pittyman
Liebe Kollegen, ich möchte Euch zu Euren Erfahrungen zur Kapazität des Positivfixierers befragen,
da ich anscheinend weit unterhalb der angegeben Kapazität liege.
Vornweg: ich teste mein Fixierbad mit Kaliumjodid. 10g auf 100ml, normalerweise sollten es 19g sein, muss
ich beim nächsten mal ändern.
Bisheriger Ansatz 1+9 - 1 Liter
Bei PE komme ich bis ca 35 Blatt 13x18 und es setzt eine Trübung beim Test ein, bei Baryt schon ab knapp 25. Ist das normal? Hab es auch schon mit kurzer Zwischenwässerung nach dem stoppen probiert, da ich eine Verschleppung vermutet habe aber auch das hat nichts bewirkt.
Die angegebene Kapazität liegt bei den meisten Fixieren bei 450 Blatt 18x24 pro Liter, das ergäbe pro Liter Arbeitslösung 1+9 45 Blatt. Nun liege ich aber nur bei der Hälfte. :spudnikcurse:
Was läuft da falsch, oder sind die Herstellerangaben zu optimistisch? Sollte ich den Ansatz fetter machen, 1+4 ?
Würde mich über helfende Ratschläge freuen!
Liebe Grüße aus der DuKa
Dirk
piu58
Es ist prinzipiell sinnvoll, Fix fetter anzusetzen. Die Verarbeitungszeit ist geringer und bei Baryt dringt es nicht so tief in den Filz ein. Ich nehme immer 1+4 und nutze den Liter mit 75 Blatt 18x24 aus. Diese Zahl habe ich mal von irgendeiner Packung, und sie ist geprüft (nicht mit Kaliumjodid, sondern mit der Klärzeit von Filmschnipseln).
Dein Fixierer ist exakt halb so konzentriert und muss deshalb auch 45 Blatt schaffen. Mach mal den Filmschnipseltest.
pittyman
Hallo Uwe,
den Filmschnipseltest kenne ich nur für den Filmfixierer. Ist der etwa auch im Positivprozess brauchbar und wenn ja wie?
Sprichst Du von 75 Blatt Baryt?
Grüße aus Dresden
Dirk
sputnik
Ich vergrößere auf Baryt und fixiere mit dem alkalischen ATS von Moersch. Verdünnung 1+5. Beim 1Literansatz entsorge ich die Brühe nach 50 Blatt 18x24. Bei anderen Formaten oder Ansatzmengen musst Du halt umrechnen.
piu58
> den Filmschnipseltest kenne ich nur für den Filmfixierer. Ist der etwa auch im Positivprozess brauchbar und wenn ja wie?
Die Klärzeit messen. Sieht man ja bei Papier nicht. Normaler kubischer Film sollte in einer Minute klar sein.
> Sprichst Du von 75 Blatt Baryt?
Nein PE. Baryt eher nur 50 Blatt.
pittyman
Hab gerade mal einen Filmschnipsel in meinen Kanister mit alten verbrauchtem Fixierer getaucht.
Der war nach 1 Minute klar, nach dem Testen mit Kaliumjodid selbiger aber deutlich verbraucht,
meint mehr als 2g/l. Bin jetzt etwas verunsichert. 50 Blatt 18x24 wären also rund 2qm pro Liter,
deswegen bin ich mit Ansatz 1+9 nur auf die Hälfte gekommen. Wieso allerdings auf dem Produkt
unseres Gastgeber eine Gesamtkapazität von 450 Blatt 18x24 steht kann ich mir trotzdem noch
nicht erklären.
sputnik
Ich konnte mir als Westfernsehguckendes Ostkind früher auch nie erklären, warum die Hausfrauen im Westen immer zufällig ein 5kg Paket "Weißer Riese" in der Hand haben, wenn sie in der Straßenbahn angesprochen werden. :-)
bernhardmangelsgmxde
Westfernsehen bringt uns hier nicht weiter. Es gibt Fixierbäder mit denen man locker so viel Material fixieren kann, wie vom Hersteller versprochen. Das müssen auch nicht die teuersten Produkte sein.
Persönlich habe ich erst eine Flasche Adofix gekauft... nach 6 Monaten abgeranzt. na gut, Stichprobe von 1, kaum aussagekräftig. Jetzt gibt es ja Internetforen... so rein gefühlt ist da schon seit Jahren immer Adofix der Schuldige, wenn Leute berichten, dass sie trotz korrekter Anwendung keine ausreichende Fixage haben, oder sich wundern, dass sie eine Klärzeit von 6 Minuten mit frischem Fix haben, oder wie hier feststellen, dass man nur halb so viel Papier fixieren kann, wie angegeben.
Ob Adofix einfach konstant schlechter ist, als andere Produkte, oder ob die Qualität eigentlich passt, und nur immer mal wieder ein paar schlechte Flaschen dabei sind, kann ich nicht sagen, aber ich denke man braucht nicht darüber zu streiten, dass mit dem Zeug zumindest phasenweise was nicht in Ordnung ist. Ist Fixierbad ein so komplexes Produkt, dass man es nicht konstant in der Qualität, die man dem Käufer verspricht, herstellen kann?
piu58
Ich nehme immer Adofix. Das einzige, was mir mal passiert ist, sind Schwefelausfüllungen, es war dann hinüber. Damals hatte ich mir aber einen Kanister gekauft und der stand bestimmt drei Jahre im Keller.
