MirkoBoeddecker
Der APX 400-Nachfolger ist seit ein paar Jahren in der Mache, aber es gibt wohl noch zu viel eingefrorenes Material des Vorgängers.
Nein eher zu viel frisches Material aus industrieller Großproduktion von sehr effizient arbeitenden Marktführern an deren neue, extrem günstige, Preisgestaltung wir mit unseren Lohnstückkosten nicht anknüpfen können.
Wir richten die "Baustellen" daher nach der Machbarkeit aus, sprich danach mit welchem Produkt wir unsere gegebenen Produktionskosten denken wieder einfahren zu können.
Die Reihenfolge ist derzeit so:
1) Polywarmton (da liegen ja die Vorregistrierungen vor und es handelt sich um ein Papier das nicht mit Fomabrom Preisen konkurieren muss)
2) Eventuell ein neuer CHS 25,32 oder 50 (so etwas hat kein anderer, der Film soll wirklich gut werden)
Viele Grüße,
Mirko
thomas_l
Die Idee gefällt mir gut, das ist dann eine wirkliche Alternative mit was etwas eigenem. Das PWT hat einfach was, was andere nicht haben ;-)
Rein von den Filmen her hat Ilford ja immer noch ein Fullsortiment mit hervorragender Qualität, ergänzt (hoffentlich auch in Zukunft) von Kodak mit ebenso hervorragender Qualität. Im Prinzip reicht das für uns Analogfotografen völlig aus - und alles andere sind einfach zusätzliche Alternativen, die wunderbar sind, wenn es sie gibt, ohne die man aber auch auskommt.
AchimBauer
Hallo Mirko,
Ich find dein Engagement sehr loblich. Doch wozu einen neuen Film kreieren wenn es schon einen gibt, bzw 5 gibt, soviel stellt Efke her.
Es gibt die Rezepturen die Maschine die Leute und die Erfahrung. Warum Efke nicht retten. Ilford ist an den selben Problemen eingegangen und auch wieder auferstanden.
Es müsste ja nicht einer retten, man könnte ja ne Ag gründen wo sich <Liebhaber des Filmes beteiligen können aber auch Händler und all die Leute die dort für sich fertigen ließen. Es muss ja nicht ganz Efke gerettet werden, denn die anderen Bereiche laufen angeblich gut. Einfach die Filmproduktion rausnehmen und als Liebhaber Ag und das Zeug zu überlebensfähigen Preisen verkaufen was kein Problem sein dürfte wenn es Ilford auch schafft.
Vielleicht ein wenig gesponnen meine Gedanken aber ich habe ein bisschen im Netz gestöbert und gemerkt ich bin nicht alleine mit dem Gedanken.
Gruß Achim
MirkoBoeddecker
Hallo Achim,
efke stellt die Produktion nicht ein weil sie in einer Notlage sind. Sie müssen auch nicht "gerettet" werden.
Efke kann mit der Herstellung von Filmen und Fotopapieren nicht den Erlös erzielen der notwendig ist um die Kosten zu decken und einen bescheidenen Gewinn zu erwirtschaften und stellt deswegen in kaufmännisch nachvollziehbarer Argumentation die Produktion (freiwillig) ein.
Ansonsten sind sie auch nicht "for sale". Der Besitzer ist ein guter Kaufmann und hat längst neue Wege erschlossen Geld zu verdienen.
Ist ein Markt zu stark Konsumentenlastig und damit unattraktiv für die Hersteller sucht man sich als unter 60 Jähriger einen neuen.
"End of Story" haben sie in Samobor gesagt.
Viele Grüße,
Mirko
P:S. Ilford ist an den europäischen Sozialgesetzten bankrott gegangen die ein Schrumpfen einer Firma nicht ohne Insolvenz erlauben und so etwas wie einen zusammenbrechenden Markt nicht berücksichtigen. Sie konnten nur so die notwendigen "cost cuts" durchführen, sprich Leute entlassen. Das ist nicht schön aber bei Ilford konnte ja auch niemand etwas dafür, dass die Digitalfotografie erfunden worden ist.
Efke war schneller und hat das bereits 2003 hinter sich gebracht.
