andreasdegner
Hallo,
ich habe mir mal die Mühe gemacht und angefangen, meine Fotopapiere mit einem Graukeil zu kalibrieren, um das Abziehen etwas systematischer anzugehen. Angefangen habe ich mit dem Adox MCC. Folgende Materialien kamen zum Einsatz: Vergrößerer Meopta Opemus 6 (Kondensor) mit 150W Opallampe (die von Fotoimpex), Filterset 0-5 (ebenfalls die preisgünstigen von Impex), dunkelrotes Duka Licht (die roten Birnen, Schleiertest mit vorbelichtetem Material habe ich vorher gemacht), Entwickler Adotol konstant, der noch nicht allzu alt ist.
Vorgehensweise: Graukeil in Negativbühne, entsprechenden Filter einlegen, Belichtungszeit rausfinden so dass weiß und schwarz auf dem Streifen vorkommen. Das Auswerten mit dem getrockneten Papier machte ich wie folgt: Finde das Feld x/y, das sich gerade noch von Schwarz/Weiß unterscheiden lässt. Die entsprechende Dichtedifferenz y-x des Graukeils, multipliziert mit 100, müsste dann die ISO-R Zahl für diese Gradation ergeben.
Ergebnisse: Bei Filter 2 kam bei mir ISO-R 150 heraus. Laut Datenblatt sollte Gradation 2 einen Wert von 100 haben. Der Unterschied ist schon sehr krass, fast 2 Blenden. Bei Filter 5 bekomme ich ISO-R=80, was immer noch zu weich ist (das Datenblatt sagt 55).
Ist das normal? Meine Filter sind nicht ausgeblichen und ich habe sie immer sorgfältig behandelt. Kann es sein, dass die Opalbirne zu wenig blaues Licht abstrahlt? Ich möchte auf jeden Fall auch die harten Gradationen des MCC zur Verfügung haben; mit meinen jetzigen Parametern habe ich das leider nicht.
Ach ja, Gradationsbeugung durch Streulicht des Vergrößerers kann ich ausschließen, da die Umgebung des selbigen mit schwarzem Stoff abgehängt ist.
Wer kann mir weiterhelfen?
Viele Grüße
Andreas
Tandemfahren
Hallo Andi,
da hast du die falschen Endpunkte für die Schwärzungsskala des Papiers verwendet. Richtig und der Norm entsprechend wäre der Bereich zwischen 0,09 und 1,89logD (mit einem Stouffergraukeil in Drittelstufen kannst du 0,1 und 1,9logD als Endpunkte augenscheinlich identifizieren, genau geht's nur mit einem Densitometer).
Da dürftest du schon besser hinkommen, obwohl der praktisch erzielte Kontrast im richtigen Leben wahrscheinlich nicht ganz mit der Norm übereinstimmt.
Aber klasse, dass du dir die Mühe machst, echter Forscherdrang :-) Glückwunsch
Frank
andreasdegner
Hallo Frank,
hab mir schon gedacht dass das eher ein "Normproblem" ist, weil ich ja keine ausgefallene Verarbeitungskette habe. Da das MCC ja einen DMax von 2,3 erreichen soll (ob es das bei mir tut weiss ich allerdings mangels Auflichtdensitometer nicht), habe ich das schwarze Ende der Skale wohl eine Blende (oder 0,3 Dichteeinheiten) zu niedrig angesetzt. Wenn man das berücksichtigen würde, könnten meine Werte also halbwegs hin.
Kann es trotzdem sein, dass man mit anderen Filtern/Leuchtmittel noch härtere Gradationen aus dem Papier herausholen kann?
Viele Grüße
Andreas
Tandemfahren
Hallo Andi,
2,3 ist wahrscheinlich optimistisch, ich hab auch kein richtiges Densi, aber wie auch immer: das Problem bei der Gradationsbestimmung ist ja immer, dass die Schwankungskurve an beiden Enden recht flach daherkommt, deshalb hat man sich sinnigerweise auf zwei Endpunkte geeinigt, wo noch einigermaßen Steigung (und damit Zeichnung) vorhanden ist. Bei allem, was drüber hinausgeht, erkennt man eh nichts rechtes mehr im Bild.
