CommodoreMan
Hallo zusammen!
Mein Name ist Christian und ich bin 23 Jahre alt.
Schon seit einiger Zeit fotografiere ich analog. Bis jetzt bin ich aus Kostengründen immer auf das Großlabor gegangen. Nun habe ich jedoch im Sommer eine recht üppige Ausstattung zum Anfertigen von Vergrößerungen geerbt.
Nachdem ich hier die ersten brauchbaren Ergebnisse erzielen konnte, möchte ich mich nun an die Negativverarbeitung wagen.
Hier ist bis jetzt noch kein Material vorhanden. Aber eine Entwicklungsdose usw. ist ja kein Thema.
Wo eher meine Frage ist, ist der für mich am geeignetsten Entwickler.
Ich suche einen Entwickler, der in der Handhabung sicher ist und man nicht viel verkehrt machen kann. Als Gelegenheitsnutzer sollte das Konzentrat eine möglichst lange Standzeit haben.
Ich dachte an ein Flüssigkonzentrat, von welchem ich mir dann die jeweilige Menge zum einmaligen Gebrauch abziehen kann.
Ich bin im KB-Bereich unterwegs und nutze bis jetzt den HP5+ von Ilford sehr gerne. Gegen ein gewisses Korn habe ich nichts (sonst würde ich ja kaum nen HP5+ nehmen). Die Möglichkeit wäre schön, den Film evtl. auch mal auf ISO800 pushen zu können.
Was könnt ihr mir da empfehlen?
Fixierer und Stoppbad kann ich ja das Adstop und AdoFix nutzen, welches ich sowieso schon für die Papierverarbeitung hier habe, freilich in getrennten Ansätzen für Film und Papier.
Gruß Christian
Lichtjahr
Hallo Christian,
wenn du dich schon auf Ilford Filme "eingeschossen" hast dann kann ich dir den Universalentwickler ID-11 von Ilford empfehlen.
Der wird zwar in Pulverform verkauft, der Ansatz ist aber wirklich kein Hexenwerk.
Etwa 3/4 der Endmenge warmes Wasser dann erst Pulver A einrühren und ganz auflösen dann Pulver B einrühren und wieder ganz auflösen lassen.
Anschließend bis zur Endmenge (1 Liter) auffüllen - das ist alles.
Wenn du den Entwickler in eine braune, weiche Kunststoffflasche einfüllst kannst du durch zusammendrücken der Flasche die Luft verdrängen.
Da kannst du dir das teure Protectan sparen und dafür Filme kaufen.
Als Stopbad nehme ich Zitronensäure von Dr. Oetker aus dem Supermarkt, die gibt's in 5 gr Päckchen zum Kuchenbacken.
Für 1 Liter 2%ige Lösung brauchst du 10 gr.
Viel Spaß beim neuen Hobby.
Edi
CommodoreMan
Danke für die Antwort!
Wie ist denn dann die Haltbarkeit des Ansatzes? Ich meinte mal gelesen zu haben, dass diese bei einmal angesetztem Pulverentwickler eher gering ist?
Oder lässt sich das dann eben durch Sauerstoffabschluss mit Protectan (ist im Moment schon vorhanden, da ich das Papierentwickler-Konzentrat schützen wollte) oder z.B. murmeln in der Flasche verlängern? Von welchen Standzeiten kann man in der Praxis ausgehen?
Bei mir ist es eben so, dass es auch öfter vorkommen kann, dass es mal nur ein oder zwei Filme sind und dann ein paar Monate Pause dazwischen.
Gruß C-Man
Morte
Wenns flüssig sein soll und lange haltbar, geht eigentlich nichts über Rodinal/Adonal. Der hält in der Flasche wirklich Jahre. Ansonsten habe ich mit dem Pulverentwickler Atomal/A49 gute Erfahrungen gemacht, der sich auch angesetzt in der Flasche mehrere Monate gehalten hat bei mir. Billig sind beide.
CommodoreMan
Rodinal ist ja mit der Standardentwickler, wenn man so liest.
Wenn ich jetzt nochmal von Pulver ausgehe: muss ich da immer die volle Menge Stammlösung ansetzen, von der ich dann meinen einmalansatz verdünne, oder kann ich auch geringere Mengen wie z.B. 250ml ansetzen. In diesem Falle wäre diese Stammlösung dann ja entsprechend schneller verbraucht und auch eine Haltbarkeit im Bereich von Wochen wäre ausreichend.
