hypeo
Hallo,
gibt es einen Grund, warum man die etwas teureren Ilford Filter vorziehen sollte oder bezahlt man bei Ilford nur den Namen?
Ich wollte erst gebrauchte aus der Bucht kaufen - aber als ich hier gelesen habe, dass solche Filter nur ca. 5 Jahre halten, habe ich das schnell verworfen.
Mir kommt es hauptsächlich darauf an, ob beide Filter gleichmäßig sind, d.h., dass es keine dunkleren und helleren Stellen auf den Abzügen durch eine schlechtere Verarbeitung gibt und dass die Belichtungszeitveränderung nach einem Wechsel möglichst gering sind.
Wenn ich durch die Ilford Filter weniger Teststreifen benötige, wenn ich von zwei ähnlichen Negativen zwei Abzüge mit leicht unterschiedlichen Filtern vergrößere, dann ist es mir den Aufpreis wert. Andernfalls würde ich das gesparte Geld in Fotopapier investieren. ;)
Gruß,
hypeo
piu58
> das solche Filter nur ca. 5 Jahre halten
Das kann man so nicht sagen. Im Regal liegend halten die Jahrzehnte. Aber Licht- und vor allem Wärmeeinwirkung im Vergrößerer machen den Farbstoffen den Garaus. Das sieht man an alten Filtern auch deutlich: Am Rande ist die Färbung noch in Ordnung.
Je nach Beanspruchung zwingt man diese Filter auch deutlich rascher in die Knie. Wenn man z.B. das Labor verlässt und vergisst, den Vergrößerer auszuschalten, dann ist der inliegende Filter einen Tag später merklich heller.
> beide Filter gleichmäßig sind, d.h., dass es keine dunkleren und helleren Stellen auf den Abzügen
Die Filter sind an einer Stelle im Strahlengang, wo sich kleinere Unregelmäßigkeiten nicht bemerkbar machen.
Die Unterschiede der Filtersets bestehen m.E. hauptsächlich darin, ob auch halbe Gradationen enthalten sind. Ich würde nicht nur mit vollen Stufen arbeiten mögen.
sputnik
Die Unterschiede der Filtersets bestehen m.E. hauptsächlich darin, ob auch halbe Gradationen enthalten sind. Ich würde nicht nur mit vollen Stufen arbeiten mögen.
Ein beachtenswerter Fakt wäre auch die Absorptionsstärke der Filter, die durchaus stark unterschiedlich ausfallen kann.
So schluckten die Kodak Polymax Filter bei G0 bis G3 nur etwa halb so viel Licht wie die Ilford Filter!
Das ist bei relativ unempfindlichen Papieren wie dem Fomatone MG FB oder dem hoffentlich bald wieder erhältlichen Forte Polywartone FB in Verbindung mit höheren Vergrößerungsmaßstäben ein unschätzbarer Vorteil.
Wie die Patersonfilter im Vergleich zu den Ilfordfiltern dastehen, weiß ich nicht. Vielleicht hat ja wer anders Erfahrungen diesbezüglich gemacht.
Wolf_XL
...wenn ich mir die Preise so anschaue, sind das durchaus Bereiche, für die ich in ebay - je nach vorhandenen Vergrößerungsgerät - auch einen Farbmischkopf bekomme... Manchmal hängt bei dem Preis sogar noch das Vergrößerungsgerät mit dran... ;-)
Urnes
Bei Ilford musst du auf jeden Fall bei den Gradationen 4 und 5 die Belichtung verdoppeln. Ansonsten halten die Filter, pfleglich behandelt, ziemlich ewig. I.d.R. verbringen sie die meiste Zeit im dunklen Schrank in der Packung. Und ich muss sagen die Preise sind nicht von schlechten Eltern. Mirko hatte früher immer noch Low-Budget Filter im Programm, die hatten zwar keine Zwischengradationen, waren aber auch nicht schlecht. Aber die gibt es wohl nicht mehr. Ansonsten arbeite ich aber auch lieber mit einem Farbmischkopf.
Gruss Sven.
hypeo
Danke für eure Antworten!