Mehr Hüte mit anderem Leuchtmittel oder Filter? Prinzipiell gibt es natürlich Unterschiede, es heißt ja z.B. immer, dass Kondensorbeleuchtung höher kommt als Diffusor, aber ob es in deinem speziellen Fall geht, weiß ich nicht.
Die Papiersorte, Alter und Lagerung und natürlich die Entwicklung beeinflussen den Kontrast auch noch (Dokumol!).
Letztendlich ist das aber alles keine Raketenwissenschaft, echten Grad 5 oder gar noch mehr braucht man eigentlich nie (manuelles Splitgrade wäre eine mögliche Ausnahme).
Wenn es wirklich mal daran hakt, kannst du immer noch am Negativ "umanandmankeln" ("manipulieren", für Nichtbayern), z.B. mit fettem Selentoner oder ganz brutal mit indirektem Schwefeltoner.
Hoffe es hat erhellt
Frank
andreasdegner
Hallo Frank (und die anderen Forenten),
Dichtezahlen hin oder her - ich habe nochmal einen Vergleich mit dem Fomabrom variant 111 gemacht. Für den gleichen Bildeindruck von einem Negativ brauche ich mit dem Fomabrom die Filterfolie 2, beim MCC aber die Nr. 4! Das ist schon ein krasser Unterschied, der mein Gefühl beim Kalibrieren bestätigt. Das Negativ hat nämlich einen normalen Kontrast. Mit dem Foma habe ich bei meinem Equipment viel größeren Spielraum in die harten Gradationen als mit dem MCC. Entweder harmoniert das MCC nicht mit den Filterfolien von Fotoimpex (es handelt sich um die für 13,09 Euro für die Größe 9 mal 9 aus dem aktuellen Katalog), oder ich habe eine komische Charge Papier erwischt. Das Papier sollte eigentlich recht frisch sein. Die Lieferung kam vor etwa 2 Monaten, und ich habe es dunkel und kühl gelagert.
Falls der Gastgeber mitliest, gebe ich mal die Emulsionsnr. an: 0110 0220-1-2D 08-11.
Ich hoffe das Problem löst sich noch.
PS: Beim lithen dieser Charge MCC ist mir eine Marmorierung in den Lichtern aufgefallen (siehe mein Lith-Thread vor einigen Wochen). Vielleicht gibt es da ja einen Zusammenhang...
Viele Grüße
Andreas
andreasdegner
Hallo,
ich will noch mal in die Runde fragen: Hat denn niemand der MCC-Verarbeiter mein oben genanntes Problem mit den Kontrastfiltern? Mich würde echt brennend interessieren, ob ich da was falsch mache oder ob es am Material liegt. Mit meinen Parametern krieg ich max. Grad 3 aus dem Papier. Das Datenblatt ist auch nicht sehr aufschlussreich. Da wird sich über die genauen Folienfilter ausgeschwiegen, stattdessen ist von "Standard commercial filter sets" die Rede. Oder gibt es da keine Unterschiede? Hab mal gegoogelt und gelesen, dass Agfa auch Filtersets anbot, wo Grad 5 ein stärkeres Magenta hatte...
Viele Grüße
Andreas
PS: Mirko, falls du mitliest, würde ich mich über ein Statement freuen. Ich habe mein Problem auch schon per Kontaktformular an Impex geschrieben, aber da kam noch keine Antwort.
MirkoBoeddecker
Hallo Andreas,
nein, außer Dir scheint niemand dieses Problem in dieser Form zu haben, zumindest ist mir nichts bekannt sonst würden wir das Material ja sperren.
Du hattest ja auch in anderen threads Probleme mit unserem Material.
Vielleicht passieren bei Dir noch gewisse Fehler beim Probieren. Man kann schon einiges falsch machen in der Dunkelkammer. Wie viel Erfahrung hast Du denn? Traust Du dir wirklich zu, Kontrast visuell zu beobachten?
Ich habe mir gestern mal die Mühe gemacht und aus der betroffenen Charge ein paar Blätter belichtet, jeweils mit Filter 3 und 5 aus unserem Set.
Es waren deutliche Unterschiede in der Härte zu sehen. Ich habe dann mit Magenta 100 an unserem Durst Kopf gegengetestet und konnte, zumindest in den tropfnassen Abzügen, kaum einen Unterschied zum Filter 5 erkennen. Heute sehe ich mir das nochmal an.