Mit einem ganzen Liter Stammlösung würde ich jedoch schon sehr lange hinkommen.
Wie ist denn bei atomal z.B. so der Erfahrungswert, wenn man sich um Sauerstoffabschluss und Dunkelheit kümmert? Einige Monate kann ja von 2 bis 12 alles sein ;).
Ich sage mal wenn man damit sicher über ein Vierteljahr kommen kann, ist das durchaus interessant, zumal in dem Preisbereich ein Neuansatz dann nicht so weh tut.
Gruß C-Man
Magirus
Hallo
Warum nicht den TETENAL Ultrafin Liquid ?
Sollte es feinkörniger werden den Plus, ist flüssig und lange haltbar.
Den TETENAL Ultrafin Liquid habe ich lange eingesetzt jetzt
arbeite ich nicht mehr mit dem HP5.
Und da ist der Rodinal für mich ausreichend.
Gruß Bernd
CommodoreMan
Als sehr lange haltbar und vielseitig wird auch der kodak hc110 angegeben.
Spricht etwas gegen diesen?
Und noch eine Frage: Tw wird von einem Stoppbad abgeraten und eine Zwischenwässerung empfohlen. Kann mir einer sagen, was das außer dem Einsparen einer weiteren Chemikalie für Vorteile bringen soll? Oder ist ein echtes Stoppbad doch die bessere Methode?
So als Neueinsteiger sind die unterschiedlichen Produkte und Meinungen schon sehr verwirrend.
Gruß C-Man
Lichtjahr
Ein Stoppbad ist nicht zwingend erforderlich.
Eine Zwischenwässerung genügt in den meisten Fällen. Die Dose zweimal mit Wasser füllen, entleeren und wieder füllen.
Ein aktiver Rest vom Entwickler bleibt aber in der gequollenen Filmschicht - das kann man aber üblicherweise vergessen.
Der Grund für ein Stoppbad ist folgender, man möchte die Entwicklung schlagartig stoppen.
Der Entwickler ist basisch das Stoppbad ist sauer dadurch wird der Entwickler in der Filmschicht neutralisiert.
Zugleich wird ein Verschleppen einer Base in das angesäuerte Fixierbad minimiert. Die Standzeit des Fixierbades kann verlängert werden.
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Lass dich nicht verwirren mit unterschiedlichen Entwicklern.
Wenn ich mich recht erinnere haben der iLFORD ID-11 und der Kodak HC 110 die gleiche Rezeptur.
Schau dir auch mal den ADOX Atomal 49 an, ein Rezept der sich schon fast 100 Jahre bewährt hat.
Hier im Shop kannst du dir zu jedem angebotenen Entwickler ein Datenblatt als PDF runterladen.
Da steht meist auch etwas über die Ergiebigkeit und Standzeit. Übrigens auch ein Entwicklerkonzentrat hat nur eine begrenzte Standzeit.
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Edi
karlokell
Servus Christian!
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Du hast inzwischen wohl gemerkt, dass du mit deiner Frage allerhand aufgerührt hast, nicht zuletzt auch allerhand Halbwissen. Also:
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Abgesehen von einigen wirklich teuren Ausnahmen (Pyro z.B.) sind Filmentwickler preiswert bzw. der Preis kein Argument für oder gegen einen bestimmten! Kriterium kann hier höchstens sein, dass man keine ausreichend kleine Packung kaufen kann und nicht den Großteil des ungenutzt verdorbenen Safts entsorgen müssen will. So gesehen ist z. B. der Kodak D-76 problematisch (nur 3,6 Liter-Packung, allerdings recht billig), der Ilford ID-11 (baugleich! für 1 Liter erhältlich, aber verhältnismäßig teurer) sinnvoller.
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Pulverentwickler soll man immer komplett ansetzen, weil die Mischung der einzelnen Bestandteile, die nach der Produktion noch homogen war, sich in der Packung wieder "enthomogenisiert" (größere/kleinere bzw. leichtere/schwerere Kristalle verhalten sich unterschiedlich und entmischen sich durch jede Erschütterung). Teilansätze beinhalten deswegen höchstwahrscheinlich nicht mehr dieselbe Komponentenrelation wie die Gesamtpackung, auch wenn das einige Anwender beharrlich nicht wahrhaben wollen.