Das hier ist ein anderes Problem:
1) Konsumentenmacht zu hoch aufgrund von Überkapazitäten auf der Anbieterseite
2) Folge: Preise ruinös
3) Verstärkend: Kosten explodieren bei den Rohstoffen
BWL 2tes Semester, Mikroökonomie:
Diese Mischung wird noch mehrfach "bang" machen bis die erste Voraussetzung nicht mehr erfüllt ist.
2 verändert sich dann in Abhängigkeit von 3 und der Markt funktioniert wieder.
Die gute Nachricht am Rande: Der Markt schrumpft nicht mehr.
themroc
Ist abzusehen, ob in naher Zukunft Produkte bereits ausfallen/ nicht mehr lieferbar sind?
Oder vom Verbraucher gefragt: Ist es so eng, dass man schon hamstern sollte?
Bei den Papieren auf jeden Fall, bei den Filmen besteht noch ein kleiner Hoffnungsschimmer auf eine letzte Produktion.
Hallo Mirko,
das mit den Papieren scheint hier etwas unterzugehen. Ist nicht das NUANCE das Emaks? Das wird m.E. aktuell der größere Verlust.
Nach gut 10 Jahren Pause bin ich gerade wieder in die Duka zurückgekehrt und muss mich, vor allem bei den Papieren, neu orientieren. Mein Papier der Wahl war früher das Record Rapid, und bei der Suche stieß ich auf das NUANCE. Lithen will ich auch, das hatte ich vor 10 Jahren probiert, war fasziniert, und musste dann die Duka aufgeben.
Letztens hatte ich eine Packung NUANCE zum Testen bestellt, dazu noch das Variotone. Vom Variotone (nicht zum direkten lithen, klar) hatte ich mehr erwartet, aber dann kam es genau andersherum. Allein schon bei der Oberfläche ist mir das NUANCE um Lichtjahre lieber! Nicht dass das Variotone ein schlechtes Papier wäre, aber das Nuance streichelt schon, wenn man es nur in die Hand nimmt. Hast du Empfehlungen?
Gruß
Jürgen
MirkoBoeddecker
Hallo Jürgen,
das mit der Oberfläche müsstest Du noch etwas präzisieren. War es matt?
Nuance wurde seit 5 Jahren nur noch in homöopathischen Dosen verkauft.
Heute spricht die Welt Multigrade und unsere Antwort auf das Nuance wird das Polywarmton sein.
Das kannst Du dann auch lithen.
Viele Grüße,
Mirko
thomas_l
Was heißt, der Markt schrumpft nicht mehr? Das wäre ja durchaus interessant für uns bzw. das zu wissen ist ja doch auch ganz maßgeblich für die Prognose, was uns in Zukunft erwartet. Kann man mit einer gewissen Sicherheit sagen, dass der Markt auf dem jetzigen Niveau so halbwegs stabil bleibt? Das wäre eine gute Nachricht für Hersteller und Konsumenten……
MirkoBoeddecker
Das heisst, dass nach allem was ich höre und an eigenen Umsätzen ablesen kann der Markt beim Film der in Kameras kommt die ein Künstler oder Enthusiast in den Händen hält um aus Spass am analogen Prozess auf den Auslöser zu drücken, stabil bleibt.
Davon ausgenommen ist der Restkonsumermarkt CN, der S/W Papiermarkt, der Röntgen-Markt, der Luftbild Markt und alle technischen Märkte.
thomas_l
wie siehts bei den Künstlern und Enthusiasten bezüglich Farbe aus? Insgesamt muss der Rückgang logischerweise ja riesig sein, aber kann man eingegrenzt auf diesen Kreis, also uns sozusagen, sagen, dass das auch in Zukunft stabil ist?
MirkoBoeddecker
Das kann man zwar sagen aber die Aussage hilft bei der Einschätzung möglicher zukünftiger Verfügbarkeit wenig.
Bonderer
Abgesehen vom Verlust der Produkte.
Bleibt zu hoffen, dass der Gastgeber nicht mit zu viel Geld da drinsteckt, wo er doch schon seit so langer Zeit mit denen arbeitet und neben Herzblut sicher auf die ein oder andere Art finanziell involviert sein dürfte, in welcher Form auch immer.
Übrigens, Kodak verkauft nun auch sein Tafelsilber, das Filmwerk soll verkauft werden, einer der Bereiche, wo die Geld verdienen, während der Digitalbereich ein Fass ohne Boden ist. Mal schauen, wie das so weitergeht. Und wenn es meine Tri-X nicht mehr geben sollte.... Es gibt ja dann noch Ilford oder auch nicht. Man wird sehen.