Eine Gegenprobe mit Vario Classic brachte als Ergebnis, dass unser MCC etwas härter wurde als Vario Classic. Eine Foma Papier habe ich jetzt nicht mehr aufgerissen. Ich hoffe, Du verstehst das.
Unsere preiswerten Vario Filter unterliegen allerdings auch keiner Referenzkalibration. Sie sind eine Behelfslösung für diejenigen, die keinen Zugriff auf einen Farbkopf haben. Das heißt jetzt nicht, dass sie nicht funktionieren würden, aber ein Farbkopf arbeitet natürlich genauer. Schon deswegen, weil dichroitische, aufgedampfte, Filter nicht ausbleichen.
Für wirkliche Kalibrierungsversuche würde ich daher immer einen Farbkopf verwenden.
Seit Jahren arbeitet die Fotoindustrie zur Kalibrierung mit DURST Köpfen. Wir haben hier die geeichten Geräte der Agfa aus der Qualitätskontrolle.
Mit denen testen wir unser Material.
Was deine Fehlersuche betrifft, würde ich, jetzt im Winter, an erster Stelle danach suchen, ob Du wirklich die Entwickler-Temperatur und Zeit penibel eingehalten hast. Ein Gradationstest bei 18 Grad oder ohne Stoppuhr wäre aus meiner Sicht mit Sicherheit zum Scheitern verurteilt, da Abweichungen in der Entwicklungszeit (besonders Unterschreitungen) erhebliche Auswirkungen haben.
Ich setze grundsätzlich frisch an und lasse mir in mein Becken ein Wasserbad laufen.
Viele Grüße,
Mirko
KlausWehner
Hallo zusammen,
es freut mich außerordentlich, dass es doch noch Menschen gibt, die die Fotografie ernst nehmen und sich so intensiv mit dem Material befassen!
Vor vielen Jahren hatte ich auch die gleiche Idee: mein Fotopapier (Agfa MCP) zu kalibrieren, um verlässlich nach dem Zonensystem arbeiten zu können (mit einem Durst Fabmischkopf).
Es ging mir außerdem um eine genaue Bestimmung der Verlängerungsfaktoren durch die Farbfilter, sowie um exakte Daten zur Splibelichtung (Addition von Belichtungen mit unterschiedlichen Gradationen).
Ich habe mich wirklich um ein exaktes Arbeiten bemüht! Aber in der gewünschten Genauigkeit hat es nicht funktioniert.
Im Kurvenfuß und der Kurvenschulter ist der Verlauf der Gradationskurve naturgemäß so flach, dass ein exaktes Bestimmen von Zone 0 und Zone X einfach mit zu großen Toleranzen behaftet ist. Bereits nach kurzer Zeit verändert sich der Entwickler und bringt deutlich andere Ergebnisse. Steulichteffekte (im Objektiv), Helligkeitsschwangungen in der Beleuchtung, Schwarzschildeffekte...
Wochen- und Monate lang habe ich nichts anderes als Testvergrößerungen gemacht - habe mein Ziel aber letztlich nicht erreicht. Die gefundenen Werte waren oft in der Praxis nicht ausreichend reproduzierbar.
Trotzdem war es keinesfalls wertlos! Ich habe viel gelernt. Heute glaube ich, dass solche Herstellerangaben wie der R-Wert nur eine grobe Orientierung darstellen. Viele Zahlen und Kurven suggerieren Exaktheit und Sicherheit, die nur auf dem Papier besteht. Die Vielzahl von Toleranzen machen es fast nicht möglich, solche Angaben zu verifizieren.
Ich habe gelernt, dass es in der Fotografie nicht um Zahlen und Daten geht. Es geht um einen künstlerischen Ausdruck - und der löst sich nicht mit Zahlentabellen und dem Taschenrechner erreichen.
Ich habe gelernt, dass man sich von Empfehlungen von Herstellern und Experten frei machen muss. Meine Filmentwicklungen z.B. weisen heute einen wesentlich höheren Kontrastindex als allgemein empfohlen auf (0,8...0,9) auf. Alle meine Kursteilnehmer und (ich persönlich auch) kommen so zu guten Ergebnissen (auf MCP Papier bei Gradation von 2...3).