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Angesetzter Pulverentwickler ist nicht verderblicher als gekauftes Flüssigkonzentrat (zumindest, wenn du nicht dein chemisch wahrscheinlich nicht ideales Leitungswasser, sondern demineralisiertes Wasser aus dem Baumarkt nimmst), im Gegenteil: erst mit dem Ansatz beginnt der Verfallsprozess, nicht schon beim Händler in der Flasche. Übrigens: kauf dir in der Apotheke (keine Angst, ist überraschend billig) eine Aponorm-Glasflasche dafür (gibts bis zur 1-Liter-Größe), nur die ist sauerstoffdicht, und mit ein bisschen (!) Protektan (das ist übrigens nichts anderes als Feuerzeuggas) steigerst du die Haltbarkeit des Inhalts überdeutlich. Etwa 1 Jahr sollte jeder so angesetzte Entwickler halten!
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Rodinal ist der älteste heute noch verkaufte Entwickler, "ewig" haltbar, aber doch etwas speziell, damit würde ich nicht anfangen. HC-110 kommt als zähflüssiger Sirup in den Handel, der auch fast "ewig" hält, aber unangenehm zu dosieren ist. Beide arbeiten eher grobkörnig (auch wenn jetzt gleich wieder einer kommen wird, der sie mit irgendeiner speziellen Methode feinkörnig hinkriegt). Ich rate dir für den Anfang zu etwas Problemlosem: ID-11 von Ilford, X-Tol von Kodak (nur als 3,6 Liter-Packung erhältlich), Ultrafin von Tetenal, A-49 von Adox (übrigens schon längst nicht mehr das originale Atomal-Rezept!), SLD von Spur usw. Und verwende keinen Entwickler mehrmals, sondern verdünne ihn lieber 1+1 bis 1+3 mit Wasser und verwende ihn nur einmal (gilt für die sog. Stammlösung des angesetzten Pulverentwicklers, Konzentrate musst du sowieso verdünnen und nach der Entwicklung entsorgen).
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Ein Stopbad ist nicht wirklich nötig bei diesen Standardentwicklern, auch wenn eine milde Zitronensäure nicht schaden kann. Nimm einfach Wasser! Und fixiere mit konzentriertem Schnellfixierbad 1+4 verdünnt. Das kannst du mehrmals nehmen, das oxidiert auch nicht, aber entsorge es, sobald die Klärzeit anfängt, deutlich länger zu werden (du kannst schon nach etwa 1 Minute den Film zur Begutachtung des Fixierfortschritts bei Licht betrachten: dann sollte er schon aufgehört haben, milchig undurchsichtig zu sein). Fixierfehler sind heimtückisch, weil sie sich womöglich erst viel später herausstellen.
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Viel Erfolg, Karl
HenningH
ID-11 und HC-110 haben nicht die gleiche Rezeptur. Ich erziele mit beiden aber vergleichbare Ergebnisse (also ID-11 1+1 und HC-110 D); ohne spezielle Methoden. Im Vergleich dazu wurden die Negative mit Ultrafin liquid verdammt körnig.
Man könnte ja auf die Idee kommen, dass es nicht nur auf den Entwickler, sondern auch auf den Film ankommt. Aber dann hätten wir ja keine Gründe mehr, um zu diskutieren... :)
CommodoreMan
Ich habe auch noch von anderen Quellen Beratung eingeholt und habe mich letztlich zum Kodak HC110 entschieden.
Ich bin mal gespannt, ob ich damit zu Ergebnissen nach meinen Vorstellungen komme.
Bei einem HP5+ komme ich in der b Verdünnung auf eine Zeit von 5 Minuten.
Welchen Kipprhythmus empfiehlt ihr da?
Ich habe etwas gelesen von den ersten 30 sec Dauerbewegung und dann jeweils alle 60 sec?
Ich habe zt das Gefühl, dass die 0815 Standard Methoden im Netz eher selten genau beschrieben sind, aber man sehr genau nachlesen kann, wie ich ein Sonderspezialergebnis mit Rodinal bei 30°C und Dauerkippe bekomme, oder bin ich einfach zu blöd zum Suchen?