Sollte es dann zu meinen Lebzeiten doch keine SW-Filme mehr geben, mache ich einen Kurs bei der Volkshochschule und lerne Zeichnen.
Da ich aber im Kunstunterricht immer nur eine 4 bekam, 5 oder 6 in Kunst gab damals kein Lehrer, habe ich die Hoffnung, auch weiter meine Filme zu bekommen, es muss sie einfach geben.
TiMo
Hallo Mirko,
1) Polywarmton (da liegen ja die Vorregistrierungen vor und es handelt sich um ein Papier das nicht mit Fomabrom Preisen konkurrieren muss)
2) Eventuell ein neuer CHS 25,32 oder 50 (so etwas hat kein anderer, der Film soll wirklich gut werden)
Zu 1: Bitte schau mal in den
Polywarmton-Thread. Es besteht auch Interesse an einem RC-Papier.
Zu 2: Das ist schön, dass ihr den CHS weiterentwickeln wollt und nicht auf der Stelle tretet. Ist bei IR auch was geplant oder ist das noch in weiter Ferne?
Danke und Gruß
Tim
AchimBauer
Halo Mirko,
Ich habe nie verstanden wieso man beim Konsumenten für so ein außergewöhnliches Produkt wie die Efkes nie Preise erzielen konnte die ein Überleben sichern, denn wenn man mal so bei Ebay reinschaut was da zum Teil für schon seit Jahren abgelaufene Orwos verlangt und auch bezahlt wird.
Aber anscheinend wird ein gutes Produkt erst wirklich geschützt wenn es es nicht mehr gibt.
Ich hoffe nur dass euer Nachfolger ebenbürtig wird und nicht alzulange auf sich warten lässt.
Gruß Achim
MirkoBoeddecker
Hallo Achim,
man kann aber nicht in den Mengen die efke braucht um zu überleben.
Eine Filmfabrik braucht zwei Dinge: Marge und Mindestumsatz.
Letzteres ist abhängig von der Größe der Fabrik.
Viele Grüße,
Mirko
MarcusKaufhold
...gerade habe ich mich auf die EFKE Materialien eingeschossen und "verliebt".
...ich finde die Idee, einen hochwertigen S/W Film mit einem hohen Silbergehalt in Deutschland zu machen sehr gut. Ich bin bereit für ein Blatt 4x5 Planfilm bis zu zwei Euro dafür zu bezahlen.
...exklusive Materialien, geben exklusive Ergebnisse. Das hat auch auf dem Kunstmarkt dann seinen Preis. Das viel Silber in einem Film nicht billig wird, kann doch jeder sofort nachvollziehen. Also.
Gute Idee mit dem 25 ASA Nachfolger!
ThomasPauly
Bei dem oben ebenfalls angedeuteten 50-ASA-Film wäre ich skeptischer. Dieses vermutlich ohnehin nicht allzu umsatzstarke Marktsegment ist durch den Ilford Pan F+ bereits hochwertig besetzt.
Unabhängig von der Empfindlichkeit würde die Mittelformat-Community aber möglicherweise eine 220er-Konfektionierung dankbar aufnehmen. Auch hier ließe sich also noch ein Alleinstellungsmerkmal herausarbeiten.
Tepe
michael-kielgmxnet
Bei dem oben ebenfalls angedeuteten 50-ASA-Film wäre ich skeptischer. Dieses vermutlich ohnehin nicht allzu umsatzstarke Marktsegment ist durch den Ilford Pan F+ bereits hochwertig besetzt.
Unabhängig von der Empfindlichkeit würde die Mittelformat-Community aber möglicherweise eine 220er-Konfektionierung dankbar aufnehmen. Auch hier ließe sich also noch ein Alleinstellungsmerkmal herausarbeiten.
Tepe
Nicht zu vergessen der Rollei Retro 80s, der auch in die Liga der 50 ASA Filme fällt. Ich persönlich würde mir eine Neuauflage des Adox Pan 25 wünschen, der war richtig gut - in Rodinal einfach ein Traum, was die Feinkörnigkeit und Grauwerte betrifft.
