MirkoBoeddecker
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Die ADOX Fotowerke haben einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung größerer Unabhängigkeit unternommen.
Zur langfristigen Absicherung der Verfügbarkeit von Planfilm Verpackungen haben wir unseren Vorlieferanten für Planfilm und Fotopapierschachteln aufgekauft und so vor der drohenden Insolvenz gerettet.
Sicherlich wird sich der eine oder andere jetzt fragen warum es so schwierig ist so eine paar Schachteln zu organisieren.
Die Antwort liegt in unserem Wohlstand begründet. In Europa ist in den letzten Jahrzehnten der Grad an menschlicher Arbeit konstant gesunken und wurde durch eine Kombination aus menschlicher Arbeit und maschineller Unterstützung ersetzt. So konnte die Produktivität gesteigert und unser Wohlstandsniveau gehalten werden. Selbstverständlich gibt es viele Hersteller von Kartonverpackungen und selbstverständlich können diese auch jede beliebige Form herstellen. Das machen sie auf hochmodernen, vollautomatischen Anlagen. Sie können das auch zu einem guten Preis machen aber erst ab ca. 10.000 Verpackungen pro Größe/Sorte.
Wir benötigen aber für das Papier:
10x15/100
13x18/25
13x18/100
18x24/25
18x24/100
8x10"/25
8x10"/100
8x20/100
24x30/50
24x30/100
11x14"/25
11x14"/50
30x40/25
30x40/50
40x50/25
40x50/50
50x50/25
50x60/50
70x100/10
Sowie weitere Sonderformate
und für den Planfilm:
6x9
Half plate
Full plate
9x12
4x5
8x10
8x20
11x14
30x40
plus weitere Sonderformate
Davon werden einige Größen in weniger als 10 Packungen pro Jahr benötigt.
Mindestproduktionsmengen von 10.000 Stück bringen uns rein gar nichts.
Das geht nicht einmal für 24x30.
Wir haben daher mit einer Manufaktur zusammen gearbeitet die auf Maschinen arbeitet welche teilweise noch aus der Kaiserzeit stammen (siehe Bild).
Die modernste Maschine ist von 1982.
Diese Arbeitsweise hat es erlaubt mit maschineller Unterstützung und einem moderaten Anteil an Handarbeit eine große Vielfalt an Verpackungen zu einem vertretbaren Preis (wenngleich höher als die maschinelle Fertigung von 10.000 Stück) herzustellen.
Durch unsere strategische Investition, stehen alle Maschinen jetzt im Eigentum der ADOX Fotowerke, verbleiben aber vorerst an ihrem Standort. Für einen gewissen Zeitraum fertigt unser Vorlieferant noch die Verpackungen für uns. In der Zwischenzeit werden wir hier die Möglichkeiten schaffen die Produktion selber zu übernehmen.
Man fühlt sich hier manchmal wie in einem Industriemuseum ;-)
Viele Grüße,
Mirko
Urnes
Damit lassen sich dann bestimmt auch schöne Präsentionsboxen herstellen, oder? :)
Gruss Sven.
Morte
Hallo Mirko,
ich find das gut. Nicht nur vom sozialen und wirtschaftlichen Aspekt her. Ich mag auch den Gedanken, dass es noch Leute gibt, auch in der produzierenden Wirtschaft, die gute alte, gepflegte Maschinen nicht einfach verschrotten. Da steckt eine Menge Wissen, Erfahrung und Entwicklung drin, die uns heute, da wir von permanent veralteten Plastikcomputern umgeben sind, wirklich schnell verlorengehen wird. Wenn wir uns nicht bewusst für sie entscheiden.
Hut ab. Und danke für Euer Engagement.
HenningH
Von mir auch ein großes Kompliment für diese Entscheidung!
Und ich fände es gut, wenn man die Schachteln (vor allem in 13x18) dann auch leer kaufen könnte. Dann bekomme ich endlich Ordnung in meine Klein-Abzüge.
Gast
Gute in Investition in die Zukunft !
Tandemfahren
Bei dem Bild bin ich mir nicht sicher, ob ich mich so bemmeln sollte, wie ich mich bemehle. "Es wird höflichst ersucht, die Maschine sehr rein zu halten und stets gut zu fühlen!"
Abgesehen von dem H in "fühlen" :-)... besser kann man die Botschaft eigentlich kaum formulieren. Beeindruckt mich sehr.
Hoffentlich müssen wir jetzt in Zukunft nicht lauter Fotopapier in "häufigen" Kartons kaufen...
peterkrumm
Dein Engagement und die Risikobereitschaft ist beeindruckend. Hoffentlich können wir, die Kunden, zum Erhalt ausreichend beitragen.
adophil
Hoffentlich können wir, die Kunden, zum Erhalt ausreichend beitragen
Ja, das hoffe ich auch. Würde das doch bedeuten, dass die Produkte, die angedacht waren, bzw. es noch immer sind, verfügbar wären. Dennoch, ich gratuliere zu dem Coup und wünsche weiterhin ein glückliches Händchen. Wer weiß, vielleicht klappt es ja so überraschend, wie mit dem CHS II. Hut ab, auch schon im Voraus!
MirkoBoeddecker
Hoffentlich müssen wir jetzt in Zukunft nicht lauter Fotopapier in "ähnlichen" Kartons kaufen...
Mann "fühlt" die Maschine in den Lagern und nicht auf der Kartonlauffläche ;-)
Außerdem soll man sie ja "sehr rein halten".