> das solche Filter nur ca. 5 Jahre halten
Das kann man so nicht sagen. Im Regal liegend halten die Jahrzehnte. Aber Licht- und vor allem Wärmeeinwirkung im Vergrößerer machen den Farbstoffen den Garaus. Das sieht man an alten Filtern auch deutlich: Am Rande ist die Färbung noch in Ordnung.
Je nach Beanspruchung zwingt man diese Filter auch deutlich rascher in die Knie. Wenn man z.B. das Labor verlässt und vergisst, den Vergrößerer auszuschalten, dann ist der inliegende Filter einen Tag später merklich heller.
Dann bin ich doch beruhigt. Wenn die Filter 10 Jahre halten sollten, wären das 4 €/Jahr, 33 ct/ Monat, 16 ct/Sitzung, 0,04 ct/Abzug. So gesehen wäre selbst eine Haltbarkeit von 5 Jahren preiswert.
Da ich für die Abzüge sowieso einen dunklen Schrank habe, wird das dunkle Lagern kein Problem sein.
...wenn ich mir die Preise so anschaue, sind das durchaus Bereiche, für die ich in ebay - je nach vorhandenen Vergrößerungsgerät - auch einen Farbmischkopf bekomme... . ;-)
Aber das ist dann kein Kondensor Vergrößerer ;)[size=4] Ich habe mich nicht wegen des Preises, sondern wegen dem Ergebnis und der Anwendung für einen mit Kondensor entschieden. Dafür nehme ich dann auch gerne ein paar Staubkörner mehr und das Wechseln der Filter in Kauf.[/size]
Bei Ilford musst du auf jeden Fall bei den Gradationen 4 und 5 die Belichtung verdoppeln.
Das heißt, dass ich von 00 - 3 1/2 identische Belichtungszeiten verwenden kann? Oder gibt es da auch Unterschiede?
Urnes
Das Ilford Handbuch sagt hierzu folgendes:
[font=sans-serif][size=1]
[size=4]"Die Arbeit mit den MULTIGRADE Filtern ist komfortabel, da sie[/size][/size][/font][font=sans-serif][size=1]
[size=4]über einen automatischen Dichteausgleich verfügen: Bei Filter-[/size][/size][/font][font=sans-serif][size=1]
[size=4]wechseln zwischen 00 und 3,5 verändert sich die einmal ermittel-[/size][/size][/font][font=sans-serif][size=1]
[size=4]te Belichtungszeit nicht, beim Einsatz der Filter 4 bis 5 ist diese[/size][/size][/font][font=sans-serif][size=1]
[size=4]Zeit nur zu verdoppeln (z.B. statt vorher 10 Sekunden mit Filter 3[/size][/size][/font]
[size=4]nun 20 Sekunden mit Filter 4)[/size]"
Wenn ich mich nicht ganz doll täusche kann man die Farbküpe auch auf die Kondensoren setzen, zumindest beim den alten Leitz Focomaten.
Gruss Sven.
hypeo
Danke Sven! Ich habe mir gleich mal das komplette Handbuch heruntergeladen.
[size=4]Zu den Paterson gibt es anscheinend keine Dokumentation und genauere Informationen bzw. ich habe weder bei Google noch auf der Homepage etwas gefunden, was genauer als die Beschreibung von Impex ist.[/size]
Alleine schon für das schöne Handbuch hat Ilford den Zuschlag verdient.
Hier steht übrigens ein schöner 6x6 Vergrößerer von Durst (F60), für den es keine Farbküpe gibt. Aber trotzdem eine interessante Idee.
Gruß,
hypeo
sputnik
Naja, das mit der "gleichen" Belichtungszeit ist so ne Sache.
Das haut relativ gut hin, wenn Dein mittleres Grau stimmt und die Lichter UND Schatten zu extrem oder zu lasch sind, denn darauf sind die Filter "geeicht".
Passen jedoch Deine Lichter und Deine Schatten sind zu flau, dann musst Du natürlich neben dem Einlegen des härteren Filters auch die Belichtungszeit etwas verlängern, weil sonst die Lichter ausbrennen.