Gruß Christian
Urnes
Hallo Christian,
in den Ilford Datenblättern zum HP5 und zum HC-110 sind die Standardmethoden beschrieben, wenn du dich daran hältst solltest du auch keine Probleme haben
Gruss Sven
CommodoreMan
Datenblätter sind gedruckt. Auf die Lieferung des Materials warte ich.
Im Moment noch dabei, zwei Testfilme zu belichten, damit ich erstmal was zum Testen habe, bei dem es nicht schlimm ist, wenn es schief gehen sollte.
Ein paar vergammelte Farbfilme zum Üben des Einspulens liegen auch noch hier rum.
Noch ne Frage zur Jobo Drum 1520: Jobo empfiehlt auch für einen Film die volle Füllmenge. Auf anderen Seiten wird erklärt, dass dies ist, damit beim Hochrutschen der Spule im Tank kein böses Erwachen kommt.
Ist es praktikabel, die geringere Menge für einen Film einzufüllen und einfach die zweite Spule leer mit einzusetzen, damit die untere mit dem Film nicht hoch rutschen kann? Oder ist da das Risiko zu hoch und ich sollte den Tank immer komplett füllen?
Gruß Christian
HenningH
Mit der zweiten Spule solltest Du auf der sicheren Seite sein.
Ich würde vorher mit Wasser bei offener Dose prüfen, ob die angegebene Füllmenge für einen Film die untere Spirale wirklich vollständig bedeckt.
jonny
Entwickler: HC-110 ist für deine Zwecke sicher eine gute Wahl. Zwei Dinge sind zu beachten/anzumerken:
- Überlege dir, wie du die Konzentratmengen exakt abgemessen bekommst, wenn du nicht mit einer Zwischenverdünnung arbeitest. Manche nehmen eine Spritze dafür, glaube ich. Es ist wichtig, wirklich exakt abzumessen, damit du von Film zu Film reproduzierbare Ergebnisse bekommst
- die Verarbeitungszeiten von HC-110 sind für die meisten Filme recht kurz. Meide Entwicklungszeiten unter 5 Minuten und gewöhne dir ein exakt wiederholhbares Prozedere an. Je kürzer die Verabeitungszeit, desto stärker wirken sich Schwankungen bei Temperatur/Kipprhythmus etc. aus. Mit unerwünschten Nebenwirkungen auf das Entwicklungsergebnis
Stoppbad: Im Drogerie-Markt (z.B. DM) gibt es 250-Gramm-Packungen Zitronensäurepulver, das ist günstiger als die Dr.Oetker-Tütchen. 1/2-1 Esslöffel auf 500 ml Wasser ergibt ein geruchloses Stoppbad für Film. Zitronensäurelösungen sind leider ein Nährboden für einige Mikroorganismen, deshalb verwende das Stoppbad am besten als Einmalansatz, den du nach Gebrauch verwirfst. Stoppbäder auf Essigsäurebasis kann man aufheben und wiederverwenden, der Geruch ist aber nicht jedermanns Sache und manche Leute haben Essig-Allergie.
?
Fixierbad: Gewöhne dir an, beim Fixieren nicht zu schlampen, das machen leider viele Anfänger. Ausreichend konzentriert ansetzen (am besten Schnellfixierbad 1+4), ausreichend bewegen, nicht zu kurz fixieren. Fixierbadansätze sind nicht ewig haltbar, also lieber kleinere Mengen ansetzen. Nach einem halben Jahr würde ich den Ansatz fachgerecht entsorgen, wenn bis dahin die Kapazität noch nicht erreicht ist.
?
Füllmenge Dose: Mit 300 ml Entwickler und einer zweiten Spirale bist du bei der 1520er-Dose auf der sicheren Seite.
CommodoreMan
Danke für die Hinweise. So langsam ist der Schleier der völligen Ahnungslosigkeit etwas gelüftet ;).
Zum dosieren des Entwicklers sind schon Einwegspritzen mit Spülkanülen vorhanden. Im dosieren von sirupartigen Flüssigkeiten habe ich auch schon von anderer Seite her Erfahrungen.
