Robin_
Hallo liebe Forumsgemeinde,
bevor ich loslege stelle ich mich kurz vor. Ich bin der Robin, 23 Jahre jung und bin seit nem knappen Jahr auch "selbstentwickler".
So jetzt zu meiner Frage. Ich hab im Frühjahr ein paar Familienfotoabzüge gemacht und meiner Schwiegermutter geschenkt. Als ich gestern dort
zu Besuch war, hab ich mir die Bilder nochmal angesehen. Ich habe entdeckt, dass der Fotorand d.h. kurz bevor das Bild in den weißen Rand
übergeht leicht bräunlich ist (ca 1mm). Aber eben nur am Rand. In der Bildmitte ist nichts zu sehen. Hab ich es etwa zu kurz fixiert? Ich nehm Tetenal Superfix 1+9 und bewege mich so um 2 min fix Zeit. Mache auch in regelmäßigen Abständen den Fixierzeittest. Das müsste doch normalerweise reichen. Die angesprochenen Abzüge sind aus PE Papier.
Ich hab bei meinen Bildern soetwas noch nicht erlebt. (Hängen allerdings auch nicht an der Wand).
Danke schonmal im Voraus. Grüße,
Robin
piu58
Welches Papier ist das? Foma? Dieses neigt dazu. Kann man nicht für Abzüge nehmen, die lange Zeit hinter Glas an der Wand hängen sollen.
Wahrscheinlich benutzt Foma die Papierunterlage für Farbpapier, welche TiO2 enthält. Dieses - lang bekannt - erzeugt Bilddegradationen. (Entstammt einer Diskussion mit Mirko, der alle Papierhersteller für PE kennt: Es ist nämlich weltweit nur einer.)
Robin_
Oh, das ist ja interessant. Ja der eine Abzug ist definitiv Fomaspeed, der andere könnte aber evtl. auch Ilford sein. Kann ich nicht mehr genau sagen.
Verhalten sich alle Foma Papiere so oder nur gewisse PE- Sorten.
Entgegenwirken kann man dem nur indem man die Bilder ins Album legt und nicht an die Wand hängt oder?
Grüße
Olivinyl
Hallo zusammen,
das ist aber interessant. Ich wollte mich Ende des Jahres mit neuem PE Papier eindecken.
Ich hätte aber in 10x15, 13x18 und 18x24 MCP genommen.
Was hat denn Titandioxid für eine Funktion in Farbträgerpapier?
Sorgt der "günstige" Farbpapier-PE-Träger für den Preisunterschied?
LG Oli
piu58
> Sorgt der "günstige" Farbpapier-PE-Träger für den Preisunterschied?
Wahrscheinlich. Farbpapier wird ja in viel größeren Mengen hergestellt.
> Titandioxid für eine Funktion
Als Weiß-Grundierung, anstelle des Bariumsulfates ("Bayt").
Das von dir beobachtete Verhalten hatte ich mit Foma-Papier auch. Es kommt eben häufig vor, dass "Familienbilder" irgendwo jahrelang hinter Glas stehen. Ausführlich beschrieben wurde es von Ctein in seinem Buch "Post Exposure" aus dem Jahr 2000. In den 90ern hat Ctein großangelegte Experimente zu diesem Thema gemacht. Selen-Tonen vermeidet das Problem übrigens, wahrscheinlich sogar einfach Sistan.
Agfa (gabs damals noch) hat auch Experimente gemacht und Cteins Beobachtungen bestätigt und die Papierzusammensetzung geändert. Ilford hat 2004 das TiO2 ersetzt. Von Kodak weiß ich nichts, aber das ist ja Geschichte. Das Problem "galt als gelöst".
Foma nimmt wahrscheinlich Farbträger. Da das TiO2 mit dem Silber reagiert, nicht aber mit den Farbstoffen, stört es bei Farbpapier nicht. Es gibt wie gesagt nur einen einzigen Hersteller der TiO2-freien Unterlage (Schüller in Weißenborn), und dessen Papier ist etwas dicker als Foma. Kann man im Vergleich Foma-MCC oder meinetwegen Foma-Ilford leicht nachprüfen. Mirko hat den Markt sondiert und keinen anderen Papierhersteller gefunden. Das legt nahe, dass Foma Farbträger benutzt. Bewiesen ist es freilich nicht.
Robin_
Danke schonmal für die vielen Infos. Jetzt bin ich schonmal etwas schlauer geworden. Ein paar von meinen Bildern wollte ich nämlich schon
aufhängen. Ich werde dann schon sehen wie lang sie halten :spudnikwinky: .
Grüße,
Robin
bernhardmangelsgmxde
Hat aktuelles Foma nicht den gleichen Träger, wie alle anderen? (habe da irgendwo was in der Richtung gelesen)
piu58
> Hat aktuelles Foma nicht den gleichen Träger, wie alle anderen
Brauchst du ja bloß zu vergleichen - es ist etwas dünner.
bernhardmangelsgmxde
meine Vorräte sind deutlich dünner... S. Junghans sprach von einer Umstellung:
http://www.aphog.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=17527&p=171695
Das Fomaspeed kann man mit besten Resultaten auch maschinell verarbeiten,
vor allem die Sorte Vintage 314 (Feinkorn, glänzend) läuft prima durch die Thermaphot.