Aber das merkst Du alles selbst ganz schnell, wenn Du erstmal angefangen hast.
Wolf_XL
...ich hatte mal 'nen Opemus V, da blieb der Kondensor auch unterm Farbmischkopf...
Man ist mit 'nem Farbmischkopf halt einfach flexibler und manche Dinge sind mit den Einlegefiltern nur sehr schwer zu realisieren - z.B. die Vergrößerung von in stainenden Entwicklern (Märsch Tanol o.ä.) entwickelten Filmen oder von Filmen a la Ilford XP-2 oder Kodak BW 400CN. Da stimmt dann die Gradation halt einfach nicht mehr...
pittyman
...ich hatte mal 'nen Opemus V, da blieb der Kondensor auch unterm Farbmischkopf...
Hallo Wolf,
könntest Du die 'Konstruktion' Kondensor & Farbmischkopf mal genauer erklären, klingt
nämlich interessant?!
Liebe Grüße
Dirk
Wolf_XL
...beim Opemus wird das Licht vom Farbmischkopf in einer Ulbricht-Kugel gemischt und durch den Kondensor geleitet. Das Interessante daran ist halt die Ulbricht-Kugel (http://de.wikipedia.org/wiki/Ulbricht-Kugel), die meines Wissens nur im Opemus zum Einsatz kommt und sich von einer herkömmlichen Mischbox unterscheidet.
hypeo
Ich zitiere
aus Wikipedia:
[color=#000000][font=sans-serif][size=3]Die in der Ulbricht-Kugel gestreute Strahlung ist nahezu ideal diffus, sie erfüllt das [/size][/font][/color]Lambertsche Gesetz[color=#000000][font=sans-serif][size=3] (auch Lambert-Verteilung genannt) weitaus besser, als dies durch [/size][/font][/color]opakes [color=#000000][font=sans-serif][size=3]Material ([/size][/font][/color]Milchglas[color=#000000][font=sans-serif][size=3]) oder eine plane diffus reflektierende Platte möglich ist.[/size][/font][/color]
[color=#000000][font=sans-serif][size=3]…[/size][/font][/color]
Wenn ich mich nicht täusche, widersetzt sich das doch dem Prinzip eines Kondensor-Vergrößers, der das Bild direkt und mit allen Kratzern, dem Filmkorn und den Staubkörnern ohne Gnade auf das Papier vergrößert.
Urnes
Ja, die obere Hälfte der Kugel mit dem Lampenfassung wird abgenommen und der Farbkopf drauf gesetzt, ggf. mit Hilfe eines Adapters. Bei den Focomaten verbleibt der Kondensor im Vergrößerer.
Wiedersprechen tut sich da eigentlich nichts. Staub und Kratzer siehst auch mit dem Farbmischkopf egal ob mit oder ohne Kondensor. Fingerabdrücke auch. Manchmal wird der Mischvergrößerer auch härter, wenn du ein besseres Objektiv reinsetzt. Abhängigkeiten gibt es da viele. Und letztendlich muss jeder nach seinem Geschmack entscheiden. Aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass viele Unterschiede im Print nur marginal sind und nur im direkten Vergleich mit einem zweiten auffällt.
Gruss Sven.
Wolf_XL
...das eine hat mit dem anderen nichts zu tun - ob vor dem Kondensor jetzt eine nicht-diffuse Glühbirne oder das diffuse Licht des Opemus-Farbmischkopfs sitzt, ist letztendlich egal - der Kondensor sorgt dafür, dass aus dem diffusen Licht ein gebündeltes wird...
Aber auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Objektiv einen weitaus größeren Einfluss auf das Positiv hat, als das Lichtprinzip des Vergrößerers...
hypeo
[size=3][size=4]
[/size]
...das eine hat mit dem anderen nichts zu tun - ob vor dem Kondensor jetzt eine nicht-diffuse Glühbirne oder das diffuse Licht des Opemus-Farbmischkopfs sitzt, ist letztendlich egal - der Kondensor sorgt dafür, dass aus dem diffusen Licht ein gebündeltes wird..