Ich habe gelernt, dass es in der Fotografie nicht um reine Reproduktion geht. Der eigene Weg ist richtig. Den findet man dadurch, dass man ein Ziel im Kopf hat. Nur wenn man weiß, wo man hin will, wird man auch den Weg finden. (Sackgassen und Irrwege mit eingeschlossen).
Jeder gute Print ist ein Unikat. Und das ist auch gut so.
Eigene Versuche und Tests sind dafür extrem hilfreich, wahrscheinlich unerlässlich. Aber sie sind nicht alles. Das Wesentliche wird man damit nicht erkennen können.
Herzliche Grüße aus Paderborn
Klaus
piu58
Ich habe mich wirklich um ein exaktes Arbeiten bemüht!
Aber in der gewünschten Genauigkeit hat es nicht funktioniert.
Ich habe einen sehr pragmatischen Weg gefunden, beim Arbeiten mit Mischkopf. Ich bestimme die Standardbelichtungszeit für das Papier, d.h. die Zeit, welche für ein tiefes Schwarz nötig ist. Wenn man wesentlich kürzer belichtet als diese Zeit, dann hat man kein Schwarz im Bild.
Diese Standardbelichtungszeit ändert sich kaum, wenn man Filter rein- oder rausdreht,
+30% unter 1/6 Blende. Ich bleibe also bei dieser Zeit und mache die Lichterabstimmung mit dem Kontrast. Bei Durstkufen: 15% mehr Magenta = 1/2 Höchstufe. Wo konkret ich gerade liege, ist wurscht, es geht ohnehin von Änderungen. Bild zu weich: Mehr Magenta. Bild zu hart, weniger Magenta. Das wars. Gelb drehe ich nicht gern rein, weil darunter die Schatten leiden. Es ist auch selten, dass ich so hart entwickelte Filme habe.
andreasdegner
Mirko,
erstmal danke fürs Gegentesten. Ich hätte auch lieber einen Farbkopf für meinen Opemus, ich halte auch danach Ausschau. Mir ist das Problem des Ausbleichens der Filter durchaus bewusst. Als ich vor 5 Jahren anfing in meinem WG-Zimmer zu vergrößern hatte ich mich gewundert, warum ich keine Gradation 4 und 5 hinkriege. Später hab ich gemerkt, dass die betreffenden Filter total ausgeblichen waren (Ilford Filtersatz von ebay). Dadurch hab ich dazugelernt und nen neuen Filtersatz gekauft. Dass die Filterfolienfilterei allerdings so ungenormt ist, stört mich schon, mangels Alternativen (kein Farbkopf) kann ich aber z.Z. nur so VC Papier nutzen. Und da wollte ich durch meinen Test etwas Systematik reinbringen.
Nun habe ich fürs Auswerten kein Auflichtdensitometer. Mir ist auch klar, dass viel an der Entwickler/Papierkombo liegen kann (kann Adotol konstant aka N113 gutes Schwarz aus dem MCC rausholen?). Die Entwicklungszeit (2 min, sollte beim MCC reichen, oder?) habe ich allerdings per Timer überwacht und die Temperatur war bei der Session konstant bei ca 18°C.
Worüber ich aber dennoch etwas aussagen kann, das ist der direkte Vergleich zw. 2 Papieren bei sonst identischen Parametern. Genau das habe ich mit meinem Testprint gemacht, der mir erhebliche Unterschiede zw. Fomabrom variant und MCC offenbarte: gleiches Negativ, Fomabrom variant vs. MCC. Bei ersterem Grad. 2, bei letzterem Grad 4 für den gleichen Kontrasteindruck (Entwickler war dabei frisch angesetzter Neutol WA 1+7). Graukeiltest hin oder her, nach diesem Test ist es bei mir nun mal so, dass ich mit dem MCC - verglichen mit Fomabrom - weniger Spielraum nach oben habe. Deswegen dachte ich auch, dass die harte Gradation bei Foma schon bei weniger Magenta anspringt als beim MCC...und dann kann ich bei problematischen Negativen nicht mehr vernünftig mit dem MCC arbeiten (bei meiner jetzigen Gradationssteuerung).
Mirko, welche Lichtquelle hast du denn verwendet bei deinem Test mit den Folien? Und welchen Entwickler? Auch wenn die Filterfolien unkalibriert sind, ist es doch aber sehr unwahrscheinlich dass es an den unterschiedlichen Exemplaren liegt, die wir beide haben, oder?
