Photux
Moin zusammen,
die Streifen, wie auf dem Bild zu sehen (hier senkrecht, da Hochformat), hatte ich schon öfter auf Negativen, hier sind sie aber besonders deutlich. Wie einfache "Telegrafendrähte" sehen sie mir nicht aus, eher wie irgendwelche Rückstände von Flüssigkeiten.
In diesem Beispiel handelt es sich um einen Fomapan 100 (Kleinbild), entwickelt in D-76 1+1, anschließend mit Wasser gestoppt, Superfix 1+9, Wässerung, gründliches Abwaschen mit dest. Wasser und Mirasol 1+400. Mit anderen Filmtypen trat das Problem genauso auf, Chemikalien verwende ich meistens die gleichen (nur selten mal Rodinal statt D-76).
Vielleicht hat ja jemand eine Idee, woher diese Streifen kommen. Sie lassen sich zwar in Gimp entfernen, aber gleich sauber zu arbeiten wäre mir noch lieber.
Danke und Gruß aus Hannover
Olivinyl
Hallo,
das sieht aus wie Schlieren die nach dem Trocknen sich auf der Emulsionsseite gebildet haben.
Ich gehe davon aus wenn welche auf der Blankseite sind, das du diese mit einem Microfasertuch auf dem trockenen Film abgeputzt hast.
Ich lese das du dest. Wasser und Mirasol genommen hast, das ist ja die beste Lösung.
Hast du vielleicht zuviel Mirasol genommen?
Ich hatte dieses Problem auch schon, aber nur bei Lucky SHD und ganz leicht bei Kodak Technical Pan.
Ich habe nochmals kurz (2-3 Minuten) nachgewässert, nochmals Mirasol und dann den Film mit einem Filmabstreifer "abgezogen". Einen Filmabstreifer benutze ich aber in der Regel nicht und lasse den Film Tropfnass in der Dusche trocknen.
Ich habe aber selbst festgestellt, das diese Schlieren auch meist nur beim Scannen sichtbar sind. Bei Vergrößerungen sind diese mir noch nie wirklich aufgefallen (bis auf bei Lucky SHD)
LG Oliver
piu58
Netzmittelabläufe, kaum wieder zu entfernen.
Meine Methode
- gaaanz wenig Netzmittel, 1 ml / 500 ml Wasser
- Den Film 2x durch Küchenpapier zeien, dadurch wird er fast trocken. Küchenpapier fusselt nicht, und die Filme halten das gut aus. (Bei MF aber schwierig, da nehme ich einen Abstreifer)
- Vorsicht beim Aufhängen, dass man nicht mit nassen Fingern die obersten Negative wieder kontaminiert.
Gut getrocknete Filme haben auf der Rückseite einen leicht bläulichen Hauch, ähnlich der Vergütung einer Linse.
sputnik
Bei Vergrößerungen sind diese mir noch nie wirklich aufgefallen (bis auf bei Lucky SHD)
Dann vergrößerst du aber sicher mit Mischlicht, oder? Da verschwinden selbst kleine Kratzer wie von Zauberhand.
Mit Kondensor sieht man bei mir ALLES. Auch kleine Trockenflecken.
Aber ich mache glücklicherweise eh so gut wie alles mit Mischlicht, weil mir das Wechseln von Einlegefiltern beim Splitgrade zu nervig ist.
Olivinyl
Bei Vergrößerungen sind diese mir noch nie wirklich aufgefallen (bis auf bei Lucky SHD)
Dann vergrößerst du aber sicher mit Mischlicht, oder? Da verschwinden selbst kleine Kratzer wie von Zauberhand.
Mit Kondensor sieht man bei mir ALLES. Auch kleine Trockenflecken.
Aber ich mache glücklicherweise eh so gut wie alles mit Mischlicht, weil mir das Wechseln von Einlegefiltern beim Splitgrade zu nervig ist.
Ich hatte vorher einen Durst M301 Kondensorvergrößerer. Da konnte man wirklich fast jeden "Dreck" sehen, nur scannen ist noch schlimmer.
Inzwischen habe ich auch einen Mischlichtvergrößerer zugelegt. Der Grund ist auch einfach erklärt: 6x6 möglich, etwas unempfindlicher bei Staub und Kratzer und der Hauptgrund: keine Filtereinlegerei mehr.
Der Lucky SHD z.B. hatte immer irgendetwas. Wasserflecken oder Streifen oder sogar beides.
Ich habe noch keinen Foma Film benutzt, aber ist der denn auch so empfindlich wie der Lucky?
