die Zufriedenheit mit dem Ergebnis sind die Mühen des Weges wert.
Und Gott sei dank fotografieren wir ja alle irgendwie anders, zu schrecklich der Gedanke wir würden alle die gleichen Fotos machen, und uns alle auf dem gleichen Weg befinden. Man wäre das aber ein Gedränge.
piu58
> Wer hat eigentlich festgelegt, dass Gradation "spezial" das Maß aller Dinge ist?
>
> ?
>
> ?
>
> Das ist auch Unsinn. Ein gut belichtetes Negativ sollte auf Spezial oder meinetwegen auch auf Normal den gesamten Tonwertumfang bringen. Es heißt aber nicht, dass diese Bildwiedergabe das ist, was der Fotograf wünscht. Bei solcher Wiedergabe bleibt der Lokalkontrast auf der Strecke, was insbesondere bei Landschaft und Architektur nicht so gewünscht ist. Dann muss man auf höheren Kontrast gehen und die Unterschiede in der Gesamtbelichtung ausgleichen.
>
> Für Frauen- oder Kinder-Portraits hingegen könnte Spezial bei bestimmten Bildvorstellungen schon zu hart sein.
>
> ?
>
> Wie Klaus schrieb: Ich halte dazu einen Workshop in Paderborn. Mirko Boedecker wird das Material bereitstellen, es liegt schon bei mir (Vielen Dank an Fotoimpex). Der Workshop ist deshalb völlig kostenlos, Materialverbrauch ist abgedeckt.
u_d
Halo Schwarzschild
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In Tests habe ich das maximale Schwarz (bei geringstmöglicher Belichtungszeit) ermittelt, damit die Prints nicht "grau" bleiben.
Wenn ich diese ermittelte Belichtungszeit jedoch nutze, um die Negative zu vergrößern, dann wird der gesamte Abzug immer zu dunkel. Das heißt, die Lichter kommen nicht mehr hell genug.
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Vergesst meinen Text von vorhin, ich hätte den TO vielleicht vorher lesen/verstehen sollen. Asche auf mein Haupt!?
Allerdings: Speziell ich hab eine Menge Bilder, die enthalten vom Motiv her gar kein Schwarz. Wenn ich die so vergrößere, dass die "Schatten" schwarz sind, wird das ganze Bild zu dunkel.
Wenn Du ein Negativ hast, das wirklich in den Schatten wie in den Lichtern gut gezeichnet ist, dann muss sich das auch abziehen lassen. Ich würde da den Fehler nicht im Negativ suchen.
k-g
Danke! Hier kann man übrigens das Buch "Post Exposure" von Ctein kostenlos und vollständig als PDF runterladen, da steht auch ne Menge über Positivverarbeitung drin:
€
http://ctein.com/booksmpl.htm
Vielen dank für das Link.
€
Karl-Gustaf
u_d
Ok, jetzt nochmal ein Versuch. Das war nicht mein Tag gestern. Ich hoffe, Schwarzschildt liest noch mit.
Beim Positivprozess kommt es darauf an, Zeichnung in die relevanten hellen Stellen zu bekommen, also nicht unbedingt in die Spitzlichter. Diese Stellen sind im Negativ dunkel. Die dünnen Stellen im Negativ, also die Schatten im Positiv sind zeichnungstechnisch für das Positiv kein Problem, sofern diese sich hinreichend von der Basis+Grundschleier unterscheiden. Deshalb ist es sinnlos, die Belichtung des Positivpapiers nach den Schatten zu bestimmen. Das macht man nur, um herauszufinden, ob die Belichtung des Negativs und ob die Entwicklung ok war (wie das geht, steht in dem von mir verlinkten Beitrag von Thornton). Bei der Vergrößerung von Positiven ist das keine korrekte Vorgehensweise.
Wenn man die Belichtung danach bestimmt, dass die relevanten hellen Stellen im Positiv Zeichnung haben, kann man die dunklen Stellen im Positiv nur noch über die Gradation beeinflussen (dazu hatte ich die Gardinenanalogie von Thornton bemüht, die dieser in einem etwas anderen Zusammenhang allerdings in ähnlicher Weise verwendet hat). Wenn man dafür deutlich unter Gr. 2 gehen muss, um noch Zeichnung in den Schatten zu behalten, ist das Negativ zu hart. Muss man deutlich über Gr. 3 gehen um überhaupt Schwärzen zu erreichen (so das Motiv solche aufweisen sollte), ist das Negativ zu weich. Nach meiner -allerdings nicht maßgeblichen- Meinung, ist es deutlich einfacher mit zu weichen Negativen zu arbeiten als mit zu harten. Überentwickelte Negative sind praktisch nicht zu retten, schon gar nicht, wenn sie dabei noch unterbelichtet sind. Deshalb ist es jenseits aller Testerei normalerweise eine gute Idee, davon auszugehen, dass in normalen Alltagssituationen ein Film nur die Hälfte der Nennempfindlichkeit erreicht und die Entwicklung um rund 25%-30% zu verkürzen. Die Motivkontraste, für die die Nennempfindlichkeit ermittelt wurde, sind nämlich im allgemeinen geringer, als man das draußen so im Durchschnitt und auf die Dauer vorfindet. GF-Fotografen werden das etwas differenzierter sehen, aber mit einem 36er KB-Film ist das nach meiner Erfahrung die geschicktere Strategie. Man darf das nur nicht übertreiben, sonst bekommt man zwar Negative, die sich gut abziehen lassen, in den Mitteltönen aber undifferenziert sind.
