ThomasPauly
[size=4][color=#000000][font=Calibri]Unterscheiden sich die verschiedenen Fixierbadrezepturen eigentlich in Bezug auf ihre Auswässerbarkeit? Kann ich z.B. die komfortable und wassersparende Ilford-Methode für die Wässerung von Filmen (die vom Hersteller natürlich nur für das hauseigene Produkte Hypam empfohlen wird) z.B. auf den Pulverfixierer Calbe A 300 übertragen, ohne Einbußen an Archivsicherheit zu riskieren?[/font][/color]
[color=#000000][font=Calibri]Hintergrund meiner Frage: Bei Fixierbad-Flüssigkonzentraten wird die Haltbarkeit in angebrochenen Flaschen in den Produktdatenblättern mit nur wenigen Monaten angegeben. Auch wenn sich die Hersteller hierbei vermutlich deutlich auf die sichere Seite begeben, überlege ich doch, in durchsatzarmen Zeiten vielleicht besser die gut lagerfähige, in Gebinden für je 1 l verfügbare Pulverchemie zu verwenden. Ich glaube aber, einmal gelesen zu haben, dass sich (bestimmte?) Flüssigrezepturen schneller auswaschen ließen als Pulverfixierer. Stimmt das überhaupt?[/font][/color][/size]
[size=4][color=#000000][font=Calibri]Gruß[/font][/color]
[color=#000000][font=Calibri]tepe[/font][/color][/size]
piu58
Die Auswässerungsgeschwindigkeit unterscheidet sich zwischen saurem und neutralem Fixierer, neutral wässert leichter aus. Ansonsten sind die Unterschiede gering.
SxDx
Bei Filmen kannst du die Wässerung nach der Ilford-Methode (oder jeder anderen Methode) auf alle Fixierer übertragen. Da wässert man ja eh in wenigen Minuten voll durch. Die Unterschiede sind vor allem bei Baryt ausschlaggebend, weil es schon eine schöne Sache ist, wenn man statt einer nur noch eine halbe Stunde wässern muss.
michael-kielgmxnet
Ein moderner Flüssig-Fixierer hält mit Sicherheit länger als ein paar Monate, sachgemäße Lagerung natürlich vorausgesetzt. Bei den von mir verwendeten Sorten (Rollei RXN für Papier und C41 und Agfa Agefix für den Rest) hatte ich noch nie Probleme mit der Haltbarkeit.
Der Calbe A300 ist ein Relikt aus Zeiten, als Schnellfixierer noch unbekannt waren. Die Fixierzeiten sind viel länger als bei einem modernen Fixierer, auch die Kapazität der Arbeitslösung dürfte geringer sein.
piu58
> hält mit Sicherheit länger als ein paar Monate, sachgemäße Lagerung
Ich hatte schon Probleme mit Fixierer, Schwefelausscheidungen (gelbliche Flocken). Wenn man den benutzt, bekommt man braunen Schlamm, ist also nicht zu empfehlen. Solche Ausscheidungen sind typisch für Fixierer und finden sich auf jeden Fall an lang benutzten Fixierbadflaschen.
Besonders kritisch ist die Lagerung in der Kälte. A300 ist wesentlich stabiler und kann auch bei großer Kälte jahrzehntelang aufbewahrt werden. Allerdings ist die Fixierzeit etwa doppelt so lang, muss man überlegen, ob man sich das antut.
hypeo
Allerdings ist die Fixierzeit etwa doppelt so lang, Muss man überlegen, ob man sich das antut.
Bei Filmen ist mir das so ziemlich egal, da ich sowieso maximal 2 pro Monat entwickle. Beim Papier könnte man jedoch, wenn man auch an die Teststreifen denkt, viel Zeit alleine durch die kürzere Fixierzeit sparen.
Ein moderner Flüssig-Fixierer hält mit Sicherheit länger als ein paar Monate, sachgemäße Lagerung natürlich vorausgesetzt.
Bei mir hält die Adofix Arbeitslösung (1+7) mindestens 1 Monat in der Flasche. Länger habe ich es nicht getestet, da ich in der Arbeitslösung sowieso nur 2 Filme fixiere, und sie deshalb spätestens nach einem Monat aufgebraucht ist.
Gelagert wird in einer Jobo Weithalsflasche, da Fixierer nicht (oder kaum?) oxidiert.
piu58
> Bei mir hält die Adofix Arbeitslösung (1+7) mindestens 1 Monat in der Flasche
Arbeitslösung ist unkritisch. Das Konzentrat zersetzt sich viel schneller.