Den Fehler des schlampigen fixierens habe ich schon beim Papierentwickeln gemacht. Als die ersten Abzüge nach einem halben Tag plötzlich bräunliche Flecken bekommen haben (bei den Teststreifen war ich sehr schlampig) waren die Augen groß. Das wird mir mit den negativen nicht passieren.
Die von Ilford (und auch Kodak) angegebenen Zeiten liegen bei 5 Minuten in b Verdünnung. Also schon recht genaues Arbeiten.
Was mir mittlerweile so kommt: wie bewerkstelligt das eig so ein Großlabor wie Cewe mit der SW Entwicklung? Wird da irgendwie vorsortiert, oder kippen die alles bei einem Prozess, der im Schnitt der vorhandenen Filme überall gleich schlecht funktioniert?
Gruß Christian
HenningH
[...] oder kippen die alles bei einem Prozess, der im Schnitt der vorhandenen Filme überall gleich schlecht funktioniert?
So ist es.
Mit Verdünnung ÄD (1+39) erhältst Du 25% längere Entwicklungszeiten bei nur unwesentlich stärkerer Körnigkeit.
CommodoreMan
Das Rad, welches ich ins Rollen bringen will sträubt sich noch etwas und will noch nicht so rollen, wie ich :(.
Die nötige Chemie, sowie noch ein paar Filme und ein bisschen frisches Fotopapier (Mein bisher genutztes Material ist völlig überlagert und zt verschleißert usw) wurden mir geliefert.
Auch den Filmrückholer habe ich schon getestet und komme zumindest damit gut klar. Meine Idee ist, zuerst den Anfang im Hellen zurückzuholen und anzuschneiden und danach dann im Dunkeln die Dose komplett zu "knacken", damit ich den Film nicht durch den Filz ziehen muss und mir evtl noch Kratzer reinziehe. Nicht komplettes Zurückspulen ist leider nicht mit allen meinen Kameras möglich. Aber im Moment fehlt das Wichtigste der Geschichte: Die Entwicklungsdose. Selbige hat den postalischen Weg noch nicht zu mir gefunden. Ich bin mal gespannt, wann ich diese endlich habe und loslegen kann.
€
Ich habe hier noch eine Tüte mit Adofix Pulver liegen. Ich habe nichts finden können, was eine Ansatzanweisung beinhaltet. Rühre ich das Pulver einfach in einen Liter Wasser mit meinen 20° Prozesstemperatur ein (ist ein Päckchen für 1 Liter Ansatz), oder muss ich hier noch etwas Spezielles beachten, wie z.B. eine erhöhte Temperatur zum Lösen o.ä.?
€
Gruß C-Man
karlokell
Das Rad, welches ich ins Rollen bringen will sträubt sich noch etwas und will noch nicht so rollen, wie ich :(.
Die nötige Chemie, sowie noch ein paar Filme und ein bisschen frisches Fotopapier (Mein bisher genutztes Material ist völlig überlagert und zt verschleißert usw) wurden mir geliefert.
Auch den Filmrückholer habe ich schon getestet und komme zumindest damit gut klar. Meine Idee ist, zuerst den Anfang im Hellen zurückzuholen und anzuschneiden und danach dann im Dunkeln die Dose komplett zu "knacken", damit ich den Film nicht durch den Filz ziehen muss und mir evtl noch Kratzer reinziehe. Nicht komplettes Zurückspulen ist leider nicht mit allen meinen Kameras möglich. Aber im Moment fehlt das wichtigste der Geschichte: Die Entwicklungsdose. Selbige hat den postalischen Weg noch nicht zu mir gefunden. Ich bin mal gespannt, wann ich diese endlich habe und loslegen kann.
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Ich habe hier noch eine Tüte mit Adofix Pulver liegen. Ich habe nichts finden können, was eine Ansatzanweisung beinhaltet. Rühre ich das Pulver einfach in einen Liter Wasser mit meinen 20° Prozesstemperatur ein (ist ein Päckchen für 1 Liter Ansatz), oder muss ich hier noch etwas Spezielles beachten, wie z.B. eine erhöhte Temperatur zum Lösen o.ä.?