Bei der Sorte 310 wäre ich vielleicht etwas vorsichtig,
weil die Foma sich gerade in dem Umstellungsprozess von einer vergleichsweise zu Ilford
sehr (zu) dünner Papierunterlage auf eine Ilford-vergleichbare Sorte befindet.
Renate
In welcher Schicht befindet sich das Titan? Wenn ich die Schicht frei legen kann, mache ich eine Analyse davon.
Ich hatte in früheren Experimenten festgestellt, dass freier Sauerstoff das Silber verändert. Der Effekt war allerdings auch abhängig von der Dauer der Wässerung. Ich wasche deshalb mein Papier deutlich gründlicher, als es in der Literatur angegeben wird. Meine Bilder auf Foma-PE Papier im Bilderrahmen grauen so langsam ein. Bräunliche Verfärbungen sind nicht zu sehen.
Viele Grüße
Renate
Robin_
Da hab ich gleich noch eine Papierfrage wenn wir schon dabei sind. Ich habe vor kurzen von ner Bekannten drei Schachteln vom
Agfa Record Rapid bekommen. Zwei davon waren noch zu. Ich wollte das Papier natürlich sofort testen. Das Papier wird nach dem Belichten aber immer
Grau. Also ein Bild ist schon drauf, aber der Rest ist nicht mehr weiß. Hatte ich noch nie bei einem Papier. Wenn ich die moderne Duka-Birne rausdrehe
und nur die alte Kohlefadenlampe brennen lass, wird es etwas besser. Aber weg ist es auch nicht ganz. Woran liegt das. Zu alt? Streulicht? Aber Streulicht ist mir bei keinem
anderen Papier bis jetzt aufgefallen.
Grüße,
Robin
ThomasPauly
Die Verschleierung ist für überlagertes Material typisch. Record Rapid wurde, soweit ich mich erinnere, vor mehr als 15 Jahren eingestellt. Insofern ist das Ergebnis nicht verwunderlich.
Robin_
Alles klar, dann weiß ich Bescheid.
piu58
> In welcher Schicht befindet sich das Titan
Auf dem Papier, unter der Gelatine. Als optische Aufhellungsschicht.
Renate
Hallo an Alle,
inzwischen konnte ich eine Analyse des Foma PE Papiers machen. Zum Vergleich habe ich noch Fuji-Farbpapier dazu genommen. Das Foma-Papier enthält definitiv Titandioxid. Das Fuji-Papier hat ebenfalls eine Titandioxidschicht. Das hatte ich aber so erwartet. Die Mengen an Titan sind bei beiden Papieren vergleichbar. Vermutlich befindet sich das Titandioxid in der PE-Schicht.
Zur Analyse hatte ich die Gelantineschicht entfernt und das Papier gründlich gewaschen. Daher war die Silbermenge, die ich gemessen hatte, wie erwartet, sehr klein. Zu meiner Verwunderung konnte ich jedoch eine größere Menge an Schwefel und verschiedene Schwefelverbindungen sehen, unter anderem auch das Thiosulfat. Das hatte ich definitiv nicht erwartet. Das Foma-Papier hatte ich frisch aus der Vorratsschachtel entnommen und weder entwickelt noch fixiert. Die Schicht wurde mit Hilfe eines Enzyms abgelöst. Als nächstes werde ich mal analysieren, was so alles in einer unentwickelten Gelantineschicht drin ist. Die Zusammensetzung des Enzyms sollte ich auch noch überprüfen.
Viele Grüße
Renate
Robin_
Servus Forenten
Ich habe eine wichtige Frage die in verschiedenster Weise schon oft gefallen ist, aber man nicht immer schlau draus wird.
Ich habe einen Ilford Delta 3200 belichtet, entwickelt und fixiert. Als er aus der Dose kam, habe ich gesehen, dass er ganz schön "grau" war (Der Filmträger).
Hab ihn in Rodinal 1+25 entwickelt (ich weiß, viele sagen er wird dann zu grob ect...), gestoppt und in ganz frischem Tetenal Superfix Plus 1+4 4 Min fixiert. Klarzeit war 1 min, also müssten doch 4 min reichen. Anschließend 15 min in Jobo Cascade gewässert. Ist das normal das der so Grau ist? Hab heute ein paar Abzüge gemacht und das war kein Problem.
Wäre aber echt dankbar um Rat.
Grüße, Robin
k-g
Von meine Erfahrung ist das ganz normal für Delta 3200.
Grüße aus
Karl-Gustaf
TR
Wie alt ist denn der Film? Ein Grauschleier ist bei zu altem Material (Film und Papier) normal.
piu58
(Doppelpost)
Robin_
Naja, hab ihn vor ner woche gekauft und gleich verschossen. Da hab ich nicht aufs mhd. geschaut.