Jetzt aber mal eine komplett andere Idee in den Raum geworfen: mit Filmotec gibt es ja noch einen Hersteller, der zumindest einen 100 ASA und einen 400 ASA SW-Negativfilm im Programm hat. Diese Filme sollen, wenn man einschlägigen Foreneinträgen Glauben schenkt auch richtig gut sein. Was würde denn dagegen sprechen (zumindest mittelfristig) diese Filme zu konfektionieren? Die dürften doch vom Preisniveau her durchaus mit Foma mithalten können.
Auf die Neuauflage des Polywarmton bin ich es schon sehr gespannt, ich hoffe dass es nicht mehr so lange dauert, bis es produktionsreif ist. Für mich wäre es der Ersatz für das offensichtlich nicht mehr direkt lithfähige Fomatone, das bislang mein Lieblingspapier für das Lithen war.
Morte
Bei dem oben ebenfalls angedeuteten 50-ASA-Film wäre ich skeptischer. Dieses vermutlich ohnehin nicht allzu umsatzstarke Marktsegment ist durch den Ilford Pan F+ bereits hochwertig besetzt.
Das allein ist ja nicht der Punkt. Es geht nicht allein darum, dass ein hochwertiger 25- bzw. 50-ASA-Film verlorengeht. Der erwähnte Ilford ist ein panchromatischer Film, der Rollei Retro 80S sogar ein superpanchromatischer.
Im Gegensatz dazu war/ist der CHS 50 ein orthopanchromatischer Film mit einem unverwechselbaren Look, der eben nicht durch die obengenannten Filme ersetzt werden kann. Das erscheint mir die eigentliche Tragik des augenblicklichen Vorgangs. Speziell der CHS 50 hat sich zu einem meiner absoluten Favoriten entwickelt, und ich heule jetzt schon, dass er verlorengeht. Um es mal drastisch auszudrücken: Pan-Filme gibt es immer noch jede Menge. Orthopan-Filme kaum, zumal ja meines Wissens auch der Rollei Retro Tonal, ebenfalls ein Orthopanchromat, von Efke stammt und so ebenfalls wegfällt. Eine Ausdünnung des Angebots in einer bestimmten Empfindlichkeitsklasse steht in seiner Auswirkung hinter dem Verlust einer bestimmten Farbempfindlichkeit und dem dazugehörigen unverwechselbaren Charakter weit zurück.
Fazit: Der CHS 50 muss irgendwie und unbedingt überleben!
Meineswegen in einer moderneren, auch "teureren" Auferstehung. Aber nicht als exklusives Material für eine Nische auf dem Kunstmarkt, wie Marcus Kaufhold oben schreibt, sondern als preiswertes (= seinen Preis wertes) Gebrauchsmaterial. Denn nicht alle fotografieren im Großformat auf Planfilm. Da hat man natürlich eine ganz andere Herangehensweise.
TR
Ich habe noch nie irgendeine optische Besonderheit der CHS-Filme gegenüber anderen "klassischen" panchromatischen Filmen feststellen können. Meiner Meinung nach sehen die alle gleich aus. In Katalogen wie dem von z.B. Fotoimpex wird in grober Werbesprache gesprochen. Dann werden anderswo Bilder herumgereicht, wo die Urheber ausnahmsweise in der Lage sind, ihr Material richtig zu belichten und zu entwickeln und schon entstehen solche Mythen und es wird eine entsprechende Euphorie gerne weiter gereicht.
ThomasPauly
Dann wie Fuji Acros, der ja ebenfalls orthopanchromatisch ist, hinsichtlich der Sensibilisierung wohl am nächsten an der Zielmarke.
Bei aller Anhänglichkeit sollten wir nicht vergessen, dass die EFKE-Materialien nicht frei von Schwächen waren und letztlich den Stand der Technik der 1950er Jahre repräsentierten. Vielleicht würde es ja vielen Fans des Herstellers ähnlich ergehen wie den eingeschworenen Verfechtern bestimmter Bier- oder Zigarettenmarken, denen es nie in den Sinn käme umzusteigen, die aber im Doppel-Blindtest ihren Favoriten gar nicht von Wettbewerbsprodukten unterscheiden können. Wer könnte schon auf einer Fotoausstellung sagen, mit welchem Material der Fotograf jeweils gearbeitet hat? Freuen wir uns doch über die immer noch ziemlich üppige Auswahl. Soweit eine Ermutigung zum positiven Denken.
Tepe