Viele Grüße
Andreas
KlausWehner
Lieber Uwe,
wie schnell und sicher Du zu guten Ergebnissen kommst habe ich ja in Paderborn mit eigenen Augen gesehen.
Ich arbeite momentan nach der gleichen Methode - allerdings quasi spiegelverkehrt zu Deinem Vorgehen.
Ich stehe eine leichte Gelbfilterung an (10-40 yellow). Vorteil: die Gelbfilterungen hat wesentlich geringere Verlängerungsfaktoren als Magenta.
Die Belichtung (Standardprintzeit) richte ich nach den Lichtern aus. Das Schwarz steuere über die Gradation.
Für jeden Schritt gibt es gute Gründe - aber ich will gar nicht ins Detail gehen.
Jeder geht seinen eigenen Weg. Genau so sollte es doch sein!
In der Medizin heißt es: wer heilt hat recht.
Hier kann man sagen wer sich zu guten Ergebnissen kommt hat recht.
Gruß nach Leipzig!
Klaus
michael-kielgmxnet
... Mir ist auch klar, dass viel an der Entwickler/Papierkombo liegen kann (kann Adotol konstant aka N113 gutes Schwarz aus dem MCC rausholen?). Die Entwicklungszeit (2 min, sollte beim MCC reichen, oder?) habe ich allerdings per Timer überwacht und die Temperatur war bei der Session konstant bei ca 18°C...
Hallo Andi,
bei 18°C können 2 Minuten je nach Papiersorte zu wenig sein, gerade bei Barytpapier. Je nachdem, wie viel Silber die Emulsion enthält kann es sein, dass ich auch nach über 3 Minuten noch etwas tut. Also versuche erstmal, die Zeit zu verlängern oder evtl. den Entwickler etwas wärmer zu halten. Überentwickeln geht ja bei Fotopapier praktisch nicht, es sei denn man lässt den Print ne halbe Stunde im Entwickler.
Mir scheint du verwendest 2 verschiedene Papierentwickler (Neutol WA und N113)? Ich würde erst mal beim N113 bleiben, der arbeitet wesentlich konstanter als Neutol, der Unterschied im Bildton ist außerdem vernachlässigbar, da ja beides keine Warmtonpapiere sind.
Edit:
N113 aka Adotol Konstant ist eine echt gute Suppe als Universalentwickler. Gute Maximalschwärzen sollten damit auf jeden Fall drin sein, egal mit welchem Papier. Noch besser (allerdings nur um Nuancen) finde ich nur den SE6 von Moersch, der erzeugt allerdings auch einen ausgesprochen kalten Bildton.
Tandemfahren
Hallo Andi,
hab mitgelesen und mir Gedanken gemacht. Es wäre möglicherweise lohnenswert, mal einen detaillierten Schleiertest mit deinen Papieren zu machen. Ich habe deine Lampenfilter im Verdacht.
Was für Licht benutzt du denn?
Daß du mit Fomabrom so viel härtere Ergebnisse kriegst, spricht ja gegen die Filterfolie als Ursache.
Und du kriegst Marmorierungen in den Lichtern, das hört sich nach Verschleierung an.
Hallo Uwe, interessante Technik, die du da benutzt. Als du es zum ersten Mal erwähntest (ohne Erklärung), da dachte ich schon, der hat sie nicht alle, der Pilz...aber eben, wer heilt, hat recht. Klasse!
Grüße
Frank
andreasdegner
Frank,
ich benutze die dunkelroten nackten Dukabirnen. Die machen ein sehr funzeliges Licht und mit denen ist sogar das Adox Fineprint Vario Classic bis 4 min schleiersicher (und das ist das anfälligste Papier für Verschleierungen durch Dukalicht). Die beiden genannten Papiere habe ich trotzdem separat getestet, diese Ursache kann ich also ausschließen.
Die MArmorierung krieg ich nur beim Lithen mit dem MCC, beim konventionellen Entwickeln nie.
Für mich sieht das so aus, dass das MCC mehr Magenta braucht, als ich mit meinen Filtern erzeugen kann. Ich habe aber wie gesagt keinen Farbmischkopf, mit dem ich das gegentesten könnte.
@Mirko: bei mir fiel Grad 5 auch härter aus als Grad 3 (mit MCC) - aber eben nicht hart genug
Viele Grüße
Andreas
TR
Hallo allerseits!