LG Oliver
Morte
Zum Thema Netzmittelflecken:
Ich habe gleich zu Anfang meiner Selbstentwickel-Karriere in einer seriösen Anleitung gelesen, man solle ca. 25 % weniger Netzmittel verwenden, als lt. Packungsanweisung empfohlen wird. Ich benutze Adostab. Da steht 20+1 in der Anleitung. Ich nehme schon immer auf 500 ml Wasser statt 25 ml Adostab (= 20:1) nur 20 ml. Das funktioniert wunderbar, keine Netzmittel- und auch keine Kalkflecken, und das bei dem ultraharten Wasser hier in Berlin. Außerdem hält so das Netzmittel etwas länger ...
sputnik
Wow. Du bist echt mutig. Seit ich in Berlin wohne nehme ich NUR noch Aquadest für's Netzmittelbad. Nicht nur des Kalkes, sondern auch des vielen Drecks wegen, der aus der Leitung kommt.
Selbst Negativentwickler setze ich hier nicht mehr mit Leitungswasser an, weil die Stammlösungen plötzlich nur noch einen Bruchteil DER Zeit hielten, die ich von früher gewohnt war. :-(
ultra8
Ich würde mir dann Gedanken um einen neuen und vernünftigen Wasserfilter machen, das kommt dem Kaffeesatzlesen auch zu Gute.
sputnik
Das würde aber nicht das Problem der geringen Haltbarkeit der Stamm-lösungen lösen.
ultra8
Dann lasse das Wasser doch analysieren und konfrontiere mit dem Ergebnis, dass sicherlich an einer Stelle schlecht ausfällt, deine Stadtwerke?!
Morte
Sowas, wie von Sputnik beschrieben, hängt natürlich auch von den Wasserleitungen im Haus ab, die können sehr unterschiedliche Zustände haben ...
Wie gesagt, mache ich das seit langem so und würde längst gegengesteuert haben, wenn es irgendwelche Qualitätseinbußen beim Negativ gäbe. Es ist sogar so, dass ich ganz zu Anfang, bevor ich den Tipp mit der verringerten Konzentration las, ein paar Mal tatsächlich Netzmittelrückstände auf dem Film hatte. Das ist etwa so, wie wenn man beim Abwaschen zu viel Spülmittel verwendet und das dann auf den Weingläsern sieht. Zu viel ist nie gut.
Auf jeden Fall kann man, wenn man denn solcherlei Probleme mit Flecken hat, das ruhig mal probieren und ggf. den örtlichen Umständen und seinen Gewohnheiten anpassen. piu/Uwe macht das eben z. B. mittels ultrastarker Verdünnung und anschließendem Abstreifen mit Küchenrolle. Ich gehe ungern an die nasse Emulsion, bin da einfach etwas ängstlich, und habe halt meinen Weg zu klaren, sauberen Negativen gefunden. Es gibt sicher noch andere Möglichkeiten. Bruce Barnbaum etwa rät, die nassen Filme mit einem weichen Lederläppchen abzureiben. Wenn das nicht funktionieren würde, hätte er das sicher nicht so veröffentlicht. Ich würde es trotzdem nicht so machen. Hätte einfach ein ungutes Gefühl. Also: Man muss sich durch die Tipps durcharbeiten, bis man seine Methode gefunden hat. Eine Binsenweisheit ... aber immer wieder beruhigend: Es gibt keine Universalmethode.
Photux
Netzmittelabläufe, kaum wieder zu entfernen.
Meine Methode
[...]
Danke für die Antwort! Mirasol habe ich etwa nach Anleitung angesetzt, werde es mal mit dest. Wasser weiter verdünnen (oder gleich neu ansetzen, selbst das Minifläschchen hält ja ohnehin ewig).
Die Methode mit dem Küchenpapier werde ich mal versuchen. :) Einen Filmabstreifer besitze ich nicht, hätte zu große Angst damit die Emulsion zu beschädigen. Bislang habe ich die Filme einfach tropfnass über der Badewanne aufgehängt und am nächsten Morgen abgenommen.
sputnik
Dann lasse das Wasser doch analysieren und konfrontiere mit dem Ergebnis, dass sicherlich an einer Stelle schlecht ausfällt, deine Stadtwerke?!
Das ist ja sicher gut gemeint Jörg, aber ich finde das Aufwand-Nutzen-Verhältnis bei Benutzung von Aquadest im Vergleich zu Wasseranalyse und allem was dranhängt, aber definitiv besser. Ich bin ohnehin keiner, der sich gern irgendwo beschwert, weil dies und das nicht nach seiner Nase ist.
Gegen unser Wasser ist an sich nichts zu sagen. Ich trinke es jeden Tag.