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Gruß C-Man
Filmpatrone knacken ist völlig unnötig, ein ganz ausgefädelter Film beim Einspulen in die Spirale höchstens widerspenstig in der Handhabung und dann beschädigst du ihn womöglich noch. Viel einfacher ist es, nach dem Beginn im Hellen (und dieser Anfang ist am kniffligsten) im Dunkeln immer nur ein Stück Film herauszuziehen und in die Spule zu wickeln. Das Gewicht der Patrone samt ihrem Restinhalt sorgt dabei dafür, dass der einzuspulende Film brav nach unten hängt und sich nicht zu einer wirren Spirale zusammenschnellt. Der Film ist schon in der Kamera zweimal durch das Patronenmaul gezogen worden, da kommt es auf ein drittes Mal auch nicht mehr an.
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Beim Auflösen von Fixierpulver ist eine höhere Temperatur angebracht, weil die Auflösung der Kristalle Energie kostet und alles abkühlt. Das ist dermaßen klares fotografisches Allgemeingut, dass es oft gar nicht mehr extra erwähnt wird.
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Grüße, Karl
jonny
Filmpatrone knacken ist völlig unnötig, ein ganz ausgefädelter Film beim Einspulen in die Spirale höchstens widerspenstig in der Handhabung und dann beschädigst du ihn womöglich noch. Viel einfacher ist es, nach dem Beginn im Hellen (und dieser Anfang ist am kniffligsten) im Dunklen immer nur ein Stück Film herauszuziehen und in die Spule zu wickeln. Das Gewicht der Patrone samt ihrem Restinhalt sorgt dabei dafür, dass der einzuspulende Film brav nach unten hängt und sich nicht zu einer wirren Spirale zusammenschnellt. Der Film ist schon in der Kamera zweimal durch das Patronenmaul gezogen worden, da kommt es auf ein drittes Mal auch nicht mehr an.
Beim Auflösen von Fixierpulver ist eine höhere Temperatur angebracht, weil die Auflösung der Kristalle Energie kostet und alles abkühlt. Das ist dermaßen klares fotografisches Allgemeingut, dass es oft gar nicht mehr extra erwähnt wird.
Grüße, Karl
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Stimme mit Karl völlig überein was das Thema "Patronen knacken" betrifft. Das Einfädeln ist deutlich leichter, wenn man den Film aus der Patrone nachführt. Das gern angeführte Argument, es wäre ein Risiko den Film zu verkratzen, wenn man ihn noch mal durchs Patronenmaul zieht, kann ich nach Tausenden durchs Patronenmaul gezogenen Filmen nur ins Reich der Fabel verweisen. Nicht hingegen, dass man Telegrafendrähte vermeidet, indem man seine Kameras innen sauber hält und Filmpatronen niemals ohne Dose in der Kameratasche/Hosentasche/Jackentasche etc. herumfliegen lässt.
Fixierbad in Pulverform ist ein "normales Fixierbad", kein Schnellfixierbad. In diesem Fall gilt verschärft, was ich oben bereits geschrieben habe, d.h. unbedingt darauf achten, dass lange genug fixiert wird, sonst haben wir hier als nächstes wieder einen von den "Wieso sehen meine Negative so komisch aus?"-Threads ;-)
Die korrekte Fixierzeit bestimmst du wie folgt: Du nimmst den abgeschnittenen Filmanfang deines Films und tauchst ihn zur Hälfte in die Fixerbadlösung (20 °C) ein. am besten in einem gut durchsichtigen Gefäß aus Glas. Eine Papierzange oder eine Wäscheklammer erleichtern dies. So belässt du den Film für mindestens 10 Minuten, dabei immer wieder gut bewegen. Irgendwann sollte die eingetauchte Hälfte des Films klar und durchsichtig sein, bis evtl. auf eine leichte graue oder rosafarbene Restfärbung (je nach Filmtyp). Jetzt startest du die Stoppuhr und tauchst den Filmstreifen komplett in den Fixierer. Ab und zu bewegen und so lange warten, bis der Film im Licht einheitlich klar erscheint, sodass man auch bei genauem Hinsehen keinen Unterschied mehr zwischen dem bereits fixierten Teil und dem jetzt aktuell zu fixierenden Teil des Films erkennen kann. Zeit ablesen. Das ist deine sogenannte "Klärzeit". Wenn du die verdoppelst, hast du die korrekte Fixierzeit für deinen Film ermittelt.