Auch ich habe mich (die letzten Wochen) intensiv mit dem Eintesten meines Positivsmaterials beschäftigt (Schwarzschild, Nachdunkeln, Selentoner, Entwickler etc.).
aber eben nicht hart genug
Vielleicht musst du deine Negative auch generell einfach länger entwicklen, damit sie einen gewissen Kontrast erreichen, die deinem Geschmack entsprechen bzw. die auch mit dem MCC entsprechend zu kopieren sind.
Es war hier auch die Rede von "kalibrierten" Multikontrastfiltern. Solche Filter müssen doch nicht kalibriert sein, denn man arbeitet ja ohnehin mit Probestreifen bzw. verwendet beim finalen Abzug ja den (selben) Filter, welchen man beim richtigen Probestreifen verwendet hat. Es sei denn, man belichtet bzw. entwickelt seine Negative nach dem Zonensystem und diese haben immer einen identischen Kontrast. Aber in der Regel muss man eben verschiedene Filter durchprobieren, bis das Ergebnis dem Geschmack entspricht.
Zu Adotol W und N113: Hatte ich mit Fomabrom Variant getestet. Die Schwärzungen sind gleich (tief). Der Bildton ist beim Adotol (1+9) ganz leicht (aber sichtbar) wärmer, daher bevorzuge ich ihn.
Zur Entwicklungszeit: Ich fahre mit der Faktorregel nach Adams gut - die Zeit für die ersten sichtbaren Bildspuren x 6 = Gesamtentwicklungszeit.
Ich habe übrigens festgestellt, dass eine leichte Kontrasterhöhung auch durch vermehrtes Kippen des Entwicklers zustande kommt - wie im Negativprozess also. Seitdem habe ich auch im Positivprozess einen bestimmten Kipprhythmus, den ich natürlich auch bei den Probestreifen einhalten muss.
Gruß in die anderen Dunkelkammern,
Thomas
KlausWehner
Hallo zusammen,
gerade aktuell hat ein Kollege hier Ilford und Adox Papiere miteinander verglichen. Resultat war, dass die Papiere deutlich andere Filterungen benötigten, um den gleichen Positivkontrast zu erreichen.
Vor etlichen Jahren kam ich durch eine Laborauflösung in den Besitz von unbekanntem Kontrastwandel-Barytpapier (von Banse & Gromann).
Das Papier funktionierte noch einwandfrei (Weiß war klar und schleierfrei, Schwarz war tief, satt und von hoher Dichte). Verwenden konnte ich aber trotzdem nicht, da das Papier eine derart flache Gradation hatte, dass ich selbst mit meinen erhöhten Negativkontrast keinen brauchbare Ergebnisse bekommen konnte. Ich glaube nicht, dass das (nur) ein Überlagerungseffekt war. Ich denke das Papier hatte so eine flache Gradation.
Meine Erfahrung ist also die, dass Papiere höchst unterschiedliche Kontraste haben können.
Meine Konsequenz daraus ist, dass ich mich auf eine Papiersorte eingearbeitet habe und meinen gesamten Verarbeitungsprozess darauf abgestimmt habe.
Wenn man mit seinem "Wunschpapier" nicht den richtigen Kontrast erreicht, dann sollte man langfristig den Negativkontrast anpassen.
Ich halte es für wahrscheinlich, dass das oben genannte Fomabrom variant Papier einfach von Haus aus eine höhere Gradation als das MCP aufweist. Es gibt meines Wissens keine verbindliche Norm für die Papiergradationen. So hat jeder Hersteller wahrscheinlich seine eigene Methode den Kontrast zu bestimmen.
Wichtig ist, dass die Chargen einer Papiemarke konstant sind. Langfristige Erfahrungen habe ich mit dem Agfa MCP. Das war über viele Jahre hinweg ziemlich konstant in seiner Qualität. Das erhoffe ich mir von dem Adox MCP im gleichem Maß.
Übrigens halte ich 2 Minuten Entwicklungszeit bei 18°C für MCP auch für deutlich zu wenig.
Meine Zeit sind 3 Minuten bei 20°C (bei 18°C würde ich vielleicht von 4 Minuten ausgehen).
"Marmorierungen" sprechen eigentlich für eine (extreme) Unterentwicklung. Wenn Papiere ausentwickelt sind, dann sollten solche Effekte eigentlich nicht auftreten.