> paar schlechte Flaschen dabei
Kann ich mir kaum vorstellen. Dass mal eine ganze Charge nicht in Ordnung ist, mag sein. Das hätte dann aber einen größeren Aufschrei gegeben.
TiMo
Uwe, weißt du wie lange sich ungeöffnete Flaschen bei normaler Wohntemperatur ca. halten?
Danke und Gruß
Tim
Bonderer
Hallo
Die Hersteller wissen schon warum da nie ein Herstellungsdatum oder ein MHD draufsteht. Kunde droht mit Reklamation......
Das mit der Chargennummer mutiert ehr zur Schwindelnummer.
Adofix nehme ich seitdem ein Ilford Hypam Kanister, war nicht mal die Hälfte raus, abgeranzt ist.
Aber selbst bei Adofix (nur Literflaschen) hatte ich das auch schon mal. Die letzte von 5 Flaschen fing mit Ausfüllungen an ca. 8-10 Monate nach dem kauf. Der Laden wo das her war meinte das da schon mal was dabei ist was schnell abranzt.
Kann aber auch der Kühlschrankeffekt sein, die frische Palette wird nach vorne geschoben und auch zuerst verkauft.
Das Zeug ist ja günstig vom Preis und da lohnt sich eine Prüfung eigentlich nicht wirklich.
Ich verwende es nur in 1+4 Verdünnung, 1 Liter Ansatz max 12 Filme oder 10 - 15 24X30 Baryt, RC Papier einige mehr, so 30 etwa wobei ich in die Schale 2 Liter Ansatz mache. Größere Mengen RC in der Thermaphot mit Maschinenfix.
Und bei Film gehe ich nie an die Grenze der Ausnutzbarkeit. Da hatte ich als Anfänger viel Lehrgeld bezahlt. Nach 4-5 Jahren waren etliche meiner Filme hinn. Da ich nicht wusste warum hatte ich ein paar Streifen zu Ilford, die hießen damals noch so, geschickt.
Einmal ob die noch irgendwie zu retten waren und was ist damit passiert? Die Antwort war ernüchternd, schlecht und nicht ausreichend fixiert. Seitdem, Fixierer nur noch fett angesetzt und nicht mehr bis zur Kapazitätsgrenze ausgelutscht und nur noch Flüssigfix genommen, kein Pulver mehr.
Noch etwas zum Thema Haltbarkeit, aus einer Laborauflösung einer Zeitung bekam ich einige Kanister Kodakfixierer. Das Zeug war, Kodak hats draufgeschrieben ca. 12-15 Jahre über die Zeit und erst der letzte Kanister ist abgeranzt. Ilford oder Adofix, so alt geht gar nicht mehr.
Hat dann möglicherweise doch mit den Rohstoffen oder dem Herstellungsverfahren zu tun oder Kodak hat für die Zeitungen/Profis eine extra Suppe angerührt. Der Verlag hat für alle seine Zeitungsredaktionen direkt bei Kodak eingekauft.
TiMo
Mit deinen kaputten Filmen machst du mir jetzt aber Panik.
Gibt es eigentlich einen Test, wie man Negative auf ausreichende Fixierung prüfen kann? Bei den Abzügen kann man sich ja mit einem Tropfen Selen behelfen.
Timgruss
piu58
> ungeöffnete Flaschen bei normaler Wohntemperatur
Ungeöffnet und geöffnet, das ist egal. Wohntemperatur ist besser als Keller, Fix neigt in der Kälte zum Zersetzen. 2 Jahre bei 16° hat es bei mir bis jetzt immer gehalten, aber bei jenseits 3 Jahren gab es Probleme.
Bonderer
Hallo TiMo
Keine Sorge wegen der Filme. Das war ein Pulverfix, damals von Tetenal. Stand bei Jedem Fotohändler und sollte, aus der Erinnerung, für 10 Filme reichen die ich auch fixiert habe. Seitdem Flüssigkonzentrat, nicht mehr voll ausgenutzt, und auch nicht zu lange stehen lassen.
Und wenn ich nur 6-7 Filme fixiert habe, wird dann trotzdem entsorgt und nicht noch lange stehen gelassen. Bei Bedarf setze ich neu an.
Das hatte ich damals so nicht gemacht, der Fixierer stand so lange bis ich alle Filme fixiert hatte und das ein oder andere mal werde ich auch 1-2 Filme mehr fixiert haben weil das Pulver sich schlecht aufgelöst hat und das zu lange gedauert hätte neu anzusetzen.
Dazu fixiere ich heute etwas länger, wässere etwas ausgiebiger und benutze AGFA Sistan als Langzeitschutz.. Seitdem keine Probleme mehr.
TR
Mehr als einen Film "blank zu fixieren" kann ein Fixierer nicht. Wenn er dies bei einem Stückchen "klassischen" S/W-Film innerhalb einer Minute schafft, dann wird man doch sicherlich davon ausgehen können, dass er noch funktioniert. Wenn dies nicht geht, sollte man eben einfach neu ansetzen. Hier muss keine Unklarheit herrschen. Ich mache entsprechende Klärzeit-Tests mit einem Stückchen "klassischen" S/W-Film vor jedem Fixieren - ob Film oder Papier.
TiMo
Hallo Analoger,
ich mache seit einiger Zeit immer Doppelfix. Damit sollte man ja immer auf der sicheren Seite sein. Nur bei den ersten Filmen tat ich das nicht, deswegen ein kleiner Schreck.
Danke auch fuer den Lagerungstip, Uwe. Ich waere sonst davon ausgegangen, dass kuehler besser ist.