ThomasPauly
Wie stelle ich überhaupt zuverlässig fest, wann Konzentrat oder Arbeitslösung durch Zeitablauf unbrauchbar geworden sind?
Für die Arbeitslösung kenne ich Fixierbadprüfstäbchen.
Aber für das Konzentrat?
SxDx
Solange das Konzentrat noch keine Schwefel-Ausfällungen zeigt, ist es noch gut. Es stirbt nicht nach und nach wie ein Entwickler, weil die relevanten Substanzen relativ unempfindlich sind.
hypeo
Solange das Konzentrat noch keine Schwefel-Ausfällungen zeigt, ist es noch gut.
Woran kann man diese erkennen? Die Adofix Flasche ist ja bekanntermaßen schwarz und wenn die Flasche ruhig steht, setzen sich diese Ausfällungen bestimmt "unsichtbar" am Boden ab.
SxDx
Wenn wirklich Zweifel bestehen, dann würde ich das Konzentrat in eine andere Flasche umfüllen, und die alte Plastikflasche aufschneiden. Man sieht das aber meist schon beim Auskippen.
Aber solange das Zeug noch nicht einige Jahre alt ist, würde ich mir keine Gedanken machen. Mir ist noch kein Fixierer innerhalb der 1-2 Jahre kaputtgegangen, die es dauert, bis ich das Konzentrat aufgebraucht habe. Und ich lasse den immer in der Plastikflasche, in der er kommt. Also kein Schutzgas und kein Umfüllen in kleinere Vorratsflaschen.
piu58
Das siehst du beim Ansetzen, es schweben dann so gelbliche Flöckchen drinnen. Wenn du das nach und nach verbrauchst, kippt der Fixierer auch nicht mit einem Mal um, sondern es wird immer schlimmer. Mit den ersten zarten Flöckchen kann man vielleicht noch leben. Was man beim Gebrauch erkennt ist, dass sich das Fix verfärbt, bräunlich-gelblich opak (kolloid) durch Silbersulfit. Fixieren tut das trotzdem noch, aber ich verwende so was dann nicht mehr. Bei schlimmerer Zersetzung bildet sich bei Gebrauch ein regelrechter Bodensatz (schwarz). So was ist natürlich eine richtige Gefahr, auch wenn das Zeuch nach wie vor fixiert: Filme können dadurch zerkratzen und Papieroberflächen auch.
piu58
- Doppelpost -
Morte
Bei schlimmerer Zersetzung bildet sich bei Gebrauch ein regelrechter Bodensatz (schwarz). So was ist natürlich eine richtige Gefahr, auch wenn das Zeuch nach wie vor fixiert: Filme können dadurch zerkratzen und Papieroberflächen auch.
Aha! Das ist endlich mal eine Erklärung für den silbrig-schwarzen Belag in meiner Plastikflasche mit dem verdünnten Fix (Adofix). Er arbeitet nach wie vor gut, dennoch habe ich mir das nicht erklären können.
Reicht es denn, für einen Neuansatz mit frischer Chemie die Flaschen mit einer Flaschenbürste zu reinigen, oder kontaminieren kleine Reste den Neuansatz?
piu58
> kontaminieren kleine Reste den Neuansatz?
Nein, Silbersulfit ist stabil und verändert sich chemisch nicht in frischem Fixierer. Es dürfen eben keine losen Bestandteile in der Schale/Dose schwimmen.
hypeo
Es dürfen eben keine losen Bestandteile in der Schale/Dose schwimmen.
Das heißt, wenn man diese losen Bestandteile ausfiltert - falls sie grob genug sind - gibt es nichts, das den Fixierer über die Zeit "zerstört" bzw. den Film schädigt?
piu58
> gibt es nichts, das den Fixierer über die Zeit "zerstört" bzw. den Film schädigt?
Ich kann keine chemisch schädliche Wirkung erkennen. Wenn der Fixierer freilich völlig oder fast völlig zersetzt ist, dann arbeitet er nicht mehr.
Thiosulfat wird durch Kochen von Sulfit mit Schwefel hergestellt.
Dieser Prozess ist umkehrbar und läuft v.a. in der Kälte bevorzugt ab (ist ja klar), und wird durch Zusatz von Säuren begünstigt.
Es entsteht dann wieder Sulfit und Schwefel. Silbersulfit ist fast nicht löslich, wenn auch nicht im selben Maße wie Silbersulfid und fällt aus.
dudestyle
ich hatte schonmal so trübe schleierschlieren im fixierer, also in der arbeitslösung, nachdem sie längere zeit rumstand. ich vermute mal das ist so eine ausfüllung.