Herzliche Grüße
Klaus
Tandemfahren
Hallo Klaus,
sehr erfreut, wieder was von dir zu hören!
Doch, es gibt eine ISO-Norm für Papiergradationen. Es hält sich nur niemand dran.
Andi bekommt seine "Marmorierungen" nur beim Lithen. Trotzdem, mal nach Faktorregel entwickeln sollte die Frage der Entwicklungszeit beantworten. 2 min hält sich wirklich wenig an.
Dass das Fomabrom von sich aus so viel härter sein soll, kann ich nicht recht glauben.
Viel Erfolg
Frank
KlausWehner
Hi Frank,
ja, ich habe mich etwas rar gemacht in der letzten Zeit.
Ich hatte viel zu tun.
Ob das Fomabrom tatsächlich wesentlich härter ist, kann ich leider auch nicht sagen. Ich habe mit dem Papier noch nicht gearbeitet.
Vorstellen kann ich mir soetwas aber ganz gut.
Diese "Marmorierungen" sehe ich auch gelegentlich im Negativ- bei extrem harten Entwicklungen ("Strichentwicklungen") in Zusammenhang mit einer Unterentwicklung.
Das ist ein Zeichen für nicht ausreichend Entwicklung. Wenn Entwicklungsverzögerung nicht ausreicht, dann hilft eine (geringe) Erhöhung der Phenidonkonzentration weiter. (Geht im Lithprozess allerdings nicht. Hier würde ich eventuell die Gesamtentwicklerkonzentration erhöhen- vielleicht liegt es auch an der zu geringen Temperatur).
Eine wirkliche Klärung der ursprünglichen Fragen ist wohl nur durch eigene Versuche in der Dunkelkammer herbeizuführen.
Ich fürchte auch Mirko ist auch da überfordert. Das löst sich nicht "am grünen Tisch" klären. Der Teufel steckt im Detail!
Sich selbst mit solchen Problemen praktisch zu befassen hilft aber enorm einen eigenen Weg zu finden. Diese gesammelte Erfahrung ist wirklich Gold wert! (auch wenn es erst einmal sehr mühsam ist). Es verschafft die notwendige Sicherheit um souverän zu guten Ergebnissen zu gelangen.
Herzliche Grüße
Klaus
KlausWehner
Nachtrag:
die Angelegenheit hat mir doch keine Ruhe gelassen.
Ich habe nach meinen Protokollen von damals gesucht.
Ich muss noch etwas vorausschicken:
Im Jahre 2004 (€) habe ich ein neues Vergrößerungsgerät angeschafft: ein Binagon color 4x5 inch.
Vortests ergaben, dass der Farbmischkopf eine zu geringe yellow Dichte generierte, so dass ich nicht die ganz weichen Gradationen beim Agfa MCP ansteuern konnte.
Ich habe dann den Farbmischkopf modifiziert und ein zusätzliches dichroitisches yellow-Filter eingebaut.
Mit diesem modifizierten Farbmischkopf habe ich damals das MCP kalibriert (Entwickler war Agfa Neutol).
Bestimmt habe ich u.a. den R-Wert des Papiers sowie den Verlängerungsfaktor für die Belichtungszeit bei Wechsel der Filterdichte (in 10ner Schritten von M 170 bis Y 140).
Bei 000 Filterung habe ich einen R-Wert von 1,47 gefunden, bei M 160 einen R-Wert von 0,78, bei Y 140 einen R-Wert von 2,04.
Mir ging es nie darum Zahlen zu bestätigen, die Hersteller einmal veröffentlicht haben. Im Gegenteil: ich wollte mit meinen Mitteln und für meine spezielle Verhältnisse meinen eigenen Standard schaffen.
Ich hatte ein Fernziel: für Splitbelichtungen wollte ich ein System schaffen das es ermöglicht die Entwicklungen aller Dichte im Bild im Voraus zu kalkulieren, wenn man unterschiedliche Belichtungen mit unterschiedlichen Gradationen auf einem Papier vereinigt.
Das sollte eigentlich möglich sein - ist aber an zu großen Toleranzen und an der Komplexität der Aufgabe gescheitert.
Heute arbeite ich ausschließlich mit Teststreifen.
Herzliche Grüße aus Paderborn
Klaus