OK, ich hoffe, ich hab das jetzt irgendwie wieder gradegezogen.
Morte
Hallo u_d,
welcher Thornton? Wie heißt das Buch? Danke!
u_d
Hallo u_d,
welcher Thornton? Wie heißt das Buch? Danke!
Barry Thornton, Edge of Darkness, oder Elements. Gibts leider nur noch antiquarisch. Letzteres meist zu phantastischen Preisen.
Der Mensch, der die Website von Thornton betreut hat, erhält die wohl als "Tribute to" aufrecht, wie ich grad gesehen hab. Da findet sich auch ein Artikel, der ein Auszug auf Edge of Darkness ist, in dem die Gardinenanalogie auftaucht:
http://www.awh-imaging.co.uk/barrythornton/unzone.htm
Morte
Danke! Hier kann man übrigens das Buch "Post Exposure" von Ctein kostenlos und vollständig als PDF runterladen, da steht auch ne Menge über Positivverarbeitung drin:
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http://ctein.com/booksmpl.htm
KlausWehner
Im Wesentlichen kann ich dir vollständig zustimmen.
Die Forderungen, die sich an ein ideales Negativ daraus ableiten, sind:
1. ausreichende Belichtung (in aller Regel mehr als die Nennepfindlichkeit)
2. die Negative zu einem solchen Kontrast entwickeln, dass sie sich durchweg mit Gradation 2...3 printen lassen.
Das ist schon das ganze Geheimnis, um gute, tonwertreiche Prints zu erreichen.
Da jeder mit unterschiedlichen Materialien und Geräten arbeitet, muss jeder seinen eigenen Weg finden.
Das ist nicht immer einfach. Herstellerangaben sind gelegentlich irreführend.
Es hilft, sich auf erprobte Produkte zu beschränken und sich damit wirklich einzuarbeiten.
Andere Fotografen wollen manchmal etwas anderes: experimentieren, ungewöhnliche Dinge machen, ausprobieren...
Das finde ich persönlich sehr interessant - ich betrachte das mit Sympathie.
Die kommen natürlich zu anderen Ergebnissen und Schlüssen.
Das sollte man aber differenzieren, sonst gibt es Missverständnisse.
Herzliche Grüße
Klaus
Morte
Das ist schon das ganze Geheimnis um gute, tonwertreiche Prints zu erreichen.
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Ich würde sagen: nein, das ist das Geheimnis, um ausgewogene Negative zu erhalten. Mit den Prints ist das wieder eine andere Nummer.
Ich habe mich lange mit so ziemlich den gleichen Problemen wie der Threadersteller herumgeschlagen. Weil ich eben auch mein Augenmerk auf die Schwärzen gelegt habe und die Lichter mittels Gradation versuchte in den Griff zu kriegen. Das Ergebnis: Abzüge, in denen vom tiefen Schwarz bis zum reinen Weiß alles vorhanden war, die aber kraftlos und ohne Biss wirkten. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie "blendeten", aber nicht leuchten. Ich fragte mich: was habe ich falsch gemacht? Ich habe doch alle Tonwerte im Bild enthalten! - Bis ich irgendwann ausgerechnet bei der Negativbearbeitung in Photoshop quasi zufällig entdeckte, dass die Bilder merkwürdigerweise umso mehr zu leuchten begannen, je dunkler ich sie mittels Gamma- bzw. Belichtungsregler in Camera Raw machte - mit gleichzeitiger kräftiger Kontrastanhebung. Was da entstand, war ansatzweise der Effekt, den ich z. B. bei den Bildern von Koudelka so liebe: fast etwas "schmutzig" wirkende, rauhe, aber umso plastischer wirkende helle/lichte Bereich im Bild, Kraft und Biss und Charakter. Das versuche ich nun in die Dunkelkammer zu übertragen - indem ich eine höhere Gradation verwende und länger belichte. So in etwa.
Was ich hier damit zu sagen beabsichtigte: ein "korrektes" Negativ genügt nicht für einen schönen Abzug. Die gängigen Faustregeln, man müsse Belichtungszeit und Gradation so einstellen, dass alle Tonwerte im Bild vorhanden seien; Schatten dürfen nicht so dunkel werden, dass keine Zeichnung mehr erkennbar ist und was es dergleichen noch gibt, genügen auch nicht. Meine Erfahrung bisher: Man habe Mut, kräftige, auch dunklere Abzüge zu erstellen. Mut zum Charakter, Mut zum Schatten und zum Geheimnisvollen. Dann hat man gute Chancen, statt belangloser, korrekter, aber "platter" Bilder eben dieses Geheimnis zu erzeugen und sichtbar zu machen, dass man bei der Aufnahme vor seinem Objekt spürte - wenn es denn so war.
Ich bin begierig, hierzu auch die Erfahrungen von Euch Menschen mit viel längerer Dunkelkammererfahrung zu lesen.
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P.S. u_d: schade, dass du gestern deinen doch recht interessanten Beitrag mit der Gardinenanalogie editiert hast. Ich fand diesen Vergleich sehr anschaulich.