Und wieder etwas gelernt.[/size]
[size=4]Manchmal wird der Mischvergrößerer auch härter, wenn du ein besseres Objektiv reinsetzt. Abhängigkeiten gibt es da viele. Und letztendlich muss jeder nach seinem Geschmack entscheiden. Aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass viele Unterschiede im Print nur marginal sind und nur im direkten Vergleich mit einem zweiten auffällt.[/size]
Wenn Mischvergrößerer und nicht-diffus...Vergrößerer, mit demselben Objektiv, bei identischer Blende, dasselbe Negativ, bei maximalen Härteeinstellungen, unter Verwendung desselben Entwicklers, mit denselben Entwicklungszeiten, vergrößern, kann - soweit ich einen Thread in einem anderen Analogforum richtig verfolgt habe - der Mischvergrößerer nicht härter als der Kondensor-Vergrößerer sein, außer, die MG-Filter sind schon sehr aufgehellt oder die Opallampe verhindert es auf Grunde einer Farbtemperaturschwankung.
Aber mit deiner Aussage hast du natürlich recht ;)
Die Frage ist doch: Ab welcher Größe fällt dieser Unterschied zwischen diffus und nicht-diffus - wenn dasselbe V-Objektiv verwendet wird - deutlich auf?
Letztendlich ist es bestimmt auch Geschmackssache. Für den einen ist der Unterschied marginal - der andere schwärmt davon.
Das i-Tüpfelchen.
Gruß,
hypeo
Commander8x
...beim Opemus wird das Licht vom Farbmischkopf in einer Ulbricht-Kugel gemischt und durch den Kondensor geleitet. Das Interessante daran ist halt die Ulbricht-Kugel (
http://de.wikipedia..../Ulbricht-Kugel), die meines Wissens nur im Opemus zum Einsatz kommt und sich von einer herkömmlichen Mischbox unterscheidet.
Das kann man nicht so generell sagen. Habe gerade in meinen Opemus 4 reingeschaut, da ist keine Ulbricht-Kugel, sondern ne simple Lampenfassung in einem schwarz mattierten Lampenhaus. Im 6er sieht das genauso aus.
Die Ulbricht-Kugel wurde in den frühen Modellen verwendet (Opemus 1+2, Magnifax 1, und auch bei dem Adjutar aus DDR-Produktion, wenn ich richtig liege). Man erkennt das an der Justiermöglichkeit oben auf dem Lampengehäuse (oftmals ein Stab) zur Justage der Opalbirne im Zentrum der Kugel.
Wolf_XL
...die Ulbricht-Kugel ist in den Farbmischköpfen - im normalen sw-Kopf macht 'ne Ulbricht-Kugel keinen Sinn..
Commander8x
...also in dem Color 3-Farbkopf des Opemus 6 ist definitiv keine Ulbrichtkugel. Da sind diese Styropor-Mischboxen eingesteckt.
Wie es in dem Meochrom-Farbkopf des Opemus 5 aussieht, weiß ich nicht, keine Lust zu suchen und zu schrauben.
Die beiden Vergrößerer sind aber verschieden, da hast Du recht. Während man beim Opemus 5 den Farbkopf auf den Kondensor setzt, muss man den Kondensor beim 6er vorher entfernen.
Sinn macht das aber durchaus für Farbe und SW, denn eine gleichmäßig ausgeleuchtete Flächenlichtquelle ist für jede Art von Vergrößerung schön; wer hat schon gern dunkle Bildecken auf seinem Print? Diesen Zweck erfüllen beide, Ulbrichtkugel und Mischkammer, die Ulbrichtkugel vielleicht etwas besser. Das Dilemma der Halogenlampen im Vergrößerer ist ja, dass sie annähernd punktförmig ist.
In einem muss ich mich korrigieren: die alten Vergrößerer hatten nur eine Kondensorlinse, und da muss die Lichtquelle auf der konvexen Seite genau im Brennpunkt justiert sein.
Gruß Matthias
Commander8x
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