MirkoBoeddecker
Und ich fände es gut, wenn man die Schachteln (vor allem in 13x18) dann auch leer kaufen könnte. Dann bekomme ich endlich Ordnung in meine Klein-Abzüge.
Oh, ach ja? Na das ist kein Problem. Werde ich am Montag einstellen. Das Lager ist voll ;-)
TiMo
Das Schild ist jedenfalls der Brueller. Alleine deswegen wuerde ich mir schon die Maschine kaufen wollen.
Gut zu wissen, dass ihr euch in der Richtung abgesichert habt. An die sltsamsten Dinge muss man wohl mittlerweile denken.
Ich werdet noch massig Kartons haben, aber wenn ihr neue fuer Papier anfertigt, dann duerfen die ruhig ein paar Millimeter groesser sein. Nach dem Transport sind gerne mal die Ecken eingerissen, bzw die Papierboegen gewoelbt (bei den groesseren Formaten).
Timgruss
Steffen
Hallo
um die Größenvielfalt zu reduzieren, könnte man auch ein kleineres Format in die nächstgrößere Packung stecken.
z.B.
10x15-Papier auch in die 13x18-Schachtel
18x24-Papier auch in die 8"x10"-Schachtel
usw.
Bei etwas zu großen Schachteln muss man das Papier nicht so reinquetschen nachdem man ein Blatt entnommen hat.
Meine Lichtschutzfolienorigamikünste sind miserabel und lade mein Papier daher immer in die nächstgrößere Schachtel um.
Viele Grüße
Steffen
bernhardmangelsgmxde
"Es wird höflichst erbeten..."
- da wünscht man sich ja schon fast den Kaiser zurück!
WolfgangF
Hallo Mirco,
auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt sowie zu Deiner immensen unternehmerischen Aktivität.
Ähnliche Gedanken hatte wohl Harman/Ilford, als sie im Winter von Ferrania die Maschinen zur Herstellung von Kleinbildfilmpatronen kauften, um deren Produktion für die Zukunft zu sichern.
Was ist eigentlich mit der Produktion von Rollfilmspulen, 120 und 127? Ist das normaler Spritzguss, den jede kunststoffverarbeitende Firma machen kann?
Viele Grüße und weiter viel Erfolg
Wolfgang
MirkoBoeddecker
Hallo Wolfgang,
bei den 120er Spulen haben wir uns abgesichert, 127er sind nicht mehr zu bekommen. Die wurden ebenfalls in einer Manufaktur von Hand gefertigt (Messingnippel von Hand feilen und ankleben=extremer Aufwand). Dadurch, dass Fotokemika die 127er Schneid- und Signiermaschinen bei "Nacht und Nebel" verschrottet hat, wüsste ich nicht wie man dieses Format noch einmal wieder auflegen sollte. Der Markt ist wesentlich kleiner als Pocket Filme und die wenigen die das Format benötigen können sich durch wiederbefüllen alter Spulen/Papiere die nächsten Jahre ganz gut versorgt halten. Daher würde eine Investition in neue Maschinen mit Sicherheit ein finanzielles Desaster.
Viele Grüße,
Mirko
WolfgangF
Hallo Mirko,
danke für die Antwort. Schade, dass die 127er Maschinen weg sind.
Meinst Du mit Wiederbefüllen der Spule/Papiere, einen 120 Film, nur den Film, z.B. mit Cuttermesser zurechtschneiden und an die entsprechende Stelle in das Papier des alten 127er kleben?
Oder ist es möglich, den kompletten Film mit Papier schmaler und kürzer zu schneiden?
In einer Rollei News aus den 80igern, wahrscheinlich als der Eiserne Vorhang den Zugang zu Fotochemika unmöglich machte und Kodak die letzten 127er produzierte, bot ein Amateurfeinmechaniker eine Handschneidemaschine an, um 120ziger auf 127 zu schneiden.
Wenn ich den Artikel finde, poste ich ihn mal. Das ist zwar Geschichte, aber vielleicht für den einen oder anderen Bastler interessant.
Viele Grüße Wolfgang
Wolf_XL
...das größte Problem beim sind tatsächlich die Spulen. Denn die Spulen mit dem Messingnippel sind nicht besonders haltbar. Die halten höchstens drei- bis vier Aufspulvorgänge aus - dann dreht sich der Messingnippel mit und es ist Ende Gelände. Man sollte daher seine Vollmetall 127er Spulen hüten wie seinen Augapfel - die Spulen mit dem Messingnippel taugen nicht als Leerspule...
WolfgangF
Der besagte Artikel erschien in Rollei Fototechnik News 2/1997, Seite15, 16.
Wolfgang
HenningH
Und ich fände es gut, wenn man die Schachteln (vor allem in 13x18) dann auch leer kaufen könnte. Dann bekomme ich endlich Ordnung in meine Klein-Abzüge.
Oh, ach ja? Na das ist kein Problem. Werde ich am Montag einstellen. Das Lager ist voll ;-)
Ist das passiert? Oder bin ich zu blöd zum Suchen?
RolandLindner
Ich hätte den Wunsch, dass das Schachtelformat um ein paar Millimeter größer wird. Die Adox Schachteln sind relativ eng, und verbiegen sehr leicht die Ecken und Ränder. Ich fülle das Papier immer in Ilford Schachteln um, Ilford hat immer etwas größere Schachteln.