Für Negativchemie und das Netzmittelbad ist es halt nicht so gut zu gebrauchen. So what? Aquadest und gut. Ich wüsste nicht, warum ich da nun irgendwo einen Aufriß machen sollte.
Wenn ich es nicht zum Wässern meiner Fotos benutzen könnte, sähe meine Unzufriedenheit natürlich anders aus, denn ich verarbeite ausschließlich Baryt und wässere durchweg fließend.
DAS würde mit Aquadest ordentlich ins Geld laufen. ;-)
ThomasPauly
Überdosiertes Netzmittelbad als vermutliche Ursache kann ich bestätigen. Derartige Spuren habe ich ebenfalls schon produziert. Sie zeigten sich auf der Trägerseite, ließen sich aber feucht abwischen.
Sehr hartes Wasser liegt in meiner Region ebenfalls vor (daher auch die Idee, das Netzmittelbad nicht zu schlapp anzusetzen - mit dem bekannten Resultat). Da das Wasser ja abperlt und eben keine kalkhaltigen Tropfen auftrocknen lässt, ist das normalerweise aber kein Problem.
Zum Abstreifen gibt es unterschiedliche Ansichten. Ich habe früher Tetenal Drysonal benutzt und die Filme mit einem Filmabstreifer abgezogen. Drysonal gibt es m.W. nicht mehr. Im Netz habe ich für den Selbstansatz eines Schnelltrocknungsmittels die Empfehlung 1 l demineralisiertes Wasser + 1 ml Agepon + 50 ml Isopropylalkohol gefunden (selber aber nicht ausprobiert). Allerdings ist das gleichmäßige Abstreifen nicht so einfach und ein Restrisiko der Schichtbeschädigung bleibt. Deshalb bin ich wieder davon abgekommen. Für EFKE-Filme ist es wegen der verletzlichen Schicht ohnehin tabu.
Fazit: Analogfotografie ist ohnehin visuelles slow food. Da soll es an ein oder zwei Stündchen mehr für die Trocknung nicht scheitern. Soviel Zeit muss sein.
Grüße
tepe
Wolfgg
Probleme mit dem Ansatzwasser kann man sich heutzutage doch so leicht vom Hals schaffen. Holt euch aus der Bucht eine Umkehrosmoseanlage, so ein 3-stufiges Modell reicht, das gibt es schon für wenige 10 Euro, und damit kann man pro Stunde locker 10 Liter reinstes Wasser herstellen, beste Qualität für Fotochemie. Dann sind alle aus dem Wasser kommenden Probleme beseitigt. So ein Ding kann 10 Jahre funktionieren, bis es ersetzt werden muss. Erzeugt auch bestes Trinkwasser (etwa wie Gletscherwasser aus 4000m Höhe).
Gruß Wolfgang
Gucker
Habe die Erfahrung mit den Schlieren auch schon gemacht. Ich messe den Anteil Netzmittel (Mirasol) eigentlich nicht, sondern gebe drei Tropfen in 350 ml destilliertes Wasser. Damals bei den Schlieren waren's sechs Tropfen und das war schon zu viel.
Apropos destilliertes Wasser: bei uns läuft von Zeit zu Zeit der Wäschetrockner - das kondensierte Wasser von diesem durch einen Kaffeefilter - schon hat man's umsonst und der Trockner hat somit für mich auch eine Daseinsberechtigung.
Als Tipp noch: wo man um destilliertes Wasser überhaupt nicht herumkommt, ist das Kaliumpermanganat-Bleichbad bei der Umkehrentwicklung; mit Leitungswasser (Alpen) bekommt man regelmäßig verteilte Punkte im Positiv.
Olivinyl
Hallo zusammen,
das "destillierte Wasser" aus dem Wäschetrockner zu nehmen kann ich nicht wirklich empfehlen.
Das Wasser ist fast frei von Kalk und Mineralien, aber durch die Konstruktion eines Kondenstrockners (nicht Abluft- oder Wärmepumpentrockner) "verseucht" durch andere Rückstände.
Das Wasser sammelt sich in einer Auffangwanne unterhalb des Gerätes. In dieser sammelt sich das Wasser und wird bei Erreichen eines bestimmten Wasserpegels in den Auffangbehälter gepumpt (oder in den Abfluss).
Da diese Auffangwanne unter dem Gerät offen ist, sammelt sich dort jede Menge Staub und Dreck. Da diese Wanne nie gereinigt wird, bilden sich dort jede Menge Pilze, Keime und Mikroorganismen.
Da bringt der Kaffeefilter für die groben Schwebstoffe auch nicht wirklich viel...
LG Oliver